Grosse Todten Bruderschaft, digitale Ausgabe Abraham â Sancta Clara herausgegeben von Ulrike Czeitschner Claudia Resch unter Mitarbeit von Barbara Krautgartner Eva Wohlfarter Vollständig digitalisierte Ausgabe 2015 Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien Jubiläumsfonds der Österreichische Nationalbank 10.260 Tokens 76 Faksimiles Austrian Centre for Digital Humanities, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Sonnenfelsgasse 19 1010 Wien
Wien 2015 abacus.7
Abraham â Sancta Clara: Grosse Todten Bruderschaft. Wien, 1681. [Abraham â Sancta Clara]: Grosse Todten Bruderschaft / Das ist Ein kurtzer Entwurff Deß Sterblichen Lebens Gedruckt im Jahr 1681. Abraham â Sancta Clara Grosse Todten Bruderschaft / Das ist Ein kurtzer Entwurff Deß Sterblichen Lebens / Mit beygefügten CATALOGO, Oder Verzeichnus aller der Jenigen Herren Brüderen / Frauen / un̅ Jungfrauen Schwesteren / welche aus der Hochlöblichen Todten Sodalitet bey denen Ehrwürdigen P. P. Augustinern Parfüssern in Wienn / von Anno 1679. biß 1680. gestorben seyn. Erstausgabe ohne Angabe Wien 1681 76 [davon 28 unpagiert, 48 paginiert] Wien Österreichische Nationalbibliothek Österreichische Nationalbibliothek Sammlung von Handschriften und alten Drucken 298.002-A

vorbereitet im Rahmen eines Forschungsstipendiums der Gemeinde Wien "Barocke literarische Totentänze von und mit Abraham â S. Clara"

weiterbearbeitet im Rahmen des Projekts "Texttechnologische Methoden zur Analyse österreichischer Barockliteratur", gefördert vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (Nr. 14738)

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Erbauungsliteratur Älteres Neuhochdeutsch

Die grosse Toden Bruderschafft

Respeck Respekt

Grosse Todten Bruderschaft / Das ist Ein kurtzer Entwurff Deß Sterblichen Lebens / Mit beygefügten CATALOGO, Oder Verzeichnus aller der Jenigen Herren Brüderen / Frauen / un̅ Jungfrauen Schwesteren / welche aus der Hochlöblichen Todten Sodalitet bey denen Ehrwürdigen P. P. Augustinern Parfüssern in Wienn / von Anno 1679. biß 1680. gestorben seyn.
Gedruckt im JahrJahr 1681.

Jhro Gnaden Dem Wohl=Edel=gebohrnen Herrn / Herrn Adam Antoni Grundemann von Falckenberg / auf Waltenfelß / Egeregg / Siessenbrunn / vnd Engelstein / der Röm. Käyserl. Maj. Rath / vnd Regenten deß Regiments der N. Oe. Landen / wie auch Land unter Marschallen in Oesterreich unter der Ennß / rc. Einer Löblichen Bruderschafft Præfecten.

Dem Hoch= und Wohl=gebornen Herrn / Herrn Julio Friderico Bucelini, Freyherrn von Reichenberg / auff Waydthaag zur Sava / Herrn der Herrschafft Cärnabrunn / Röm. Käyserl. Maj. würcklichen Camerer / Raht und Regenten der N. Oe. Landen / rc. Einer Löbl. Todten=Bruderschafft Vice Præfecten.

Dem Hoch= und Wohlgebohrnen Herrn / Herrn Leonhard Ulrich von Harrach / Graffen zu Rorau / Hn. Der Herrschafften Stauff / Aschach / von Prugg an der Leytha / der Röm. Käyserl. Majestät würcklichen Camerern / und Erbl. Stallmeistern in Oesterreich unter / und ob der Ennß / rc. Der löblichen Todten=Bruderschafft Ersten Assistenten.

Dem

Dem Wohl=Edel=Gebohrnen Herrn / Herrn Johann Michael von Seitz / Jhro Römis. Käyserlichen Majestät Rath / vnd Regenten der N. Oe. Landen / rc. Einer Löbl. Todten=Bruderschafft Anderten Assistenten.

Dem Wohl=Ehrwürdigen P. Prior Augustiner Paarfüsser / der Löbl. Todten=Bruderschafft in Spiritualibus Directori, &c.

Jhro GestrngGestreng / Dem Wohl=Edlen vnd Hochgelehrten Herrn Nicolao Wilhelm Peckers / Käyserl. Leib-Medico, &c. der Löblichen Todten=Bruderschafft Ersten Consultori.

Jhro Gnaden / Dem Wohl=Edelgebohrnen Herrn Peter Bonaventuræ Edlen von Crololantza / der Röm. Kays. Mayest. Hoff=Cammer Rath / rc. der Löbl. Todten=Bruderschafft Anderten Consultori.

Dem Wohl=Edlen und Hochgelehrten Herrn Georg Focky / J. U. D. der Löbl. Todten=Bruders. Dritten Consultori.

A 2 Dem

Dem Edlen Herrn Caspar Huigen / Consultori wie auch der Löbl. Todten=Bruderschafft Procuratori.

Dem Wohl=Edlen Herrn Joseph Schnitzenbaum / der Hochlöbl. N. Oe. Regierungs-Secretario. Der Löbl. Todten=Bruderschafft Consultori, vnd Schatzmeister.

Dem Wohl=Edlen vnd Hochgelehrten Herrn Nicolao Hoche / J. U. D. der Löblichen Todten=Bruderschafft Consultori.

Dem Wohl=Edlen Herrn Daniel Focky / deß Jnnern Stadt=Rahts allhier / der Löbl. Todten=Brud. Consult.

Dem Herrn Johan̅ Blaßberger / Burgern vnd Eisen=Handlern allhier / der Löbl. Todten=Brud. Provis.

Wie auch allen respective einverleibten Mitgliedern der Löblichen Todten=Bruderschafft.

Neben Anwünschung eines glückseeligen Fried= und Freudenreichen Neuen=Jahrs.

Unterthängist überreicht vnd dedicirt, Von Jacob Höltzelman̅ / vnd Stephan Häringer / dero Löbl. Todten=Bruderschafft Ansageren.

Omnes 1.
Omnes morimur. 2. Reg. 16. Alle müssen in die Todten=Bruderschafft.

A. E. I. O. U. Ein vornehmer von Adel bistu / Mensch / scilicet, dann dein Stammen=Hauß ist die Laimbgruben / dein gnädige Fraw Mutter ist die Erd / dein Adeliches Geblüt ist ein Kothschrallen / deine Stieffbrüder seynd die Würm / dein Wesenheit ist ein Darleyhung von den vier Elementen.

A. E. I. O. U. Ein sauberer Garten bist du / Mensch / in welchem nichts als Distel gefunden wird. Es zeiget zwar das Kräuterbuch vielerley Distel / Brach / Distel / Frawen=Distel / Gännß=Distel Haber=Distel / Jungfrau=Distel / Kraut=Distel / Margen=Distel / Rauten=Distel / Sau=Distel / Weeg=Distel / Vieh=Distel / Welsch=Distel / Garten=Distel: in dir aber / O Mensch / seynd tausendterley Distel / und wo du nur hingreiffest / so erdapst ein Unkraut.

A 3 A. E. 2.

A. E. I. O. U. Ein schöns Buch bist du / Mensch / scilicet, ein Buch / aber zu Leipzig beschrieben; ein Buch / aber zu Schweinfurth gedruckt / ein Buch / aber zu Ach eingebunden; ein Buch / aber zu Kostnitz fayl; ein Buch / aber zu Laußnitz zu erfragen.

A. E. I. O. U. Ein Dummel=Platz bist du / Mensch / dein Empfängniß ist Säuerey / dein Geburt ist Keyerey / dein Leben ist Phantasey / dein Kunst ist Tandlerey / dein Reichthumb ist Posserey / dein Wandel ist Fresserey / dein Freud ist Vopperey / und du bist ein Narretey.

A. E. I. O. U. Ein Tändel=Marckt bist du / Mensch; da find man allerley Wahren / Leder / aber nur Elend=Leder: Fleck / aber nur Schandfleck: Samen / aber nur Forchtsamen: Kreyden / aber nur Hauß=Kreyden: Häut / aber nur Beeren=Häut: Bender / aber nur Siendesbender / Haffner=Arbeit / aber lauter Krüg / Träxler=Arbeit / aber lauter Knöpff / Glasser=Arbeit / aber lauter Angster / Karter aber nur lauter Säu.

A. E. I. O. U. Ein fruchtbarer Baum bist du / Mensch / aber nur ein Nußbaum / Ge=3.Gefängniß in Mutter=Leib / Betrangniß in der Geburt / Verfolgniß in dem Leben / Kumerniß in der Wirthschafft / Ergerniß in dem Wandel / Betrübniß in dem Todt.

A. E. I. O. U. Ein lauterer Bettler bist du / Mensch / dein Kappen hast genommen von dem Mader / dein Bältz hast genommen von dem Fuchsen / dein wollenen Rock hast genom̅en von dem Lämbel / dein Hemmet hast genommen von den Flax der Erden / deine Strimpff hast genommen von den Seyden=Würm / deine Schuh hast genommen von den Ochsen: Wann dann du einem jeden sollest erstatten was sein ist / so würdest du da stehen wie ein gerupffte Ganß.

A. E. I. O. U. Ein elender Tropff bist du / Mensch / absonderlich wegen deines Lebens / welches sich so grosser Beständigkeit zu rühmen hat / wie der Butter an der Sonnen: schawe den Lufft an / dort ist der Nebel / so bald halt / bald / fallt / ein Contrafet deines Lebens: schawe das Wasser an / dort seynd die Blasen / welche bald stehen / bald vergehen / ein Ebenbild deines Lebens: schaue das Feuer an / dort ist der aufsteigende Rauch / welcher bald satt / A 4bald4.bald matt / ein Copey deines Lebens: schau die Erden an / dort ist die Rosen / welche bald roth / bald todt / ein Abriß deines Lebens. Sterben ist dir gewiß / frag den Adam / welcher neun hundert vnd dreyssig Jahr gelebt; Frag den Seth seine̅ Sohn / welcher neun hundert vnd zwölff Jahr gelebt; Frag den Cain / welcher neun hundert vnd zehen Jahr gelebt; Frag den Enoch / welcher neun hundert vnd fünff Jahr gelebt; Frag den Lamech / welcher sieben hundert vnd sieben vnd siebentzig Jahr gelebt / wo sie seynd? wie sie seynd? wer sie seyn? so wirst du finden / daß all dero Leiber ein Hand voll Aschen; nimb solchen an statt deß stoltzen Haarpulvers / strahe ihn auff deinen stoltzen Strobel=Kopff / vnd gedencke / daß du in gleichen Model wirst gossen werden; dann sterben ist dir gewiß. Alexander Magnus, ein mächtiger Pracht=Hanns / Saladinus, ein greulicher Eysen=Fresser / Tarquinius, ein grosser Hahn im Korb / Pompeius, ein trefflicher Grillen=Vogt / Hannibal, ein beissiger Ketten=Hund / Xerxes, ein mächtiger Federfechter / seynd mit aller ihrer Macht in Ohnmacht gefallen / vnd ist nichts übrig von ihnen / als FUIT, er ist gewesen. Mit harter5.harter Müh ist ein Bein von ihnen zu finden / wormit ein Gassen=Bub eine Haselnuß kan auffkloffen. Das wird dir auch geschehen / sterben ist dir gewiß. Die jenige Kandelberger / welche nach vil Rundtrincken / Grundtrincken / Pfundtrincken / vnd Schlundtrincken das obere Zimmer also eindämffen / daß ihnen der Verstand auf Steltzen gehet / vnd den Pachzuber für einen Budelhund ansehen / dise halten sich embsig an der Wand / damit sie ihren Weingrünen Schedel nicht vmbwerffen / dann sie beklagen es gehe alles mit ihnen vmb vnd vmb; Es wäre zuwüntschen / es hätte aus der Viehischen Füllerey ein jeder den Gedancken / als gehe alles vmb vnd vmb / und nichts beständig seye / auff der Welt / absonderlich das Menschliche Leben / dann ja leichter ein SchweinesKraut=Leder bey den Rabinern auzutreffenanzutreffen / als bey dem Menschlichen Leben einige Beständigkeit. Wische dienedeine schläfferige Augen aus / damit du desto besser lesen kanst das jenige / was dir der Poet unter die Nasen reibt.

DJDI / di / la / la / hi / hi / ha / ha. Kanst billich drüber lachen / Daß vns die Welt / so läpisch gefält / A 5 Seynd 6. Seynd doch nur eytle Sachen / Als was gemacht / erdicht / erdacht / Auch von Apellis Handen / Das wird zu Grund / in wenig Stund Verderben / gehn zu Schanden. Klecht nicht ein Klag / auff einen Tag / Beweists der täglich Spiegel / Der stirbt vom Schwerd / der falt vom Pferd / Den schlagt zu todt ein Ziegel / Der stirbt durch Fraß / der muß durchs Glaß / Der durch ein Sucht absterben. Der kriegt sein Rest / bald in der Pest / Die schnell viel tausend erben. Vnd wann die Red / für Ohren geht / Vnd hört es ohn Entsetzen / Muß ihme nur / Zeit vnd Mensur / Gnad gnug zum Himmel schetzen: Vnd wer gibt dir ein Brieff darfür? Der dich ein Tag versicher: Kein Stund hast gwiß / bezeigen diß / Exempel / Schrifft / und Bücher. Gedenck an Haimb / O junge Blaim / Hast einmahl hier kein Bleiben. Zum Vatterland / noch vnbekandt / Soll dich ja Sorg antreiben: Gar viel vnd dick / all Augenblick / Dir kommen gwisse Botten / Vnd richten aus / was dort vom Hauß Entbieten alle Todten. Weist du dann nit / daß alle Schritt / Auch deinem Grab zu wanderst? Also g’schach mir / also gehts dir / Man macht es keinem anderst; Das 7. Das ruffen die / so dir allhier Bey Lebens=Zeit gleich waren. Vnd dergestalt / wird auch man bald / Dich / mich / vnd all einscharren: Wann du Trostloß / in Aengen groß / Einmahl in letzten Zügen / Stumb / blind / vnd taub / dem Freund zu Raub Jm Todt=Beth da wirst liegen / Was wünschest du / (thue vor darzu:) Bereit dich auff die Strassen: Ehe du begehrst / spat wüntschest erst / Gethan / Ach vnterlassen. Was wüntschet ihr / die Seel darfür / Die vor im Wust geschwebet / O daß ihr Fleisch / fromb / rein und keusch / Jn Vnschuld hätt gelebet! Ja daß zugleich / an Tugend reich / Dem Leib nach in dem Elend / Für hoch / soll klein / gewesen seyn / Die Demuth auserwöhlet. Rebellion / der tödtlich Thon / Bey den vier Elementen / Wird alten Pact / im letzten Act / Geleister Freundschafft enden / Die künfftig Reiß / den kalten Schweiß Vom Hertzen hat gedrungen: Das Angesicht / erfalt / erbricht / Erstarren will die Zungen. Die Puls beschwert / den Gang verkehrt / Thut sich der Angst beklagen / Vnd spricht alsdann die Glieder an / Befilch Alarma schlagen: Es klingt und saust / dem Krancken graust / Es 8. Es mögt die Schlacht mißlingen / Der Feind nicht schwach / will nach vnd nach / Noch mehr zum Hertzen dringen. Trost / Hülff vnd Raht / kommt alls zu spat / Mit angewendten Mittlen / Der Doctor geht von deinem Beth / Fangt an den Kopff zu schüttlen; Man hilfft dir halt / so viel im G’walt / Gibt dir in d’Hand ein Kertzen / Der weynt / der lacht; dein Scheyden macht / Dem Frewd / dem andern Schmertzen. Das ist die Stund / an dero Grund / Heyl / Vnheyl / vil gelegen. Sih was du thust / wilst nit / so must / Deß Lebens dich verwegen. Wann dein Verstand / dich auf der Hand / Zum Vrtheil wird begleiten / Halts für ein Gnad / wer ist der’s hat? Für g’wiß kans niemand raten. Verstand vnd Sinn / weicht als darhin / Gesetzt er wär zu gegen / Wird dich groß Angst / in der du hangst / Erst noch mehr Noth anlegen; Du sihst den Feind / der dir erscheint / Mit auffgesperrten Rachen: Zeigt dir ein Stell / tieff in der Höll / Das Hertz fangt an zu krachen.

Gelt der Poet kan dir die Warheit sagen? Du sihest dann / daß du über deinen Willen must dich der Todten=Bruderschafft einverleiben; du weist aber nicht wann / deßwegen mache dich alle Stund gefast /9.gefast / vnd bild dir ein / ein jede Stund seye dir die letzte; So dir eine gantze Taffel voll Speisen würde auffgesetzt / vnd du hättest die gewisse Nachricht / daß eine aus diesen Gift in sich halte / du wurdest ohngezweyflet zu einer jeden zittern / vnd gedencken / vielleicht ist diese / vielleich ist diese; Weilen dann du die gründliche Gewißheit von GOtt selbsten hast / daß du sterben sollest vnd müssest / aber vngewiß wann / warum̅ hast du nicht benmässigebenmässig einen jeden Tag im Argwohn? warum komt dir nicht ein jede Stund suspect vor / vnd gedenckest / villeicht ist diese Stund / an dero ich muß vor GOtt erscheinen / vnd von allen meine̅ Thun vnd Lassen Rechenschafft geben?

Statutum est omnibus hominibus semel mori. Hebr. 9. v. 27. Alle / auch die Jungen vnd Schönen müssen in die Todten=Bruderschafft.

KOmbt her ihr hüpsche Muster / ihr glatte Gesichter / ihr haickliche Fell / ihr blüeweisse Gestalten / ihr verschamorirte Docken / ihr süsse Zuckerhüt vnd Häut / ihr habt ohngezweifflet ein Salva Guardia, am Halß / ein Privilegium auf dem Buckel / einen Frey=Brieff in10.in den Händen / daß euch der Tod nicht darff antasten? Ja wol nicht: herzu; ihr gehört gleich andern in die Todten=Bruderschafft; Wer ist die jenige Tochter Jairi / welche der HErr JEsus wunderbarlich zum Leben erweckt? Es ist gewest ein junge Tochter / schön in Haaren / jung in Jahren; hypsch in Wangen / frisch im Prangen; weiß im Gesicht / reich im Gewicht; freundlich in Geberden / schön auff Erden / ist dannoch gestorben / dannoch. Wer ist der jenige Sohn gewest / der Wittib zu Naim / den Christus der HErr vom Tod erweckt? Er ist gewest ein Jüngling von achtzehen Jahren / frisch / freundlich / frölich / frey / frech / frolockend / freventlich / rc. Ein junger vnd gesunder Mensch / ist dannoch gestorben / dannoch: Müssen also auch zum öfftisten die Junge den Todten=Tantz mithüffen / ob sie schon das springen nicht wohl ankombt.

Moises hat das güldene Kalb der Abgötterischen Jsraeliter zu Aschen verbrennt; ist ja jm̅er schad / das Gold zu Aschen machen: was wolt aber diß seyn? Prinis war schön / Lais noch schnerschöner / Theodora gar zum schönsten: Lamia ist hüpsch geweßt / Flora noch hüpscher / Atlanta zum hüpschisten: Alexandra war stattlich / Alfridis noch stattlicher / Cleopatra zum allerstattlichsten: Helena ein Wunderwerck der Schönheit / Zenobia ein Kunststuck der Gestalt / rc. Hast11.Hast lauter güldene Menscher / güldene Damsen / güldenes Frauen=zimmer / ist aber dannoch allesalles zu Aschen worden / und nach einem so kurtz gewehrten Fasching / ein so langer Aschermittwoch. Alles schab ab im Grab.

Weil Adam der erste Vatter ein gantze Ursach gewest ist deß Todts / So fragst du nicht ohne erhebliche Ursach / warum er dann nicht auch der erst gewest / der den Tod verkost hat? warumb hat Abel der schöne / junge starcke / wackere / frische / junge Sohn zum allerersten müssen dem Todt unter die Sensen gerathen? darumb (merck es wohl / was der heilige Theodoretus antwortet) darumb / damit die junge vnd schöne Leuth sich nicht verlassen auff jhre junge Jahr / vnd gelbe Haar / vnd damit man sehe / daß keiner sicher seye vorm Tod / und dieser so wohl junge nimbt / als alte.

Alte Weiber / junge Madel / Bauren=Leuth / vnd gut von Adel / Käyser / König / vnd Welt=Regenten / Doctor / Schueler / vnd Studenten / Fürsten / Herrn / Potentaten / Münich / Bettler vnd Soldaten / Scepter / Cron / vnd Hawr=Hacken / Thut er als zusammen backen.

Alle Gesätz lassen sich übertretten / aber das Gesatz des Todts allein kan nicht umbgangen Bwerden:12.werden: dann diesen Weeg muß ein jeder gehen / dieses Bad muß ein jeder außtrincken / diesen Knopff muß ein jeder aufflösen / diesen Trunck muß ein jeder beschaidt thun / dieses Lied muß ein jeder singen / nach dieser Pfeiffen muß ein jeder tantzen / dieser Schuh thut ein jeden trucken / diesen Zoll muß ein jeder ablegen: sterben / sterben müssen alle / vnd ihr junge seyd auch nicht befreyt. Der Menschliche Leib ist ein Herberg / die Seel ist ein Jnnwohner / GOtt kan ihm die Herberg auffsagen / vnd den Strosack vor die Thür werffen / wann er will / vnd wo er will; Das Menschliche Leben ist ein Liecht / GOtt kann es außleschen / wann er will / vnd wo er will; Das Menschliche Leben hangt an einem Faden / diesen kan GOTT abschneyden / wann er will / vnd wo er will; Ja es ist nichts Neues / daß eine Blühe vom Baum reifft / vnd die arme tröpffin nicht zur Frucht gelanget; es geschicht gar offt / vnd aber offt / daß die blühende Jugend von dem rassenden Tod hingezuckt wird.

Ladislaus König in Böhmen vnd Ungarn / ein Printz mit neunzehen Jahren ware versprochen mit Margaritha Caroli deß siebenden nigs in Franckreich Tochter; umb welche er dann eine würckliche Gesandschafft abgehen lassen / vnd seynd ohne das Frawenzimmer sieben hundert vornehme Cavalier mit unerhörten Pomp13.Pomp vnd Pracht nacher Pariß gereist: Sie führten mit heuffigen Gold überzogene Carotzen vnd Wagen mit sich / daß es scheinte / als haben alle Bergwerck hierzu contribuiren müssen; Siehe aber / wie alles auff Steltzen gehet: als diese hohe Gesandtschafft würcklich die Stadt Pariß erreicht / vnd ehe sie nach Hoff mit gewöhnlichen Pomp eingeholt worden / kombt an ein schneller Curier mit diser bestürtzten Zeitung / Ladislaus der Königliche Bräutigam seye todt: todt? ja todt: ein Herr von 19. Jahren; dannoch todt: allzeit in gewünschter Gesundheit; dannoch todt: man hat alle erdenckliche Mittel angewendt; dannoch todt; Ey du Menschliches Leben / du bist ja nichts / als lari / fari / vnd kan schier noch mit dir trutzen der Mertzen=Schnee wegen der Beständigkeit; Da sehet ihr junge Blumen / die Schwachheit ewers Lebens! so stellt dann euch jederzeit den Todt vor Augen / deme ihr schon in Mutter=Leib die Botmässigkeit zugesagt. Verlast euch nicht zu viel auff ewre rothe Wangen; Die rothe Farb schiest bald geschwinder ab / als sonst ein andere / verlast euch nicht zu viel auf ewren frischen Leib / der Tod brocket bald ehender ab einen frischen Apffel / als einen Wurmstichigen: stellet demnach ewren Lebens=Wandel also an / damit ihr also lebet / daß ihr euch allzeit getraut zu sterben: gedencket / B 2daß14.daß viel tausend in der Höllischen Gluth sitzen vnnd schwitzen / die ihre Jugend Zaumloß in alle Welt weit lauffen lassen / in der Hoffnung / als wolten sie das Alter der Buß widmen; diese aber haben die weisse Haar nicht erreicht / sondern mitten in der Jugend von einem unversehenen Todts=Sturm übereylt worden. O wehe / vnd ewig wehe! spieglet euch ein wenig an dieser Grabschrifft.

Hui / vnd Pfui. Allo! stehe still / frag was ligt hier? Und was thut also müffen? Du glaubst deß Schinders sein Revier / Wo sie die Hund auspüffen. Hui . Hui / gewest seyn wir / frisch frölichs Blut / Wie Blumen vnd wie Rosen / Hui / für vns ruckte ein jeder den Hut Dadurch vns zu liebkosen. Hui / vnsere Augen wie Cristall / Haben manchs Hertz verwundt Hui / Lefftzen trutz auch den Corall / Wie Silber Zähn im Mund. Hui / auff der Stern das Helffenbein / Gantz Kreidenweiß gewaschen / Hui / Wangen hipsch wie Sonnenschein / Der Lieb wohl rechte maschen / Hui / gantz / der Leib wie Bisem=Katz / Auffs lieblichst thätte riechen / Hui / alles vmb ein Musterplatz / Der Helenä aus Griechen. Pfui. 15. Pfui . Pfui / du kurtzes Lebens=Ziehl / O Lebens eytler Schein; Pfui / du bist nur ein Gauckel Spiel Mentiris auff Latein. Pfui / garstig vnd im volln Gestanck / Thut vnser Fleisch jetzt stecken / Pfui / Würm wie habt ihr drumb ein Zanck / Thut auch die Kost so schmecken. Pfui / haltet doch die Nasen zu / Merckt ja wie sehrsehr wir stincken / Pfui / im Koth vnd Wust ist vnser Ruh / Wir seynd ja all Mistfincken. Pfui / vnser Leib ist recht ein Aaß Voll Grausen vnd voll Eiter. Pfui / steckt nichts drinn / als rc. wist schon was / O garstiger Bernheuter! Fragst noch einmahl wer dann hier sey / An diesem Ort begraben? Sieh grünes Graß wird auch zu Heu / Ein End auch junge haben.
Si annis multis vixerit homo, & in his omnibus lætatus fuerit, meminisse debet tenebrosi temporis mertismortis, Eccles. 11. Alle müssen in die Todten=Bruderschafft; alle / forderist die Alte vnd Betagte bey Zeiten.

HErbey ihr Alte / ihr seyd die allererste in der Todten=Bruderschafft: der Todt B 3führt16.führt euch schon an der Hand / vnd dannoch ihr sambt den Brillen auff der Nasen sehet nicht wie nahe euch der Todt ist; Man soll den alten vnd betagten Leuthen lieber mit Kleidern behülfflich seyn; aus Ursachen / weil dero kalte Natur stets von dem Husch geplagt wird / ich aber wolt euch so gern auch das Hembd abziehen: versteht mich aber recht; das allgemeine Sprichwort sagt: Die Gewohnheit sey ein eisene Pfaidt; diese wolt ich euch gern außziehen / durch die Betrachtung deß Todts; Jene boßhaffte und richtige RichterRichter wollten der keuschen Susannä das beste Kleinod entfrembden / vnd seynd sie nicht anderst angefallen / als wie die Raub=Vögel ein einsame Tauben; was aber dißfalls höchst in Wunderung zu ziehen / ist dieses: daß sie zwey: daß sie zwey alte Lümmel vnd Schimel waren / vnd dannoch diese zahnluckte Bösewichter das verbottene Venus Confect wolten naschen; Wer hätt ihme doch eingebildt / daß vnter dem Schnee solten glüende Kohlen verhüllt seyn? Wer hätt ihme einen Argwohn geschöpfft / daß / wann einer den Winter schon auf den Kopff hat / noch solle die Sommer=Hitz im Hertzen verbergen? hätt ich doch vermeint / daß alle üppige Sinnlichkeiten vnd schnöde Schleckerey solte von den alten Gecken so fern seyn / wie Schaffhausen von Kitzpichel. Auf solche Weis seynd dergleichen alte Böck17.Böck nichts anders / als der Berg Vesuvius / welcher über sich mit Schnee bedeckt / inwendig aber mit Feuerfuncken gefüttert; Es ist aber dessen so groß Wunder nicht; diese zwey alten Kautzen seynd in der Jugend nichts nutz gewesen / dahero was jung gethon / ist alt gewohn: die böse Gewohnheit hats also verstrickt / daß sie sich auch im Alter nicht konten außwicklen. Jhr alte Tätl vnd eißgraue Männer / ihre betagte Mütterle / ist es Sach / daß ihr euer Jugend der schlüpfferigen Welt Geschenckt / ewre junge vnd gesunde Jahr im schnöden Lust verschwendt / vnd endlich durch den Zwang der langwierigen Gewohnheit das Feuer noch nicht gar in euren Oefen erloschen / sonder noch vnter eurer alten baufälligen Hütten sich zu weilen die Venus noch reuspelt; Jst es Sach daß ihr durch euren fast gantzen Lebens Wandel nur nach Gewinn vnd Interesse gebuhlt / vnd die guldene Zeit dem unruhigen Mammon vergunt / daß euch bereits noch Müntz Klang in den Ohren erschallt / vnd nach dem Geldsack lieber als den Opfferstock sehet / so ist es ein Zeichen / daß euch die übele Gewohnheit allzustarck hab eingezäunt / vnd über diesen Zaun alters halber kümmerlich könt springen; Sehet aber ein Mittel / wordurch euch über die lang genaschte Welt=büssen der Magen ein Eckel vnd Grausen fast: dieses Mittel ist die B 4Tod=18.Todten=Bruderschafft / in die ihr ohnfehlbar zu kommen fest gedencken werdet; Den Jungen ist der Tod auff den Rucken / den Alten aber vor den Augen / vnd neigt euch dessenthalben die Natur indemin dem Alter den Kopff / damit er soll die Erd anschauen vnd erwegen / daß jhr bald werdet zu Erden werden.

Anno 1225. Conradus ein Gottseeliger Cardinal aus dem Orden des H. Bernardi / ware von Honorio dem dritten / als ein Päbstlicher Gesandter geschickt worden nacher Mayntz wegen erheblichen Kirchen Geschäfften. Dieser Cardinal ware eines so heiligen Lebens / daß seine Finger / mit denen er gewöhnlich die Heilige Hostia in dem Meß=Opffer berührte / nächtlicher Weil glantzten / wie die brennende Liechter. Dieser so gerechte Mann / schreibt Spondanus / wie er in das Sterbstündlein kommen / hatte inniglich geseufftzet / O utinam! O utinam! O wolte GOtt! wolte GOtt / ich re in meinem Closter geblieben / vnd vnterdessen mit andern die Schüssel in der Kuchel abgewaschen / vnd mich in Clösterlicher Observanz geübt / als daß ich jetzt als ein Cardinal stirb. Tausendterley gute Wünsch erheben sich bey den SterbendenSterbenden; vnd bilde mir ohngezweifflet ein / du alter Tadel werdest nicht weniger in deinem Todt bett mit Claffterlangen Wüntschen umbgehen /19.gehen / wann du wie Wind so geschwind wirst sehen die verloffne Zeit / wann dir schon allbereits werden die Ohren klingen / als citire man dich zum Gericht / von so viel Million tausend Augenblick Rechenschafft zu geben; wann du wirst sehen / daß all deine der Welt angewendte Arbeit fruchtloß ablauffe / vnd man dir bald nichts anders werde mitlassen / als etlich Ellen halb vermoderte Leinwath / vnd einen schlechten höltzernen Schlaffpeltz / verstehe eine sechs Schuh lange Todtentruhen: da / da / wird dich das Hertz ängstigen / da wirst du lauter Vocativos aus dem Mund schnauffen / O / O / O / hätte ich nur den halben Theil meines Lebens GOtt geschenckt / so würde ich anjetzo ein Belohnung zu gewarten haben! O hätt ich die Mutter GOttes / vnd alle Heilige besser verehrt / so würden sie mir anjetzo bey dieser bedrangten Zeit beystehen! jetzt verläst mich die Welt / keinen Schatz hab ich mir im Himmel gesamblet / vnd die Welt bezahlt mich auch mit dem Nichts / O GOtt! O hätt ich! Dergleiche Wünsch werden in der Menge aus deinem Herzen steigen: siehe aber mein Alter / laß dirs gesagt seyn / was du allda dir wüntschen wirst / daß du gethan hättest / das thue anjetzo / weil dir GOTT noch ein kleine Zeit vergönnt; diese übrige Täg wende also an / daß du wieder in etwas ersetzest / was du so viel B 5Jahr20.Jahr hero vernachlässiget; Alter bilde dirs nichts anders ein / als der Tod stehe / sitze / lige / gehe mit dir / vnd bey dir / vnd greiffe mit deinen zitterenden Händen in die Schüssel / dann es muß Gestorben seyn hülfft nichts darfürdarfür. Für die Schwindsucht wächst ein KräulKräutl / für die Dürrsucht wächst ein Kräutl / für die Lungel=Sucht wächst ein Kräutl / für die Wassersucht wächst ein KräulKräutl / für die Gelbsucht wächst ein Kräutl / aber für die Sterbsucht nicht / nicht / nicht nicht. Bereittet euch demnach ihr Alte gar bald / ja jetzt gleich / vnd augenblicklich; man leut euch schon in die Todten=Bruderschafft. Kheuts euch fort / fein geschwind ihr alte Gecken; thut euch nicht viel unnöthig umbschauen / den Stab in die Hand: à Dio. Fort; setzt noch einmahl die Brilln auff / vnd läst mir zu guter Letzt nachfolgende Grabschrifft zu einer Gnad.

Grabschrifft der Alten. Krampel / Kruppel / Krimpel=Wahr / Liegt allerley hierunter / Steltzen=Krücken paar vnd paar / Du glaubst nicht was für Plunder. Wir haben lange Jahr erreicht / Von SchimelpelweißSchimpelweiß Parocken / Das G’sicht war gantz vnd gar erbleicht / Die Wangen gleich den Secken. Der matte Leib das Trampel Thier / Thätt 21. Thätt nichts als Husten / PfpausenPfnausen / Die Nasen gleich dem Schleiffer G’schier / Pfui deixl / es macht ein Grausen. Das Helffenbein nicht mehr im Mund / Das Maul ein leere taschen / Wir brauchten offt drey gantzer Stund Ein Bröckel Brodt zu naschen. Das matte Haupt / der Zitter=Kopff Thät immer den Tact geben. Es zeigte gnug der klobne Topff / Zum la / mi / fa / gehts Leben. Und dannoch wie der bissig Todt / Nach vns offt thätte schnappen. Da wolten wir bald hi / bald hoth / Er soll vns nicht ertappen. Nit geren / nit gern / nit geren dann Liessen wir vnser Leben / Es war nicht umb den Todt zu thun / Sondern Reche’nschafft zu geben.
O Mors! quàm amara est memoria tua, homini pacem habenti in substantiis suis. Eccles. 41. Alle / alle müssen in die Todten=Bruderschafft / auch die Vornehmen vnd Reichen.

ES ist ein Stadt in Jtalien / in welcher alle Früchten müssen die Mauth abstatten / ausgenommen die Granat=Aepffel; diese seynd gäntzlich Mauthfrey / aus Ursachen / weil sie22.sie über sich ein Cron tragen / die ihnen die günstige Natur selbsten auffgesetzt. Aber bey dem unersättlichen TodtTodt ist nichts frey / auch nicht die gecrönte Häupter: vnd schafft er diese so wohl in die Todten=Bruderschafft als gemeine Baurnburst vnnd Bettler Gesindt: alle müssen die Mauth ablegen; Es ist zur Zeit des Fünfften Römischen Käysers und teutschen Hannibal ein Buch im Truck verfertiget worden / worinnen gewisse Schatzungen begriffen / die so lang und viel Valor hatten / biß das heilige Concilium zu Trident anderst schliesset. Diß Buch sambt den Jnnhalt hatte den Namen Interim, Unterdessen. Jhr grosse Herrn / mächtige Herrn / reiche Herrn / tragt in aller Warheit den Titul Interim auff dem Rucken. Unterdessen bieget euch männiglich die Knie. Unterdessen bettet man fast ewr Glück an; aber all ewr Standt halt kein Bestand / und wehret alles nur unterdessen / dann der Todt als ein unpartheyischer Holtzhacker / wirfft so bald um einen hohen Cederbaum / als einen gemeinen Holtz=Apffel=Baum; der Todt als ein verschmitzter Spieler stillt so bald den König als das Untermantel; der Todt hat aus unartiger Grobheit keinen Unterschied / vnd gielt ihm gleich / arm und reich; Wann die müssige Leuth die kostbahre Zeit offt wohlffeyl versilbern / pflegen sie mehrmalen sich mit dem Kögelspiel23.spil erlustigen / wann sie dann würcklich im Spiel begriffen / so stehet jederzeit der König in der Mitten / mit großer jedoch höltzener Repudation: wann aber das Spiel sich gäntzlich geendet hat / alsdann nimbt der Auffsetzer die Kögel / wirfft sie in einen finstern abgelegenen Winckel / auch den König ohne Discretion / er lige unten oder oben; Jn diesem Welt=Spiel / habt ihr König und grosse Herrn absonderliche Ehr und Respect / und scheinet / als seyet ihr dem Glück über den Sack kommen / und euch nach Wohlgefallen versehen; es ist aber euer vermaschkertes Leben ein blosses Spiel / so dem der Todt ein End macht / wirfft man euch sambt andern unter die Erd / und macht man keinem nichts besonders / auch den Römische̅ Statthalteren Christi. Das hab ich in dem Januario erfahren / sagt Pabst Marcellus. DaßDas hab ich in dem Februario erfahren / sagt Pabst Felix der dritte. Das hab ich in dem Martio erfahren / sagt Pabst Eugenius. Das hab ich in dem April erfahren / sagt Pabst Alexander der Sechste. Das hab ich in dem May erfahren / sagt Pabst Gregorius verder Vierdte: Das hab ich in dem Junio erfahren / sagt Pabst Victor der Dritte: Das hab ich in dem Julio erfahren / sagt Pabst Adrianus der Anderte: Das hab ich in dem Augusto erfahren / sagt Pabst Nicolaus der Dritte: Das hab ich in dem September erfahren / sagt Pabst24.Pabst Benedictus der Vierzehende: Das hab ich in dem October erfahren / sagt Lucius der Dritte: Das hab ich in dem November erfahren / sagt Pabst Paulus der Dritte: Das hab ich im December erfahren / sagt Pabst Pius der Vierdte: und man einem wie allen andern kein besonders gemacht. Der heilige Petrus Damianus schriebe einsmals zu dem R. Pabst Alexandrum diese Wort: Du hast einest eine Frag an mich gelangen lassen: was mich beduncke die Ursach zu seyn / daß der Römische Pabst niemal lang lebe / sonder innerhalb kurtzer Frist dahin gehe und sterbe / also das nach dem heiligen Apostel Petro (der bey fünff und zwantzig Jahr auf diesem Stul gesessen) keiner mehr aus allen Römischen Päbsten regieret habe? ja zu diesen jetzigen Zeiten / wird kaum einer auf diesen Thron erhebt / der das Ziel von vier oder fünff Jahren überschreitet: Welches / da wirs zu Gemüth führen / ein recht wunderliches Ding ist. Aber wisse dessen alles die rechte Ursach: darumb hat solches die Ordnung deß Göttlichen Gerichts gewölt / und angeordnet / dem Menschlichen Geschlecht eine Forcht einzujagen deß Todts / und zu erweisen / wie alle Glory und Herrligkeit dieses zeitlichen Lebens (so gar nichts) billich zu verachten / und mit Füssen zu tretten seye; Dann auch / damit jeder / wann er siehet oder höret / daß der Vornemste aus den Men=25.Menschen so bald und behend dahin gehet / und stirbt / darob ertatterte und auffgemundert werde / sich in Obacht zu nehmen / und zu warten auff sein letztes Stündlein; und also der Baum deß Menschlichen Geschlechts / in Ansehung daß sein Gipffel so leichtlich über den Hauffen gefallen / und da liege / durch den Wind der Forcht erschüttelt / an allen seinen Aesten und Zweigen anheheanhebe zu zittern und fippern.

Die Bawleuth nennen den obern Theil deß Tachs den Fürsten. Nun wird man wohl beobachten / daß der Sturmwind so wohl dem Fürsten versetzt / als den untern Theil deß Tachs; Fast gleich Sitten hat der freventliche Todt an sich; er tast nicht allein an krumpe Bettler / und schmierbiges Leyer=Gesindel / sondern auch hohe Fürsten und Herren: alle / alle müssen in die Bruderschafft: alle / alle müssen bey ihm durch die Klingen springen: alle / alle. Attila mit etlich viertzig König in Ungarn / Caracus mit fünff und zwantzig König in Pohlen / UratislausVratislaus mit drey und dreyssig König in Böhmen / Brito mit etlich fünfftzig König in Britannien / Pharamundus mit etlich 60. König in Franckreich / Carolus Magnus mit neun und fünfftig Käyser in Occident / haben sich alle müssen schmücken / und gehen über diese Brücken / und den Todt tragen auf dem Rucken / und sich dessen Gewalt nicht können entzucken.

Ohne 26. Ohne Unterschied / ohne Erbarmen Begegnet es Reichen und Armen / Das Leben fließt ohneohne Bestand / Gleich wie in der Reiß=Uhr der Sand.

Viel grosse Hannsen haben bey sich selbst gewaltige Calender gemacht / viel vorgenommen und geschlossen / haben offt den andern Tag nicht erlebt / sondern seynd blötzlich hingeraufft worden / wie arme Spätzel von dem Sperber / wie die Lämbel von dem Wolff wie die Reysende von den Mördern; Also daß sie nicht reden / noch einiges Testament aufrichten / nicht ein einiges Wort lallen können: wie dann viel gegen Abend frisch und gesund zu Ruhe sich begeben / den Morgen nicht erreichet; andere zum Tisch gesessen / niemer aufgestanden; andere da sie Hochzeit gehalten / seynd in ihrer Hochzeitlichen Schlaff=Kammer gähling hingerissen worden / also daß ihnen die Kleyder / so sie für den Hochzeitlichen Ehrentag machen lassen / für ihr Leichbegängnuß dienen müssen. Allen ist der Todt gewiß / den mehristen kombt er unverhofft.

Welcher dann euch hohe Häupter / und reiche Leuthe glückseelig achtet / der muß nicht wissen / daß all euer Würde Reichthum auf Sand gebauet / ihr aber alle dem Schatten an der Wand befreundt: und kan ein schönes Glas nicht so bald in Scherben gehen / wie euer starcker Leib. Ungereim=27.gereimte Tumshirn seynd jene Philisteer gewest / welche dem Dagon / nachdem er schon zu Boden gefallen / Händ und Füß zertrimmert / gleich wol noch verehrt und angebetet. Aber nicht weniger Thorheit zeigen alle die jenige / so noch etwas halten auf das menschliche Leben / nach dem sie doch durch tausenderley ErfasrnußErfahrnuß wissen / wie wurmstichig / Baufällig / Krafftloß / unbeständig und flüchtig dasselbige seye.

Weiß hat es angestellt der Weltkündige Käyser Carolus der Fünffte / deme schier die gantze Welt sich zu untergeben nicht weigerte / und sein Glory und höchster Namen / auch den gantzen Erdboden durch wandert / gleichwol erinnerte er sich einer Menschheit / in dem er etlich Jahr vor seinen Todt allzeit eine Todten=Truhen mit sich führte / ob dero öfftern Anblick er das Sterben betracht / und derentwegen sein Leben also angestellt / daß er zu sterben sich nicht gescheuet. So seys dann ihr reiche und hochmögende Menschen / wann ihr schon phantasirt / als habe GOtt zu eur Leibern einen besondern Laim genommen / so müst ihr bekennen / daß auch derselbe nicht beständig / und müst ihr eben die Straß / so allen gemein / nemblich STERBEN / sterben: und werd ihr nichts mit euch tragen als das Gute / so ihr gethan / un̅ das Böse so ihr gewürckt. Schaut ein wenig wie folgende Grabschrifft lautet.

C Grab 28. Grabschrifft der Reichen. DEr Todt macht nit ein Unterschied / Jhm ist Veit wie der Veitl / Jch armer Gsel / muß meine Stell / Verlassen sambt dem Beutel. Nichts halff mein Nam / nichts hoher Stamb Und Adeliche Wappen. Starck / Jung und Reich / nimbt er zugleich / Den Doctor mit dem Lappen. Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach / Wann Reich zugleich / Muß sterben / Und verderben. Hab erst mein Nest / erbaut so vest / Thät kaum darinn erwarmen / Da klopfft gleich an der dürre Mann / Und macht ein grossen Larmen. Jch klag / ich schreye / was dann das seye / Soll sich doch höfflich zeigen / Da wird er toll der grobe Knoll Und zeigte mir die Feigen. Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach / Wann Reich zugleich Muß sterben / Und verderben. O Todt noch wart / ich stirb gar hart / Und laß mich noch passiren / Nimb hin das Geld / wanns dir gefällt / Will ich doch gern spendiren; Nimb den Gschmuck / sambt dem Goldstuck / Eröffne alle Küsten / Kombts umb und umb / key mich nichts drumb / Thue 29. Thue mir nurs Leben fristen. Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach / Wann Reich zugleich Muß sich entfärben / Und sterben. Was für ein Zahl / ligt im Spittal / Der Gschwer vpllvoll und der Presten / Seynd schwach und matt / der Schmertzen satt / Der Todt thut sie nur trösten. So geh dann hin / such dort dein Gewinn / Sie warten mit Verlangen / Jch leb noch gut / laß mir mein Muth / Du wirst mich noch wol fangen. Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach / Wann Reich zugleich / Muß wie der Scherben / Verderben . Nichts hilfft Schmiral / noch Capital / Noch mit Gold g’füllte Rantzen. Du must nur fort / mit einem Wort / Fein hübsch den Kerauß tantzen. Ach! Hauß und Platz / sambt allem Schatz / Muß ich anjetz verlassen. Die Gruben hier / ist mein Quartier / Jhr spihlt / und ich muß passen. Ach / ach / ach / ach / ein bittere Sach / Wann reich zugleich / Nichts kan erwerben / Sonder sterben.
C 2 Quis 30.
Quis est homo, qui vivet, & non videbit mortem? Psal. 88. Alle / alle müssen in die Todten=Bruderschafft / auch die grosse Doctores und berühmte Künstler.

SJehestSIehest du / disen Todten=Kopff? deme die Parochen sambt der Haut abgezogen ist / und nunmehr nichts / als ein kaler Schedel / in welchem an statt der Augen / zwey tieffe Gruben / wie zwey ausgeholte Nußschalen; an statt deß Munds / ein schändliches Günmaul / in dem etlich geschelte Zähn / wie die halbgefaulte Pallisaten / bey einem eingefallenen Stadt=Thor; an statt der Ohren / zwey offne Rützen / wo die übergeblibene Hirn=Grüllen ein= und ausmarschiren: Wessen glaubst du seye dieser Kopff geweßt? Er ist geweßt das jenige Haubt Salomonis / wo alle Weisheit der Welt logirte; Salomon ist er geweßt: jetzt ist aus einem Salomon ein Kalerman / und fast gar nichts. Auch diser hat müssen in die Todten=Bruderschafft / und hat ihn hiervon all sein Weißheit nicht retten können. Aristoteles hat 400. Bücher zusammen geschribrngeschriben. Theophrastes hat 300. Bücher zusammen getragen. Appollo=31.pollodorus hat 500. Bücher mit eigner Hand zusammen gefaßt. Chrysippus Solensis. 700. Aristarchus Alexandrinus 2000. M=Varro über 5000. Didomus Alexand. 3500. Und dannoch alle diese samt ihrer Wissenschafft haben müssen / müssen / ja müssen unter die Erden; O eytle Wissenschafft! Vil aus euch vergafften sich an dem Himmels=Lauff / zehlen alle Tritt der Sonnen / mercken / daß ob schon dieselbe ein so grossen Leib hat / und 166. mahl grösser als der Erdboden / dannoch so schnell lauffe / daß sie alle Stund zehenmal hundert tausend / hundert und fünffzig tausend teutsche Meil postiret; Es re euch aber heylsamer / an der Sonnen euch zu spieglen / daß gleich wie dieselbe untergehet / und wieder auff / also werdet ihr einmal (wißt nicht wann) durch den zeitlichen Todt vntergehen vnter die Erden / vnd erst am Jüngsten Tag wieder auffgehen.

O auffblasne Wissenschafft! viel aus euch matten ihr Hirn ab / in Nachforschung aller Eygenschafften der Kräuter; wie dienlich dieselbige seyn / die Presten von dem Menschlichen Leib abzuwenden. Jhr kriecht gar mit euren Gedancken vnter die Erd / vnd grabet hervor alle Wurtzen vnd Metallien / zwingt dieselbe zu Pulver vnd Wasser; O! wie rathsamer wäre es / wann ihr zu weilen euere Gedancken vnter die Erd wurC 3det32.det senden / in Erwegung daß selbige einmahl (wißt nicht ob heut oder morgen) ein Ort wird seynseyn zur Faulung ewres kripplischen Leibs? Die Seele aber wo? wie?

O muthwillige Wissenschafft! es treibt euch der Fürwitz so weit / daß ihr gar nachsucht / wo der Himmel die Schneeflocken ausstäubt? wo die Winde ihr Tafelstuben haben? Auch sucht ihr gar die Schmitten / wo die zornige Wolcken ihre Donner=Keyl schmieden; Es wäre aber euch weit ersprießlicher / wan̅ ihr euch vor Augen stellte das trübe Angesicht deß Göttlichen Richters / den Donner=Keyl seines erschrecklichen Urtheils / welches er über euch wird fällen / bald / vielleicht noch in einer halben viertel Stund? Gedenckt nur ihr hochweise Män̅er / daß alle weltliche Wissenschafft ein schwacher Erden=Dunst sey / so zwar sich in etwas empor schwinget / aber bald wider den Ruckweg / in die Erden nimbt; Ewer gröste vnd beste Weißheit ist / wissen / daß ihr nichts wisset; und wissen / daß der Todt gewiß / und nicht wissen / wann? Nicht weniger ihr grosse Künstler / befleißt euch Tag vnd Nacht / wie ihr möget ewren Namen verewigen / vnd allen Nachkömblingen einen Trutz bieten; Müßt wissen / daß euch auch deß Todts seine wohlgeschliffene Sensen nicht verschonet: Mutianus, Albanus, Monteluous, Garbus, Baroccus, Donatellus, Vasol-33.Vasoldus, Zambellus, Zuccarus, Mochus, Berninus, Michaël Angelus, &c. Lauter weltberühmte Künstler / Mahler / vnd Bildhawer / haben in der Statt Rom solche Wunderstück verfertiget / daß sie der Natur fast ein Eintrag gethan / vnd dero Pembsel schier die Ewigkeit verdienet; Aber / O lari / fari! wo seynd alle diese anderst / als vnter der Erden? ihre kunstreiche Händ seynd außgedorte Knoppern / so schwach / daß auch das geringste Würml sie übermächtigen thut; euere aber der Ewigkeit gewidmete Kunststück werden am Jüngsten Tag euch der Thorheit überweisen / wann sie vom verzehrenden Feuer werden in Aschen gelegt werden; Jene Künstler / so die Bildnus deß Herculis in dem Römischen Capitolio / die Bildnus der Cleopatræ in dem Vaticanischen Palast / die Bildnus der erdichten Floræ in dem Farnessischen Palast / die Bildnus der Griechischen Venus / deß geflügleten Mercurii / deß grossen Constantini zu Rom / fast wunderthätig verfertiget / wünschen jetzt vnter der Erd / sie hätten an statt derselben die Bildnus deß Todts in ihren Hertzen besser vorgestellt / sich zu demselben gewissenhaffter beraith / und fein weißlich erweget / daß alles zergänglich; zergänglich das Leben / vnd mit demselben alles: allein beständig die Ewigkeit. O Ewigkeit! Es hat der Allmächtige GOtt den C 4Enoch34.Enoch in das irdische Paradeyß überlogirt / damit er vor dem Jüngsten Tag wiederumb soll kommen / vnd die verdambte Lehr deß Antichristi vernichtigen / sein Mitprediger soll seyn Elias. Aber O gütigster Gott! wann doch dein Göttlicher Will also weißlich beschlossen / daß diese zwey nicht sollen sterben vor der Ankunfft deß Antichrist / warumb hast du sie unterdessen nicht der Welt gelassen? sie hätten ja mit ihren evfferigen Predigen den grösten Nutzen geschafft? darumb: wann diese zwey noch solten auf dem Erdboden mit vnd neben vns seyn / so thäte mancher muthwilliger Mensch ihm thorrecht einbilden / können diese zwey so lang leben / warum ich auch nicht? der auch nicht? jener auch nicht? Hoffe demnach jeder ein langes Leben; Damit dann GOtt die Gedächtnuß deß Todts bey den Menschen liesse / hat er ihnen diese zwey aus den Augen geraumbt / zum Zeigen es soll ihme keiner lange Jahr freventlich einbilden.

Habt ihrs vernommen / ihr hochwitzige vnd Kunstreiche Leuth? lange Täg habt ihr euch nicht zu machen / vielleicht ist heut die Stund gesetzt / an dero ihr müsset vor GOttes Gericht; bildet euch nur vor / euer Leben seye eine Copey von dem Sodomitischen Apffel; dann vieler Scribenten Außsag ist / als stincke es noch in der gantzen Gegend der Stadt Sodoma vnd Gomorra35.morra von der Feuersbrunst; auch wachsen auff den heutigen Tag alldort Aepffel / welche außwendig das beste Ansehen haben / innwendig aber seynd sie mit lauter Staub vnd Aschen angefühlt: Also scheint ewer Leben äusserlich / als noch frisch vnd frölich / wann ihr aber nach der rechten Spuhr gehet / so werdet ihr antreffen die Fußpfaden der Eitelkeit / vnd bald abnehmen / daß Staub vnd Aschen darunter verhüllt / vnd ewer ALLES bald in das NJCHTSNICHTS verwandlet werde. Aman hat ihm nichts wenigers eingebildt / daß er so bald solt sterben; Absolon hat ihm gar nicht traumen lassen / daß er solt so bald sterben; die Kinder deß Jobs haben ihnen nicht eingebildt / daß sie so bald vnd elend solten sterben / Heli hat ihm nicht eingebildt / daß er solte so bald sterben / vnd auff solche Weiß: die schöne Jezabell / hat gar nicht daran gedencket / daß sie solt so ohnverhofft sterben. Der Tod ist also gewiß / und ungewiß: Gewiß / daß er kommen wird / ungewiß / wann er kommen wird. Euch Hochweise / Hoch= und Wohlgelehrte / Beste und Kunstreiche Herren / ist der Tod gewiß / wann aber? nicht gewiß: so erwartet ihn dann alle Stund vnd Augenblick / vielleicht jetzt / vielleicht jetzt / diß wird euch bringen die Gewißheit der Seeligkeit; Laßt euch nicht verdriessen zu lesen folgende Grabschrifft:

C 5 Dem 36. Dem Fleisch gemeß / ist dein Proceß / Mit Alten / Jung und zarten / All freye Künst / sonst hoch erwünscht / Kein anders End erwarten. Jst ihm ein Ding / hält alles ring / Gelehrt / und Jdiothen / Er tantzt und springt / zieht auf und zwingt / Muß alles nacher trotten / Köndt ihr durch Griff / List / Ränck und Schlüff / Ewer Leben länger fristen / Jhr die da Recht / und Unbild secht / Als Richter / ihr Juristen / Der appellirt / und judicirt / Seynd gleicher Aengsten beyde / Barmhertzigkeit / ein jeder schreyt / Eh streng das Urthl scheide. Auch ist vmbsonst / die Rechenkunst / Was wirst damit erlangen? Willst raithen was / so raithe das / Wie viel du Sünd begangen. Damit du dort / die Werck und Wort / Wohl mögest verantworten / Specificirs / und resumirs / Man kan auch rechnen dorten. Jhr Künstler werth / die Meer und Erd / Nach eurem Wohn ermesset / Ein Todten=Grab / euch messet ab / Nicht eurer selbst vergesset. Auch ihr nicht lang / scheucht Todts=Betrang / All Redner und Poeten / Fort ohn Respect / hat ihm Affect / Noch keiner vil erbetten. Die Mahler stoltz / Maur / Tuch und Holz / Bekleyden schier mit Leben / Was 37. Was wird gericht / nach Angesicht / Apollis Hand nachstreben? Laßt den Betrug / am Vogl=Flug / Euch gnug seyn jetzt / vnd weichet / Betriegt forthin / keins Menschen Sinn / Nur Todtenfarb anstreichet. Jhr die dem Lauff / wol mercket auf / Am Himmel hin und wieder / Laßt endlich seyn / den Sternen=Schein / Und sehet fur euch nider. Ein Grühlein tieff (ihr habt kein Brieff / Geschicht auch euch was allen) Habt vor euch ihr / so seht wol für / G’wiß werdet ihr drein fallen. Für dein Ruin / die Medicin / Sol man zwar wol erwöhlen / Doch ist der Brauch / und sterben auch All Meister und Gesellen. Es helff / gesetzt / wirst heut ergetzt / Starck wider / gleich eim Piffl / Must doch einmal / zur alten Zahl / Der Todt hat tausend Griffl / Sieh dich nur vmb / bald wird ein Trumb Unfehlbar an dich springen / Das Zeughauß voll / mit Rohr / Pistol / Schmidt alle Tag noch Klingen. Und ist kein Stärck; kein Macht / kein Werck So starck / der Todt ist stärcker: Auch wer entfliecht / der Gfahr / dem Liecht / Flieht in ein Todten=Kercker. Magnificenz, auch Excellenz, Und all dergleichen Tittl / Jhr 38 Jhr Herrlichkeit / noch ihr Weißheit Seynd für den Todt ein Mittl. Müßt alle dran / was lauffen kan / Nembt gschwind die Doctors=Kappen / Wanns gehn verdrüßt / daß ihr sonst müßt / So reit aufs Schusters Rappen. Und wißt ihr was? die Schuler=Straß Zu Wienn seynd ihr offt gangen / Vil disputirt / halb phantasirt / Das heißt Lateinisch prangen. Nunc præsto sum, silentium! Was wöllt ihr weiters haben? Zeig ohne Scheu / daß nicht weit seh Die Schuler=Straß vom Graben.
Beati Mortui, qui in Domino moriuntur. Apoc. 14. Alle / alle müssen in die Todten=Bruderschafft / auch die Geistliche vnd Gott geweyhte Personen.

JHr Heiligkeit / Jhr Eminenz / Jhr Bischöffliche Gnaden / Jhr Hochwürden / Jhr Ehrwürden / Herr Pfarrer / Herr Caplan / rc. Jhr werd ebenmässig citiret in die Todten=Bruderschafft / dißfahls vergißt der ohnglimpffliche Todt alle Reverenz / und gibt einen ohngeschliffenen Schnitter ab.

Da 39. Da kompt ein Schnitter der heißt der Todt: Hat Gwalt vom grossen GOTT / Jetzt wetzt er das Messer / Es geht schon vil besser: Bald wird er drein schneiden / Wir müssens nur leyden / Hüt dich schöns Blümelein.

Des Schnitters Art ist / alles mit der Sensen vmbzumähen / was in Wiesen vnd Feldern wachset; Es ist ein Kräutel und Blümel / dasselbig trifft man häuffig an in allen Gärten / auff allen Wiesen / absonderlich bei denen Zäun und Höcken: dieses wird sonst von Dioscoride genannt Sonchiles, von Apule Aspidejon; allerley dergleichen seltzame Namen hat es / forderst bey denen Teutschen; dieselbige heissens PfaffenbaltPfaffenblat / Münchkopf: Erstlich seynd dise Blümlein Dotterfarb / wie die schöne Sonn / so bald sie aber recht zeitigen / so werden haarichte und runde wollene Köpff darauß / die fliegen gleich ab / so sie von dem Wind bewegt werden / vnd alsdann sehens auß wie die Münchköpff / rc. Diese schneiden bey heisser Sommerzeit die Schnitter in der Menge ab: Eben deßgleichen thut der unpartheyische Todt / vnd verschont im geringsten auch nit deren Geistlichen / dieser sonst in viel Dingen privilegirten Blümlein.

DasDaß Oza nur die geweyhete Archen / aus guter Meynung angerührt / mußte er alsbald auff das40.das strengste gestrafft werden / da er doch dieselbe nur wolte halten / damit sie nicht fallet: vnd der Todt würfft so vil geweyhte Archen zu Boden / vnd gehet ihm alles hin? Was dann? Alles was das Leben empfindt / ist ihme schon zinßbar / und hat sich von diser allgemeinen Contribution kein Stand / auch der Geistliche / nicht schrauschraufen; müssen also alle sterben / und macht man keinem nichts besonders. Ein wunderbarer Grammaticus ist der Todt / den Nominativum vergonnt er Hohen= und Vornehmen Stands=Persohnen / den Genitivum laßt er den Eheleuten / den Dativum gibt er den freygebigen Herren und FranenFrauen / den Accusativum legt er auf die Schrane zu den Richtern / den Vocativum erlaubet er den Bettlern / den Ablativum aber behalt er vor sich / und bestehet sein völliges Ambt im Weckraumen: Er nimbt den Königreichen ihre König / er nimbt den Provinzien ihre Lands=Fürsten / er nimbt den Bistthumbern ihre Bischöffe / er nimbt den Clöstern ihre Geistliche / vnd ob schon alle Jungfrau Clöster allen Eintritt der Männer hoch verbiethen / so laßt doch dieser Rippen=Kramer seine Dücke nicht / sondern schleicht auch in solche privilegirte Clausuren.

Dannenhero ihr Geistliche / und GOTT geweyhte Geschöpff / macht euch alle Augenblick fer=41.fertig; der Vntergang ewers Lebens ist gewiß / wie er aber seyn wird / ist nicht bekannt. Der Todt verdienet dißfalls den Titul Allemodi, inmassen / er tausenderley Weis hat / dem armen Menschen das Leben zu zwacken. Aristobulus stirbt im Bad / das hat er nicht gemeint; Julianus stirbt im Läger / das hat er nicht gemeint; Carolus Magnus stirbt auff der Jagt / das hat er nicht gemeint; Julius Cæsar stirbt im Raht / das hat er nicht gemeint; Ericus stirbt durch die Händ seiner Mutter / das hat er nicht gemeint; Alborinus stirbt durch die Händ seines Weibs / das hat er nicht gemeint; Bajazethes stirbt durch die Hand seines Kinds / das hat er nicht gemeint; Mustapha stirbt durch die Hand seines Vatters / das hat er nit gemeint; Ephæstion Tarquinius stirbt an einer Fischgraten / das hat er nicht gemeint; Sophocles stirbt an einem Weinkörnle / das hat er nicht gemeint; Fabius Römischer Rahts=Herr stirbt an einem Härl / das hat er nicht gemeint: Vnd du / der du solches liesest / wirst vielleicht sterben / wo du nicht meinest; wirst sterben / wann du nicht meinst / dann der Tod alle Tag newe Fünd erdichtet / dem Menschen sein Leben zu stürmen / vnd richtet sich so gar nicht nach deiner Meinung; Auch ihr Geistliche nicht nach Ewer Meinung / vnd messet nur dißfalls euch nicht mehrer Freyheit zu / als andere.

Seyd 42.

Seyd demnach alle Augenblick in Sorgen / daß dieser Dieb einsteigen werde / und beraitet euch für das genawe Vrtheil GOttes.

Antonius Cirneus ein Capuciner aus Corsica eines wunderthätigen heiligen Lebens / er tragte stets an seinem Leib die härtiste Cilicia, er viel Jahr nichts / als dreymal in der Wochen Wasser vnd Brodt / vnd dieses in wenige Vntzen ausgetheilt; Er schlaffte bey der Nacht auf einem harten Bret nur drey Stund / die überige fünff Stund thät er sich aneinander gaißlen / vnd gabe ihm alle Nacht 6666. Streich / zu ehren aller Gaiselstreich / die der HErr JEsus an seinem gebenedeytisten Leib empfangen: Diesen wunderbarlichen Lebens=Wandel führte er über 35. Jahr: würckte mit dem heiligen Creutz=Zaichen viel Wunderwerck / rc. Wie dieser heilige vnd Gottselige Mann in das Todtbeth kommen / vnd mit vnbeschreiblichen Eyfer die heil. Sacramenten empfangen / fangt an er Händ vnd Füssen zu zittern; da er dessen Vrsach befragt wurde / gabe er diese entsetzliche Antwort: Non novus hic mihi timor est, DEI enim Judicia expavesco, &c. Euch sagt er / laßt nicht frembd vorkommen disen meinen Schrecken; ich bereite mich schon so viel Jahr zum Tod / hab mir allzeit geforchten / vnd förcht mir noch vor dem Göttlichen Richter; ist auch also in dieser heiligen Forcht ge=43.gestorben. Zach. Bover. in Anno 1540. Hat ihme dieser gottseelige Diener GOttes geforchten vor dem strengen Göttlichen Richter / in dem er sich doch Tag vnd Nacht darzu bereit hat / wie soll vns dann nicht ein Entsatzung anstossen wegen deß genauen Richters / die wir selten / oder gar nicht vns zu diesem Hintritt richten? O allerliebste Menschen / stellt euch den Todt vor Augen / vnd nach dem Tod das vnfehlbare Gericht.

Jhr forderst GOtt gewidmete Geistliche / vergeßt nicht / daß euch die Todten=Bruderschafft gewißlich erwarte / sterben ist euch gewiß: é veró? gewiß / gewiß; vnnd wird von euch der strenge GOTT grössere Rechenschafft fordern / als von andrrnandern / weil er euch das Beste / so er hat / anvertrauet. O wie recht sagt der Poet:

Cum fæx, cum fimus, cum res vilissima simus, Unde superbimus? nescimus, quando perimus.
Glimpfflicher Discurs der Geistlichen mit dem schnarchenden Todt. GEhören wir zum Todten=Hauß / Seynd wir dann nicht befreyt? Es scheint gar ein ungleicher Kauff / Mit Welt= vnd Geistlichkeit. D Todt. 44. Todt . Geschwind fort; mein Ort / ist ewer Pfort / Da müßt ihr all anlenden / Brevier alhier bringt kein Bleschier Das Gsatz laßt sich nicht wenden. Geistliche . Wir seynd so nützlich auff der Welt / Wie Hirten bey den Schaffen / Die Heerd wird gwiß seyn übel bestellt / So die Hirten werden schlaffen. Todt . Kein Zäher / kein Blär der Schaaf ich hör / Acht nicht den Nam ehrwürdig / Macht Platz / was schadts? gmein ist das Gsatz / Fort / seyt ihr noch nicht fertig. Geistliche . Ach nein / es gehöre gar vil darzu / Wann man wil seelig scheiden / Man braucht mehr als ein neus paar Schuh / GOtt hat ein gnaue Kreiden. Todt . Macht Lufft der Grufft / schlagt dreyn das pufft / Der Pater muß hinunter: Hinab ins Grab / seyn muß schabab / Laß dirs nicht seyn ein Wunder. Geist= 45. Geistliche . Es ist ein Mütterl von achtzig Jahr Das wolt ich noch gern trösten / Soll ich ehe fort / als sie / fürwar Das glangt vns nicht zum Besten. Todt . Mein Kind / fein gschwind / sey nicht so blind / Sey doch nicht so verdrossen: Sey still mit Will / gemein ist das Ziel / Weck mit alt Weiber Possen. Geistliche . Seynd noch so vil die meine Lehr Gern hörten in der Predig / Könnt ich noch manchen Sünder schwer / Von Lastern machen ledig. Todt . Acht nit dein Bitt / du ghörst in Schnitt / Was frag ich nach deim Plodern / Kein Trost mehr kost / beym Schlappermost / Jch thue dich herauß fodern. Geistliche . So seys / wanns anderst nicht kan seyn / Jch stirb nun mit Gedult / Stirb in den Händen JEsu mein / Den Todt hab ich verschuld. D 2 O Todt 46. O Todt so komm / findst nicht mehr Zwang / Findst mich nicht mehr so schwürig / Jch tracht dahin wo kein Abgang / Nach GOtt bin ich begierig. Jch denck ja freylich offt zu ruck / Betracht es immer baß / Daß wir hie gehn ein schmale Bruck / Ein unbekandte Straß. Vns allen / stehest bevor / Vnd gar ein schmale Brucken / Ein ieder tragt in dem Valor / Die Werck auff seinem Rucken. Gleich wol ich mich zum Todt bequem / Zu sterben hab kein Schewen / GOtt zahlt im obern Jerusalem. Mein Buß vnd all mein Reuen. Bin ich doch mir nichts böß bewußt / Kan mich auch nichts entsinnen. Wer also lebt / der stirbt mit Lust / Mit Freuden scheidt von hinnen.

Die Kinder Jsrael haben das wohlgeschmackte Manna oder Himmelbrodt gessen; der alte Jsaac hat an statt des Wildbräts ein Kitzel gessen; der Chan hat Linsen gessen / der Prophet Daniel hat aus den Händen deß Habacucs ein Koch gessen: Aber eigentlich ist ein Speiß / die wird allen vorgesetzet / vnd diese ist ein Muß: ein jeder Muß47.Muß sterben / ein jeder Muß in die TodtenBruderschafft / da hilfft kein reden vnd retten darfür. Dieses Gesatz wehret schon 3650. Jahr vor der Geburt Christi / nach der Geburt vnsers Heylands wehret es schon 1680. Jahr / vnd wird noch nicht aufhören / biß die Welt aufhöret; Nemord ist der erste König in der Babilonischen Monarchi gewesen / nunmehr ist von ihm vnd allen seinigen nichts als Staub vnd Aschen übrig; Darius ist der erste König in der Persischen Monarchi gewest / nun ist nichts mehr von ihm / vnd allen den seinigen übrig / als daß sie gewest seyn / vnd nicht mehr seyn: in der Griechischen Monarchi ist Alexander der Grosse der erste nig gewest / jetzt aber er / sambt allen den seinigen seynd verwelckt wie das Graß / vnd find man noch mit harter Müh etliche dürre Beiner von ihnen. Augustus / als der erste Käyser hat die Röm. Monarchi gehüt / welche annoch stehet / vnd durch jenes Thier mit zehen Hörner / so der Prophet Daniel gesehen / vorgebildet worden / so aber auch zu seiner Zeit die Hörner abstossen wird / vnd ein End nehmen: auch hat bereits der Allmächtige GOtt / der sich in dem Evangelio einem Bawrsmann vergleicht / die Sichel in den Händen / allem Ansehen nach / können so viel Jahr vnd Zeiten nicht mehr verstreichen / daß er nicht den allgemeinen Schnitt wird anfangen / vnd alle MenD 3schen48.schen ruffen in die Ewigkeit; etliche in die glückseelige / viel (O GOTT) in die unglückseelige!

Alle gegenwärtige vnterzeichnete seynd nun in der Ewigkeit / vnd weilen GOttes Vrtheil gar genaw vnd scharpff seyn / also frommer Christ vergiß ihrer nicht in deinem Gebet; sie reden dich also an:

Was du bist / wir eben auch waren / Was wir seynd / das wirst du erfahren / Das ist ein täglich und stündliche Sach / Komt bald ihr Brüder vnd Schwester hernach.
Ver=
Verzeichnus

Aller der jenigen Herren Brüdern / Frauen und Jungfrauen Schwestern welche auß der Hochlöblichen Todten=BruderderschafftTodten-Bruderschafft / bey denen Ehrwurdigen P. P. Augustinern Barfüssern alhier in Wienn vom Monat Nov. deß 1679. biß den letzten Octob. deß 1680. Jahrs / in GOTT seelig verschieden.

1 . Der Hochwürdigste Furst und Herr / Herr Wilderich / deß Heil. Röm. Reichs Fürst / vnd Bischoff zu Wienn / der Röm. Kays. Maj. würcklich geheimer Rath / Thum=Probst zu Speyer / der Ertz= vnd Hohen=Stifftern Mayntz / vnd Würtzburg / Capitularis, starb zu Wienn den 4. Septemb. 1680. Anno 1679. NOVEMBER. 2 . Der Kunstreiche Herr Michael Stadler / bey St. Stephan in der Thum=Kirchen / und PP. Augustinern Barfüssern geweßter Capell=Meister / den 1. Dito. 3 . Die Wohl=Edel Gestrenge Frau Maria Lucia Tittmanningerin / geborne von Mangen. 1.
D 4 4. Der 4 . Der Wohl=Edle Gestrenge vnd Hochgelehrte Herr / Christophorus Tittmanninger / J. U. D. den 1. 5 . Der Wohl=Edle Herr / Heinricus Schröffl / Kauffmann zu Wienn / den 2. 6 . Herr Petrus Praun / Kayserl. Hättschier / 2. 7 . Herr Bernhardus Schütz / Burg. Korbmacher / den 2. 8 . Frau Catharina Barbara Haarin / den 5. 9 . Die edle Frau Juliana Catharina Dellin / den 6. 10 . Frau Maria Elisabetha Zornin / geborne ringerin / den 7. 11 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. AugugustinusAugustinus à S. Monica Augustiner Barfüsser / den 9. 12 . Die Frau Barbara Königin / Burg. Schusterin / den 19. 13 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistl. P. Gregorius à S. Joanne Augustiner Barfüsser / den 21. 14 . Der Wohl=Edel Gestrenge Herr Magnus Schmutz / J. U. D. deß Kayserl. Stadt=Gerichts Beysitzer / vnd diser Hochlöblichen Bruderschafft Consultor. den 23. 15 . Der Wohl=Edl vnd Gestrenge Herr Johannes Wicht / deß Jnnern Stadt=Raths alhier / den 24. 16 16. Der Wohl=Edle Gestrenge Herr Johann Felix Sances / Jhro Röm. Kays. Hoff=Capellmeister / den 25. 17 . Der Wohl=Edel Gestrenge Herr Franciscus Karnneiger / Graff=Wirtenbergischer Regent / den 26.
18. Frau 18 . Frau Christina BaümgärtnerinBäumgärtnerin / Burg=Kauffmännin / DECEMBER. 19 . Frau Ottilia Lautnerin / den 1. Dito. 20 . Herr Godefridus Aloysius Hebauer / Kayserl. Musicus / den 14. 21 . Frau Susanna Lieberin / den 24. 22. Die Wohl=Edle Geborne Frau Susanna Sabina Häimin / von Heiling=Thal / geborne Lerbmannin / den 27. Anno 1680. JANUARIUS. 23 . Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Rosina Hollerin / den 15. 24 . Die Frau Barbara Sabina Schambergerin / den 28. FEBRUARIUS. 25 . Die Ehrwürdige in GOtt Geistliche Jungfrau Benedicta ab humilitate Christi, Chor=Schwester in der Königin Closter / den 12. 26 . Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Eleonora Grunbachin / den 18. 27 . Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Lucia Bucherin / Hoff=Meisterin bey St. Lorentz / den 19. 28 . Herr Jacob Stein=Kellner / Kays. Hoff=Kellner / den 28. MARTIUS. 29 . Frau Anna Catharina von Pfrnnden=SteinPfrunden=Stein / den 12. 30 . Frau Felicitas Veit=Hauserin / den 15.
31. Der 31 . Der Ehrwürdige in Gott Geistliche P. Josephus ab Annunciatione B. M. V. Augustiner Barfüsser / den 15. 32 . Herr Andreas Lofler / den 25. 33 . Frau Johanna Königin / den 30. APRILIS vnd MAJUS, vaciren. JUNIUS. 34 . Die Wohl=Edle Gebohrne Gestrenge Frau Anna Brigitta Müllerin / Hoff=Cammer=Führerin / der Löblichen Todten=Bruderschafft Gutthäterin / den 16. 35 . Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Johanna Bayr=Huberin von Hueb / geborne Kreßlin von Geraltenberg / den 16. 36 . Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr. Adamus à S. Cruce, Augustiner Barfüsser / 17. 37 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Wenceslaus à S. Augustino, Augustiner Barfüsser / den 19. JULIUS. 38 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Valentinus à S. Elisabetha, Augustiner Barfüsser / den 5. 39 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Clemens à S. Elzeario, Augustiner Barfüsser / den 7. 40 . Herr Thomas Capeller / den 8. 41 . Herr Johannes Heiser Kauffmann / den 11. 42 . Der Ehrwürdige in Gott Geistliche P. Ladislaus à S. Peregrina, Augustiner Barfüsser / Außgesetzter zu Prag / den 15.
43. Der 43 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Ægidius à S. Leopoldo, Augustiner Barfüsser / den 17. 44 . Der Wohl=Ehrwürdige in GOtt Geistliche Herr Jacobus Ferdinandus Schneeweiß / Canon. Regul. S. Augustini, zu Hertzogburg / und Vicarius zu Reidling / den 23. 45 . Der Wohl=Edle Hochgelehrte Herr Franciscus Dötz von Dötz=Kirchen / der heiligen Schrifft Doctor / und der KäyserlichinKäyserlichen Jägerey Capellan / den 25. 46 . Herr Willhelmus Ostermayr / Reichs=Concepist / den 25. 47 . Die Hoch= und Wohl=Gebohrne Freyle Susanna Felicitas Löblin / Freyin / den 27. AUGUSTUS. 48 . Der Wohl=Edel Gebohrne Herr Herr Ferdinandus Franciscus Landtsperg von Pinger=Hoff / der Röm. Käys. Mayst. Rath / und Regent der N. L. Regierung / den 15. 49 . Der Wohl=Edl Gestrenge Herr Josephus à Zwanger, Burger=Meister zu Passau / den 20. 50 . Die Wohl=Edl Gebohrne Frau Frau Helena Freyin von Schwartzen=Horn / geborne von Veldtegg / den 26. 51 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Augustinus à S. Nativitate B. M. Virg. Augustiner Barfüsser / den 26. SEPTEMBER. 52 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Rudolphus à S. Anna, Augustiner Barfüsser / Außgesetzter zu Chotovin in Böhmen / den 14.
53. Der 53 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Richardus à S. Petro, Augustiner Barfüsser / den 27. OCTOBER. 54 . Frau Catharina Scarfin / den 1. 55 . Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P. Severinus à S. Regina, Augustiner BarfüsserrBarfüsser Außgesetzter zu Grätz / den 2. 56 . Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr. Achatius à S. Alexio, Augustiner Barfüsser / den 13. 57 . Die Wohl=Edl Gebohrne Frau Anna Susanna Edle Frau von Pazzo auff Herteneck / gebohrne Greylin von Rosenstock / den 14. 58 . Die Wohl=Edl und Gestrenge Frau Eva Barbara Rechbergerin gebohrne Bamblin / den 11. EXTRA TEMPUS. 56 59 . Jhro Excellentz der Hoch= und Wohl=Geborne Herr Johannes Maximilianus Graff von Herberstein / rc. der Römischen Käyserl. Majestät würcklich Geheimer Rath / Cammer / und dero J. O. Länder Geheimer Raths=Director. 60 . Frau Magdalena Hönigin / Burgerliche Gold=Schmidin. 61 . Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr. Balthasar à S. Paulo, Augustiner Barfüsser. 62 . Herr Carolus Müller. 63 . Frau Anna Müllerin. 64 . Barbara Saumerin . 65 . Der Wohl=Ehrwürdige in GOtt Geistliche Herr Christianus Hürterer / Pfarr=Herr zu Pentzing. 66 . Der Edle Herr Christophorus Partasato.
97. Frau 67 . Frau Juliana Lachesin / Gold=Schmidin. 68. Herr Vitus Auer. 69. Frau Magdalena Auerin. 70. Frau Catharina Wüchtlein. 71. Frau Maria Dötzin. 72. Rosina Oberdorfferin . 73. Herr Nicolaus Bonviol / Wax=Kertzler. 74. Frau Susanna Hanigin. 75. Frau Magdalena Mündlin. 76 . Herr Georgius Söllner / der Wienn=Statt Steur=Diener. 77. Frau Anna Söllnerin. 78. Johannes Dobler / Maurer. 79. Anna Catharina Doblerin . 80. Herr Jacob Sallätl / Regierungs Haitzer. 81. Frau Anna Sallätlin. 82. Johannes Jacobus Sallätl . 83. Maria Catharina Sallätlin . 84. Johannes Melchior Ebner . 85 . Franciscus Paur . 86. Maria Weissin . 87. Die Wohl=Edel Gestrenge Freylein Cordula von Blabenstain. 88 . Herr Johannes Pirnköpffer / Burgerl. Schuster. 89. Jungfrau Barbara Scheüerin. 90 . Jungfrau Anna Maria Scheüerin. 91 . Jungfrau Rosina Scheüerin. 92 . Jungfrau Anna Martterin. 93. Jungfrau Anna Barbara de Crorin. 94. Frau Anna Maria Oberleutnerin. 95. Die Edle Frau Maria Cordula Kraussin. 96 . Maria Meyrin . 97. Johannes Jacobus Wenceslaus Pfrundt
98. Ju= 98. Justina Wintergrienin . 99 . Herr Johannes Maximilianus Preutl. 100. Die Wohl=Edle Freylein Maximiliana von Willibrolin. 101 . Frau MauriaMaria Juliana Paulin / geborne Ostermayrin. 102. Herr Johannes Zähn / Notarius Publicus. 103 . Frau Elisabetha Constantia Kernin / Organistin zum Schotten. 104. Anna Jacoba Preymütgerin . 105 . Herr Fridrich Knoblauch / Kayserl. Trabant. 106 . Maria Hertelhofferin . 107. Herr Balthauser Simon Satter. 108. Frau Anna Margaretha Schreyerin. 109. Herr Nicolaus Todtschütz. 110 . Herr Burchardus Trautsamb / Handelsmann in Berg=Stätten. 111. Frau Maria Euphrosina Oesterreicherin / geborne Schmidin. 112. Der Edle und Gestrenge Herr Georgius Achatius Dornhoffer / Fürbieter bey der N. O. Lands=Cantzley. 113. Maria Elisabetha Pergerin . 114 . Barbara Götzin . 115 . Anna Catharina Zünin .

ENDE .