Die grosse
Toden Bru
derschafft
Respeck
Respekt
Grosse
Todten Bruderschaft /
Das ist
Ein kurtzer Entwurff
Deß
Sterblichen Lebens /
Mit beygefügten
CATALOGO ,
Oder
Verzeichnus aller der Jenigen
Herren Brüderen / Frauen / un̅ Jungfrauen
Schwesteren / welche aus der Hochlöblichen Todten
Sodalitet bey denen Ehrwürdigen P . P . Augu
stinern Parfüssern in Wienn / von Anno
1679 . biß 1680 . gestorben seyn .
Gedruckt im J ahrJahr 1681 .
Jhro Gnaden
Dem Wohl=Edel=gebohrnen Herrn / Herrn
Adam Antoni Grundemann von Fal
ckenberg / auf Waltenfelß / Egeregg / Sies
senbrunn / vnd Engelstein / der Röm . Käyserl . Maj .
Rath / vnd Regenten deß Regiments der N . Oe . Lan
den / wie auch Land unter Marschallen in Oester
reich unter der Ennß / r c. Einer Löblichen
Bruderschafft Præfect en.
Dem Hoch= und Wohl=gebornen Herrn / Herrn
Julio Friderico Bucelini , Freyherrn
von Reichenberg / auff Waydthaag zur
Sava / Herrn der Herrschafft Cärnabrunn / Röm .
Käyserl . Maj . würcklichen Camerer / Raht und Re
genten der N . Oe . Landen / r c. Einer Löbl . Tod
ten=Bruderschafft Vice Præfect en.
Dem Hoch= und Wohlgebohrnen Herrn /
Herrn
Leonhard Ulrich von Harrach /
Graffen zu Rorau / Hn . Der Herrschaff
ten Stauff / Aschach / von Prugg an der Leytha /
der Röm . Käyserl . Majestät würcklichen Camerern /
und Erbl . Stallmeistern in Oesterreich unter /
und ob der Ennß / r c. Der löblichen
Todten=Bruderschafft Ersten
Assisten ten.
Dem
Dem Wohl=Edel=Gebohrnen Herrn /
Herrn
Johann Michael von Seitz /
Jhro Römis . Käyserlichen Majestät
Rath / vnd Regenten der N . Oe . Landen / r c.
Einer Löbl . Todten=Bruderschafft Anderten
Assistenten .
Dem Wohl=Ehrwürdigen
P . Prior Augustiner Paarfüsser / der
Löbl . Todten=Bruderschafft in Spiri
tualibus Directori , &c .
Jhro Gestrng Gestreng /
Dem Wohl=Edlen vnd Hochgelehrten Herrn
Nicolao Wilhelm Peckers / Käyserl .
Leib-Medico , &c . der Löblichen Todten=
Bruderschafft Ersten Consultori .
Jhro Gnaden / Dem Wohl=Edelgebohr
nen Herrn
Peter Bonaventuræ Edlen von Cro
lolantza / der Röm . Kays . Mayest . Hoff=
Cammer Rath / r c. der Löbl . Todten=Bruderschafft
Anderten Consultori .
Dem Wohl=Edlen und Hochgelehrten
Herrn Georg Focky / J . U . D . der Löbl .
Todten=Bruders . Dritten Consultori .
A 2
Dem
Dem Edlen Herrn
Caspar Huigen / Consultori wie auch
der Löbl . Todten=Bruderschafft
Procuratori .
Dem Wohl=Edlen Herrn
Joseph Schnitzenbaum / der Hoch
löbl . N . Oe . Regierungs-Secretario . Der
Löbl . Todten=Bruderschafft Consultori ,
vnd Schatzmeister .
Dem Wohl=Edlen vnd Hochgelehrten
Herrn
Nicolao Hoche / J . U . D . der Löblichen
Todten=Bruderschafft Consultori .
Dem Wohl=Edlen Herrn
Daniel Focky / deß Jnnern Stadt=
Rahts allhier / der Löbl . Todten=Brud .
Consult .
Dem Herrn
Johan̅ Blaßberger / Burgern vnd Eisen=
Handlern allhier / der Löbl . Todten=Brud .
Provis .
Wie auch allen respective einverleibten Mitgliedern
der Löblichen Todten=Bruderschafft .
Neben Anwünschung eines glückseeligen Fried= und
Freudenreichen Neuen=Jahrs .
Unterthängist überreicht vnd dedicirt , Von
Jacob Höltzelman̅ / vnd Stephan Häringer /
dero Löbl . Todten=Bruderschafft Ansageren .
Omnes
1.
Omnes morimur .
2 . Reg . 16 .
Alle müssen in die Todten=
Bruderschafft .
A . E . I . O . U . Ein vornehmer von
Adel bistu / Mensch / scilicet , dann dein
Stammen=Hauß ist die Laimbgruben /
dein gnädige Fraw Mutter ist die Erd /
dein Adeliches Geblüt ist ein Kothschral
len / deine Stieffbrüder seynd die Würm /
dein Wesenheit ist ein Darleyhung von
den vier Elementen .
A . E . I . O . U . Ein sauberer Garten
bist du / Mensch / in welchem nichts als
Distel gefunden wird . Es zeiget zwar
das Kräuterbuch vielerley Distel / Brach /
Distel / Frawen=Distel / Gännß=Distel
Haber=Distel / Jungfrau=Distel / Kraut=
Distel / Margen=Distel / Rauten=Distel /
Sau=Distel / Weeg=Distel / Vieh=Distel /
Welsch=Distel / Garten=Distel : in dir a
ber / O Mensch / seynd tausendterley Di
stel / und wo du nur hingreiffest / so er
dapst ein Unkraut .
A 3
A. E.
2.
A . E . I . O . U . Ein schöns Buch bist du /
Mensch / scilicet , ein Buch / aber zu Leipzig
beschrieben ; ein Buch / aber zu Schwein
furth gedruckt / ein Buch / aber zu Ach
eingebunden ; ein Buch / aber zu Kostnitz
fayl ; ein Buch / aber zu Laußnitz zu er
fragen .
A . E . I . O . U . Ein Dummel=Platz bist
du / Mensch / dein Empfängniß ist Säue
rey / dein Geburt ist Keyerey / dein Leben
ist Phantasey / dein Kunst ist Tandlerey /
dein Reichthumb ist Posserey / dein Wan
del ist Fresserey / dein Freud ist Vopperey /
und du bist ein Narretey .
A . E . I . O . U . Ein Tändel=Marckt bist
du / Mensch ; da find man allerley Wah
ren / Leder / aber nur Elend=Leder : Fleck /
aber nur Schandfleck : Samen / aber nur
Forchtsamen : Kreyden / aber nur Hauß=
Kreyden : Häut / aber nur Beeren=Häut :
Bender / aber nur Siendesbender / Haff
ner=Arbeit / aber lauter Krüg / Träxler=
Arbeit / aber lauter Knöpff / Glasser=Ar
beit / aber lauter Angster / Karter aber
nur lauter Säu .
A . E . I . O . U . Ein fruchtbarer Baum
bist du / Mensch / aber nur ein Nußbaum /
Ge= 3. Gefängniß in Mutter=Leib / Betrangniß
in der Geburt / Verfolgniß in dem Leben /
Kumerniß in der Wirthschafft / Ergerniß
in dem Wandel / Betrübniß in dem Todt .
A . E . I . O . U . Ein lauterer Bettler bist
du / Mensch / dein Kappen hast genommen
von dem Mader / dein Bältz hast genom
men von dem Fuchsen / dein wollenen Rock
hast genom̅en von dem Lämbel / dein Hem
met hast genommen von den Flax der Er
den / deine Strimpff hast genommen von
den Seyden=Würm / deine Schuh hast
genommen von den Ochsen : Wann dann
du einem jeden sollest erstatten was sein
ist / so würdest du da stehen wie ein ge
rupffte Ganß .
A . E . I . O . U . Ein elender Tropff bist
du / Mensch / absonderlich wegen deines
Lebens / welches sich so grosser Beständig
keit zu rühmen hat / wie der Butter an der
Sonnen : schawe den Lufft an / dort ist der
Nebel / so bald halt / bald / fallt / ein Con
trafet deines Lebens : schawe das Wasser
an / dort seynd die Blasen / welche bald ste
hen / bald vergehen / ein Ebenbild deines
Lebens : schaue das Feuer an / dort ist der
aufsteigende Rauch / welcher bald satt /
A 4 bald 4. bald matt / ein Copey deines Lebens : schau
die Erden an / dort ist die Rosen / welche
bald roth / bald todt / ein Abriß deines Le
bens . Sterben ist dir gewiß / frag den A
dam / welcher neun hundert vnd dreyssig
Jahr gelebt ; Frag den Seth seine̅ Sohn /
welcher neun hundert vnd zwölff Jahr
gelebt ; Frag den Cain / welcher neun hun
dert vnd zehen Jahr gelebt ; Frag den
Enoch / welcher neun hundert vnd fünff
Jahr gelebt ; Frag den Lamech / welcher
sieben hundert vnd sieben vnd siebentzig
Jahr gelebt / wo sie seynd ? wie sie seynd ?
wer sie seyn ? so wirst du finden / daß all
dero Leiber ein Hand voll Aschen ; nimb
solchen an statt deß stoltzen Haarpulvers /
strahe ihn auff deinen stoltzen Strobel=
Kopff / vnd gedencke / daß du in gleichen
Model wirst gossen werden ; dann sterben
ist dir gewiß . Alexander Magnus , ein mäch
tiger Pracht=Hanns / Saladinus , ein greu
licher Eysen=Fresser / Tarquinius , ein gros
ser Hahn im Korb / Pompeius , ein treffli
cher Grillen=Vogt / Hannibal , ein beissiger
Ketten=Hund / Xerxes , ein mächtiger Fe
derfechter / seynd mit aller ihrer Macht in
Ohnmacht gefallen / vnd ist nichts übrig
von ihnen / als FUIT , er ist gewesen . Mit
harter 5. harter Müh ist ein Bein von ihnen zu fin
den / wormit ein Gassen=Bub eine Hasel
nuß kan auffkloffen . Das wird dir auch
geschehen / sterben ist dir gewiß . Die jenige
Kandelberger / welche nach vil Rundtrin
cken / Grundtrincken / Pfundtrincken /
vnd Schlundtrincken das obere Zimmer
also eindämffen / daß ihnen der Verstand
auf Steltzen gehet / vnd den Pachzuber
für einen Budelhund ansehen / dise halten
sich embsig an der Wand / damit sie ihren
Weingrünen Schedel nicht vmbwerffen /
dann sie beklagen es gehe alles mit ihnen
vmb vnd vmb ; Es wäre zuwüntschen / es
hätte aus der Viehischen Füllerey ein je
der den Gedancken / als gehe alles vmb
vnd vmb / und nichts beständig seye / auff
der Welt / absonderlich das Menschliche
Leben / dann ja leichter ein Schweines
Kraut=Leder bey den Rabinern auzutref
fen anzutreffen / als bey dem Menschlichen Leben eini
ge Beständigkeit . Wische diene deine schläfferi
ge Augen aus / damit du desto besser lesen
kanst das jenige / was dir der Poet unter
die Nasen reibt .
DJ DI / di / la / la / hi / hi / ha / ha .
Kanst billich drüber lachen /
Daß vns die Welt / so läpisch gefält /
A 5
Seynd
6.
Seynd doch nur eytle Sachen /
Als was gemacht / erdicht / erdacht /
Auch von Apellis Handen /
Das wird zu Grund / in wenig Stund
Verderben / gehn zu Schanden .
Klecht nicht ein Klag / auff einen Tag /
Beweists der täglich Spiegel /
Der stirbt vom Schwerd / der falt vom Pferd /
Den schlagt zu todt ein Ziegel /
Der stirbt durch Fraß / der muß durchs Glaß /
Der durch ein Sucht absterben .
Der kriegt sein Rest / bald in der Pest /
Die schnell viel tausend erben .
Vnd wann die Red / für Ohren geht /
Vnd hört es ohn Entsetzen /
Muß ihme nur / Zeit vnd Mensur /
Gnad gnug zum Himmel schetzen :
Vnd wer gibt dir ein Brieff darfür ?
Der dich ein Tag versicher :
Kein Stund hast gwiß / bezeigen diß /
Exempel / Schrifft / und Bücher .
Gedenck an Haimb / O junge Blaim /
Hast einmahl hier kein Bleiben .
Zum Vatterland / noch vnbekandt /
Soll dich ja Sorg antreiben :
Gar viel vnd dick / all Augenblick /
Dir kommen gwisse Botten /
Vnd richten aus / was dort vom Hauß
Entbieten alle Todten .
Weist du dann nit / daß alle Schritt /
Auch deinem Grab zu wanderst ?
Also g’schach mir / also gehts dir /
Man macht es keinem anderst ;
Das
7.
Das ruffen die / so dir allhier
Bey Lebens=Zeit gleich waren .
Vnd dergestalt / wird auch man bald /
Dich / mich / vnd all einscharren :
Wann du Trostloß / in Aengen groß /
Einmahl in letzten Zügen /
Stumb / blind / vnd taub / dem Freund zu Raub
Jm Todt=Beth da wirst liegen /
Was wünschest du / ( thue vor darzu : )
Bereit dich auff die Strassen :
Ehe du begehrst / spat wüntschest erst /
Gethan / Ach vnterlassen .
Was wüntschet ihr / die Seel darfür /
Die vor im Wust geschwebet /
O daß ihr Fleisch / fromb / rein und keusch /
Jn Vnschuld hätt gelebet !
Ja daß zugleich / an Tugend reich /
Dem Leib nach in dem Elend /
Für hoch / soll klein / gewesen seyn /
Die Demuth auserwöhlet .
Rebellion / der tödtlich Thon /
Bey den vier Elementen /
Wird alten Pact / im letzten Act /
Geleister Freundschafft enden /
Die künfftig Reiß / den kalten Schweiß
Vom Hertzen hat gedrungen :
Das Angesicht / erfalt / erbricht /
Erstarren will die Zungen .
Die Puls beschwert / den Gang verkehrt /
Thut sich der Angst beklagen /
Vnd spricht alsdann die Glieder an /
Befilch Alarma schlagen :
Es klingt und saust / dem Krancken graust /
Es
8.
Es mögt die Schlacht mißlingen /
Der Feind nicht schwach / will nach vnd nach /
Noch mehr zum Hertzen dringen .
Trost / Hülff vnd Raht / kommt alls zu spat /
Mit angewendten Mittlen /
Der Doctor geht von deinem Beth /
Fangt an den Kopff zu schüttlen ;
Man hilfft dir halt / so viel im G’walt /
Gibt dir in d’Hand ein Kertzen /
Der weynt / der lacht ; dein Scheyden macht /
Dem Frewd / dem andern Schmertzen .
Das ist die Stund / an dero Grund /
Heyl / Vnheyl / vil gelegen .
Sih was du thust / wilst nit / so must /
Deß Lebens dich verwegen .
Wann dein Verstand / dich auf der Hand /
Zum Vrtheil wird begleiten /
Halts für ein Gnad / wer ist der’s hat ?
Für g’wiß kans niemand raten .
Verstand vnd Sinn / weicht als darhin /
Gesetzt er wär zu gegen /
Wird dich groß Angst / in der du hangst /
Erst noch mehr Noth anlegen ;
Du sihst den Feind / der dir erscheint /
Mit auffgesperrten Rachen :
Zeigt dir ein Stell / tieff in der Höll /
Das Hertz fangt an zu krachen .
Gelt der Poet kan dir die Warheit sa
gen ? Du sihest dann / daß du über deinen
Willen must dich der Todten=Bruder
schafft einverleiben ; du weist aber nicht
wann / deßwegen mache dich alle Stund
gefast / 9. gefast / vnd bild dir ein / ein jede Stund seye
dir die letzte ; So dir eine gantze Taffel voll
Speisen würde auffgesetzt / vnd du hättest
die gewisse Nachricht / daß eine aus diesen
Gift in sich halte / du wurdest ohngezweyf
let zu einer jeden zittern / vnd gedencken /
vielleicht ist diese / vielleich ist diese ; Weilen
dann du die gründliche Gewißheit von
GOtt selbsten hast / daß du sterben sollest
vnd müssest / aber vngewiß wann / warum̅
hast du nicht benmässig ebenmässig einen jeden Tag
im Argwohn ? warum komt dir nicht ein
jede Stund suspect vor / vnd gedenckest /
villeicht ist diese Stund / an dero ich muß
vor GOtt erscheinen / vnd von allen meine̅
Thun vnd Lassen Rechenschafft geben ?
Statutum est omnibus hominibus semel
mori .
Hebr . 9 . v . 27 .
Alle / auch die Jungen vnd Schönen
müssen in die Todten=Bruderschafft .
KOmbt her ihr hüpsche Muster / ihr glat
te Gesichter / ihr haickliche Fell / ihr blüe
weisse Gestalten / ihr verschamorirte Do
cken / ihr süsse Zuckerhüt vnd Häut / ihr habt ohn
gezweifflet ein Salva Guardia , am Halß / ein
Privilegium auf dem Buckel / einen Frey=Brieff
in 10. in den Händen / daß euch der Tod nicht darff
antasten ? Ja wol nicht : herzu ; ihr gehört gleich
andern in die Todten=Bruderschafft ; Wer ist
die jenige Tochter Jairi / welche der HErr JE
sus wunderbarlich zum Leben erweckt ? Es ist ge
west ein junge Tochter / schön in Haaren / jung
in Jahren ; hypsch in Wangen / frisch im Pran
gen ; weiß im Gesicht / reich im Gewicht ; freund
lich in Geberden / schön auff Erden / ist dannoch
gestorben / dannoch . Wer ist der jenige Sohn
gewest / der Wittib zu Naim / den Christus der
HErr vom Tod erweckt ? Er ist gewest ein Jüng
ling von achtzehen Jahren / frisch / freundlich /
frölich / frey / frech / frolockend / freventlich / r c.
Ein junger vnd gesunder Mensch / ist dannoch
gestorben / dannoch : Müssen also auch zum öff
tisten die Junge den Todten=Tantz mithüffen /
ob sie schon das springen nicht wohl ankombt .
Moises hat das güldene Kalb der Abgötteri
schen Jsraeliter zu Aschen verbrennt ; ist ja jm̅er
schad / das Gold zu Aschen machen : was wolt a
ber diß seyn ? Prinis war schön / Lais noch schner schöner /
Theodora gar zum schönsten : Lamia ist hüpsch
geweßt / Flora noch hüpscher / Atlanta zum
hüpschisten : Alexandra war stattlich / Al
fridis noch stattlicher / Cleopatra zum allerstatt
lichsten : Helena ein Wunderwerck der Schön
heit / Zenobia ein Kunststuck der Gestalt / r c.
Hast 11. Hast lauter güldene Menscher / güldene Damsen /
güldenes Frauen=zimmer / ist aber dannoch alle s alles
zu Aschen worden / und nach einem so kurtz ge
wehrten Fasching / ein so langer Aschermittwoch .
Alles schab ab im Grab .
Weil Adam der erste Vatter ein gantze Ur
sach gewest ist deß Todts / So fragst du nicht
ohne erhebliche Ursach / warum er dann nicht
auch der erst gewest / der den Tod verkost hat ?
warumb hat Abel der schöne / junge starcke / wa
ckere / frische / junge Sohn zum allerersten müs
sen dem Todt unter die Sensen gerathen ? da
rumb ( merck es wohl / was der heilige Theodo
retus antwortet ) darumb / damit die junge vnd
schöne Leuth sich nicht verlassen auff jhre junge
Jahr / vnd gelbe Haar / vnd damit man sehe / daß
keiner sicher seye vorm Tod / und dieser so wohl
junge nimbt / als alte .
Alte Weiber / junge Madel /
Bauren=Leuth / vnd gut von Adel /
Käyser / König / vnd Welt=Regenten /
Doctor / Schueler / vnd Studenten /
Fürsten / Herrn / Potentaten /
Münich / Bettler vnd Soldaten /
Scepter / Cron / vnd Hawr=Hacken /
Thut er als zusammen backen .
Alle Gesätz lassen sich übertretten / aber das
Gesatz des Todts allein kan nicht umbgangen
B werden: 12. werden : dann diesen Weeg muß ein jeder gehen /
dieses Bad muß ein jeder außtrincken / diesen
Knopff muß ein jeder aufflösen / diesen Trunck
muß ein jeder beschaidt thun / dieses Lied muß ein
jeder singen / nach dieser Pfeiffen muß ein jeder
tantzen / dieser Schuh thut ein jeden trucken / die
sen Zoll muß ein jeder ablegen : sterben / sterben
müssen alle / vnd ihr junge seyd auch nicht befreyt .
Der Menschliche Leib ist ein Herberg / die Seel
ist ein Jnnwohner / GOtt kan ihm die Herberg
auffsagen / vnd den Strosack vor die Thür werf
fen / wann er will / vnd wo er will ; Das Mensch
liche Leben ist ein Liecht / GOtt kann es außleschen /
wann er will / vnd wo er will ; Das Menschli
che Leben hangt an einem Faden / diesen kan
GOTT abschneyden / wann er will / vnd wo er
will ; Ja es ist nichts Neues / daß eine Blühe
vom Baum reifft / vnd die arme tröpffin nicht
zur Frucht gelanget ; es geschicht gar offt / vnd
aber offt / daß die blühende Jugend von dem
rassenden Tod hingezuckt wird .
Ladislaus König in Böhmen vnd Ungarn /
ein Printz mit neunzehen Jahren ware verspro
chen mit Margaritha Caroli deß siebenden Kö
nigs in Franckreich Tochter ; umb welche er
dann eine würckliche Gesandschafft abgehen las
sen / vnd seynd ohne das Frawenzimmer sieben
hundert vornehme Cavalier mit unerhörten
Pomp 13. Pomp vnd Pracht nacher Pariß gereist : Sie
führten mit heuffigen Gold überzogene Carotzen
vnd Wagen mit sich / daß es scheinte / als haben
alle Bergwerck hierzu contribuiren müssen ;
Siehe aber / wie alles auff Steltzen gehet : als
diese hohe Gesandtschafft würcklich die Stadt
Pariß erreicht / vnd ehe sie nach Hoff mit ge
wöhnlichen Pomp eingeholt worden / kombt an
ein schneller Curier mit diser bestürtzten Zeitung /
Ladislaus der Königliche Bräutigam seye todt :
todt ? ja todt : ein Herr von 19 . Jahren ; dan
noch todt : allzeit in gewünschter Gesundheit ;
dannoch todt : man hat alle erdenckliche Mittel
angewendt ; dannoch todt ; Ey du Menschli
ches Leben / du bist ja nichts / als lari / fari / vnd
kan schier noch mit dir trutzen der Mertzen=Schnee
wegen der Beständigkeit ; Da sehet ihr junge
Blumen / die Schwachheit ewers Lebens ! so
stellt dann euch jederzeit den Todt vor Augen /
deme ihr schon in Mutter=Leib die Botmässig
keit zugesagt . Verlast euch nicht zu viel auff
ewre rothe Wangen ; Die rothe Farb schiest
bald geschwinder ab / als sonst ein andere / verlast
euch nicht zu viel auf ewren frischen Leib / der Tod
brocket bald ehender ab einen frischen Apffel / als
einen Wurmstichigen : stellet demnach ewren
Lebens=Wandel also an / damit ihr also lebet /
daß ihr euch allzeit getraut zu sterben : gedencket /
B 2 daß 14. daß viel tausend in der Höllischen Gluth sitzen
vnnd schwitzen / die ihre Jugend Zaumloß
in alle Welt weit lauffen lassen / in der Hoff
nung / als wolten sie das Alter der Buß widmen ;
diese aber haben die weisse Haar nicht erreicht /
sondern mitten in der Jugend von einem unver
sehenen Todts=Sturm übereylt worden . O
wehe / vnd ewig wehe ! spieglet euch ein wenig an
dieser Grabschrifft .
Hui / vnd Pfui .
Allo ! stehe still / frag was ligt hier ?
Und was thut also müffen ?
Du glaubst deß Schinders sein Revier /
Wo sie die Hund auspüffen .
Hui
.
Hui / gewest seyn wir / frisch frölichs Blut /
Wie Blumen vnd wie Rosen /
Hui / für vns ruckte ein jeder den Hut
Dadurch vns zu liebkosen .
Hui / vnsere Augen wie Cristall /
Haben manchs Hertz verwundt
Hui / Lefftzen trutz auch den Corall /
Wie Silber Zähn im Mund .
Hui / auff der Stern das Helffenbein /
Gantz Kreidenweiß gewaschen /
Hui / Wangen hipsch wie Sonnenschein /
Der Lieb wohl rechte maschen /
Hui / gantz / der Leib wie Bisem=Katz /
Auffs lieblichst thätte riechen /
Hui / alles vmb ein Musterplatz /
Der Helenä aus Griechen .
Pfui.
15.
Pfui
.
Pfui / du kurtzes Lebens=Ziehl /
O Lebens eytler Schein ;
Pfui / du bist nur ein Gauckel Spiel
Mentiris auff Latein .
Pfui / garstig vnd im volln Gestanck /
Thut vnser Fleisch jetzt stecken /
Pfui / Würm wie habt ihr drumb ein Zanck /
Thut auch die Kost so schmecken .
Pfui / haltet doch die Nasen zu /
Merckt ja wie sehr sehr wir stincken /
Pfui / im Koth vnd Wust ist vnser Ruh /
Wir seynd ja all Mistfincken .
Pfui / vnser Leib ist recht ein Aaß
Voll Grausen vnd voll Eiter .
Pfui / steckt nichts drinn / als r c. wist schon was /
O garstiger Bernheuter !
Fragst noch einmahl wer dann hier sey /
An diesem Ort begraben ?
Sieh grünes Graß wird auch zu Heu /
Ein End auch junge haben .
Si annis multis vixerit homo , & in his omni
bus lætatus fuerit , meminisse debet te
nebrosi temporis mertis mortis ,
Eccles . 11 .
Alle müssen in die Todten=Bruder
schafft ; alle / forderist die Alte vnd
Betagte bey Zeiten .
HErbey ihr Alte / ihr seyd die allererste in
der Todten=Bruderschafft : der Todt
B 3 führt 16. führt euch schon an der Hand / vnd dannoch ihr
sambt den Brillen auff der Nasen sehet nicht wie
nahe euch der Todt ist ; Man soll den alten vnd
betagten Leuthen lieber mit Kleidern behülfflich
seyn ; aus Ursachen / weil dero kalte Natur stets
von dem Husch geplagt wird / ich aber wolt euch
so gern auch das Hembd abziehen : versteht mich
aber recht ; das allgemeine Sprichwort sagt :
Die Gewohnheit sey ein eisene Pfaidt ;
diese wolt ich euch gern außziehen / durch die Be
trachtung deß Todts ; Jene boßhaffte und rich
tige Richter Richter wollten der keuschen Susannä das beste
Kleinod entfrembden / vnd seynd sie nicht anderst
angefallen / als wie die Raub=Vögel ein einsa
me Tauben ; was aber dißfalls höchst in Wun
derung zu ziehen / ist dieses : daß sie zwey : daß sie
zwey alte Lümmel vnd Schimel waren / vnd dan
noch diese zahnluckte Bösewichter das verbottene
Venus Confect wolten naschen ; Wer hätt ih
me doch eingebildt / daß vnter dem Schnee solten
glüende Kohlen verhüllt seyn ? Wer hätt ihme
einen Argwohn geschöpfft / daß / wann einer den
Winter schon auf den Kopff hat / noch solle die
Sommer=Hitz im Hertzen verbergen ? hätt ich
doch vermeint / daß alle üppige Sinnlichkeiten
vnd schnöde Schleckerey solte von den alten Ge
cken so fern seyn / wie Schaffhausen von Kitz
pichel . Auf solche Weis seynd dergleichen alte
Böck 17. Böck nichts anders / als der Berg Vesuvius /
welcher über sich mit Schnee bedeckt / inwendig
aber mit Feuerfuncken gefüttert ; Es ist aber des
sen so groß Wunder nicht ; diese zwey alten Kau
tzen seynd in der Jugend nichts nutz gewesen / da
hero was jung gethon / ist alt gewohn : die böse
Gewohnheit hats also verstrickt / daß sie sich auch
im Alter nicht konten außwicklen . Jhr alte
Tätl vnd eißgraue Männer / ihre betagte Müt
terle / ist es Sach / daß ihr euer Jugend der
schlüpfferigen Welt Geschenckt / ewre junge vnd
gesunde Jahr im schnöden Lust verschwendt / vnd
endlich durch den Zwang der langwierigen Ge
wohnheit das Feuer noch nicht gar in euren Oe
fen erloschen / sonder noch vnter eurer alten bau
fälligen Hütten sich zu weilen die Venus noch
reuspelt ; Jst es Sach daß ihr durch euren fast
gantzen Lebens Wandel nur nach Gewinn vnd
Interesse gebuhlt / vnd die guldene Zeit dem un
ruhigen Mammon vergunt / daß euch bereits
noch Müntz Klang in den Ohren erschallt / vnd
nach dem Geldsack lieber als den Opfferstock se
het / so ist es ein Zeichen / daß euch die übele Ge
wohnheit allzustarck hab eingezäunt / vnd über
diesen Zaun alters halber kümmerlich könt sprin
gen ; Sehet aber ein Mittel / wordurch euch ü
ber die lang genaschte Welt=büssen der Magen
ein Eckel vnd Grausen fast : dieses Mittel ist die
B 4 Tod= 18. Todten=Bruderschafft / in die ihr ohnfehlbar zu
kommen fest gedencken werdet ; Den Jungen
ist der Tod auff den Rucken / den Alten aber
vor den Augen / vnd neigt euch dessenthalben die
Natur in dem in dem Alter den Kopff / damit er soll die
Erd anschauen vnd erwegen / daß jhr bald wer
det zu Erden werden .
Anno 1225 . Conradus ein Gottseeliger
Cardinal aus dem Orden des H . Bernardi / wa
re von Honorio dem dritten / als ein Päbstli
cher Gesandter geschickt worden nacher Mayntz
wegen erheblichen Kirchen Geschäfften . Die
ser Cardinal ware eines so heiligen Lebens / daß
seine Finger / mit denen er gewöhnlich die Hei
lige Hostia in dem Meß=Opffer berührte / nächt
licher Weil glantzten / wie die brennende Liech
ter . Dieser so gerechte Mann / schreibt Spon
danus / wie er in das Sterbstündlein kommen /
hatte inniglich geseufftzet / O utinam ! O uti
nam ! O wolte GOtt ! wolte GOtt / ich wä
re in meinem Closter geblieben / vnd vnterdessen
mit andern die Schüssel in der Kuchel abgewa
schen / vnd mich in Clösterlicher Observanz ge
übt / als daß ich jetzt als ein Cardinal stirb . Tau
sendterley gute Wünsch erheben sich bey den
St erbenden Sterbenden ; vnd bilde mir ohngezweifflet ein /
du alter Tadel werdest nicht weniger in deinem
Todt bett mit Claffterlangen Wüntschen umb
gehen / 19. gehen / wann du wie Wind so geschwind wirst
sehen die verloffne Zeit / wann dir schon allbereits
werden die Ohren klingen / als citire man dich
zum Gericht / von so viel Million tausend Au
genblick Rechenschafft zu geben ; wann du wirst
sehen / daß all deine der Welt angewendte Ar
beit fruchtloß ablauffe / vnd man dir bald nichts
anders werde mitlassen / als etlich Ellen halb ver
moderte Leinwath / vnd einen schlechten höltzer
nen Schlaffpeltz / verstehe eine sechs Schuh lan
ge Todtentruhen : da / da / wird dich das Hertz
ängstigen / da wirst du lauter Vocativos aus
dem Mund schnauffen / O / O / O / hätte ich
nur den halben Theil meines Lebens GOtt ge
schenckt / so würde ich anjetzo ein Belohnung zu
gewarten haben ! O hätt ich die Mutter GOt
tes / vnd alle Heilige besser verehrt / so würden sie
mir anjetzo bey dieser bedrangten Zeit beystehen !
jetzt verläst mich die Welt / keinen Schatz hab
ich mir im Himmel gesamblet / vnd die Welt
bezahlt mich auch mit dem Nichts / O GOtt !
O hätt ich ! Dergleiche Wünsch werden in der
Menge aus deinem Herzen steigen : siehe aber
mein Alter / laß dirs gesagt seyn / was du allda
dir wüntschen wirst / daß du gethan hättest / das
thue anjetzo / weil dir GOTT noch ein kleine
Zeit vergönnt ; diese übrige Täg wende also an /
daß du wieder in etwas ersetzest / was du so viel
B 5 Jahr 20. Jahr hero vernachlässiget ; Alter bilde dirs nichts
anders ein / als der Tod stehe / sitze / lige / gehe
mit dir / vnd bey dir / vnd greiffe mit deinen zitte
renden Händen in die Schüssel / dann es muß
Gestorben seyn hülfft nichts darfür darfür. Für die
Schwindsucht wächst ein Kräul Kräutl / für die Dürr
sucht wächst ein Kräutl / für die Lungel=Sucht
wächst ein Kräutl / für die Wassersucht wächst
ein Kräul Kräutl / für die Gelbsucht wächst ein Kräutl /
aber für die Sterbsucht nicht / nicht / nicht nicht .
Bereittet euch demnach ihr Alte gar bald / ja jetzt
gleich / vnd augenblicklich ; man leut euch schon
in die Todten=Bruderschafft . Kheuts euch fort /
fein geschwind ihr alte Gecken ; thut euch nicht
viel unnöthig umbschauen / den Stab in die
Hand : à Dio . Fort ; setzt noch einmahl die
Brilln auff / vnd läst mir zu guter Letzt nachfol
gende Grabschrifft zu einer Gnad .
Grabschrifft der Alten .
Krampel / Kruppel / Krimpel=Wahr /
Liegt allerley hierunter /
Steltzen=Krücken paar vnd paar /
Du glaubst nicht was für Plunder .
Wir haben lange Jahr erreicht /
Von Schimelpelweiß Schimpelweiß Parocken /
Das G’sicht war gantz vnd gar erbleicht /
Die Wangen gleich den Secken .
Der matte Leib das Trampel Thier /
Thätt
21.
Thätt nichts als Husten / Pfpausen Pfnausen /
Die Nasen gleich dem Schleiffer G’schier /
Pfui deixl / es macht ein Grausen .
Das Helffenbein nicht mehr im Mund /
Das Maul ein leere taschen /
Wir brauchten offt drey gantzer Stund
Ein Bröckel Brodt zu naschen .
Das matte Haupt / der Zitter=Kopff
Thät immer den Tact geben .
Es zeigte gnug der klobne Topff /
Zum la / mi / fa / gehts Leben .
Und dannoch wie der bissig Todt /
Nach vns offt thätte schnappen .
Da wolten wir bald hi / bald hoth /
Er soll vns nicht ertappen .
Nit geren / nit gern / nit geren dann
Liessen wir vnser Leben /
Es war nicht umb den Todt zu thun /
Sondern Reche’nschafft zu geben .
O Mors ! quàm amara est memoria tua ,
homini pacem habenti in substantiis su
is .
Eccles . 41 .
Alle / alle müssen in die Todten=Bru
derschafft / auch die Vornehmen
vnd Reichen .
ES ist ein Stadt in Jtalien / in welcher al
le Früchten müssen die Mauth abstatten /
ausgenommen die Granat=Aepffel ; diese
seynd gäntzlich Mauthfrey / aus Ursachen / weil
sie 22. sie über sich ein Cron tragen / die ihnen die gün
stige Natur selbsten auffgesetzt . Aber bey dem
unersättlichen Todt Todt ist nichts frey / auch nicht die
gecrönte Häupter : vnd schafft er diese so wohl in
die Todten=Bruderschafft als gemeine Baurn
burst vnnd Bettler Gesindt : alle müssen die
Mauth ablegen ; Es ist zur Zeit des Fünfften
Römischen Käysers und teutschen Hannibal ein
Buch im Truck verfertiget worden / worinnen
gewisse Schatzungen begriffen / die so lang und
viel Valor hatten / biß das heilige Concilium zu
Trident anderst schliesset . Diß Buch sambt den
Jnnhalt hatte den Namen Interim , Unterdes
sen . Jhr grosse Herrn / mächtige Herrn / reiche
Herrn / tragt in aller Warheit den Titul Interim
auff dem Rucken . Unterdessen bieget euch män
niglich die Knie . Unterdessen bettet man fast
ewr Glück an ; aber all ewr Standt halt kein
Bestand / und wehret alles nur unterdessen /
dann der Todt als ein unpartheyischer Holtzha
cker / wirfft so bald um einen hohen Cederbaum /
als einen gemeinen Holtz=Apffel=Baum ; der
Todt als ein verschmitzter Spieler stillt so bald
den König als das Untermantel ; der Todt hat
aus unartiger Grobheit keinen Unterschied / vnd
gielt ihm gleich / arm und reich ; Wann die müssi
ge Leuth die kostbahre Zeit offt wohlffeyl versil
bern / pflegen sie mehrmalen sich mit dem Kögel
spiel 23. spil erlustigen / wann sie dann würcklich im Spiel
begriffen / so stehet jederzeit der König in der Mit
ten / mit großer jedoch höltzener Repudation :
wann aber das Spiel sich gäntzlich geendet hat /
alsdann nimbt der Auffsetzer die Kögel / wirfft sie
in einen finstern abgelegenen Winckel / auch den
König ohne Discretion / er lige unten oder oben ;
Jn diesem Welt=Spiel / habt ihr König und
grosse Herrn absonderliche Ehr und Respect / und
scheinet / als seyet ihr dem Glück über den Sack
kommen / und euch nach Wohlgefallen versehen ;
es ist aber euer vermaschkertes Leben ein blosses
Spiel / so dem der Todt ein End macht / wirfft
man euch sambt andern unter die Erd / und macht
man keinem nichts besonders / auch den Römische̅
Statthalteren Christi . Das hab ich in dem Ja
nuario erfahren / sagt Pabst Marcellus . Daß Das
hab ich in dem Februario erfahren / sagt Pabst
Felix der dritte . Das hab ich in dem Martio er
fahren / sagt Pabst Eugenius . Das hab ich in
dem April erfahren / sagt Pabst Alexander der
Sechste . Das hab ich in dem May erfahren / sagt
Pabst Gregorius ver der Vierdte : Das hab ich in
dem Junio erfahren / sagt Pabst Victor der Drit
te : Das hab ich in dem Julio erfahren / sagt Pabst
Adrianus der Anderte : Das hab ich in dem Au
gusto erfahren / sagt Pabst Nicolaus der Dritte :
Das hab ich in dem September erfahren / sagt
Pabst 24. Pabst Benedictus der Vierzehende : Das hab ich
in dem October erfahren / sagt Lucius der Drit
te : Das hab ich in dem November erfahren / sagt
Pabst Paulus der Dritte : Das hab ich im De
cember erfahren / sagt Pabst Pius der Vierdte :
und man einem wie allen andern kein besonders
gemacht . Der heilige Petrus Damianus schriebe
einsmals zu dem R . Pabst Alexandrum diese
Wort : Du hast einest eine Frag an mich gelan
gen lassen : was mich beduncke die Ursach zu seyn /
daß der Römische Pabst niemal lang lebe / son
der innerhalb kurtzer Frist dahin gehe und sterbe /
also das nach dem heiligen Apostel Petro ( der bey
fünff und zwantzig Jahr auf diesem Stul geses
sen ) keiner mehr aus allen Römischen Päbsten re
gieret habe ? ja zu diesen jetzigen Zeiten / wird
kaum einer auf diesen Thron erhebt / der das Ziel
von vier oder fünff Jahren überschreitet : Wel
ches / da wirs zu Gemüth führen / ein recht wun
derliches Ding ist . Aber wisse dessen alles die rech
te Ursach : darumb hat solches die Ordnung deß
Göttlichen Gerichts gewölt / und angeordnet /
dem Menschlichen Geschlecht eine Forcht einzu
jagen deß Todts / und zu erweisen / wie alle Glory
und Herrligkeit dieses zeitlichen Lebens ( so gar
nichts ) billich zu verachten / und mit Füssen zu
tretten seye ; Dann auch / damit jeder / wann er
siehet oder höret / daß der Vornemste aus den
Men= 25. Menschen so bald und behend dahin gehet / und
stirbt / darob ertatterte und auffgemundert wer
de / sich in Obacht zu nehmen / und zu warten auff
sein letztes Stündlein ; und also der Baum deß
Menschlichen Geschlechts / in Ansehung daß sein
Gipffel so leichtlich über den Hauffen gefallen /
und da liege / durch den Wind der Forcht erschüt
telt / an allen seinen Aesten und Zweigen anhehe anhebe
zu zittern und fippern .
Die Bawleuth nennen den obern Theil deß
Tachs den Fürsten . Nun wird man wohl beob
achten / daß der Sturmwind so wohl dem Für
sten versetzt / als den untern Theil deß Tachs ;
Fast gleich Sitten hat der freventliche Todt an
sich ; er tast nicht allein an krumpe Bettler / und
schmierbiges Leyer=Gesindel / sondern auch hohe
Fürsten und Herren : alle / alle müssen in die Bru
derschafft : alle / alle müssen bey ihm durch die
Klingen springen : alle / alle . Attila mit etlich
viertzig König in Ungarn / Caracus mit fünff und
zwantzig König in Pohlen / U ratislausVratislaus mit drey
und dreyssig König in Böhmen / Brito mit etlich
fünfftzig König in Britannien / Pharamundus
mit etlich 60 . König in Franckreich / Carolus
Magnus mit neun und fünfftig Käyser in Occi
dent / haben sich alle müssen schmücken / und ge
hen über diese Brücken / und den Todt tragen
auf dem Rucken / und sich dessen Gewalt nicht
können entzucken .
Ohne
26.
Ohne Unterschied / ohne Erbarmen
Begegnet es Reichen und Armen /
Das Leben fließt ohn e ohne Bestand /
Gleich wie in der Reiß=Uhr der Sand .
Viel grosse Hannsen haben bey sich selbst ge
waltige Calender gemacht / viel vorgenommen
und geschlossen / haben offt den andern Tag nicht
erlebt / sondern seynd blötzlich hingeraufft wor
den / wie arme Spätzel von dem Sperber / wie
die Lämbel von dem Wolff wie die Reysende von
den Mördern ; Also daß sie nicht reden / noch ei
niges Testament aufrichten / nicht ein einiges
Wort lallen können : wie dann viel gegen Abend
frisch und gesund zu Ruhe sich begeben / den Mor
gen nicht erreichet ; andere zum Tisch gesessen /
niemer aufgestanden ; andere da sie Hochzeit ge
halten / seynd in ihrer Hochzeitlichen Schlaff=
Kammer gähling hingerissen worden / also daß
ihnen die Kleyder / so sie für den Hochzeitlichen
Ehrentag machen lassen / für ihr Leichbegängnuß
dienen müssen . Allen ist der Todt gewiß / den
mehristen kombt er unverhofft .
Welcher dann euch hohe Häupter / und reiche
Leuthe glückseelig achtet / der muß nicht wissen /
daß all euer Würde Reichthum auf Sand ge
bauet / ihr aber alle dem Schatten an der Wand
befreundt : und kan ein schönes Glas nicht so bald
in Scherben gehen / wie euer starcker Leib . Un
gereim= 27. gereimte Tumshirn seynd jene Philisteer gewest /
welche dem Dagon / nachdem er schon zu Boden
gefallen / Händ und Füß zertrimmert / gleich wol
noch verehrt und angebetet . Aber nicht weniger
Thorheit zeigen alle die jenige / so noch etwas hal
ten auf das menschliche Leben / nach dem sie doch
durch tausenderley Erfasrnuß Erfahrnuß wissen / wie wurm
stichig / Baufällig / Krafftloß / unbeständig und
flüchtig dasselbige seye .
Weiß hat es angestellt der Weltkündige
Käyser Carolus der Fünffte / deme schier die gan
tze Welt sich zu untergeben nicht weigerte / und
sein Glory und höchster Namen / auch den gan
tzen Erdboden durch wandert / gleichwol erinner
te er sich einer Menschheit / in dem er etlich Jahr
vor seinen Todt allzeit eine Todten=Truhen mit
sich führte / ob dero öfftern Anblick er das Ster
ben betracht / und derentwegen sein Leben also an
gestellt / daß er zu sterben sich nicht gescheuet . So
seys dann ihr reiche und hochmögende Menschen /
wann ihr schon phantasirt / als habe GOtt zu
eur Leibern einen besondern Laim genommen / so
müst ihr bekennen / daß auch derselbe nicht be
ständig / und müst ihr eben die Straß / so allen ge
mein / nemblich STERBEN / sterben : und
werd ihr nichts mit euch tragen als das Gute / so
ihr gethan / un̅ das Böse so ihr gewürckt . Schaut
ein wenig wie folgende Grabschrifft lautet .
C
Grab
28.
Grabschrifft der Reichen .
DEr Todt macht nit ein Unterschied /
Jhm ist Veit wie der Veitl /
Jch armer Gsel / muß meine Stell /
Verlassen sambt dem Beutel .
Nichts halff mein Nam / nichts hoher Stamb
Und Adeliche Wappen .
Starck / Jung und Reich / nimbt er zugleich /
Den Doctor mit dem Lappen .
Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach /
Wann Reich zugleich /
Muß sterben /
Und verderben .
Hab erst mein Nest / erbaut so vest /
Thät kaum darinn erwarmen /
Da klopfft gleich an der dürre Mann /
Und macht ein grossen Larmen .
Jch klag / ich schreye / was dann das seye /
Soll sich doch höfflich zeigen /
Da wird er toll der grobe Knoll
Und zeigte mir die Feigen .
Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach /
Wann Reich zugleich
Muß sterben /
Und verderben .
O Todt noch wart / ich stirb gar hart /
Und laß mich noch passiren /
Nimb hin das Geld / wanns dir gefällt /
Will ich doch gern spendiren ;
Nimb den Gschmuck / sambt dem Goldstuck /
Eröffne alle Küsten /
Kombts umb und umb / key mich nichts drumb /
Thue
29.
Thue mir nurs Leben fristen .
Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach /
Wann Reich zugleich
Muß sich entfärben /
Und sterben .
Was für ein Zahl / ligt im Spittal /
Der Gschwer vpll voll und der Presten /
Seynd schwach und matt / der Schmertzen satt /
Der Todt thut sie nur trösten .
So geh dann hin / such dort dein Gewinn /
Sie warten mit Verlangen /
Jch leb noch gut / laß mir mein Muth /
Du wirst mich noch wol fangen .
Ach / Ach / Ach / Ach / ein bittere Sach /
Wann Reich zugleich /
Muß wie der Scherben /
Verderben
.
Nichts hilfft Schmiral / noch Capital /
Noch mit Gold g’füllte Rantzen .
Du must nur fort / mit einem Wort /
Fein hübsch den Kerauß tantzen .
Ach ! Hauß und Platz / sambt allem Schatz /
Muß ich anjetz verlassen .
Die Gruben hier / ist mein Quartier /
Jhr spihlt / und ich muß passen .
Ach / ach / ach / ach / ein bittere Sach /
Wann reich zugleich /
Nichts kan erwerben /
Sonder sterben .
C 2
Quis
30.
Quis est homo , qui vivet , & non
videbit mortem ?
Psal . 88 .
Alle / alle müssen in die Tod
ten=Bruderschafft / auch die grosse
Doctores und berühmte Künstler .
SJehest SIehest du / disen Todten=Kopff ? deme
die Parochen sambt der Haut abgezogen
ist / und nunmehr nichts / als ein kaler
Schedel / in welchem an statt der Augen / zwey
tieffe Gruben / wie zwey ausgeholte Nußscha
len ; an statt deß Munds / ein schändliches Gün
maul / in dem etlich geschelte Zähn / wie die halb
gefaulte Pallisaten / bey einem eingefallenen
Stadt=Thor ; an statt der Ohren / zwey offne
Rützen / wo die übergeblibene Hirn=Grüllen
ein= und ausmarschiren : Wessen glaubst du seye
dieser Kopff geweßt ? Er ist geweßt das jenige
Haubt Salomonis / wo alle Weisheit der
Welt logirte ; Salomon ist er geweßt : jetzt ist
aus einem Salomon ein Kalerman / und fast
gar nichts . Auch diser hat müssen in die Tod
ten=Bruderschafft / und hat ihn hiervon all sein
Weißheit nicht retten können . Aristoteles hat
400 . Bücher zusammen geschribrn geschriben . Theophra
stes hat 300 . Bücher zusammen getragen . Ap
pollo= 31. pollodorus hat 500 . Bücher mit eigner Hand
zusammen gefaßt . Chrysippus Solensis . 700 .
Aristarchus Alexandrinus 2000 . M=Varro
über 5000 . Didomus Alexand . 3500 . Und
dannoch alle diese samt ihrer Wissenschafft ha
ben müssen / müssen / ja müssen unter die Erden ;
O eytle Wissenschafft ! Vil aus euch vergafften
sich an dem Himmels=Lauff / zehlen alle Tritt der
Sonnen / mercken / daß ob schon dieselbe ein so
grossen Leib hat / und 166 . mahl grösser als der
Erdboden / dannoch so schnell lauffe / daß sie alle
Stund zehenmal hundert tausend / hundert und
fünffzig tausend teutsche Meil postiret ; Es wä
re euch aber heylsamer / an der Sonnen euch zu
spieglen / daß gleich wie dieselbe untergehet / und
wieder auff / also werdet ihr einmal ( wißt nicht
wann ) durch den zeitlichen Todt vntergehen vn
ter die Erden / vnd erst am Jüngsten Tag wieder
auffgehen .
O auffblasne Wissenschafft ! viel aus euch
matten ihr Hirn ab / in Nachforschung aller Ey
genschafften der Kräuter ; wie dienlich dieselbige
seyn / die Presten von dem Menschlichen Leib ab
zuwenden . Jhr kriecht gar mit euren Gedan
cken vnter die Erd / vnd grabet hervor alle Wur
tzen vnd Metallien / zwingt dieselbe zu Pulver
vnd Wasser ; O ! wie rathsamer wäre es / wann
ihr zu weilen euere Gedancken vnter die Erd wur
C 3 det 32. det senden / in Erwegung daß selbige einmahl
( wißt nicht ob heut oder morgen ) ein Ort wird
sey n seyn zur Faulung ewres kripplischen Leibs ? Die
Seele aber wo ? wie ?
O muthwillige Wissenschafft ! es treibt euch
der Fürwitz so weit / daß ihr gar nachsucht / wo der
Himmel die Schneeflocken ausstäubt ? wo die
Winde ihr Tafelstuben haben ? Auch sucht ihr
gar die Schmitten / wo die zornige Wolcken ihre
Donner=Keyl schmieden ; Es wäre aber euch weit
ersprießlicher / wan̅ ihr euch vor Augen stellte das
trübe Angesicht deß Göttlichen Richters / den
Donner=Keyl seines erschrecklichen Urtheils / wel
ches er über euch wird fällen / bald / vielleicht noch
in einer halben viertel Stund ? Gedenckt nur
ihr hochweise Män̅er / daß alle weltliche Wissen
schafft ein schwacher Erden=Dunst sey / so zwar
sich in etwas empor schwinget / aber bald wider
den Ruckweg / in die Erden nimbt ; Ewer gröste
vnd beste Weißheit ist / wissen / daß ihr nichts
wisset ; und wissen / daß der Todt gewiß / und
nicht wissen / wann ? Nicht weniger ihr grosse
Künstler / befleißt euch Tag vnd Nacht / wie ihr
möget ewren Namen verewigen / vnd allen Nach
kömblingen einen Trutz bieten ; Müßt wissen /
daß euch auch deß Todts seine wohlgeschliffene
Sensen nicht verschonet : Mutianus , Albanus ,
Monteluous , Garbus , Baroccus , Donatellus ,
Vasol- 33. Vasoldus , Zambellus , Zuccarus , Mochus ,
Berninus , Michaël Angelus , &c . Lauter welt
berühmte Künstler / Mahler / vnd Bildhawer /
haben in der Statt Rom solche Wunderstück
verfertiget / daß sie der Natur fast ein Eintrag
gethan / vnd dero Pembsel schier die Ewigkeit ver
dienet ; Aber / O lari / fari ! wo seynd alle diese
anderst / als vnter der Erden ? ihre kunstreiche
Händ seynd außgedorte Knoppern / so schwach /
daß auch das geringste Würml sie übermächti
gen thut ; euere aber der Ewigkeit gewidmete
Kunststück werden am Jüngsten Tag euch der
Thorheit überweisen / wann sie vom verzehrenden
Feuer werden in Aschen gelegt werden ; Jene
Künstler / so die Bildnus deß Herculis in dem
Römischen Capitolio / die Bildnus der Cleopa
træ in dem Vaticanischen Palast / die Bildnus
der erdichten Floræ in dem Farnessischen Palast /
die Bildnus der Griechischen Venus / deß ge
flügleten Mercurii / deß grossen Constantini zu
Rom / fast wunderthätig verfertiget / wünschen
jetzt vnter der Erd / sie hätten an statt derselben
die Bildnus deß Todts in ihren Hertzen besser
vorgestellt / sich zu demselben gewissenhaffter be
raith / und fein weißlich erweget / daß alles zer
gänglich ; zergänglich das Leben / vnd mit dem
selben alles : allein beständig die Ewigkeit . O
Ewigkeit ! Es hat der Allmächtige GOtt den
C 4 Enoch 34. Enoch in das irdische Paradeyß überlogirt / da
mit er vor dem Jüngsten Tag wiederumb soll
kommen / vnd die verdambte Lehr deß Antichristi
vernichtigen / sein Mitprediger soll seyn Elias .
Aber O gütigster Gott ! wann doch dein Gött
licher Will also weißlich beschlossen / daß diese
zwey nicht sollen sterben vor der Ankunfft deß
Antichrist / warumb hast du sie unterdessen nicht
der Welt gelassen ? sie hätten ja mit ihren evffe
rigen Predigen den grösten Nutzen geschafft ?
darumb : wann diese zwey noch solten auf dem
Erdboden mit vnd neben vns seyn / so thäte man
cher muthwilliger Mensch ihm thorrecht einbil
den / können diese zwey so lang leben / warum ich
auch nicht ? der auch nicht ? jener auch nicht ?
Hoffe demnach jeder ein langes Leben ; Damit
dann GOtt die Gedächtnuß deß Todts bey den
Menschen liesse / hat er ihnen diese zwey aus den
Augen geraumbt / zum Zeigen es soll ihme keiner
lange Jahr freventlich einbilden .
Habt ihrs vernommen / ihr hochwitzige vnd
Kunstreiche Leuth ? lange Täg habt ihr euch
nicht zu machen / vielleicht ist heut die Stund
gesetzt / an dero ihr müsset vor GOttes Gericht ;
bildet euch nur vor / euer Leben seye eine Copey
von dem Sodomitischen Apffel ; dann vieler
Scribenten Außsag ist / als stincke es noch in der
gantzen Gegend der Stadt Sodoma vnd Go
morra 35. morra von der Feuersbrunst ; auch wachsen auff
den heutigen Tag alldort Aepffel / welche auß
wendig das beste Ansehen haben / innwendig aber
seynd sie mit lauter Staub vnd Aschen angefühlt :
Also scheint ewer Leben äusserlich / als noch frisch
vnd frölich / wann ihr aber nach der rechten Spuhr
gehet / so werdet ihr antreffen die Fußpfaden der
Eitelkeit / vnd bald abnehmen / daß Staub vnd
Aschen darunter verhüllt / vnd ewer ALLES
bald in das NJCHTS NICHTS verwandlet werde .
Aman hat ihm nichts wenigers eingebildt / daß
er so bald solt sterben ; Absolon hat ihm gar nicht
traumen lassen / daß er solt so bald sterben ; die
Kinder deß Jobs haben ihnen nicht eingebildt /
daß sie so bald vnd elend solten sterben / Heli hat
ihm nicht eingebildt / daß er solte so bald sterben /
vnd auff solche Weiß : die schöne Jezabell / hat
gar nicht daran gedencket / daß sie solt so ohnver
hofft sterben . Der Tod ist also gewiß / und un
gewiß : Gewiß / daß er kommen wird / ungewiß /
wann er kommen wird . Euch Hochweise / Hoch=
und Wohlgelehrte / Beste und Kunstreiche Her
ren / ist der Tod gewiß / wann aber ? nicht ge
wiß : so erwartet ihn dann alle Stund vnd Au
genblick / vielleicht jetzt / vielleicht jetzt / diß wird
euch bringen die Gewißheit der Seeligkeit ;
Laßt euch nicht verdriessen zu lesen folgende
Grabschrifft :
C 5
Dem
36.
Dem Fleisch gemeß / ist dein Proceß /
Mit Alten / Jung und zarten /
All freye Künst / sonst hoch erwünscht /
Kein anders End erwarten .
Jst ihm ein Ding / hält alles ring /
Gelehrt / und Jdiothen /
Er tantzt und springt / zieht auf und zwingt /
Muß alles nacher trotten /
Köndt ihr durch Griff / List / Ränck und Schlüff /
Ewer Leben länger fristen /
Jhr die da Recht / und Unbild secht /
Als Richter / ihr Juristen /
Der appellirt / und judicirt /
Seynd gleicher Aengsten beyde /
Barmhertzigkeit / ein jeder schreyt /
Eh streng das Urthl scheide .
Auch ist vmbsonst / die Rechenkunst /
Was wirst damit erlangen ?
Willst raithen was / so raithe das /
Wie viel du Sünd begangen .
Damit du dort / die Werck und Wort /
Wohl mögest verantworten /
Specificirs / und resumirs /
Man kan auch rechnen dorten .
Jhr Künstler werth / die Meer und Erd /
Nach eurem Wohn ermesset /
Ein Todten=Grab / euch messet ab /
Nicht eurer selbst vergesset .
Auch ihr nicht lang / scheucht Todts=Betrang /
All Redner und Poeten /
Fort ohn Respect / hat ihm Affect /
Noch keiner vil erbetten .
Die Mahler stoltz / Maur / Tuch und Holz /
Bekleyden schier mit Leben /
Was
37.
Was wird gericht / nach Angesicht /
Apollis Hand nachstreben ?
Laßt den Betrug / am Vogl=Flug /
Euch gnug seyn jetzt / vnd weichet /
Betriegt forthin / keins Menschen Sinn /
Nur Todtenfarb anstreichet .
Jhr die dem Lauff / wol mercket auf /
Am Himmel hin und wieder /
Laßt endlich seyn / den Sternen=Schein /
Und sehet fur euch nider .
Ein Grühlein tieff ( ihr habt kein Brieff /
Geschicht auch euch was allen )
Habt vor euch ihr / so seht wol für /
G’wiß werdet ihr drein fallen .
Für dein Ruin / die Medicin /
Sol man zwar wol erwöhlen /
Doch ist der Brauch / und sterben auch
All Meister und Gesellen .
Es helff / gesetzt / wirst heut ergetzt /
Starck wider / gleich eim Piffl /
Must doch einmal / zur alten Zahl /
Der Todt hat tausend Griffl /
Sieh dich nur vmb / bald wird ein Trumb
Unfehlbar an dich springen /
Das Zeughauß voll / mit Rohr / Pistol /
Schmidt alle Tag noch Klingen .
Und ist kein Stärck ; kein Macht / kein Werck
So starck / der Todt ist stärcker :
Auch wer entfliecht / der Gfahr / dem Liecht /
Flieht in ein Todten=Kercker .
Magnificenz , auch Excellenz ,
Und all dergleichen Tittl /
Jhr
38
Jhr Herrlichkeit / noch ihr Weißheit
Seynd für den Todt ein Mittl .
Müßt alle dran / was lauffen kan /
Nembt gschwind die Doctors=Kappen /
Wanns gehn verdrüßt / daß ihr sonst müßt /
So reit aufs Schusters Rappen .
Und wißt ihr was ? die Schuler=Straß
Zu Wienn seynd ihr offt gangen /
Vil disputirt / halb phantasirt /
Das heißt Lateinisch prangen .
Nunc præsto sum , silentium !
Was wöllt ihr weiters haben ?
Zeig ohne Scheu / daß nicht weit seh
Die Schuler=Straß vom Graben .
Beati Mortui , qui in Domino mo
riuntur .
Apoc . 14 .
Alle / alle müssen in die Tod
ten=Bruderschafft / auch die Geist
liche vnd Gott geweyhte Personen .
JHr Heiligkeit / Jhr Eminenz / Jhr Bi
schöffliche Gnaden / Jhr Hochwürden /
Jhr Ehrwürden / Herr Pfarrer / Herr
Caplan / r c. Jhr werd ebenmässig citiret in die
Todten=Bruderschafft / dißfahls vergißt der ohn
glimpffliche Todt alle Reverenz / und gibt einen
ohngeschliffenen Schnitter ab .
Da
39.
Da kompt ein Schnitter der heißt der Todt :
Hat Gwalt vom grossen GOTT /
Jetzt wetzt er das Messer /
Es geht schon vil besser :
Bald wird er drein schneiden /
Wir müssens nur leyden /
Hüt dich schöns Blümelein .
Des Schnitters Art ist / alles mit der Sen
sen vmbzumähen / was in Wiesen vnd Feldern
wachset ; Es ist ein Kräutel und Blümel / dassel
big trifft man häuffig an in allen Gärten / auff
allen Wiesen / absonderlich bei denen Zäun und
Höcken : dieses wird sonst von Dioscoride genannt
Sonchiles , von Apule Aspidejon ; allerley der
gleichen seltzame Namen hat es / forderst bey de
nen Teutschen ; dieselbige heissens Pfaffenbalt Pfaffenblat /
Münchkopf : Erstlich seynd dise Blümlein Dot
terfarb / wie die schöne Sonn / so bald sie aber recht
zeitigen / so werden haarichte und runde wollene
Köpff darauß / die fliegen gleich ab / so sie von dem
Wind bewegt werden / vnd alsdann sehens auß
wie die Münchköpff / r c. Diese schneiden bey heis
ser Sommerzeit die Schnitter in der Menge ab :
Eben deßgleichen thut der unpartheyische Todt /
vnd verschont im geringsten auch nit deren Geist
lichen / dieser sonst in viel Dingen privilegirten
Blümlein .
Das Daß Oza nur die geweyhete Archen / aus gu
ter Meynung angerührt / mußte er alsbald auff
das 40. das strengste gestrafft werden / da er doch diesel
be nur wolte halten / damit sie nicht fallet : vnd der
Todt würfft so vil geweyhte Archen zu Boden /
vnd gehet ihm alles hin ? Was dann ? Alles was
das Leben empfindt / ist ihme schon zinßbar /
und hat sich von diser allgemeinen Contribution
kein Stand / auch der Geistliche / nicht schrau
schrau
fen ; müssen also alle sterben / und macht man
keinem nichts besonders . Ein wunderbarer
Grammaticus ist der Todt / den Nominativum
vergonnt er Hohen= und Vornehmen Stands=
Persohnen / den Genitivum laßt er den Ehe
leuten / den Dativum gibt er den freygebigen
Herren und Franen Frauen / den Accusativum legt er
auf die Schrane zu den Richtern / den Vocati
vum erlaubet er den Bettlern / den Ablativum
aber behalt er vor sich / und bestehet sein völliges
Ambt im Weckraumen : Er nimbt den König
reichen ihre König / er nimbt den Provinzien ih
re Lands=Fürsten / er nimbt den Bistthumbern ih
re Bischöffe / er nimbt den Clöstern ihre Geist
liche / vnd ob schon alle Jungfrau Clöster allen
Eintritt der Männer hoch verbiethen / so laßt
doch dieser Rippen=Kramer seine Dücke nicht /
sondern schleicht auch in solche privilegirte Clau
suren .
Dannenhero ihr Geistliche / und GOTT
geweyhte Geschöpff / macht euch alle Augenblick
fer= 41. fertig ; der Vntergang ewers Lebens ist gewiß /
wie er aber seyn wird / ist nicht bekannt . Der
Todt verdienet dißfalls den Titul Allemodi ,
inmassen / er tausenderley Weis hat / dem armen
Menschen das Leben zu zwacken . Aristobulus
stirbt im Bad / das hat er nicht gemeint ; Julia
nus stirbt im Läger / das hat er nicht gemeint ;
Carolus Magnus stirbt auff der Jagt / das hat
er nicht gemeint ; Julius Cæsar stirbt im Raht /
das hat er nicht gemeint ; Ericus stirbt durch die
Händ seiner Mutter / das hat er nicht gemeint ;
Alborinus stirbt durch die Händ seines Weibs /
das hat er nicht gemeint ; Bajazethes stirbt
durch die Hand seines Kinds / das hat er nicht ge
meint ; Mustapha stirbt durch die Hand seines
Vatters / das hat er nit gemeint ; Ephæstion
Tarquinius stirbt an einer Fischgraten / das hat
er nicht gemeint ; Sophocles stirbt an einem
Weinkörnle / das hat er nicht gemeint ; Fabius
Römischer Rahts=Herr stirbt an einem Härl /
das hat er nicht gemeint : Vnd du / der du solches
liesest / wirst vielleicht sterben / wo du nicht mei
nest ; wirst sterben / wann du nicht meinst / dann
der Tod alle Tag newe Fünd erdichtet / dem
Menschen sein Leben zu stürmen / vnd richtet sich
so gar nicht nach deiner Meinung ; Auch ihr
Geistliche nicht nach Ewer Meinung / vnd mes
set nur dißfalls euch nicht mehrer Freyheit zu / als
andere .
Seyd
42.
Seyd demnach alle Augenblick in Sorgen /
daß dieser Dieb einsteigen werde / und beraitet
euch für das genawe Vrtheil GOttes .
Antonius Cirneus ein Capuciner aus Cor
sica eines wunderthätigen heiligen Lebens / er
tragte stets an seinem Leib die härtiste Cilicia , er
aß viel Jahr nichts / als dreymal in der Wochen
Wasser vnd Brodt / vnd dieses in wenige Vntzen
ausgetheilt ; Er schlaffte bey der Nacht auf einem
harten Bret nur drey Stund / die überige fünff
Stund thät er sich aneinander gaißlen / vnd ga
be ihm alle Nacht 6666 . Streich / zu ehren aller
Gaiselstreich / die der HErr JEsus an seinem
gebenedeytisten Leib empfangen : Diesen wun
derbarlichen Lebens=Wandel führte er über 35 .
Jahr : würckte mit dem heiligen Creutz=Zaichen
viel Wunderwerck / r c. Wie dieser heilige vnd
Gottselige Mann in das Todtbeth kommen /
vnd mit vnbeschreiblichen Eyfer die heil . Sacra
menten empfangen / fangt an er Händ vnd Füs
sen zu zittern ; da er dessen Vrsach befragt wurde /
gabe er diese entsetzliche Antwort : Non novus
hic mihi timor est , DEI enim Judicia expa
vesco , &c . Euch sagt er / laßt nicht frembd vor
kommen disen meinen Schrecken ; ich bereite mich
schon so viel Jahr zum Tod / hab mir allzeit ge
forchten / vnd förcht mir noch vor dem Göttli
chen Richter ; ist auch also in dieser heiligen Forcht
ge= 43. gestorben . Zach . Bover . in Anno 1540 . Hat
ihme dieser gottseelige Diener GOttes geforch
ten vor dem strengen Göttlichen Richter / in dem
er sich doch Tag vnd Nacht darzu bereit hat / wie
soll vns dann nicht ein Entsatzung anstossen we
gen deß genauen Richters / die wir selten / oder
gar nicht vns zu diesem Hintritt richten ? O al
lerliebste Menschen / stellt euch den Todt vor Au
gen / vnd nach dem Tod das vnfehlbare Ge
richt .
Jhr forderst GOtt gewidmete Geistliche /
vergeßt nicht / daß euch die Todten=Bruderschafft
gewißlich erwarte / sterben ist euch gewiß : é veró ?
gewiß / gewiß ; vnnd wird von euch der strenge
GOTT grössere Rechenschafft fordern / als
von andrrn andern / weil er euch das Beste / so er hat /
anvertrauet . O wie recht sagt der Poet :
Cum fæx , cum fimus , cum res vilissima simus ,
Unde superbimus ? nescimus , quando perimus .
Glimpfflicher Discurs der Geistlichen
mit dem schnarchenden Todt .
GEhören wir zum Todten=Hauß /
Seynd wir dann nicht befreyt ?
Es scheint gar ein ungleicher Kauff /
Mit Welt= vnd Geistlichkeit .
D
Todt.
44.
Todt
.
Geschwind fort ; mein Ort / ist ewer Pfort /
Da müßt ihr all anlenden /
Brevier alhier bringt kein Bleschier
Das Gsatz laßt sich nicht wenden .
Geistliche
.
Wir seynd so nützlich auff der Welt /
Wie Hirten bey den Schaffen /
Die Heerd wird gwiß seyn übel bestellt /
So die Hirten werden schlaffen .
Todt
.
Kein Zäher / kein Blär der Schaaf ich hör /
Acht nicht den Nam ehrwürdig /
Macht Platz / was schadts ? gmein ist das Gsatz /
Fort / seyt ihr noch nicht fertig .
Geistliche
.
Ach nein / es gehöre gar vil darzu /
Wann man wil seelig scheiden /
Man braucht mehr als ein neus paar Schuh /
GOtt hat ein gnaue Kreiden .
Todt
.
Macht Lufft der Grufft / schlagt dreyn das pufft /
Der Pater muß hinunter :
Hinab ins Grab / seyn muß schabab /
Laß dirs nicht seyn ein Wunder .
Geist=
45.
Geistliche
.
Es ist ein Mütterl von achtzig Jahr
Das wolt ich noch gern trösten /
Soll ich ehe fort / als sie / fürwar
Das glangt vns nicht zum Besten .
Todt
.
Mein Kind / fein gschwind / sey nicht so blind /
Sey doch nicht so verdrossen :
Sey still mit Will / gemein ist das Ziel /
Weck mit alt Weiber Possen .
Geistliche
.
Seynd noch so vil die meine Lehr
Gern hörten in der Predig /
Könnt ich noch manchen Sünder schwer /
Von Lastern machen ledig .
Todt
.
Acht nit dein Bitt / du ghörst in Schnitt /
Was frag ich nach deim Plodern /
Kein Trost mehr kost / beym Schlappermost /
Jch thue dich herauß fodern .
Geistliche
.
So seys / wanns anderst nicht kan seyn /
Jch stirb nun mit Gedult /
Stirb in den Händen JEsu mein /
Den Todt hab ich verschuld .
D 2
O Todt
46.
O Todt so komm / findst nicht mehr Zwang /
Findst mich nicht mehr so schwürig /
Jch tracht dahin wo kein Abgang /
Nach GOtt bin ich begierig .
Jch denck ja freylich offt zu ruck /
Betracht es immer baß /
Daß wir hie gehn ein schmale Bruck /
Ein unbekandte Straß .
Vns allen / stehest bevor /
Vnd gar ein schmale Brucken /
Ein ieder tragt in dem Valor /
Die Werck auff seinem Rucken .
Gleich wol ich mich zum Todt bequem /
Zu sterben hab kein Schewen /
GOtt zahlt im obern Jerusalem .
Mein Buß vnd all mein Reuen .
Bin ich doch mir nichts böß bewußt /
Kan mich auch nichts entsinnen .
Wer also lebt / der stirbt mit Lust /
Mit Freuden scheidt von hinnen .
Die Kinder Jsrael haben das wohlgeschmack
te Manna oder Himmelbrodt gessen ; der alte
Jsaac hat an statt des Wildbräts ein Kitzel gessen ;
der Chan hat Linsen gessen / der Prophet Daniel
hat aus den Händen deß Habacucs ein Koch
gessen : Aber eigentlich ist ein Speiß / die wird
allen vorgesetzet / vnd diese ist ein Muß : ein jeder
Muß 47. Muß sterben / ein jeder Muß in die Todten
Bruderschafft / da hilfft kein reden vnd retten
darfür . Dieses Gesatz wehret schon 3650 . Jahr
vor der Geburt Christi / nach der Geburt vnsers
Heylands wehret es schon 1680 . Jahr / vnd wird
noch nicht aufhören / biß die Welt aufhöret ;
Nemord ist der erste König in der Babilonischen
Monarchi gewesen / nunmehr ist von ihm vnd
allen seinigen nichts als Staub vnd Aschen üb
rig ; Darius ist der erste König in der Persischen
Monarchi gewest / nun ist nichts mehr von ihm /
vnd allen den seinigen übrig / als daß sie gewest
seyn / vnd nicht mehr seyn : in der Griechischen
Monarchi ist Alexander der Grosse der erste Kö
nig gewest / jetzt aber er / sambt allen den seinigen
seynd verwelckt wie das Graß / vnd find man noch
mit harter Müh etliche dürre Beiner von ihnen .
Augustus / als der erste Käyser hat die Röm . Mo
narchi gehüt / welche annoch stehet / vnd durch je
nes Thier mit zehen Hörner / so der Prophet Da
niel gesehen / vorgebildet worden / so aber auch zu
seiner Zeit die Hörner abstossen wird / vnd ein
End nehmen : auch hat bereits der Allmächtige
GOtt / der sich in dem Evangelio einem Bawrs
mann vergleicht / die Sichel in den Händen / al
lem Ansehen nach / können so viel Jahr vnd Zeiten
nicht mehr verstreichen / daß er nicht den allge
meinen Schnitt wird anfangen / vnd alle Men
D 3 schen 48. schen ruffen in die Ewigkeit ; etliche in die glück
seelige / viel ( O GOTT ) in die unglückseelige !
Alle gegenwärtige vnterzeichnete seynd nun in
der Ewigkeit / vnd weilen GOttes Vrtheil gar
genaw vnd scharpff seyn / also frommer Christ
vergiß ihrer nicht in deinem Gebet ; sie reden dich
also an :
Was du bist / wir eben auch waren /
Was wir seynd / das wirst du erfahren /
Das ist ein täglich und stündliche Sach /
Komt bald ihr Brüder vnd Schwester hernach .
Ver=
Verzeichnus
Aller der jenigen Herren Brüdern /
Frauen und Jungfrauen Schwestern
welche auß der Hochlöblichen Todten=Bruder
derschafft Todten-Bruderschafft / bey denen Ehrwurdigen P . P . Augusti
nern Barfüssern alhier in Wienn vom Monat Nov .
deß 1679 . biß den letzten Octob . deß 1680 .
Jahrs / in GOTT seelig
verschieden .
1
.
|
Der Hochwürdigste Furst und
Herr / Herr Wilderich / deß Heil . Röm . Reichs
Fürst / vnd Bischoff zu Wienn / der Röm . Kays .
Maj . würcklich geheimer Rath / Thum=Probst
zu Speyer / der Ertz= vnd Hohen=Stifftern
Mayntz / vnd Würtzburg / Capitularis , starb
zu Wienn den 4 . Septemb . 1680 . |
Anno 1679 .
|
NOVEMBER . |
2
.
|
Der Kunstreiche Herr Michael Stadler / bey
St . Stephan in der Thum=Kirchen / und PP .
Augustinern Barfüssern geweßter Capell=Mei ster / den 1 . Dito . |
3
.
|
Die Wohl=Edel Gestrenge Frau Maria Lucia
Tittmanningerin / geborne von Mangen . 1 . |
D 4
4. Der
4
.
|
Der Wohl=Edle Gestrenge vnd Hochgelehrte
Herr / Christophorus Tittmanninger / J . U . D .
den 1 . |
5
.
|
Der Wohl=Edle Herr / Heinricus Schröffl /
Kauffmann zu Wienn / den 2 . |
6
.
|
Herr Petrus Praun / Kayserl . Hättschier / 2 . |
7
.
|
Herr Bernhardus Schütz / Burg . Korbma cher / den 2 . |
8
.
|
Frau Catharina Barbara Haarin / den 5 . |
9
.
|
Die edle Frau Juliana Catharina Dellin /
den 6 . |
10
.
|
Frau Maria Elisabetha Zornin / geborne Bü ringerin / den 7 . |
11
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Augu gustinus Augustinus à S . Monica Augustiner Barfüsser /
den 9 . |
12
.
|
Die Frau Barbara Königin / Burg . Schuste rin / den 19 . |
13
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistl . P . Gregorius
à S . Joanne Augustiner Barfüsser / den 21 . |
14
.
|
Der Wohl=Edel Gestrenge Herr Magnus
Schmutz / J . U . D . deß Kayserl . Stadt=Ge richts Beysitzer / vnd diser Hochlöblichen Bru derschafft Consultor . den 23 . |
15
.
|
Der Wohl=Edl vnd Gestrenge Herr Johan nes Wicht / deß Jnnern Stadt=Raths alhier /
den 24 . |
16
16.
|
Der Wohl=Edle Gestrenge Herr Johann Fe lix Sances / Jhro Röm . Kays . Hoff=Capell meister / den 25 . |
17
.
|
Der Wohl=Edel Gestrenge Herr Franciscus
Karnneiger / Graff=Wirtenbergischer Regent /
den 26 . |
18. Frau
18
.
|
Frau Christina Baümgärtnerin Bäumgärtnerin / Burg=Kauff männin / |
DECEMBER . |
19
.
|
Frau Ottilia Lautnerin / den 1 . Dito . |
20
.
|
Herr Godefridus Aloysius Hebauer / Kayserl .
Musicus / den 14 . |
21
.
|
Frau Susanna Lieberin / den 24 . |
22 . |
Die Wohl=Edle Geborne Frau Susanna Sa bina Häimin / von Heiling=Thal / geborne
Lerbmannin / den 27 . |
Anno 1680 .
|
JANUARIUS . |
23
.
|
Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Rosina Hol lerin / den 15 . |
24
.
|
Die Frau Barbara Sabina Schambergerin /
den 28 . |
FEBRUARIUS . |
25
.
|
Die Ehrwürdige in GOtt Geistliche Jungfrau
Benedicta ab humilitate Christi , Chor= Schwester in der Königin Closter / den 12 . |
26
.
|
Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Eleonora
Grunbachin / den 18 . |
27
.
|
Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Lucia Bu cherin / Hoff=Meisterin bey St . Lorentz / den 19 . |
28
.
|
Herr Jacob Stein=Kellner / Kays . Hoff=Kell ner / den 28 . |
MARTIUS . |
29
.
|
Frau Anna Catharina von Pfrnnden=Stein Pfrunden=Stein /
den 12 . |
30
.
|
Frau Felicitas Veit=Hauserin / den 15 . |
31. Der
31
.
|
Der Ehrwürdige in Gott Geistliche P . Jose phus ab Annunciatione B . M . V . Augustiner
Barfüsser / den 15 . |
32
.
|
Herr Andreas Lofler / den 25 . |
33
.
|
Frau Johanna Königin / den 30 . |
APRILIS vnd MAJUS ,
vaci ren.
JUNIUS . |
34
.
|
Die Wohl=Edle Gebohrne Gestrenge Frau
Anna Brigitta Müllerin / Hoff=Cammer= Führerin / der Löblichen Todten=Bruderschafft
Gutthäterin / den 16 . |
35
.
|
Die Wohl=Edle Gestrenge Frau Johanna
Bayr=Huberin von Hueb / geborne Kreßlin
von Geraltenberg / den 16 . |
36
.
|
Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr . Ada mus à S . Cruce , Augustiner Barfüsser / 17 . |
37
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Wen ceslaus à S . Augustino , Augustiner Bar füsser / den 19 . |
JULIUS . |
38
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Va lentinus à S . Elisabetha , Augustiner Bar füsser / den 5 . |
39
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Cle mens à S . Elzeario , Augustiner Barfüsser / den 7 . |
40
.
|
Herr Thomas Capeller / den 8 . |
41
.
|
Herr Johannes Heiser Kauffmann / den 11 . |
42
.
|
Der Ehrwürdige in Gott Geistliche P . Ladis laus à S . Peregrina , Augustiner Barfüsser / Auß gesetzter zu Prag / den 15 . |
43. Der
43
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Ægidius
à S . Leopoldo , Augustiner Barfüsser / den 17 . |
44
.
|
Der Wohl=Ehrwürdige in GOtt Geistliche
Herr Jacobus Ferdinandus Schneeweiß / Canon .
Regul . S . Augustini , zu Hertzogburg / und Vi carius zu Reidling / den 23 . |
45
.
|
Der Wohl=Edle Hochgelehrte Herr Francis cus Dötz von Dötz=Kirchen / der heiligen Schrifft
Doctor / und der Käyserlichin Käyserlichen Jägerey Capellan /
den 25 . |
46
.
|
Herr Willhelmus Ostermayr / Reichs=Concepist /
den 25 . |
47
.
|
Die Hoch= und Wohl=Gebohrne Freyle Su sanna Felicitas Löblin / Freyin / den 27 . |
AUGUSTUS . |
48
.
|
Der Wohl=Edel Gebohrne Herr Herr Ferdi nandus Franciscus Landtsperg von Pinger=Hoff /
der Röm . Käys . Mayst . Rath / und Regent der
N . L . Regierung / den 15 . |
49
.
|
Der Wohl=Edl Gestrenge Herr Josephus à
Zwanger , Burger=Meister zu Passau / den 20 . |
50
.
|
Die Wohl=Edl Gebohrne Frau Frau Helena
Freyin von Schwartzen=Horn / geborne von Veld tegg / den 26 . |
51
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Augu stinus à S . Nativitate B . M . Virg . Augustiner
Barfüsser / den 26 . |
SEPTEMBER . |
52
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Rudol phus à S . Anna , Augustiner Barfüsser / Außge setzter zu Chotovin in Böhmen / den 14 . |
53. Der
53
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Richar dus à S . Petro , Augustiner Barfüsser / den 27 . |
OCTOBER . |
54
.
|
Frau Catharina Scarfin / den 1 . |
55
.
|
Der Ehrwürdige in GOtt Geistliche P . Severi nus à S . Regina , Augustiner Barfüsserr Barfüsser Außge setzter zu Grätz / den 2 . |
56
.
|
Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr . Acha tius à S . Alexio , Augustiner Barfüsser / den 13 . |
57
.
|
Die Wohl=Edl Gebohrne Frau Anna Susan na Edle Frau von Pazzo auff Herteneck / gebohrne
Greylin von Rosenstock / den 14 . |
58
.
|
Die Wohl=Edl und Gestrenge Frau Eva Bar bara Rechbergerin gebohrne Bamblin / den 11 . |
EXTRA TEMPUS . |
56
59
.
|
Jhro Excellentz der Hoch= und Wohl=Gebor ne Herr Johannes Maximilianus Graff von
Herberstein / r c. der Römischen Käyserl . Majestät
würcklich Geheimer Rath / Cammer / und dero
J . O . Länder Geheimer Raths=Director . |
60
.
|
Frau Magdalena Hönigin / Burgerliche Gold= Schmidin . |
61
.
|
Der Andächtige in GOtt Geistliche Fr . Baltha sar à S . Paulo , Augustiner Barfüsser . |
62
.
|
Herr Carolus Müller . |
63
.
|
Frau Anna Müllerin . |
64
.
|
Barbara Saumerin
.
|
65
.
|
Der Wohl=Ehrwürdige in GOtt Geistliche
Herr Christianus Hürterer / Pfarr=Herr zu Pen tzing . |
66
.
|
Der Edle Herr Christophorus Partasato . |
97. Frau
67
.
|
Frau Juliana Lachesin / Gold=Schmidin . |
68 . |
Herr Vitus Auer . |
69 . |
Frau Magdalena Auerin . |
70 . |
Frau Catharina Wüchtlein . |
71 . |
Frau Maria Dötzin . |
72 . |
Rosina Oberdorfferin
.
|
73 . |
Herr Nicolaus Bonviol / Wax=Kertzler . |
74 . |
Frau Susanna Hanigin . |
75 . |
Frau Magdalena Mündlin . |
76
.
|
Herr Georgius Söllner / der Wienn=Statt
Steur=Diener . |
77 . |
Frau Anna Söllnerin . |
78 . |
Johannes Dobler / Maurer . |
79 . |
Anna Catharina Doblerin
.
|
80 . |
Herr Jacob Sallätl / Regierungs Haitzer . |
81 . |
Frau Anna Sallätlin . |
82 . |
Johannes Jacobus Sallätl
.
|
83 . |
Maria Catharina Sallätlin
.
|
84 . |
Johannes Melchior Ebner
.
|
85
.
|
Franciscus Paur
.
|
86 . |
Maria Weissin
.
|
87 . |
Die Wohl=Edel Gestrenge Freylein Cordula
von Blabenstain . |
88
.
|
Herr Johannes Pirnköpffer / Burgerl . Schuster . |
89 . |
Jungfrau Barbara Scheüerin . |
90
.
|
Jungfrau Anna Maria Scheüerin . |
91
.
|
Jungfrau Rosina Scheüerin . |
92
.
|
Jungfrau Anna Martterin . |
93 . |
Jungfrau Anna Barbara de Crorin . |
94 . |
Frau Anna Maria Oberleutnerin . |
95 . |
Die Edle Frau Maria Cordula Kraussin . |
96
.
|
Maria Meyrin
.
|
97 . |
Johannes Jacobus Wenceslaus Pfrundt
|
98. Ju=
98 . |
Justina Wintergrienin
.
|
99
.
|
Herr Johannes Maximilianus Preutl . |
100 . |
Die Wohl=Edle Freylein Maximiliana von
Willibrolin . |
101
.
|
Frau Mauria Maria Juliana Paulin / geborne Oster mayrin . |
102 . |
Herr Johannes Zähn / Notarius Publicus . |
103
.
|
Frau Elisabetha Constantia Kernin / Organi stin zum Schotten . |
104 . |
Anna Jacoba Preymütgerin
.
|
105
.
|
Herr Fridrich Knoblauch / Kayserl . Trabant .
|
106
.
|
Maria Hertelhofferin
.
|
107 . |
Herr Balthauser Simon Satter . |
108 . |
Frau Anna Margaretha Schreyerin . |
109 . |
Herr Nicolaus Todtschütz . |
110
.
|
Herr Burchardus Trautsamb / Handelsmann
in Berg=Stätten . |
111 . |
Frau Maria Euphrosina Oesterreicherin /
geborne Schmidin . |
112 . |
Der Edle und Gestrenge Herr Georgius Acha tius Dornhoffer / Fürbieter bey der N . O . Lands= Cantzley . |
113 . |
Maria Elisabetha Pergerin
.
|
114
.
|
Barbara Götzin
.
|
115
.
|
Anna Catharina Zünin
.
|
ENDE
.