# Datenschutz und Sicherheit Diese Seite beschreibt, welche personenbezogenen Daten Lagebuch verarbeitet, wo sie gespeichert werden, was ein Gerät verlässt und was die Feuerwehr selbst regeln muss. Sie richtet sich an Kommandantinnen und Kommandanten, Kreisbrandinspektionen und kommunale Datenschutzbeauftragte. Stand: Version 0.5.0, September 2026. Lagebuch steht noch vor Version 1.0 und entwickelt sich schnell; maßgeblich ist jeweils die Fassung dieser Seite, die zur installierten Version gehört. Die Darstellung ist technisch und ausdrücklich **keine Rechtsberatung**. ## Kurzfassung - **Kein Konto, keine Cloud, kein Server.** Lagebuch meldet sich nirgends an und überträgt von sich aus nichts. - **Ein Einsatz ist eine Datei.** Die `.fwincident`-Datei liegt dort, wo sie gespeichert wurde, und gehört der Wehr. - **Keine Telemetrie, keine Absturzberichte, keine Updateprüfung.** Es gibt im gesamten Programm keinen Aufruf, der Nutzungsdaten irgendwohin sendet. - **Keine Logdateien.** Das Programm schreibt heute kein Protokoll auf die Festplatte – ein Absturz hinterlässt nichts, was personenbezogene Daten enthält. - **Die Stammdaten sind nach der Installation leer.** Namen und Telefonnummern kommen ausschließlich durch einen selbst ausgelösten Import ins Programm. - **Die Mehrgeräte-Verbindung ist optional** und richtet sich immer an genau das Gerät, dessen Adresse eingegeben wurde – TLS-gesichert, mit PIN. - **Der Hersteller erhält keine Daten.** CodeForFire betreibt keinen Dienst, an den etwas fließen könnte. ## Welche Daten verarbeitet Lagebuch? Personenbezogene Daten entstehen an zwei Stellen: in den **Stammdaten** der Wehr, die dauerhaft auf dem Gerät liegen, und im **Einsatz** selbst, der als einzelne Datei gespeichert wird. | Kategorie | Enthaltene Angaben | Wo gespeichert | |---|---|---| | Stammdaten: Personal | Nachname, Vorname, Funktion, Funkrufname, **Telefonnummer** | `masterdata.db` | | Stammdaten: Fahrzeuge | Wache, Funkrufname, Sitzplätze – keine Personen | `masterdata.db` | | Funktionen im Einsatz | Name, Funkrufname, Abschnitt, **Telefonnummer**, von/bis | Einsatzdatei | | Atemschutzüberwachung | Name jedes Truppmitglieds mit Position (Truppführer, Truppmann, 2. Truppmann), Druckwerte und Zeiten | Einsatzdatei | | Einsatztagebuch (ETB) | Freitext bis 4000 Zeichen, Von/An, Richtung, „erfasst von“ | Einsatzdatei | | ETB-Korrekturen | **jede überschriebene Fassung bleibt erhalten**, mit Zeitpunkt und Bearbeiter | Einsatzdatei | | Einsatzdaten | Stichwort, Einsatznummer, **Straße und Ortsteil**, „abgeschlossen von“ | Einsatzdatei | | CO-Messprotokoll | **Name der Bewohnerin oder des Bewohners je Wohnung**, ppm-Wert, Status, Schlüssel vorhanden | Einsatzdatei | | Kräfte | Wache, Funkrufname, Stärke als Zahlen (ZF/GF/Mann, AGT), Status, Bemerkung – **keine Namen** | Einsatzdatei | | Aufgaben | Auftrag, Zuständiger (Freitext), „angelegt von“, „erledigt von“, Zeiten | Einsatzdatei | | Beteiligte | **Name, Telefonnummer und Notiz** von Personen außerhalb der Feuerwehr (z. B. Eigentümer, Fahrzeughalter, Polizei), „angelegt von“ | Einsatzdatei | | Dateien und Anhänge | Fotos und PDFs, deren Originaldateiname und „hinzugefügt von“ | Ordner neben der Einsatzdatei | | Änderungsprotokoll | wer wann welche Aktion ausgeführt hat | Einsatzdatei | Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit: **Das CO-Messprotokoll enthält Daten Dritter.** Erfasst werden hier Namen von Personen, die nicht der Feuerwehr angehören und die der Erfassung nicht zugestimmt haben. Die Verarbeitung erfolgt zur Einsatzdurchführung, und genau dieser Teil der Einsatzdatei sollte bei der Festlegung von Löschfristen zuerst betrachtet werden. Der Name ist ein Freitextfeld und kann leer bleiben – die Wohnung lässt sich auch ohne ihn eindeutig über Haus, Stockwerk und Lage kennzeichnen. **Auch die Beteiligten sind Daten Dritter.** Hauseigentümer, Fahrzeughalter oder die Ansprechperson der Polizei werden mit Name, Telefonnummer und Notiz erfasst. Diese Angaben stehen bewusst nur in dieser Liste und im PDF-Bericht – das ETB erhält beim Anlegen, Ändern oder Entfernen keinen Eintrag. Ein entfernter Eintrag ist damit aus der Einsatzdatei verschwunden; für Löschfristen gilt dasselbe wie für das CO-Messprotokoll. **Fotos enthalten mehr als das Bild.** Lagebuch entfernt keine EXIF-Metadaten aus angehängten Bildern. Ein mit dem Diensthandy aufgenommenes Foto behält damit unter Umständen GPS-Koordinaten, Aufnahmezeit und Gerätemodell – auch im exportierten PDF-Bericht. ### Woher die Stammdaten kommen Eine neue Installation startet mit **leeren** Stammdaten. Es sind keine Namen, Funkrufnamen, Wachen oder Telefonnummern im Programm enthalten; die einzigen mitgelieferten Beispieldaten sind frei erfunden. Personenbezogene Daten gelangen nur durch einen ausdrücklichen Import in der Stammdatenverwaltung auf das Gerät. Diese Regel ist im Quelltext festgeschrieben und nicht bloß Konvention. Einzelheiten zur Stammdatenpflege stehen in [docs/master-data.md](master-data.md). ## Wo liegen die Daten? ### Die Einsatzdatei Eine `.fwincident`-Datei ist eine **SQLite-Datenbank ohne Verschlüsselung**. Sie liegt dort, wo sie beim Speichern abgelegt wurde – Lagebuch gibt keinen Ort vor. Neben der Datei können betriebsbedingt Hilfsdateien mit den Endungen `-wal` und `-shm` entstehen. **Anhänge liegen nicht in der Einsatzdatei**, sondern in einem Ordner daneben, der denselben Namen trägt wie die Einsatzdatei, ergänzt um die Endung `.files`: ``` Einsatz-20260917.fwincident ← Einsatzdaten, ETB, Atemschutz, CO-Messung … Einsatz-20260917.files/ ← die angehängten Fotos und PDFs ``` Wer einen Einsatz kopiert, archiviert oder weitergibt, muss **beides** mitnehmen. Wer einen Einsatz löscht, muss beides löschen. Die Dateien im `.files`-Ordner tragen technische Namen, nicht die ursprünglichen Dateinamen; der Originalname steht in der Einsatzdatei. ### Die Programmdaten auf dem Gerät Alles Weitere liegt in einem einzigen Ordner: | Plattform | Ordner | |---|---| | Windows | `%AppData%\Lagebuch\` | | Linux | `~/.config/Lagebuch/` | | macOS | `~/.config/Lagebuch/` | Unter macOS ist das `~/.config` und nicht `~/Library/Application Support`: dorthin zeigt unter Unix der plattformübergreifend verwendete Standardpfad für Anwendungsdaten. | Datei oder Ordner | Inhalt | |---|---| | `masterdata.db` | die Stammdaten der Wehr, **einschließlich der Namen und Telefonnummern** | | `recent.json` | die zuletzt geöffneten Einsatzdateien mit vollständigem Pfad | | `last-save-folder.json` | der zuletzt zum Speichern verwendete Ordner | | `last-pdf-export.json` | der zuletzt für den PDF-Export verwendete Ordner | | `last-connection.json` | die zuletzt erfolgreich verbundene Gegenstelle, mit **Stichwort** des Einsatzes, Zeitpunkt und **PIN**, damit ein Wiederverbinden im Einsatz ohne Nachfragen geht; auf der Startseite mit „Letzte Verbindung vergessen“ löschbar (ältere Versionen: `last-join-host.json`, nur die Gegenstelle) | | `trust.json` | die gespeicherten Schlüssel-Fingerabdrücke der Gegenstellen | | `host-key.pem` | der private Schlüssel, mit dem dieses Gerät sich beim Freigeben ausweist; entsteht bei der ersten Freigabe, unter Linux und macOS nur für den eigenen Benutzer lesbar | | `attachment-cache/` | Kopien der Anhänge, die ein **verbundenes** Gerät vom Gastgeber geladen hat | Beim Öffnen eines Anhangs legt Lagebuch zusätzlich eine Arbeitskopie im temporären Verzeichnis des Systems an, unterhalb von `lagebuch/`. Diese Arbeitskopien löscht Lagebuch beim nächsten Programmstart; eine Kopie, die dann noch in einem Betrachter geöffnet ist, bleibt bis zu einem späteren Start liegen. ### Android Die Android-App speichert ausschließlich im app-eigenen Bereich: nichts auf der SD-Karte, nichts in frei zugänglichen Ordnern. Einsatzdateien, Stammdaten, der Anhang-Zwischenspeicher und die Exportdateien liegen dort. **Beim Deinstallieren der App entfernt Android all diese Daten.** ## Was das Gerät verlässt Von selbst: nichts. Es gibt im gesamten Programm genau drei Wege, auf denen Daten das Gerät verlassen können, und alle drei werden von der Bedienerin oder dem Bediener ausgelöst: 1. **Die Mehrgeräte-Verbindung.** Sie richtet sich an genau die Adresse, die im Verbindungsdialog eingegeben wurde. Einzelheiten im nächsten Abschnitt. 2. **Angeklickte Links.** Wetter, Karten oder Hydrantenplan aus den Stammdaten werden an den Standardbrowser des Systems übergeben. Lagebuch selbst ruft die Seite nicht ab. 3. **Der PDF-Bericht.** Er wird dorthin geschrieben, wo er im Speicherdialog abgelegt wird. Was danach mit ihm geschieht, liegt bei der Wehr – er enthält den vollständigen Einsatz einschließlich der eingebetteten Anhänge. Nicht vorhanden sind: Nutzungsstatistiken, Absturzberichte, Updateprüfungen, Werbe- oder Analysebibliotheken sowie Schriftarten oder Karten von fremden Servern. **Lagebuch schreibt heute keine Protokolldateien.** Das ist für den Datenschutz von Vorteil – es entsteht kein zweiter Ort mit personenbezogenen Daten –, hat aber eine Kehrseite: Nach einem Absturz gibt es nichts, was man zur Fehlersuche einreichen könnte. Sollte sich das in einer späteren Version ändern, wird es hier beschrieben. ## Die Mehrgeräte-Verbindung im Detail Ein Gerät kann einen Einsatz **im Netzwerk freigeben**, andere Geräte treten ihm bei. Der Gastgeber führt den maßgeblichen Stand; es gibt keinen dritten Rechner und keinen Dienst dazwischen. **Transport.** Fester Port 5859, ausschließlich HTTPS (TLS 1.2 oder 1.3, je nach Betriebssystem). Einen unverschlüsselten Zugang gibt es nicht. **Zertifikat.** Für jede Freigabe wird ein eigenes Zertifikat erzeugt: ECDSA P-256, SHA-256, rund 24 Stunden gültig. Es wird nie auf die Festplatte geschrieben und beim Beenden der Freigabe verworfen. Der Schlüssel darin bleibt dagegen derselbe: Er entsteht bei der ersten Freigabe und liegt in `host-key.pem`. So erkennen beigetretene Geräte den Gastgeber auch nach einem Neustart oder bei einem neuen Einsatz wieder. **Kennung.** Aus dem Schlüssel ergibt sich eine zwölfstellige Kennung, etwa `7K2Q-M9XD-4HPA`. Der Gastgeber zeigt sie an, wenn man auf seine PIN klickt. Einen Schlüssel mit derselben Kennung zu errechnen, würde Jahre dauern; stimmt die Kennung, der Schlüssel aber nicht, weist das Programm die Verbindung ohne Rückfrage ab. **Vertrauen.** Beim ersten Verbinden merkt sich das beitretende Gerät den SHA-256-Fingerabdruck des Schlüssels der Gegenstelle in `trust.json`. Meldet sich unter derselben Adresse später ein anderer Schlüssel – ein anderer Rechner, ein verlorener `host-key.pem` oder jemand, der sich dazwischenschaltet –, bricht die Verbindung ab und die Meldung nennt dessen Kennung. Erst wenn sie mit der Anzeige am Gastgeber übereinstimmt, vertraut „Kennung stimmt – vertrauen“ genau diesem Schlüssel. Zeigt der Gastgeber keine Kennung, läuft dort eine ältere Version; die Meldung sagt das. Fingerabdrücke aus älteren Versionen werden beim nächsten Verbinden nur dann still übernommen, wenn die Gegenstelle noch dasselbe Zertifikat vorlegt, sonst fragt das Programm nach der Kennung. Eine Möglichkeit, ein beliebiges Zertifikat zu akzeptieren, gibt es nicht. **PIN.** Der Beitritt verlangt eine vierstellige PIN, die für jede Freigabe neu und kryptografisch zufällig erzeugt und auf dem Gastgeber nur im Arbeitsspeicher gehalten wird; ein beigetretenes Gerät merkt sie sich in `last-connection.json`. Sie wird bei jeder Anfrage mitgeschickt. Der Gastgeber zählt falsche Eingaben über alle Gegenstellen hinweg: Nach zehn Fehlversuchen nimmt er keine neuen Geräte mehr an, auch nicht mit der richtigen PIN, und meldet das im Einsatz. Erst „Neue PIN“ öffnet den Beitritt wieder. Bereits verbundene Geräte arbeiten währenddessen weiter. **Was übertragen wird.** Nach jeder Änderung erhält jedes verbundene Gerät den vollständigen Stand des Einsatzes: Einsatzdaten, das gesamte ETB einschließlich der aufbewahrten Korrekturfassungen, Funktionen **mit Namen und Telefonnummern**, Kräfte, Atemschutztrupps mit den Namen der Truppmitglieder, Aufgaben, Beteiligte **mit Namen und Telefonnummern**, CO-Messprotokoll, Änderungsprotokoll und die Liste der Anhänge. Anhänge selbst werden nur auf Anforderung übertragen (höchstens 25 MB je Datei). **Der Gastgeber gibt seine Stammdaten weiter.** Damit beide Geräte dieselben Fahrzeuge, Funkrufnamen und Einsatzzeiten verwenden, überträgt der Gastgeber seinen **vollständigen Stammdatensatz – einschließlich der Personalliste mit Namen und Telefonnummern** – an jedes beitretende Gerät. Das beitretende Gerät speichert diesen Satz **nicht** dauerhaft; er gilt nur für die Dauer der Sitzung, und danach arbeitet das Gerät wieder mit seinen eigenen Stammdaten. Wichtig für die Bewertung: Die Personalliste ist ein dauerhafter Datenbestand der ganzen Wehr, kein einzelnes Ereignis – eine weitergegebene PIN öffnet also mehr als den Einsatz, für den sie ausgegeben wurde. **Anhänge auf dem beitretenden Gerät.** Geladene Anhänge bleiben im Ordner `attachment-cache/` liegen, auch nachdem die Verbindung beendet wurde. Er wird derzeit nicht automatisch geleert und gehört deshalb auf die Löschliste weiter unten. **Reichweite.** Der Gastgeber nimmt Verbindungen auf allen Netzwerkschnittstellen des Geräts an; eine Einschränkung auf bestimmte Adressbereiche findet nicht statt. Die im Programm angezeigte Adresse ist nur ein Vorschlag, den man am beitretenden Gerät eintragen kann. Praktisch heißt das: **Erreichbarkeit im Netz plus PIN ist die gesamte Zugangskontrolle.** Im vorgesehenen Einsatzfall – die eigenen Geräte im eigenen WLAN oder über Tailscale – ist das angemessen; in einem offenen Netz ist es das nicht. **Android** kann beitreten, aber selbst keinen Einsatz freigeben. Die App ist ein Begleitgerät. ## Technische und organisatorische Maßnahmen ### Was Lagebuch mitbringt - Datenhaltung ausschließlich lokal, ohne Konto und ohne Serverdienst. - Transportverschlüsselung mit TLS und Fingerabdruck-Bindung an die Gegenstelle, ohne Rückfallebene auf eine ungeprüfte Verbindung. - PIN-Pflicht beim Beitritt, mit Bremse gegen systematisches Durchprobieren: nach zehn Fehlversuchen ist der Beitritt gesperrt, bis eine neue PIN erzeugt wird. - Anhänge nur als JPEG, PNG, GIF, WebP oder PDF; Dateiname und Dateityp werden geprüft, damit sich keine ausführbare Datei als Bild ausgeben kann. Dateinamen werden bereinigt, Pfadangaben entfernt, die Länge begrenzt. - Beim Öffnen eines Anhangs prüft das Programm, dass es sich um eine echte Datei im eigenen Arbeitsverzeichnis handelt, bevor es sie an das Betriebssystem übergibt. - Nachvollziehbare Änderungshistorie: Korrekturen im ETB überschreiben nichts. - Keine Telemetrie, keine Protokolldateien, keine Drittanbieter-Dienste. - Überprüfbare Installationsdateien: zu jedem Release gehören SHA-256-Prüfsummen und ein Sigstore-Herkunftsnachweis, siehe [Downloads prüfen](../README.md#downloads-prüfen). ### Was die Wehr selbst regeln muss - **Festplattenverschlüsselung** des ELW-Laptops und der Tablets. Die Einsatzdatei und `masterdata.db` sind unverschlüsselt; der Schutz der Daten im Ruhezustand ist Aufgabe des Betriebssystems (BitLocker, LUKS, FileVault, Android-Geräteverschlüsselung). - **Bildschirmsperre und Zugang zum Gerät.** Wer am Laptop sitzt, sieht die Stammdaten. - **Ablage und Archivierung** der Einsatzdateien – immer zusammen mit dem zugehörigen `.files`-Ordner –, einschließlich Sicherung und Zugriffsschutz auf dem Ablageort. - **Löschfristen** für Einsatzdateien, PDF-Berichte und die Personalliste festlegen und umsetzen; siehe [Aufbewahren und Löschen](#aufbewahren-und-löschen). - **Umgang mit dem PDF-Bericht**, der den vollständigen Einsatz enthält: Versandweg, Empfängerkreis, Ablage. - **Weitergabe der PIN** im Einsatz: an wen sie gegeben wird und dass sie nicht über den Einsatz hinaus verwendet wird. - **Auswahl der Netzverbindung** für den Mehrgerätebetrieb: eigenes WLAN oder Tailscale, nicht das offene Gäste-WLAN der Einsatzstelle. ## Einordnung nach DSGVO Die folgenden Punkte sollen die Bewertung erleichtern; sie ersetzen die Prüfung durch die oder den zuständigen Datenschutzbeauftragten nicht. **Verantwortlicher** im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO ist die Feuerwehr beziehungsweise ihr Träger, in der Regel die Kommune. Die Entscheidung über Zwecke und Mittel der Verarbeitung trifft die Wehr, nicht CodeForFire. **Keine Auftragsverarbeitung.** CodeForFire stellt ein Programm zur Verfügung und betreibt keinen Dienst. Es gibt keine Schnittstelle, über die personenbezogene Daten an CodeForFire gelangen könnten, und folglich keine Verarbeitung im Auftrag nach Art. 28 DSGVO. **Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist daher nicht erforderlich** – es gibt keinen Auftragsverarbeiter. Auch eine Drittlandsübermittlung findet nicht statt. **Rechtsgrundlage.** Die Einsatzdokumentation ist für Feuerwehren regelmäßig eine gesetzlich vorgesehene Aufgabe; in Bayern ergibt sie sich aus dem Bayerischen Feuerwehrgesetz und dem Satzungsrecht des Trägers. Welche Rechtsgrundlage konkret herangezogen wird, bestimmt der Träger. **Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO).** Die Bausteine dafür stehen auf dieser Seite: | Angabe im Verzeichnis | Abschnitt hier | |---|---| | Kategorien betroffener Personen und Daten | [Welche Daten verarbeitet Lagebuch?](#welche-daten-verarbeitet-lagebuch) | | Speicherorte | [Wo liegen die Daten?](#wo-liegen-die-daten) | | Empfänger und Übermittlungen | [Was das Gerät verlässt](#was-das-gerät-verlässt) | | Technische und organisatorische Maßnahmen | [Technische und organisatorische Maßnahmen](#technische-und-organisatorische-maßnahmen) | | Löschfristen | [Aufbewahren und Löschen](#aufbewahren-und-löschen) – die Fristen selbst legt der Träger fest | **Betroffenenrechte in der Praxis.** Auskunft und Berichtigung erfolgen über die Einsatzdatei und die Stammdaten; Löschung bedeutet, die betreffenden Einträge oder die Datei zu entfernen. Eine Besonderheit ist ausdrücklich zu benennen: **Korrekturen im Einsatztagebuch überschreiben die Vorfassung nicht**, sondern bewahren sie mit Zeitpunkt und Bearbeiter auf. Das ist für die Dokumentationsintegrität gewollt – ein Einsatztagebuch, dessen Einträge sich spurlos ändern lassen, wäre als Nachweis wertlos. Berichtigung heißt dort also Ergänzung, nicht Überschreiben. Wer eine Vorfassung tatsächlich beseitigen will, muss den gesamten Eintrag löschen. ## Aufbewahren und Löschen Lagebuch hat **keine Funktion „alle Daten löschen“**, und eine Einsatzdatei lässt sich auch nicht aus dem Programm heraus löschen. Das Entfernen geschieht im Dateimanager des Systems. Vollständig ist es erst, wenn folgende Punkte abgearbeitet sind. **Windows, Linux, macOS** 1. Jede `.fwincident`-Datei, an allen Orten, an denen Einsätze gespeichert wurden (Anhaltspunkte liefern `recent.json` und `last-save-folder.json`), samt etwaiger `-wal`- und `-shm`-Dateien. 2. Zu jeder Einsatzdatei den gleichnamigen `.files`-Ordner. 3. Aus dem Programmordner (`%AppData%\Lagebuch\` beziehungsweise `~/.config/Lagebuch/`): `masterdata.db`, `recent.json`, `last-save-folder.json`, `last-pdf-export.json`, `last-connection.json`, `last-join-host.json` (von älteren Versionen), `trust.json` und den Ordner `attachment-cache/`. 4. Exportierte PDF-Berichte an ihren Ablageorten (den zuletzt verwendeten nennt `last-pdf-export.json`). 5. Den Ordner `lagebuch` im temporären Verzeichnis des Systems. Lagebuch leert ihn bei jedem Start selbst; übrig sind darin normalerweise nur die Arbeitskopien seit dem letzten Start. Danach ist der Programmordner selbst entbehrlich; Lagebuch legt ihn beim nächsten Start leer wieder an. **Android** Die App deinstallieren. Damit entfernt Android sämtliche oben genannten Daten, weil alles im app-eigenen Bereich liegt. **Wichtig:** Sicherungskopien, Netzlaufwerke und USB-Sticks, auf denen Einsatzdateien abgelegt wurden, erfasst das nicht. Sie gehören in das Löschkonzept der Wehr. ## Bekannte Grenzen Vollständigkeit ist hier wichtiger als ein guter Eindruck. - **Die Installationspakete sind noch nicht signiert.** Betriebssysteme warnen deshalb beim ersten Start. Die SignPath Foundation hat das Projekt abgelehnt; eine Bewerbung bei OSSign ist frühestens im Februar 2027 möglich, weil dort ein Mindestalter von sechs Monaten vorausgesetzt wird. Bis dahin sind Prüfsumme und Herkunftsnachweis der belastbare Ersatz. Einzelheiten in der [Roadmap](../ROADMAP.md). - **Die erste Verbindung zu einer Gegenstelle ist ungeprüft.** Der Fingerabdruck wird beim ersten Kontakt übernommen und ab dann erzwungen. Abgeglichen wird die Kennung erst, wenn sie sich ändert; beim ersten Mal fragt das Programm nicht danach. Wer in diesem Moment im selben Netz mitliest, könnte sich dazwischenschalten. Verbesserung ist geplant ([Issue #288](https://github.com/CodeForFire/lagebuch/issues/288)). - **Die PIN hat vier Stellen.** Das genügt, weil nach zehn Fehlversuchen der Beitritt gesperrt bleibt, bis jemand eine neue PIN erzeugt: Ein Angreifer hat so höchstens zehn Versuche unter 10.000 je Erneuerung. Er kann den Beitritt aber absichtlich sperren; neue Geräte kommen dann erst nach „Neue PIN“ hinein, verbundene arbeiten weiter. - **Erreichbarkeit plus PIN ist die gesamte Zugangskontrolle.** Wer beides hat, darf am Einsatz alles ändern. - **Der Name in „Wer dokumentiert?“ wird nicht überprüft.** Er dient der Zuordnung in der Anzeige, nicht der Berechtigung. Ein verbundenes Gerät kann einen beliebigen Namen angeben. - **EXIF-Daten in Fotos werden nicht entfernt** – siehe oben. Das Entfernen beim Anhängen ist geplant ([Issue #384](https://github.com/CodeForFire/lagebuch/issues/384)). - **Der Anhang-Zwischenspeicher eines beitretenden Geräts wird nicht automatisch geleert** ([Issue #382](https://github.com/CodeForFire/lagebuch/issues/382)) und steht deshalb auf der Löschliste oben. - **Das Dateiformat ist vor Version 1.0 nicht eingefroren.** Ältere Dateien werden beim Öffnen migriert; ab 1.0 gilt die Zusage, dass eine Datei dauerhaft lesbar bleibt. - **Es gibt keine Protokolldateien** – zum Schutz der Daten gut, zur Fehlersuche nach einem Absturz schlecht. Dieselben Punkte stehen – auf Englisch und aus der Sicht eines Sicherheitsforschers – auch in [SECURITY.md](../SECURITY.md). ## Fragen und Meldungen - Fragen zum Datenschutz, zur Installation oder zum Betrieb im ELW gerne unter [Fragen & Antworten](https://github.com/CodeForFire/lagebuch/discussions/categories/fragen-antworten) stellen. - **Sicherheitslücken bitte nicht öffentlich melden**, sondern vertraulich über [SECURITY.md](../SECURITY.md). - Fehler oder Lücken in dieser Seite: bitte [ein Issue öffnen](https://github.com/CodeForFire/lagebuch/issues/new/choose). Eine Seite, der ein Datenschutzbeauftragter nicht vertrauen kann, nützt niemandem.