# IuM-Lernwerk – Gesamtdesign **Status:** zur schriftlichen Nutzerreview **Fassung:** 1.0 **Datum:** 27. Juli 2026 **Arbeitsname:** IuM-Lernwerk **Geltungsbereich der ersten Ausbaustufe:** Informatik und Medienbildung, Gymnasium Baden-Württemberg, Klassen 5–7 ## 1. Zielbild Das IuM-Lernwerk wird ein öffentliches, offen lizenziertes und modular aufgebautes digitales Lernwerk für das Fach Informatik und Medienbildung. Es soll die Funktion eines vollständigen Lehrwerks übernehmen, ohne die Struktur eines gedruckten Schulbuchs digital nachzuahmen. Der Kern besteht aus: - interaktiven Lernmodulen für Schülerinnen und Schüler; - einem übergreifenden und modulspezifischen Lehrkräftehandbuch; - einem verbindlichen, progressiven Kernlernweg; - flexibel einsetzbaren Vertiefungs-, Transfer- und Projektmodulen; - einem vollständigen Curriculum- und Quellenmapping; - einem datensparsamen, lokalen Arbeits- und Exportmodell; - didaktisch begründeten analogen Materialien, wenn diese dem Lerngegenstand besser entsprechen; - einer offenen technischen und inhaltlichen Veröffentlichung über GitHub. Das Lernwerk wird für gemeinsam orchestrierten Unterricht entwickelt. Selbstständige digitale Arbeitsphasen sind ein wichtiger Bestandteil, ersetzen aber nicht gezielte Instruktion, fachliches Gespräch, gemeinsame Modellbildung, Sicherung und Unterrichtsführung. ## 2. Verbindliche Produktentscheidungen ### 2.1 Digitales Primärmedium Digital ist das selbstverständliche Primärmedium des Lernwerks. Interaktivität wird eingesetzt, wenn sie fachliches Verstehen, Modellieren, Erproben, Programmieren, Produzieren, Vergleichen oder Reflektieren verbessert. Analoge Materialien werden nicht als parallele Vollfassung gepflegt. Sie entstehen nur, wenn die Medienwahl fachlich oder lernpsychologisch begründet ist, zum Beispiel für: - haptische Modelle; - körperlich ausgeführte Algorithmen; - Unplugged-Informatik; - konzentriertes Skizzieren; - Kartensortierungen oder räumliche Anordnungen; - Diskussionen, die ohne Bildschirm lernfunktionaler sind; - schriftliche Leistungssituationen. ### 2.2 Hybrid aus Progression und Modularität Das Lernwerk verbindet zwei Zugänge: 1. Ein verbindlicher Kernlernweg sichert fachliche Progression und vollständige Curriculum-Abdeckung. 2. Vertiefungs-, Transfer- und Projektmodule können an definierte Voraussetzungen andocken und flexibel eingesetzt werden. Module sind daher weder vollständig voraussetzungslos noch nur innerhalb einer starren Jahresfolge nutzbar. Jedes Modul weist seine Voraussetzungen und Abhängigkeiten maschinenlesbar aus. ### 2.3 Lehrkraftorchestrierter Unterricht Das Lernwerk ist kein vollständig selbstgesteuerter Onlinekurs. Es unterstützt: - gemeinsame Einstiege und Problemstellungen; - kurze explizite Erklärungen; - angeleitete und selbstständige Arbeitsphasen; - Programmier- und Produktionswerkstätten; - Partner- und Gruppengespräche mit klarer Funktion; - gemeinsame Sicherung; - sichtbare Lernprodukte; - Rückmeldung durch Selbstprüfung, Austausch und Lehrkraft. ### 2.4 Keine integrierte personenbezogene Diagnostik Das Lernwerk erhebt, überträgt oder analysiert keine personenbezogenen Lernstands- oder Nutzungsdaten. Es gibt: - keine Konten; - keine Namen oder Profile; - keine zentral gespeicherten Kompetenzstände; - keine Lernanalyse; - keine automatisierte Bewertung; - keine Tracker; - keine personenbezogene Telemetrie. Lernen wird durch lokale Selbstchecks, sichtbare Produkte, Gespräche, Testfälle und Unterrichtsbeobachtung erkennbar. Die pädagogische Einordnung bleibt bei der Lehrkraft. ### 2.5 Offenheit Das Lernwerk wird: - öffentlich ohne Anmeldung zugänglich; - als Quellcode und Inhaltsbestand über GitHub geteilt; - auf statischem Hosting veröffentlichbar; - in andere Webseiten oder Lernmanagementsysteme verlinkbar oder einbettbar; - nach Möglichkeit vollständig als Open Educational Resources nutzbar. Eigene Lerninhalte stehen unter **CC BY-SA 4.0**. Eigener Programmcode steht unter der **MIT-Lizenz**. Abweichend lizenzierte Drittmaterialien werden einzeln ausgewiesen und dürfen die freie Nachnutzung des Kernlernwerks nicht blockieren. ## 3. Normative und curriculare Grundlage Die beigefügte Lesehilfe „Informatik und Medienbildung für die Klassen 5 bis 7 im Schuljahr 2026/2027“ ist eine zentrale Planungsgrundlage, aber kein in Kraft gesetzter Bildungsplan. Für einen belastbaren Lehrwerksersatz müssen mindestens gemeinsam ausgewertet werden: 1. Lesehilfe Informatik und Medienbildung 5–7, Schuljahr 2026/2027; 2. Bildungsplan 2016 Gymnasium – Basiskurs Medienbildung; 3. Bildungsplan 2016 Gymnasium – Aufbaukurs Informatik Klasse 7; 4. zugehörige prozessbezogene Kompetenzen und Operatoren; 5. neue amtliche Vorgaben und der künftige Fachplan Informatik und Medienbildung nach Veröffentlichung. Für das Gymnasium gelten in der Lesehilfe die Kompetenzen des Niveaus E. Die Lesehilfe bündelt fünf Kompetenzbereiche: - Digitalität und Partizipation; - Information und Daten; - Algorithmen; - Kommunikation und Sicherheit; - Digitales Arbeiten. Das Curriculum-Mapping ist die verbindliche Quelle für die Aussage, dass das Lernwerk die Vorgaben vollständig abdeckt. Themenlisten oder Modulnamen allein gelten nicht als Abdeckungsnachweis. ### Amtliche Online-Grundlagen - Fachseite Informatik und Medienbildung: https://km.baden-wuerttemberg.de/de/schule/schulartuebergreifend/mint/schule-und-unterricht/informatik-und-medienbildung - FAQ zur Bildungsreform und Inkraftsetzung: https://km.baden-wuerttemberg.de/de/schule/schulartuebergreifend/faq-bildungsreform - Basiskurs Medienbildung Gymnasium: https://www.bildungsplaene-bw.de/%2CLde/LS/BP2016BW/ALLG/GYM/BMB - Aufbaukurs Informatik Klasse 7 Gymnasium: https://www.bildungsplaene-bw.de/%2CLde/LS/BP2016BW/ALLG/GYM/INF7 ## 4. Didaktische Modulgrammatik Die Lesehilfe wird nicht als Folge digitaler Buchkapitel abgebildet. Ein Modul geht von einem sinnvollen Problem, Phänomen, Modellierungsanlass oder Gestaltungsauftrag aus und weist seine Curriculum-Abdeckung im Hintergrund exakt nach. Jedes Kernmodul enthält sieben funktionale Bausteine. ### 4.1 Orientierung und Herausforderung Ein relevantes Phänomen oder Problem eröffnet die fachliche Frage. Lernziel, erwartetes Lernprodukt und Funktion des Moduls werden verständlich gemacht. ### 4.2 Vorwissen aktivieren Kurze Aufgaben aktivieren vorhandene Kenntnisse und Vorstellungen. Die Ergebnisse werden nicht zentral gespeichert. Das Lehrkräftehandbuch beschreibt erwartbare Ausgangsvorstellungen und mögliche Anschlussreaktionen. ### 4.3 Konzept aufbauen Neue informatische oder medienbildnerische Modelle werden durch ein begründetes Verhältnis von Erkundung und expliziter Erklärung entwickelt. Weder unbegleitetes Entdecken noch durchgängige Instruktion ist der Standard. ### 4.4 Angeleitet erproben Lernende wenden das Konzept zunächst in überschaubaren Situationen an. Gestufte Hilfen adressieren konkrete Lernhürden, ohne die zentrale Denkhandlung zu übernehmen. ### 4.5 Eigenständig handeln oder produzieren Es entsteht ein fachlich aussagekräftiges Produkt, zum Beispiel: - ein Programm; - ein Daten- oder Systemmodell; - eine nachvollziehbare Codeanalyse; - ein Sicherheitskonzept; - ein Erklärmodell; - ein Medienprodukt; - ein begründetes Urteil; - eine dokumentierte Test- oder Überarbeitungsentscheidung. ### 4.6 Prüfen, überarbeiten und übertragen Lokale Selbstchecks, Testfälle, Vergleichskriterien, Musterbeispiele oder Gegenbeispiele unterstützen die Revision. Das Modul erzeugt dabei kein personenbezogenes Kompetenzprofil. ### 4.7 Gemeinsam sichern Das Lehrkräftehandbuch enthält einen verbindlichen Sicherungs- und Gesprächspunkt. Begriffe, Modelle, typische Fehlvorstellungen und wesentliche Ergebnisse werden zusammengeführt. ## 5. Fachliche Progression Die fünf Kompetenzbereiche werden als wiederkehrende Lernstränge geführt. Sie bilden eine Spirale: Zentrale Konzepte kehren in anspruchsvolleren Zusammenhängen wieder und werden zunehmend miteinander verbunden. ### 5.1 Klasse 5 – Handlungsfähig werden **Leitidee:** Meine digitale Lern- und Lebenswelt verstehen und sicher gestalten. Vorgesehene Schwerpunkte: - Geräte, Betriebssystem, Dateien und Speicherorte; - schulische digitale Arbeitsumgebung; - Regeln, Kommunikation und Zugangsschutz; - verantwortliche Mediennutzung; - Informationen suchen, auswählen und strukturiert darstellen; - erste Modelle von Internet, Client–Server und Cloud; - präzise Handlungsanweisungen und einfache Algorithmen; - Anweisungen und feste Schleifen; - erste bewusst gestaltete digitale Produkte. Digitale Arbeitskompetenzen werden früh gesichert und anschließend in fachlich gehaltvollen Aufgaben weiterentwickelt. Das Lernwerk wird kein dauerhafter Software-Bedienkurs. ### 5.2 Klasse 6 – Informationen und Wirkungen durchschauen **Leitidee:** Wie digitale Angebote Informationen auswählen, Verhalten beeinflussen und Daten nutzen. Vorgesehene Schwerpunkte: - Akteure, Interessen, Werbung und personalisierte Auswahl; - personenbezogene Daten, Metadaten und informationelle Selbstbestimmung; - Quellenprüfung und widersprüchliche Informationen; - KI-generierte Rechercheergebnisse; - Codierungen für unterschiedliche Zwecke; - vertiefte blockbasierte Programmierung; - soziale Medien, Selbstdarstellung, Konflikte und Cybermobbing; - Medienproduktion, Wirkungsabsicht, Urheberrecht und offene Lizenzen. Medienkritik wird mit technischen Erklärungsmodellen verbunden. Lernende sollen Mechanismen verstehen und nicht nur Chancen oder Risiken aufzählen. ### 5.3 Klasse 7 – Digitale Systeme analysieren und gestalten **Leitidee:** Wie Daten, Algorithmen und mediale Gestaltung digitale Wirklichkeit erzeugen. Vorgesehene Schwerpunkte: - Binärcodierung von Text und Bild; - Datenmengen und Ressourcenverbrauch; - Schleifen, Verzweigungen, Ausdrücke und Datentypen; - Übergabe und Rückgabe; - Programme analysieren, testen und verbessern; - Verschlüsselung, Angriffe und Sicherheitsbewertung; - Gaming, Monetarisierung, Immersion und soziale Wirkungen; - Desinformation und Deepfakes; - mediale Geschlechterrollen und Schönheitsideale; - technische Veränderung von Medien; - reflektierte Gestaltung eigener Medienprodukte. ### 5.4 Perspektivenverknüpfung Ein Modul verbindet technische Funktionsweise, praktische Anwendung und gesellschaftliche Wirkung, wenn dies fachlich trägt. Nicht jedes Modul muss alle Perspektiven künstlich enthalten. Der gesamte Lernweg muss sie jedoch wiederholt und zunehmend anspruchsvoll zusammenführen. Die endgültige Verteilung der kombinierten Kompetenzen für die Klassen 5 und 6 wird aus dem vollständigen Curriculum-Mapping abgeleitet. Diese Verteilung ist versionierbar und wird nach Erprobung überprüft. ## 6. Bestandteile eines vollständigen Moduls Jedes freigabefähige Kernmodul umfasst: - eine responsive Lernendenanwendung; - ein kompaktes Lehrkräftehandbuch; - ein Curriculum- und Quellenmapping; - definierte Voraussetzungen und Modulabhängigkeiten; - Lernziele und beobachtbare Lernprodukte; - erwartbare Fehlvorstellungen und Lernhürden; - passende gestufte Unterstützungen; - lokale Speicherung, Export und Löschen; - Lösungen, Testfälle oder Qualitätskriterien; - didaktisch begründete analoge Materialien, falls erforderlich; - Lizenz- und Quelleninformationen; - technische und didaktische Prüfnachweise. ## 7. Lehrkräftehandbuch ### 7.1 Übergreifendes Handbuch Das übergreifende Handbuch enthält: - didaktisches und informatikdidaktisches Gesamtkonzept; - vollständiges Curriculum-Mapping; - empfohlene Jahresverteilungen mit Zeitpuffern; - Kern-, Vertiefungs- und Projektpfade; - fachliche Progression und Modulabhängigkeiten; - technische Voraussetzungen; - Datenschutz- und Local-First-Konzept; - Umgang mit Heterogenität; - Grundlage für spätere Niveaudifferenzierung; - Medienwahlprinzipien und Ausfallalternativen; - Quellen-, Lizenz- und Aktualisierungsregeln. ### 7.2 Modulhandbuch Zu jedem Modul werden dokumentiert: - Stellenwert im Lernweg; - notwendiges Vorwissen; - Lernziele und Lernprodukte; - fachlicher Hintergrund; - typische Fehlvorstellungen; - Verlaufsvarianten; - Stellen für Erklärung, Modellbildung, Austausch und Sicherung; - Scaffolds und Vertiefungen; - Lösungen, Testfälle oder Qualitätskriterien; - nichttechnische Diagnosegelegenheiten; - technische Hinweise und Fallbacks; - Curriculum-, Quellen- und Lizenznachweise. ## 8. Datensparsames Beurteilungsinstrumentarium Ein zunächst vollständiges Beurteilungsinstrumentarium gehört als veränderbarer Arbeitsstand zum Projekt. Es kann nach späterer Prüfung reduziert werden, ohne die Kernmodule oder deren Lernziele umzubauen. Mögliche Bestandteile: - bewertbare Programmier-, Analyse- und Medienprodukte; - transparente Kriterienraster; - kurze praktische Kompetenzaufgaben; - mündliche Erklär- und Begründungsanlässe; - bewusst exportierte lokale Lernprodukte; - analoge oder lokal ausgeführte schriftliche Lernstandsüberprüfungen; - Musterlösungen und kommentierte Qualitätsbeispiele; - Hinweise zur Trennung von Lern- und Leistungssituationen. Das Lernwerk vergibt keine Noten, Punkte oder Kompetenzprofile. Die pädagogische Bewertung bleibt bei der Lehrkraft. ## 9. Forschungsarchitektur Vor einer Serienproduktion werden vier Recherchepakete aufgebaut. ### 9.1 Informatikdidaktik Klassen 5–7 Untersucht werden: - Lernprogressionen für Algorithmen und Programmierung; - Daten, Codierung, Netze und Kryptografie; - typische Fehlvorstellungen; - geeignete externe Repräsentationen; - Code lesen, erklären, modifizieren, testen und selbst entwickeln; - Verhältnis von Erkundung, Anleitung, Beispiel und eigenständiger Lösung; - fachlich begründete analoge und digitale Zugänge. ### 9.2 Didaktik der Medienbildung Untersucht werden: - informationelle Selbstbestimmung; - Quellenprüfung und Informationsqualität; - Plattform-, Werbe- und Personalisierungslogiken; - digitale Kommunikation; - Gaming; - Desinformation und Deepfakes; - Medienwirkung; - produktive Mediengestaltung; - digitale Mündigkeit und Partizipation. ### 9.3 Lernpsychologie und Unterrichtswissenschaft Untersucht werden: - Vorwissen und kognitive Aktivierung; - Cognitive Load; - Scaffolding und Adaptivität; - Beispiele, Übungsfolgen und Festigung; - Abruf und Transfer; - Feedback; - Motivation und Selbstregulation; - multimediales Lernen; - konstruktive Unterstützung und Aufgabenqualität. Als lokaler Ausgangsrahmen dienen insbesondere die IBBW-Bände zu: - Grundlagen wirksamen Unterrichts; - konstruktiver Unterstützung; - Aufgaben im Fachunterricht; - digitalen Medien. ### 9.4 Digitale Lernumgebungen und OER Untersucht werden: - Local-First-Interaktionen; - barrierearme Lernnavigation; - Datenschutz; - offene Lizenzen; - nachhaltige Webtechnologien; - schulische Geräte und Browser; - Offlinefähigkeit; - Wiederverwendung und Einbettung. ### 9.5 Quellen- und Statusregel Rechercheergebnisse werden nicht unmittelbar zu verbindlichen Regeln. Aussagen werden unterschieden als: - Bildungsplanvorgabe; - fachdidaktischer Forschungsstand; - lernpsychologischer oder erziehungswissenschaftlicher Befund; - projektbezogene Designentscheidung; - zu erprobende Praxisheuristik. Für die Reife gilt: ```text draft → working → reviewed → standard ``` Deep-Research-Berichte sind Rechercheeingänge. Sie werden quellenkritisch geprüft, auf Primärquellen zurückgeführt und kuratiert, bevor sie Fachprofil, Modulstandard oder Lernmaterial steuern. ## 10. Technische Architektur ### 10.1 Grundstack Vorgesehen sind: - Astro als statischer Portal- und Inhaltsgenerator; - TypeScript für interaktive Funktionen; - kleine gekapselte interaktive Komponenten; - HTML und CSS als robuste Basis; - progressive Verbesserung; - IndexedDB für versionierte lokale Lernstände; - Progressive-Web-App-Funktionen für Offlinebetrieb; - GitHub Actions für Tests, Build und Veröffentlichung; - statisches Hosting ohne Backend. ### 10.2 Zielstruktur ```text apps/ lernwerk-portal/ modules/ / module.yaml lernumgebung/ lehrkraeftehandbuch/ assets/ print/ curriculum/ lesehilfe-2026-27/ basiskurs-medienbildung/ aufbaukurs-informatik/ packages/ module-runtime/ ui-components/ local-state/ export-import/ schemas/ tests/ docs/ ``` Der Ordner `print/` wird pro Modul nur angelegt, wenn ein analoges Material fachlich oder lernpsychologisch begründet ist. ### 10.3 Modulmanifest Jedes `module.yaml` beschreibt mindestens: - eindeutige Modul-ID und Version; - Klasse und Lernstrang; - Modulstatus; - Voraussetzungen und Abhängigkeiten; - Zeitrahmen und Einsatzformen; - verbindliche Kompetenzen; - Lernziele und Lernprodukte; - verwendete interaktive Komponenten; - analoge Materialien samt Begründung; - Quellen und Lizenzen; - technische und didaktische Prüfergebnisse. Aus den Manifesten werden Portal, Kernlernweg, Modulübersicht, Abhängigkeitsprüfung und Curriculum-Abdeckungsbericht erzeugt. ## 11. Lokaler Datenfluss und Datenschutz Der reguläre Datenfluss lautet: ```text Eingabe im Modul → Validierung im Browser → versionierter lokaler Speicher → Anzeige und Weiterarbeit → bewusster Export durch die Lernenden ``` Regeln: - Module verlangen keine Namen oder anderen Identifikationsdaten. - Exporte werden bewusst ausgelöst. - Importe werden vollständig validiert, bevor Daten übernommen werden. - Lernstände können vollständig gelöscht werden. - Neue Modulversionen überschreiben keine vorhandenen Arbeiten unbemerkt. - Gerätewechsel erfolgt nur über einen bewusst erzeugten Export und Import. - Es gibt keine serverseitige Speicherung. ## 12. Offlinebetrieb und Fehlerverhalten Nach dem ersten vollständigen Laden stehen Kernmodule offline zur Verfügung. Externe Quellen werden als Online-Inhalte gekennzeichnet. Wenn lokales Speichern nicht verfügbar ist: - bleibt das Modul grundsätzlich nutzbar; - wird der flüchtige Zustand verständlich angezeigt; - wird ein unmittelbarer Export angeboten; - wird kein erfolgreicher Speichervorgang vorgetäuscht. Beschädigte oder inkompatible Importe werden ohne Teilübernahme zurückgewiesen. Bei Modulaktualisierungen gilt: - vorhandene Lernstände werden migriert, wenn eine sichere Migration definiert ist; - andernfalls wird vor der Nutzung der neuen Fassung ein Export angeboten; - Aktualisierungen überschreiben keine laufende Arbeit stillschweigend. Fehlende Offline-Ressourcen werden mit einer verständlichen Wiederholungsoption angezeigt. Das Kernmodul darf wegen einer nicht zentralen externen Ressource nicht vollständig ausfallen. ## 13. Qualitätssicherung ### 13.1 Didaktische Gates Vor einer Freigabe werden geprüft: - vollständiges Curriculum-Mapping; - fachliche Richtigkeit; - tragfähige Lernziele und Lernprodukte; - kognitiv aktivierende Lernhandlungen; - Sinn und Eigenleistung; - angemessene Unterstützung; - typische Fehlvorstellungen; - begründeter Einsatz des Mediums; - Funktion der gemeinsamen Sicherung; - Passung von Lern- und Leistungssituationen. ### 13.2 Technische Gates Automatisiert geprüft werden: - Manifest- und Quellenstruktur; - Curriculum-Verknüpfung; - Modulabhängigkeiten; - lokales Speichern; - Export, Import und Löschen; - Offlinebetrieb und Aktualisierung; - Tastatur- und Touchbedienung; - responsive Darstellung; - WCAG 2.2 AA; - interne und externe Links; - Lizenzangaben; - Performancebudgets; - unterstützte Browser. Zielgeräte sind insbesondere: - Safari auf aktuellen schulischen iPads; - aktuelle Chromium-Browser auf Desktop und Notebook; - aktuelle Firefox-Versionen. ### 13.3 Review und Erprobung Vor dem Status `standard` erfolgen: 1. fachliches Review; 2. didaktisches Review; 3. technische Prüfung; 4. Prüfung des Lehrkräftehandbuchs; 5. kleine Unterrichtserprobung; 6. dokumentierte Entscheidung über notwendige Revisionen. Ein einzelner Praxisbefund verändert zunächst das konkrete Modul. Allgemeine Regeln werden erst nach wiederholtem oder besonders schwerwiegendem Befund angepasst. ## 14. Projektphasen und abgegrenzte Teilprojekte Das Gesamtdesign beschreibt ein mehrjähriges Produkt und wird nicht als ein einziger Implementierungsplan behandelt. ### Phase 0 – Forschungs- und Curriculumfundament - vier Deep-Research-Pakete; - quellenkritische Kuration; - Fachprofil Informatik und Medienbildung Gymnasium 5–7; - vollständiges Mapping von Lesehilfe und geltenden Bildungsplänen; - erster Entwurf der Modulroadmap. ### Phase 1 – Plattformfundament - Repository- und Paketstruktur; - Modulmanifest und Schema; - Portal-Grundgerüst; - Local-First-Speicher; - Export und Import; - PWA- und Offlinegrundlage; - automatische Qualitätsgates. ### Phase 2 – Goldstandard-Pilot - ein curricular zentraler Pilotstrang; - vollständiges Lernendenmodul; - vollständiges Modulhandbuch; - Curriculum-, Quellen- und Lizenzmapping; - technische und didaktische Prüfung; - kleine Unterrichtserprobung. ### Phase 3 – Kernlernweg Klassen 5–7 - priorisierte Serienproduktion entlang der Modulroadmap; - jahrgangsweise Freigabe; - wiederkehrende Qualitäts- und Erprobungsschleifen. ### Phase 4 – Erweiterung - Vertiefungs-, Transfer- und Projektmodule; - spätere Niveaudifferenzierung G, M und E; - Anpassung an den neuen Fachplan nach Inkraftsetzung; - optionale Einbettungs- und Austauschformate. Der erste Umsetzungsplan nach Freigabe dieser Spezifikation gilt ausschließlich für **Phase 0 – Forschungs- und Curriculumfundament**. Plattform und Pilotmodul erhalten anschließend eigene Spezifikationen und Pläne. ## 15. Abgrenzungen der ersten Ausbaustufe Nicht Bestandteil der ersten Ausbaustufe sind: - Klassen 8–11; - Niveaudifferenzierung G und M; - Nutzerkonten; - zentrale Datenspeicherung; - integrierte Lernanalyse; - automatische Benotung; - ein vollständiger Parallelbestand als Drucklehrwerk; - eine Festlegung des langfristigen Hostinganbieters; - eine visuelle Marken- und Komponentenbibliothek ohne gesonderte Designspezifikation. Diese Abgrenzungen sind bewusst gesetzt. Sie verhindern nicht, dass spätere Phasen auf der Architektur aufbauen. ## 16. Erfolgskriterien des Gesamtprojekts Das IuM-Lernwerk erfüllt sein Ziel, wenn: - die geltenden Vorgaben für Gymnasium 5–7 nachweisbar vollständig abgedeckt sind; - Lernmodule fachlich, didaktisch und technisch geprüft sind; - digitale Funktionen einen begründeten Lernmehrwert haben; - das Lernwerk ohne Konto öffentlich nutzbar ist; - lokale Arbeit offline fortgesetzt, exportiert und gelöscht werden kann; - Lehrkräfte Unterricht ohne ein zusätzliches kommerzielles Lehrwerk planen und durchführen können; - Quellen und Lizenzen vollständig nachvollziehbar sind; - Module auf schulischen iPads und aktuellen Desktopbrowsern zuverlässig funktionieren; - der Kernlernweg eine erkennbare Progression besitzt; - Module offen über GitHub nachgenutzt und weiterentwickelt werden können. ## 17. Nächster Freigabeschritt Diese schriftliche Spezifikation wird durch den Nutzer geprüft. Nach ihrer Freigabe wird ein detaillierter Arbeitsplan ausschließlich für Phase 0 erstellt.