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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Am 26. April
mann, als er sich zum Conseil in den Louvre begab, von
Vitry, Capitän der Leibwache, auf Befehl des Königs
rischen Dinge in der ganzen Oper. Der Verfasser des Text
buches Ritter v. (Levitschnigg
fünfbändigen Roman von August Maquet
du baigneur
das auch nur mit zweifelhaftem Erfolg gelang. Sehen wir,
wie die Handlung der Oper sich in ihren Hauptzügen vor dem
Zuschauer abspielt.
Der im Charakter eines Vorspiels gehaltene erste Act
führt uns mitten in ein ländliches Fest vor dem Schloß des
alten Grafen
(Herr
Letzterer erscheint und erzählt ein mysteriöses Abenteuer, das
er soeben bestanden. Vermummte Reiter hätten ihn gezwungen,
einen Brief augenblicklich der Königin zu überbringen, diese
sei über den Inhalt des Schreibens in die größte Aufregung
gerathen, und
Haar, als eine unbekannte junge Dame ihm plötzlich zu rascher
Flucht verhalf. Kaum ist die Erzählung zu Ende, als
rethe Destinn) — sie ist jene unbekannte
sich bei dem bevorstehenden Maskenball bieten soll, vertröstet.
Auf diesem Ball soll auch
schlag wird aber entdeckt, die Verschworenen fliehen, nur
wiedergefunden.
die Beiden und beschuldigt seine Braut des Einverständnisses
mit
her. Um die politische Intrigue der Königin nicht zu verrathen,
welche damals
„denn es gilt Fürstenglück!“
gekerkert,
als den intellectuellen Urheber von
verrathen droht) die Freilassung
selbst eilt mit der Nachricht der Begnadigung in den Kerker
zu
pelter Inbrunst ans Herz drückt. Beide eilen aus der Bastille
auf die von Tumult und Waffengeklirr widerhallenden Straßen.
(Herr Mayerhofer) erschießt ihn „im Namen des Königs.“
So weit läßt sich aus dem Textbuch der Zusammenhang
des Ganzen construiren. Als unvorbereiteter Zuschauer versteht
man aber so gut wie gar nichts von diesem Zusammenhang.
Wir hören fortwährend von bedeutungsvollen Briefen sprechen
(dem von
dem Brief, den Harley seinem Sohn vermacht) und erfahren
virung dieser Vorgänge in irgend einem Winkel des Textbuches
versteckt ist, allenfalls in 3—4 Zeilen, welche die undeutliche
Aussprache des Sängers oder der Schwall des Orchesters ver
schlingt, das hilft dem Zuschauer nichts, der an ein Büh
nenstück die berechtigte Anforderung stellt, sich selbst zu erklären.
Die Angelpunkte der dramatischen Bewegung im „
überdies nicht blos versteckt und verschoben, sondern obendrein
ungeeignet für ein musikalisches Drama: es sind politische In
triguen. Welch ungerechtfertigtes Schlaglicht der Titel auf die
Person
Act zu Act immer deutlicher. Nicht nur ist
Held, er ist kaum mehr als Vorwand und Staffage der Hand
lung. Man kann ihn einfach herausstreichen, ohne den Zusam
menhang des Dramas zu stören. Nicht
rego
dem Liebespaar. In Dorego haßt
Axiom: „was nicht klar ist, ist nicht
den ebenso wahren Satz formen: was nicht verständlich ist, ist
nicht musikalisch.
Vorzüge technischer Art kann man dem Libretto Levit
nicht absprechen; es vertheilt die Handlung und die
Die Musik zum „ Löwe, und die erste größere
Was an Herrn Löweʼs Arbeit zunächst sehr vortheilhaft
das specifisch Dramatische und theatralisch Wirksame außer
Zweifel. Die absolut musikalische Erfindungskraft des
Componisten scheint uns geringer als das Talent für drama
tische Auffassung. Die Musik zum „
einzelne sehr hübsche melodische Momente, im Ganzen kann
man ihr besondere Originalität und schöpferische Kraft nicht
zugestehen. Reminiscenzen an Meyerbeer und
Von der
liche, aber Uebertriebene, Grelle des dramatischen Ausdrucks.
Die größte Furcht junger Componisten, mißverstanden zu wer
den, läßt ihn überall zu viel des Guten thun. So kommt
zu der aufs Aeußerste gespannten Exaltation der Gesangs
partien ein fortwährend mit allen Mitteln arbeitendes, mit
unruhigem Detail überladenes Orchester. Das Bestreben, stets
mit charakteristischen und glänzenden Farben zu malen, ver
leitet den Componisten zu übermäßigem Künsteln mit den In
strumenten. Bald ergeht sich die Harfe in schwelgenden Arpeggien,
bald mahnen die geheimnißvoll tiefen Töne der Holzbläser,
dann flimmern die Geiger tremolirend in höchster Lage, um
wieder schnell düstern Posaunenklängen mit Paukenwirbel Platz
zu machen u. s. f. Eine bedeutende Effectkenntniß in Behand
lung des Orchesters ist Löwe jedenfalls nachzurühmen,
reibt den andern auf. Die Klangmischungen wechseln zu
oft, die Bläser herrschen zu sehr, man sehnt sich nach dem
Streichquartett, das doch Grundlage und Hauptinhalt des Or
chesters bleiben soll. Dieselbe Unruhe wie in
mentirung herrscht in seiner Harmonik: offenbar fließt dies
unersättliche Moduliren aus der gleichen Quelle: dem Drang
immer und überall charakteristisch zu sein. Dieser Drang
schadet mancher gut angelegten und hübsch anfangenden Num
mer. Kaum hat der Componist den Bogen angelegt, so spannt
er ihn auch schon bis zum Zerreißen. Für die Singstimmen
schreibt
mit zu großer Bevorzugung des äußerlich Effectvollen. Mit
Vorliebe läßt er die Stimme in Phrasen von einem oder zwei
Tacten ihren ganzen Umfang von Oben bis Unten (am lieb
sten in den Intervallen des verminderten Septaccords) durch
messen, eine Manier, die wie manches Melodische bei
sehr an das Raffinement der
Um einige Einzelheiten zu nennen, heben wir aus dem
1. Act
lebhafte und anmuthig beginnende Melodie leider von dem er
zählenden Theil zu schnell und anhaltend unterbrochen wird.
Auch
ternacht“ beginnt recht stimmungsvoll und einfach. In dem
folgenden Liebesduett geht manche melodische Knospe („Nimm
für das zärtliche Versprechen“), anstatt voll aufzublühen, unter
dem Tumult musikalischer und dramatischer Exaltation vor
zeitig zu Grunde. Der 2. Act beginnt mit einer Arie
cini
wir ganz verwerfen müssen. Den beiden Duetten (
nicht abzusprechen. Das Quartett in E („Des Sieges Stunde
gut geschlagen“) ist gut geformt, einheitlicher und übersichtli
cher als die meisten übrigen Ensembles — wäre nur die Be
gleitung etwas maßvoller! Der Einzugsmarsch hat ein hüb
sches, populäres Thema, das durch die wirklich effectvolle Ab
wechslung und Combination der beiden Orchester zu bester
Wirkung gelangt. In der gleichzeitigen Führung von drei
verschiedenen Themen im Finale konnte der Componist zwar
eine schätzenswerthe contrapunctische Gewandtheit beweisen, doch
klingt das Ganze zu betäubend und hätte in einfacherer Ge
staltung den Act wirksamer geschlossen. Im 3. Act bringt das
Duett
so auch die Balletmusik beim Maskenball. Der 4. Act beginnt
mit einer dankbaren Arie Beck trefflich
Alles in Allem ist „
tigen Meisters noch einer genialen Schöpferkraft, aber er ist
ein sehr achtbarer Anfang eines für dieses Fach begabten, mit
Geschick und Kenntniß ausgerüsteten, redlich strebenden jungen
Componisten, von dem Fortschritte mit Zuversicht zu hoffen
sind. Durch die Vorbereitung und Aufführung dieser Erstlings
oper wird er mehr gelernt haben, als in fünf Jahren theoreti
schen Studiums. Wir hoffen überdies, daß nicht blos seine prak
tische Gewandtheit und Erfahrung, sondern auch die schöpferische
Kraft seines musikalischen Talentes sich in seinen nächsten
Werken noch bedeutender entfalten werde. In der Musik hängt
Technisches und Geistiges, Kern und Fülle sehr innig zusam
men. Indem Herr Löwe künftig ohne Zweifel maßvoller in
Um die Aufführung machte sich in erster Linie Herr
Beck verdient, der die