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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Zu den genußreichsten Concerten, welche die
rasch anschwellende Saison bereits gebracht, zählen wir das
„zweite Philharmonische“. Fräulein Auguste Kolar — sie
wohlthuenden Pause von mehreren Jahren, mit Vergnügen
und Bewunderung wieder gehört. Vor einem Decennium noch
erfüllte uns eine wahre Furcht davor, glaubte man doch be
reits, die Claviere im Conservatorium spielten es von selbst.
Nun haben wir die nöthige Empfänglichkeit für ein Werk
wiedergewonnen, das unter
nen ohne Frage obenan steht und als Concertstück wenige
seinesgleichen hat.
Hauses“), eine der schwierigsten Orchester-Aufgaben und da
durch zu des Meisters Lebzeiten eine seiner härtesten Prü
fungen, wurde mit vollendeter Virtuosität ausgeführt. Die
Pariser, welche mit so viel Stolz auf den „premier coup
d’archet“ ihrer Conservatoires-Concerte lauschen, hätten vor
diesen blitzartig einschlagenden Eröffnungs-Accorden gehörigen
Respect bekommen. Was die Ouverture selbst betrifft, so
konnte das Josephstädter Theater (zu dessen Eröffnung im
Jahre
Weise gewiß nicht eingeweiht werden. Ihre Großartigkeit
in Styl und Dimensionen läßt kaum vermuthen, daß es sich
dabei um eine kleine Vorstadtbühne handelte, und das ko
mische Mißverständniß Fétis’, der „
überaus reizender
hin und wieder Kritiker (auch
Irrthum, diese Symphonie für eine der letzten Compositio
nen
nißvollen geistigen Verdüsterung anzusehen. Wer zu hören
versteht, muß doch sofort innewerden, daß zu der bezaubern
den Klarheit und Heiterkeit dieser Musik die Opuszahl 120
und die Symphonien-Nummer 4 nicht stimmt. In der That
ist die
lich die Instrumentirung treffender) Umarbeitung (
dieser Reihung herausgegeben worden; componirt ist sie be
reits im Jahre
gen Seitenstück, der
Das Werk stammt demnach aus der glücklichsten Epoche
von
Blumenflor der Jugend wie in einem hellen, glitzernden
Wasserspiegel. Was den Total-Eindruck der
beeinträchtigt, ist die mitunter undurchsichtige und im Ver
hältniß zu den Motiven schwerfällig drückende Instrumenti
rung des letzten Satzes. Liest man denselben in der Parti
tur, oder spielt ihn vollends auf dem Clavier, so denkt man
sich ihn rascher, feiner und flüchtiger, als er im Orchester
klingt und selbst bei der allerbesten Aufführung herauskom
men kann. In der Romanze trat Herrn
Geige gar reizend hervor. Wie weiß dieser Künstler jedes
Solo, auch das kleinste, so graziös an die Oberfläche zu brin
gen und dem Hörer eingänglich zu machen! Wer wollte mit
ihm rechten, wenn es manchmal den Anschein gewinnt, als
hörte man zuerst
So war denn der Eindruck des ganzen „Philharmonischen
Concertes“ der allerbefriedigendste und der einstimmige Bei
fall, mit welchem das Publicum auch diesmal wieder den ver
dienstvollen Capellmeister Dessoff nach jeder Nummer aus
In der Concert-Chronik der verflossenen Woche wäre noch
Herrn Laub’s zweite Quartett-Soirée zu verzeichnen, in
welcher Fräulein Marie Geisler das
Die „Stiftungs-Liedertafel“ des Akademischen Ge
sangvereins war glücklicher, sie versammelte ein großes Publi
dann verlieren, wann beide am tüchtigsten geworden, so raubt
alljährlich eine Art sociale Mutation dem Akademischen Ge
sangverein seine besten Tenore und Bassisten. Außerdem
gibt jedem Sängerbund die steigende Concurrenz immer mehr
zu schaffen. Als in
Frucht der Gesangvereine gereift war, wurde sie mit Jubel
begrüßt und vermehrte sich bald auf das erstaunlichste. Diese
Beliebtheit erzeugte eine Menge Liedertafeln; jetzt beginnt
die Menge der Liedertafeln deren Beliebtheit zu untergraben.
Der Männergesang wurde zur wuchernden Schlingpflanze;
je mehr Flächenraum sie in Besitz nahm, desto augenfälliger
ward dies Mißverhältniß zu ihrem von Natur und Kunst so
engbegrenzten musikalischen Gebiet. Wien hat eine ganze
Vier kleine Orte aus dem „Dauchauer Moos“:
wigsfeld
Ernst und Gründlichkeit über die Errichtung einer Sänger
genossenschaft, welche Moosgrillia heißen soll. Zuvörderst
pflegt man eine kurze Erhebung über Sängerzahl und etwa
schon eingeübte Gesänge. Das Resultat fällt über Erwarten
günstig aus.
passive Mitglieder, keine Stimmen. Die Anfänge des Reper
toires erweisen sich als bedeutsam und zeitgemäß. Das „Schuh
drücken“ kennen sie Alle; der Secund-Tenor von
hat großen Respect vor den „schönsten Augen“, die ihn zu
Grunde gerichtet, und der von
weiß im Falsett ausdrucksvoll die Melodie wiederzugeben:
„Ich möchte sie wol küssen“. Nun wird sofort zur Wahl
eines Vororts geschritten, und da jeder der vier Orte dies
Ehre aus den gewichtigsten Gründen für sich anspricht, droht
die junge Verbrüderung beinahe zu scheitern. Eine lange, be
herzte Rede des Doctors aus
Oberherrschaft diesem Orte, der zwar gar keinen Sänger
stellen kann, dafür aber ungleich Bedeutenderes: Intelli
genz und