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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Indem wir in unserem letzten Feuilleton die
neue Erscheinung der
im Allgemeinen, als Form, betrachteten, wollten wir die Sache
von den Personen trennen. Letztere haben wir erst in dem
Artikels, kennen gelernt. Die Thatsache des ungemeinen Er
folges ward von uns in einer kurzen Nachschrift gemeldet;
über die Production selbst sind wir dem Leser noch genaueren
Bericht schuldig.
Gleich beim Eintritt in den glänzend beleuchteten Saal
war Jedermann von dem zweckmäßigen Arrangement ange
nehm überrascht. Herr Ullman hat die zahlreichen Seiten
Was die gefeierte Carlotta Patti betrifft, so will
artigem Sprung oder vorbereitendem Anlauf, sondern setzt sie
nach einer Pause pianissimo oder mezza-voce frei, mit vollen
deter Reinheit und Ruhe ein, schwellt sie bis zum fortissimo
und läßt sie allmälig wieder zum Hauch verklingen. In der
„
e, in dem (nach Es-dur transponirten) „Schattenwalzer“
der
in schönstem Klang das dreigestrichene ges!
Durch diese wahrhaft außerordentliche Kehle und durch
die Virtuosität in Allem, was auf jenem ihr allein gehörigen
Höhengebiete sich bewegt, ist Carlotta Patti unstreitig eine
Ihre Intonation ist stets haarscharf, ihre Virtuosität
nach einigen Richtungen sehr ausgebildet, vor Allem im Stac
cato, das man nicht glänzender hervorbringen kann, als sie
es in den Sextensprüngen der
der
nicht immer von tadelloser Gleichheit; am wenigsten befrie
digte die Verbindung der Töne im Legato, namentlich bei
herabsteigender Scala. Als vollendete Gesangskünstlerin
erscheint uns demnach Carlotta
den Kunststücke nicht, und wir können sie, auch vom blos
technischen Standpunkt, unmöglich in Eine Reihe mit Ade
lina Patti oder
zu, als in der zweiten und ersten, und am besten in der
letzten.
Wenn uns, was leicht möglich ist, Stimme und Aus
druck
cert, wie gestern von Nummer zu Nummer, schöner vorkom
men sollte, werden wir nicht zögern, es mit Freuden zu
gestehen. Und ihr Vortrag? Er gleicht frappant der Stimme.
Strahlend, elegant, sogar graziös, läßt der Gesang
die weite, reiche Welt des Gedankens und der Empfindung
völlig abseits; das ewige Meer der Leidenschaft kräuselt er
nicht mit Einer Welle. Er blendet den Sinn, entzückt ihn
vielleicht, aber zum Herzen findet er keinen Weg. Aus diesen
Tönen dringt nicht Blumenduft noch Frühlingswärme zu
uns; kein Druck einer geliebten Hand, kein Blick eines
seelenvollen Auges — wir sind allein unter geschliffenen Kry
stallen und hellpolirtem Marmor. Der Hörer kommt aus dem
Bewundern nicht heraus, der Kritiker nicht über die Bewun
derung. Carlotta Patti ist eine eminente Merkwürdigkeit,
Die Clavierbegleitung aller Solostücke wurde von Herrn
Ed. Franck in jener vorlauten und schleuderischen Weise
Die berühmten drei Instrumental-Virtuosen, welche an
dem Abend auftraten ( Jaell,
sind unserem Publicum aus früheren Zeiten bekannt und
lieb; wir können uns daher über sie kürzer fassen. Die Er
öffnungsnummer spielten sie zusammen:
klingt. Die Ausführung war virtuos, in jedem Sinn, also
nicht blos im lobenden; sie kam uns gar zu glatt im Aus
druck, gar zu rapid im Zeitmaß vor. Es wäre kein Wunder,
wenn die Herren nicht in bester Stimmung waren, drückte
sie doch die doppelte Wahrnehmung, in einem für Kammer
musik viel zu großen Raum und vor einem aus lauter
Neugierde zerstreuten Publicum zu spielen. Sobald letztere
befriedigt war und die drei Künstler sich einzeln producirten,
war ihr Erfolg auch der allergünstigste. Herr Jaell ist als
Ueber Herrn Vieuxtemps kommt uns das Urtheil