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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wir haben selten Gelegenheit, vom Hofopern
theater zu sprechen. Es ist gar zu schwer, diesem abgelebten
Repertoire noch einen Stoff abzuringen, und gar zu geschmack
los, sich allwöchentlich mit oder ohne Witz über Herrn
herzumachen, der sich niemals wehrt und wahrscheinlich auch
nicht mehr ändert. Ueberdies hat er mehr Glück als — man
cher seiner strebsamsten Collegen. Alle Jahre etwa greift ihm
eine durchschlagende Novität unter die Arme — sehr wenig
in der That — mit welcher man sich denn geduldig bis zur
folgenden fristet. Vor sechs Wochen lebte die Oper noch von
dem letzten Nachglanz der „
von dem Vorgeschmack der „
Bissen kann sich Niemand mehr freuen, als wir, und wäre
es nur, damit endlich dieses vorbereitende Geschwätz und Ge
tümmel zu Ende komme. Es ist, als wollte man dem Publi
cum die ganze Sache durch lauter spannende Notizen und
Bulletins vorzeitig verleiden. Der betäubende Manilabaum
der „
man der Direction das ganz kleine Versehen kaum imputiren
kann: Mozartʼs Geburtstag vergessen zu haben. An diesem
Nach der „
tät über die Bretter. Versunken und vergessen, das ist „
Sängers Fluch Langert. Seither treibt sich unsere
Bleiben somit zwei bis drei wahrhaft schöne empfin
dungsvolle Melodien, die ihren Ruhm verdienen und auch
uns entzücken würden, stünden sie allein oder wo anders.
„
sische Riesenstatue daneben.
Die Musik zur „
her Flug dieses zarten, von der Kunst nur wenig gestützten
Talentes, ein Flug, von dem es mit gebrochenen Schwingen
zurückkehrte.
Das Libretto der „
fachheit gar nicht zu verachten. Es hat eine sehr verständige
Anlage und Steigerung; die Hauptmomente sind wirksam,
und jeder einzelne Vers empfängt den Componisten mit offe
nen Armen. Der Höhenpunkt der Handlung (II. Finale)
ruht, seltsam genug, auf demselben psychologischen und dra
matischen Motiv, welches den tragischen Conflict in
„
scheinbar überwiesene Braut, die mit dem reinsten Bewußtsein
ihrer Unschuld dennoch der Anklage wehrlos gegenübersteht.
In der „
besser behandelt; sowol die pathologische Unzurechnungsfähig
keit
gebung lassen den Eindruck des Unvernünftigen und sittlich
Verletzenden nicht aufkommen, den wir bei der empörenden
Verurtheilung
daß der Stoff zur „ Scribe herrührt,
Ueber die Aufführung, insbesondere über die sehr beifäl
lig aufgenommenen Leistungen Fräulein Murskaʼs und des
Das geschmacklos eitle Costüm Herrn Bignioʼs fand
oder Militärkleid erscheint. Einmal für dies oder jenes ent
schieden, muß er aber im Style einer bestimmten Tracht blei
ben und darf nicht, wie Herr
Bürger aus der Zeit der Freiheitskriege, bis zum Hals
zösisch
gant vom
bart, langem Haar und einer Hahnenfeder auf der Mütze sein.
Die allgemeine Meinung scheint von den zwei neuen
Rollen Frln. Murskaʼs die „
Aus den dramatischen Elementen der Rolle jedoch
überspringt nicht ein Funke in die Sängerin, Situation und
Charakter stehen gleichsam äußerlich wie Decorationsstücke
neben ihrem Gesang. Wir haben in jüngster Zeit, namentlich
seit der „
als ob die Weihe seelenvollen Ausdrucks oder dramatischer
Gestaltungskraft sich seither eingestellt hätte, wol aber, wie
uns dünkt, ein häufigeres Hervortreten jener „elementarischen“
Wärme, welche, sei sie auch nur ein Product musikalischen
Empfindens oder rein subjectiver Erregung, doch mittelbar
das ganze Bild belebt und uns näher rückt. Die „
in
wenigen Sängerinnen vollständig bewältigte Partie, hob gerade
Fräulein Murskaʼs Vorzüge, ihre leichtansprechende, ein
dramatisch lebloses Gesangs-Präparat. Dabei ist die Form
dieser Coloratur so veraltet, die Cantilene so steif pathetisch,
daß eine moderne Sängerin nur mit einiger Selbstverleug
nung an das Studium dieser mehr mühevollen als lohnenden
Aufgabe gehen mag. Von Fräulein Murska haben wir
Im Ganzen verdient die Leistung Fräulein
alle Anerkennung.
Coloratur-Partien recht eigentlich das Terrain aufgewiesen,
auf welchem Fräulein
weder hat, noch seit längerer Zeit gehabt hat. Weder Fräu
lein Wildauer noch Fräulein
Nebst Fräulein
vom königlich
„
besetzbaren Oper zu danken. In keiner anderen Rolle hat
uns Herr
Seine coloraturgewandte, in hoher Lage sich leicht bewegende
Stimme eignet sich ebenso vortrefflich dafür, als sein Vor
trag, der im Ausdruck zärtlicher, leicht bewegter Empfindung
am glücklichsten ist. Er forcirte sein Organ nicht (ein Fehler,
vor dem Niemand dringender zu warnen ist, als gerade Herr
giltiger Weise. Daß er die vierte Arie (Es-dur Nr. 17)
wegließ, kann mit Rücksicht auf die übergroße Zahl der Arien
in dieser Oper nur gebilligt werden. Herrn
dachten wir uns, nach Stimme, Figur und Vortrag, als
prädestinirt für die Rolle des
vorzüglichsten der Partitur, wie der hiesigen Vorstellung) war
Herr
langen Triller, die gar zu sehr an die Spinnrad-Koketterie
der „
folgenden Acten sank die Leistung um ein Bedeutendes; der
Triumph-Arie fehlte die groteske Leidenschaftlichkeit, dem
Trinkduett aller Humor. Daß Herrn
Wirkungen der Komik entgehen, liegt zum großen Theile in
der starren Unbewegtheit seiner Gesichtszüge und der trägen
Behäbigkeit der Action. Wir glauben, daß einiger energischer
Wille und Eifer hier viel nachhelfen und Herrn
rasch auf jene Stufe heben könnten, zu welcher ihn Talent und
natürliche Mittel befähigen.
Das älteste Mitglied des Hofoperntheaters, Herr Erl,