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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die Musik zur „
Theilen das unverkennbare Gepräge Meyerbeer’s; jeder
als hätten dem Meister davon noch die Ohren geklungen.
Wir möchten die „
Verdünnung der „
in zwei bis drei Prachtstücken ein, im Uebrigen zeigt er gegen die
„
rischen Vermögens. Und dennoch ist unseres Erachtens selbst
der „
Bedeutender, wir sagen nicht liebenswürdiger. Die „
kanerin
ginalität und Schwung mit der Domscene oder dem Traum
vergleichen ließe, von kleineren im „
kostbarsten Perlen nicht zu reden. Dennoch spricht uns die
„
„
sinkt aber auch nicht bis zu dem unleidlichen dramatischen Raf
finement, der rhythmischen und harmonischen Verzerrung, der
Unnatur und Unwahrheit des „
Die „
ihrem letzten Acte einen harmonischeren Eindruck mit sich,
als nach dem Schluß des „
„
„
der „
der feineren Ausführung haben jene Beiden Manches voraus.
Nur wenige Sätze in der „
stoßenden haut-goût, den „
phet
manze, die Echospielereien im Schlummerlied, das Cis-moll-
Andante in dem Frauen-Duett des fünften Actes, endlich
einige
Gewohnt, bei
in greller Nachbarschaft zu erblicken, gewahren wir in der
„
dämpfung beider Elemente. Noch ungewohnter sind wir, bei
nal klingender Musik durchwandern zu müssen. Zahlreiche
wohlbekannte
miniscenzen sogar, die an den
Geizigen und Beraubung der eigenen Pferdekrippe erinnern.
Freilich fällt uns das Bekannte in
stets störender auf, als vor 15 und 20 Jahren. Aus diesem
Grunde scheint uns der Meister daran nicht wohlgethan zu
haben, daß er die „
Der musikalische Geschmack fließt mit reißender Schnelligkeit,
vor Allem in der Oper, alles Neue wird da vom Zeitstrom
so rasch assimilirt und generalisirt, daß nur das Hervorra
gendste und Individuellste langen Widerstand leistet. Im
Laufe der letzten 30 Jahre ist jeder
die Allgegenwart seiner eigenen und die Verbreitung ihm nach
gebildeter Opern uns so vollständig bekannt, so sehr Gemein
gut geworden, daß die Verspätung einer
um 10 oder 20 Jahre ihrer Wirkung immerhin einigen Nach
theil zufügen muß. Das wahrhaft Große und Schöne in
seinen Opern entzückt noch mit ungeschwächter Frische, und
wird es auf lange hinaus; viele seiner Effecte, die einst durch
den blendenden Reiz der Ueberraschung gewirkt, wirken aber
jetzt nicht mehr in gleichem Maße. Wir können nicht leugnen,
daß z. B. Effecte wie das Unisono der Bischöfe im ersten
Acte uns heute den Eindruck einer vorletzten Mode machen.
Es bedarf nicht der Versicherung, daß wir auch das verspä
tete Geschenk
grüßen. Die „
Pfeiler aller Repertoires bilden, ist doch seit 15 Jahren, mit
Ausnahme des (uns sympathischeren) „ Gounod,
Meyerbeer soll, wie Freunde von ihm versichern, die
Aus welcher Zeit die Composition der „
eigentlich stammt, ist noch immer nicht ganz aufgeklärt; einen
entscheidenden Beweis für die verschiedenen Behauptungen
könnte nur die Veröffentlichung der vom Componisten als
„Vecchia Afrikana“ bezeichneten älteren Partitur herstellen.
Der Verleger der „ Bock, erklärt in der
bleibt zum mindesten ein psychologisches Räthsel. Das
Vorherrschen der Melodie, der eigentlichen Cantilene,
ist ein charakteristisches Merkmal der „
untersuchen hier nicht, ob diese Melodie überall neu und be
deutend sei, jedenfalls erscheint sie als das leitende Element
der ganzen musikalischen Conception. Dadurch nähert sich die
„
ein großer Theil ihrer Melodien ist unverblümt wälsch. Die
Werke mehr zurückzogen, tauchen in der „
erneuerter Kraft auf. Nur die Vermeidung der eigentlichen
Arienform, zumal der Bravour-Arie, zeigt eine moderne
Weiterbildung nach dem „
Eine Musterung der einzelnen Musikstücke dürfte diese
allgemeinen Bemerkungen einigermaßen ergänzen. Die Or
chester-Einleitung (keine förmliche Ouverture) könnte „
überschrieben sein, sie reiht zwei Melodien der
schiedsromanze (H-moll) und den Andantesatz aus dem zwei
ten Finale (H-dur), einfach aneinander.
Oper mit der Abschiedsromanze „Leb’ wohl“, deren affectirter
Melodiengang mit den unschönen, von der Clarinette beant
worteten Triolen in eine recht sangbare Melodie ganz
nisch
die einleitende kurze Gesangsstelle: „Er kehrt zurück“ der
ganzen Romanze vor. Das folgende Terzettino zwischen
wohlklingend. Das (die Berathung) eröffnende berühmte
Unisono der Bischöfe wirkt materiell durch die Wucht der
Stimmen, das Thema selbst ist nichts weniger als vornehm.
Das Auftreten
der Franzosen in vollster Blüthe. Die einzelnen Theile des
Finales sind nicht durchgehends von glänzender Erfindung;
aber bewunderungswürdig ist die Kunst, mit welcher
beer
in solcher Anordnung großer Massen und Gegensätze be
währt er den Geist und die Energie eines Feldherrn.
Bemerkenswerth für
Dingen ist das mit prickelndem Geist instrumentirte Ritornell,
mit welchem das Orchester die Pause während des Stimmen
sammelns im Tribunal ausfüllt. — Der zweite und dritte Act
erscheinen dramatisch wie musikalisch als die dürftigsten.
Selica’s Schlummerlied ist voll gesuchter Ziererei, origi
hineingehackten „Ruhm’ und Ehr’!“ des Chores einen zwar
für den Sänger dankbaren, aber musikalisch sehr banalen
Schluß.
Das Duett
dem aus der Ferne nachhallenden Basso continuo des Prie
stermarsches in C-dur, ein Motiv, das noch später bei
Verzückung (nach dem Verlobungstrank) geistreich benützt ist.
Das Duett, das einige sehr glückliche Züge (es sind die
weniger effectvollen) aufweist, würde uns vielleicht besser ge
fallen, wäre es nicht so maßlos gerühmt. Die
hat es bekanntlich dem Liebesduett im 4. Act der „
notten
schon die innere dramatische Unwahrheit der Scene verbietet,
der aber auch vom rein musikalischen Standpunkt aus als
eine Versündigung an
Finale (Hochzeitschor und Tanz) gibt dem Acte, nach all den
aufregenden leidenschaftlichen Scenen einen anmuthigen Ab
schluß. Das Duett zwischen
des fünften Actes beginnt vortrefflich, schon das Ritornell ist voll
Haltung, der refrainartig in immer neuer Modulation wie
derholte Ausruf
ungemein schön und ausdrucksvoll. Leider wirft uns bald
das raffinirte Cis-moll-Andante („Ihr kennet nun“) mit
seinem verstauchten Rhythmus und der fatalen Aehnlichkeit
mit dem Frauen-Duett im „
sie wird durch das in banalster Weise unisono schließende
Allegro in Des-dur keineswegs wieder hergestellt. Es folgt
die Scene unter dem Manzenillobaum, die letzte der Oper.
Für die Bewunderung des berühmten (in
holten) Unisono der Streich-Instrumente fehlt uns — wir
gestehen es offen — jedes Organ. Daß die Melodie selbst sehr
unbedeutend, am Schluß jedes vierten Tactes sogar entschie
den trivial ist, dürfte wol allgemein zugestanden werden.
Die Klangwirkung einer 16 Tacte langen, von Violoncellen,
Bratschen und Geigen (auf der G-Saite) unisono vorgetra
genen Gesangstelle hat natürlich etwas Befremdendes und
Effectvolles, allein die Absicht dieses „Effects“ um jeden Preis
liegt nicht nur zu unverhüllt dar, der Effect selbst ist sehr
äußerlich, unmotivirt, und hat uns (vielleicht ganz indivi
duell) vollständig kalt gelassen. Wie durch ein geniales
Instrumental-Colorit die schmerzliche, gewitterschwüle Stim
mung dieser letzten Scenen mit ergreifender Gewalt ausge
drückt werden kann, das hat
mit ungleich tieferer, wahrhaft dichterischer Empfindung ge
zeigt. Wir meinen die Begleitung der Larghettostelle
in Des-dur: „Ich haßte nur im Leiden,“ durch Violoncelle,
Fagotte und Clarinetten in tiefster Lage. Diese Stelle, ja die
ganze erste Hälfte der Scene bis zum Eintritt der „Sphä
renmusik“ zittert in einem wunderbaren Helldunkel der Stim
mung, in einem leisen und doch tiefbewegten Wogen der
Empfindung, wie wir es nie und nirgend wieder bei
beer
Schade, daß die Scene damit nicht schließt. Der Chor
der unsichtbaren Geister und
gretto in D-dur („Von Wolken getragen“) ist trotz allen
Wohlklanges und aller Instrumentalkünste mit tremolirenden
Violinen, Harfe und Triangel des Vorhergehenden unwürdig.
Aus der reinen Höhe der Poesie müssen wir gnadenlos wie
der aufs Operntheater herab. Trotz dieses angehängten, sehr
weltlichen Verklärungsflitters wird die Scene unter dem
Giftbaum nicht leicht einen Hörer ohne tiefen Eindruck ent
lassen.
So flüchtig und unerschöpfend diese Bemerkungen über
die Musik zur „
schon zu viel Raum weggenommen, als daß wir für heute
mit mehr als einigen Worten der Aufführung gedenken
könnten. Sie war eine der glänzendsten, deren sich das Hof
operntheater rühmen kann. Frln. Bettelheim lieferte als
und spielte mit großer Energie; ihrem Gesang fehlte es nicht
an Hitze, aber an Wärme. Legt man zu den allgemeinen auch
noch die speciellen Schwierigkeiten, welche Frln.
aus der ihr viel zu hoch liegenden Partie erwachsen, so kann
man über ihre Leistung nur erstaunen und muß ihren
großartigen Erfolg als einen wohlverdienten bezeichnen.
Fräulein Murska glänzte als