Musik.
(„
Johann von Paris“ und „
Die weiße Frau“ im Harmonie-Theater. „
Il Barbiere di
Siviglia“,
Rossini und das bevorstehende
Mozart-Concert.)
Ed. H. „Da ich Herr im Hause bin, ist es mein“ —
so könnte mit den Worten seines Johann von Paris
Boieldieu selbst ausrufen, wenn er am Leben und in
Kenntniß von der jüngstgebornen unserer lyrischen Bühnen,
dem „Harmonie-Theater“, wäre. Seit Rogerʼs Anwesen
heit herrschen in diesem Hause abwechselnd „Die weiße Frau“
und „Johann von Paris“, mitunter sogar eine Combination
von Beiden. Seit Menschengedenken war Boieldieu so aus
giebig in Wien nicht repräsentirt, ja, der „Johann von Paris“
kam unseren jüngeren Theaterfreunden wie eine Novität.
Würde das Hofoperntheater, das Gastspiel Fräulein Stehle’s
künstlerisch verwerthend, jetzt auch noch das „Rothkäppchen“
geben, so hätten wir die drei bedeutendsten Opern Boiel
dieuʼs hintereinander gehört. Die Vergleichung derselben
böte großes Interesse, denn die Laufbahn dieses Meisters
zeigt uns kein bloßes Wiederholen und Stehenbleiben, son
dern eine fortschreitende Entwicklung, deren hervorragendste
Spitzen eben jene drei Opern bezeichnen. „Johann von
Paris“ (1812) war die erste Oper, mit der Boieldieu nach
seinem mehrjährigen russischen Aufenthalte (er hatte ihn auch
künstlerisch ein wenig eingefroren) sich den Parisern wieder
vorführte. Der Erfolg war glänzend, und bald gab es kein
Haus in Frankreich und Deutschland, wo nicht die „Romanze
vom Troubadour“ erklang. Es ist charakteristisch für Boiel
dieuʼs Talent, daß es zuerst in den Salons durch einige
Romanzen bekannt wurde und auch den ersten theatralischen
Erfolg(„Ma Tante Aurore“) einer Romanze verdankt hat.
Das Schicksal dieser pikanten Oper steht in der Theater
geschichte wol einzig da. „Ma Tante Aurore“ wurde im Jahre 1802
zum erstenmal im Theatre Feydeau gegeben, und man hatte sich schon
früher in den Cafés gegen die Novität verschworen. Bis an den
Schluß ging noch Alles gut; wie aber da der listige Bediente als
Amme verkleidet mit zwei Kindern auf den Armen erscheint, brach
der Sturm los; selbst eine allerliebste, von Martin rührend vorge
tragende Romanze konnte die Pfeifer nicht beruhigen. Unter dem
größten Tumult kam das Finale zu Ende. Und nun ereignete sich
etwas Ungeahntes. Nachdem das Publicum das Stück mit dem toll
sten Lärm ausgepfiffen hatte, forderte es die schöne Romanze der
Amme, die unter dem Lärm verloren gegangen war, einhellig noch
einmal und applaudirte sie lebhaft. Von der nächsten Vorstellung an
wurde der ganze dritte Art weggelassen und der zweite mit jener
Romanze geschlossen, welche die Oper gerettet hatte und fortan auch
auf dem Repertoire erhielt.
Die Romanze, diese musikalische Lieblingsform der Fran
zosen, spielt in allen Opern dieses Componisten eine glänzende
Rolle; der ganze „Johann von Paris“ ist eine Art Romanze
unter den Opern. Die Wirkung, welche die Musik selbst in
der bedenklichen Aufführung des Harmonie-Theaters hervor
brachte, bewies, daß ihre Melodien noch jugendfrisch, ihre
geistreichen, liebenswürdigen Züge von der Zeit noch unver
wischt sind. Die Töne, welche „die weiße Frau“ so voll
und reich anschlägt, klingen hier schon sehr bestimmt an;
alle Formen sind knapper, Erfindung und Combination ein
facher, der Ausdruck oberflächlicher, die Effecte schüchterner, aber
die Persönlichkeit des Componisten steht schon in festen, ge
winnenden Contouren vor uns. Vom musikalischen Stand
punkt bildet „Johann“ nur ein Präludium, ein reizendes
allerdings, zur „weißen Frau“. Der schwache Punkt Boiel
dieuʼs, wie der französischen Musik überhaupt, nämlich der
Mangel an Innigkeit und Vertiefung des Gefühls, liegt im
„Johann“ viel auffälliger als in der „weißen Frau“, deren
graziöses Lächeln doch manchmal vom Hauche der Empfindung
erwärmt wird. Das Geständniß Johannʼs mit dem folgenden
Liebesduett ist die erste und einzige Situation in der Oper,
wo nach Scherz und Intriguenspiel das Herz in seine Rechte
tritt, und gerade hier bleibt uns, charakteristisch genug, die
Musik so gut wie Alles schuldig. Auch sonst finden sich im
„Johann“ trockene, nüchterne Stellen, mehr aufgeblasen als
erfüllt von galanter Ritterlichkeit und „Gloire“ — das Vor
herrschen des marschartigen markirten Viervierteltacts in der
ganzen Partitur ist bezeichnend dafür. Das Anmuthige und
Geistreiche schlägt aber mit einem unwiderstehlichen Ausdruck
von Natürlichkeit darin vor und wird wol lange noch den
Sieg der kleinen Oper entscheiden.
Zwischen „Johann von Paris“ und der „weißen Frau“
liegt noch in Boieldieuʼs aufsteigender Laufbahn eine bemer
kenswerthe Mittelstation: „Das Rothkäppchen“ (1819)
das als Stück vielleicht minder wirksam, gegen „Johann von
Paris“ entschiedene musikalische Fortschritte bekundet. Sechs
Jahre nach dem „Rothkäppchen“, dreizehn Jahre nach „Jo
hann“ erschien „die weiße Frau“ (1825). Diese Jahres
zahlen geben ein sprechendes Zeugniß für die prüfende Ge
wissenhaftigkeit, mit welcher Boieldieu jede Oper unermüd
lich feilte und umformte, eine Eigenschaft, in welcher er an
der Opéra Comique so ziemlich allein steht und namentlich
gegen seinen Rivalen Isouard und seinen Nachfolger Auber
absticht. „Die weiße Frau“, die im ersten Jahre der Opéra
Comique eine Million Franken eintrug und vor Kurzem da
selbst ihre tausendste Vorstellung erlebt hat, bildet den Höhen
punkt Boieldieuʼs nicht nur, sondern wol der gesammten ko
mischen Oper der Franzosen. Musikalische Typen des fran
zösischen National-Charakters, zeigen Boieldieuʼs Opern ihre
volle Eigenthümlichkeit auch erst in den Händen franzö
sischer Darsteller. Die strenge Scheidung und sorgsame
Herausbildung der einzelnen Genres hat in Paris für die
Opéra Comique einen eigenen Styl und eine Sicher
heit und Feinheit der Darstellung hervorgerufen, welche
jetzt noch, wie vor sechzig und dreißig Jahren, die Be
wunderung der Fremden erregt. Von den Größen dieses Fa
ches ist bekanntlich Roger der größten eine. Seinen George
Brown kennen wir aus früheren, besseren Tagen; als Johann
von Paris war er uns neu. Die Leistung, ein ebenbürtiges
Seitenstück zu jener, wirkt fast noch unmittelbarer, da sie die
Stimme des Sängers weniger in Anspruch nimmt. Prächtig
paßt der fürstliche Bourgeois zu der heiteren und intelligenten
Individualität Rogerʼs. Es war eine volle, lebenstrotzende
Gestalt, dabei voll Maß und Feinheit. Rogerʼs leicht gebro
chenes Deutsch im Dialog schien den Effect seiner Darstellung
eher zu verstärken als zu stören. Von der fortwährend ange
regten Vergleichung deutscher und französischer Darstellungs
weise strömt überdies eine Quelle von Unterhaltung und Be
lehrung. Daß die Unterschiede nicht blos im Individuum,
sondern wirklich im National-Charakter wurzeln, zeigt unter
Anderm ein hübsches, von Holtei erzähltes Erlebniß. Hol
tei mußte eines Tages Boieldieu, mit dem er in Paris
viel verkehrte, Einiges aus der „Weißen Frau“ mit deutschem
Text vorsingen. Holtei sang im selben Zeitmaß, mit dem
selben Ausdruck, wie er es so oft von den besten Sängern in
Berlin gehört, erregte aber durch die Verschiedenartigkeit der
Auffassung häufig das größte Erstaunen des Componisten, vor
Allem in der berühmten Melodie: „Kommʼ, o weiße Dame!“
Ponchard, der erste Darsteller des George Brown, nahm
diese Apostrophe an die weiße Frau wie ein Ungläubiger,
scherzend, neckend, mit Kehlspielereien durchwebt. Als nun
Holtei deutlich zu machen suchte, welchen Ausdruck sehnsuchts
vollen und schwärmerischen Vorgefühls unsere Tenoristen in
diese Melodie legen, rief Boieldieu ein- über das anderemal
lebhaft aus: „Oh que cʼest allemand!“
Trotz seiner trümmerhaften Stimme bereitete Roger
in den beiden komischen Opern den Besuchern des Harmonie-
Theaters einen wahrhaften Genuß, der nur durch den betrü
benden Umstand beeinträchtigt war, daß neben Roger noch an
dere Leute spielten und sangen. Bei aller Rücksicht, welche die
Kritik einem erst aufstrebenden Institut schuldet, muß sie doch
in dessen eigenem Interesse jedesmal mit dem unabwendbaren
Refrain schließen: So geht es nicht! In dieser Gestalt darf
man in Wien keine Opern bringen, auch mit Roger nicht,
diesem Retter und Opferlamm in Einer Person. Wenn die
schönsten Ensembles, wie z. B. die Licitations-Scene (wo
wirklich Einer den Andern überbot an Schreien und Falsch
singen) zum Charivari werden, dann hat der musikalische Ge
nuß trotz Roger ein Ende. Nur Fräulein Ullrichs hob sich
vorteilhafter heraus, behandelte ihre kleine Stimme mit viel
Zierlichkeit und bewies dramatisches Talent. Letzteres zum
mindesten hatten wir auch von Fräulein Edelsberg erwar
tet, die bei ihrem ersten Debut als jugendlicher Tambour
einen so hübschen Erfolg vom Zaun gebrochen hatte. Aber
es schien, als wollte sich ihr übereiltes Aufsteigen vom Lie
derspiel zur Oper nach jeder Seite rächen, es stellte gleich
mäßig den grellen Naturalismus der Sängerin außer und
das Talent der Schauspielerin in Frage. Die dankbare Par
tie des Pagen Olivier zersplitterte wirkungslos unter Fräu
lein Edelsbergʼs Händen. Bei alledem bleibt sie ein sehr
hübsches Mädchen, was man leider von Herrn Görlich nicht
sagen kann. Herr Görlich wirkt nur durch das Naturgeschenk
einer schwarzen, rauhen Baßstimme von etwas bärenhaftem
Timbre, den die Cultur nur wenig beleckte. Für Personifici
rung von Tyrannen und Räubern verräth dieser Künstler
eine merkwürdige Anlage und Vorliebe; er hielt auch die
feinkomische Rolle des Seneschalls in diesem Styl. Wir mach
ten uns mit dem Gedanken vertraut, das weiße Batisttuch,
das dieser Seneschall so consequent in der Rechten hielt,
werde sich unter dem Gesang in einen blutrothen Matador
lappen verwandeln. Von den zwei anderen Bassisten war der
eine (Herr Rethwisch) meist überlaut, der andere (Herr
Winter) unhörbar. Ueber den Chor und das Orchester
schweigen wir; von ihren Leistungen darf das Theater in
der Wasagasse seinen harmonischen Namen nicht herleiten.
Ueber die italienische Vorstellung des „Barbiere di
Siviglia“ haben wir bereits mit wenig Zeilen, aber vielem
Lobe berichtet. Nachdem die virtuosen Leistungen der Artôt
und Everardiʼs in dieser Oper durch eine Reihe von Jah
ren bekannt und von uns auch wiederholt besprochen sind, so bleibt
nur wenig nachzutragen. Herr Calzolari, dessen Almaviva
einen so großen und verdienten Erfolg errungen, ist in Wien
eigentlich keine neue, sondern nur eine halbvergessene Erschei
nung. Im Frühjahre 1845 sang der junge Parmesane hier
(unter Merelli) mit Beifall in „Due Foscari“, „Son
nambula“, „Italiana“ und „Maria di Rohan“. Sein lan
ger Aufenthalt in Petersburg, wo Calzolari seit fünfzehn
bis sechzehn Jahren engagirt und gefeiert ist, hat ihn ein
wenig außerhalb des europäischen Gesichtskreises gerückt. Cal
zolari hat während dieser Zeit den Jugendschmelz seiner
Stimme eingebüßt, dafür aber einen außerordentlichen Erwerb
an Kunstfertigkeit eingetauscht. Seine Kehlengeläufigkeit, Vo
calisation, Registerverbindung und Aussprache sind bewunde
rungswürdig; er dürfte mit Carrion das letzte Paar der
strenggeschulten echten Rossini-Tenoristen bilden. An Carrion
erinnert er zumeist, nur hatte dieser mehr Temperament und
Sinnlichkeit vor dem ernsteren, ruhigeren, mitunter trockeneren
Calzolari voraus. Sein Vortrag ist leicht und elegant; ob
er auch den Ausdruck inniger oder leidenschaftlicher Empfin
dung in seiner Macht habe, müssen andere Rollen als Alma
viva zeigen. Unter den Proben seiner Gesangstechnik standen
die Passagen der ersten Arie und der Triller auf dem hohen h
(in der Serenade „lo son Lindoro“) obenan; sein Spiel
fanden wir richtig und angemessen, von vornehmer und manch
mal etwas nüchterner Gefaßtheit. Zucchini, ein guter Be
kannter aus früherer Zeit, während der letzten Jahre meistens
am Coventgarden-Theater in London engagirt, ist der ergötz
lichste Baßbuffo, dessen wir uns erinnern. Ohne Zweifel hatte
die Natur ausdrücklich einen Komiker beabsichtigt, als sie
diese übertriebene, grotesk-intelligente Physiognomie schuf. Und
Zucchini hat seinen Beruf wahrlich nicht verfehlt. Herrn
Rokitanskyʼs Baß war eine ausgiebige Stütze der En
semble-Nummern, seine verwandte Gesangsmethode fügte sich
meist glücklich, nur mitunter zu derb, zu den übrigen Stim
men. Ueber Einzelheiten ließe sich rechten, darüber z. B.,
daß Herr Rokitansky in der Verleumdungs-Arie die Phrase
„come un colpo di cannone“ ganz leise beginnt und erst
das letzte Wort fortissimo herauswirft. Kein Declamator
dürfte „Kanonenschuß“ auf diese Weise halbiren. Daß Signora
Scalese die kleine Rolle der Berta übernahm und sorgfäl
tig durchführte, kam dem Ganzen sehr zu statten; es ist
immer besser, das Kunstvermögen des Sängers überragt die
Rolle, als umgekehrt. So griff denn Alles ineinander, um die
Eröffnungs-Vorstellung der Italiener zu einer vorzüglichen zu
gestalten und im Publicum das Vorgefühl einer vergnügten
Reihe von Abenden zu erwecken.
Rossiniʼs sprudelnde Musik zum „Barbier von Se
villa“ — sie ist nicht weniger als 54 Jahre alt — wirkte
auf das ganze Publicum so erfrischend und erheiternd, wie in
ihrer Jugendzeit. In wenig Tagen soll uns der geniale und
liebenswürdige Componist noch näher treten, unter Umstän
den, die, ganz einzig in ihrer Art, den lebhaftesten Antheil in
Wien hervorrufen müssen.
Mozart soll nämlich ein Denkmal erhalten, und zwar
auf dem nach ihm benannten Platze der Vorstadt Wieden.
Der dortigen Bezirksvertretung, insbesondere ihrem thätigen
Vorstande, Herrn Anton Burg, gebührt das Verdienst, die
Errichtung des Monumentes angeregt und thatkräftig einge
leitet zu haben. Die Deckung der Kosten hofft man zunächst
von dem großen Festconcerte, das am nächsten Sonntag zur
Mittagsstunde im großen Redoutensaale stattfindet. Die Zu
sammestellung und Direction des Concerstes hat Herr Hof
capellmeister Herbeck übernommen, durch dessen energische
und erfolgreiche Anstrengung dasselbe die Dimensionen eines
wahrhaften Musikfestes erreichen und ohne Zweifel der unver
geßlichen Aufführung beim Universitäts-Jubiläum sich würdig
anreihen wird. Herrn Herbeck ist es gelungen, das gesammte
Orchester des Hofoperntheaters und das der Gesellschafts-
Concerte, den Singverein und den Männergesang-Verein, fer
ner von deutschen Sängern Frau Dustmann, die Herren
Draxler, Hrabanek, Rokitansky und Panzer dafür
zu gewinnen. Mit echt künstlerischem Eifer haben die Zierden
der italienischen Oper: Artôt, Everardi und Calzolari,
sich unaufgefordert erboten, zu Ehren Mozartʼs mitzuwirken.
So bilden denn die Kräfte dieses Festconcertes ein wahres
Elitecorps, siegreich genug auch ohne das Hinzutreten des
ruhmbedeckten alten Kämpen, dessen wir noch zu gedenken
haben. Rossini ist es, der sich an unserem Festconcerte be
theiligt: der Gedanke an Mozart hat sein jahrelanges
Schweigen gebrochen. Seit Decennien unerbittlich taub ge
gen alle musikalischen Ansuchen und Anerbieten, hat der
Maëstro auf Ersuchen des Wiener Comités zwei neue größere
Vocal-Compositionen: „Weihnacht“ und „Gesang der
Titanen“ zur ersten und einzigen Aufführung in dem
Mozart-Concerte hiehergesendet. Den Werth dieses Ge
schenkes erhöht noch die liebenswürdige Weise, in welcher es
dargebracht ist. „Ich erkläre mich stolz und glücklich,“ schreibt
Rossini, „eine kleine Huldigung zollen zu können dem Ge
dächtnisse des wahren Titanen der Musik, Mozart, den
ich zu bewundern anfing als Jüngling, und der heute noch
mein Abgott und mein Vorbild geblieben ist! Mögen die
Wiener (welche mir während meines Aufenthaltes im Jahre
1822 so überaus freundlich gewesen sind) genehmigend den
Beweis höchster Bewunderung empfangen, welchen ich ihrem
unsterblichen Mitbürger darbringe, und noch einmal Nachsicht
üben an meinen beiden bescheidenen Schöpfungen, welche nur
das Verdienst haben, von einem Greise zu kommen, der stets
ein Anbeter Mozartʼs gewesen ist.“
Außer diesen beiden Novitäten Rossiniʼs (von denen
weder eine Abschrift genommen, noch eine Wiederholung ver
anstaltet werden darf) bringt das Festconcert: Mozartʼs
C-dur-Symphonie (Jupiter), Ave verum, Arie aus „Fi
garoʼs Hochzeit“ und Quintett aus „Così fan tutte“, einen
Männerchor von Schubert, endlich die „Egmont“-Ouverture
und den Festmarsch mit Chor aus den „Ruinen von Athen“
von Beethoven. Ein solches Zusammenwirken zu solchem
Zwecke darf wol ein seltenes musikalisches Ereigniß heißen.
Wer auch nur ahnungsweise begreift, was wir Mozart ver
danken, der muß mit uns wünschen und hoffen, daß das
Denkmalsconcert seinen schönen Zweck reichlich fördere. Nach
dem rühmlichen Vorgange der Künstlerschaft wird ohne
Zweifel auch das kunstsinnige Wiener Publicum seine Schul
digkeit erkennen. Die unsere thun wir mit diesen Zeilen.