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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Als ich vor sieben Jahren in Rossini und
Gestatten Sie mir für heute einige Mittheilungen über
Rossini. Ein besonders angenehmer Anlaß führte mich vor
dieses Hauptbildes, durch zierliche Arabesken und Figuren davon
getrennt, sehen wir Aschenbrödel, das mit rührender De
Lange und mit sichtlichem Vergnügen betrachtete der greise
Maestro das Bild; sowol das Kunstwerk selbst, als die schmei
chelhafte Aufmerksamkeit Schwind’s freuten ihn offenbar noch
mag seine geringe Uebung im
noch erschwert haben.“ Ich bekenne, daß diese Mittheilung
loser hervortrat, mich wie ein unerwartetes Geschenk erfreute.
Stets hatte mich dieser Zug in
drossen und die musikalische Jacobiner-Partei dazu, welche die
brutale germanische Tugend, einen
zu weisen, verherrlicht. Also die ganze Geschichte nicht wahr.
Wieder ein Beispiel, mit welcher Sorglosigkeit falsche That
sachen hingestellt und nachgeschrieben werden, welche dann mit
unglaublicher Schnelligkeit zur historischen Wahrheit verhärten.
Und dies Alles, während man noch mit leichter Mühe von den
lebenden Hauptpersonen authentische Aufklärungen erlangen
könnte!
Gerne folgten wir
Erdgeschoß zu führen. Wir traten in den lichten, geräumigen
Salon mit dem freskengeschmückten Plafond und den hohen
Fenstern, zu welchen Rosenbüsche hereinnicken. In der Mitte
des Salons ein Pleyel’scher Flügel.
Volkslied mit einem Reichthum geistreicher Harmonien und
enharmonischer Ueberraschungen ausgestattet hat. Auch in eini
gen anderen Gesangs- und Clavierstücken, die ich in einer
seiner Soiréen hörte, ist mir die neue Vorliebe
distinguirte Bässe und lebhaftere Modulationen aufgefallen.
Weit entfernt, diesem niedlichen Nachfunkeln einer im Grunde
längst erloschenen Flamme ungebührlichen Werth beizulegen,
scheint es mir doch interessant, daß der Styl des 75jährigen
Sängers von
schen Wendung fähig war.
Im Laufe des Winters gibt Rossini sechs bis acht
Die Soiréen des berühmten Maestro sind in
genstand allgemeinen Ehrgeizes. Die ausgezeichnetsten Personen
bemühen sich darum oft mehr, als um eine Einladung in die
Tuilerien, und die Journale versäumen nicht, am folgenden
Tage davon zu berichten. Ich habe dem letzten dieser Musik
abende noch beiwohnen können und gestehe, mehr Ehre als Ver
gnügen dabei empfunden zu haben.
für die Zahl der Gäste nicht entfernt aus; die Hitze war un
beschreiblich und das Gedränge so groß, daß es jedesmal ver
zweifelter Anstrengungen bedurfte, wollte eine Sängerin (zumal
von dem Gewicht einer Madame Sax) von ihrem Sitze zum
Das Programm des Concertes (fast ausschließlich
sini
zösische Sax , Mad.
Ich bedauere, Rossini ’s neue
grotesken Selbstverleugnung tadeln, es liegt ihr aber un
streitig ein Motiv oder Gefühl zu Grunde, das man
bei näherem Einblick in die Verhältnisse anerkennen muß.
terung und Verhätschelung. Es gibt wenig Männer auf Erden,
denen in solcher Weise gehuldigt und nur gehuldigt wird. Sein
Zimmer ist nie leer von Besuchern; die höchsten Notabilitäten
des Adels, des Reichthumes, der Kunst kommen und gehen.
Er wird überhäuft mit kostbaren Geschenken und zarten Auf
merksamkeiten; von 100 Menschen glauben 99 ihm Schmei
cheleien sagen zu müssen. Würde
den Worte mit jenem gestreichelten, eitel-bescheidenen Lächeln
hinnehmen, das so vielen Celebritäten eigen ist, die gleichsam
mit einer Hand abwehren und mit der anderen eincassiren, so
wäre in seinem Hause nicht eine Viertelstunde lang zu existi
ren. Man müßte vor Weihrauch ersticken. Ernsthaftes Miß
billigen oder Ereifern liegt nicht in
schlägt also lieber mit einer gutmüthigen Selbstbespöttelung
dem Anbeter das Weihrauchfaß aus der Hand und ergötzt sich
an dessen Verlegenheit. „Wie soll ich Sie nur nennen,“ hauchte
ihn jüngst eine schöne Dame an, „großer Meister? oder Fürst
der Tonkunst? oder göttliches Genie?“ — „Am liebsten wäre
mir,“ erwiderte
mich: mon petit lapin!“ („Mein Mauserl“ auf gut
Hause zu, war seit 20 Jahren nicht im Theater und hat na
türlich auch die Ausstellung nicht gesehen. Spazierenfahren,
Besuche empfangen und ein wenig Musik bilden seine ganze
Beschäftigung. Zum „Ehrenpräsidenten“ der großen musikali
schen Jury über die Preiscantaten und Friedenshymmen ließ
er sich willig wählen, unter der ausdrücklichen Bedingung, daß
er nie zu erscheinen und nicht das Mindeste zu thun brauche.
Er erklärte sich scherzend bereit, unter denselben Bedingungen
auch noch in andere Comités gewählt zu werden. Ganz ernst
haft nimmt der heitere Maestro vielleicht gar nichts, als die
Pflege seiner Gesundheit. Er schont sich aufs zärtlichste und
hegt großen Abscheu vor dem Sterben. Wehe, wenn ihm ein
Besucher seine Siesta oder sonst einen wichtigen Leibesack ver
zögert! „Allez-vous-en,“ rief er jüngst so einem Unglücklichen
zu, „ma célébrité m’empête!“