Concerte.
Ed. H. Unbeirrt von dem lärmenden Ufertreiben des
Faschings zieht der stattliche Strom unserer Concertmusik ruhig
weiter. In früheren Jahren war der concertfeindliche Einfluß
des Carnevals viel größer, d. h. viel kleinstädtischer. Der be
rauschende Duft der Walzer, dieser musikalischen Nachtviolen,
schien auch tagsüber die Luft zu durchzittern, und Beethoven
kam wochenlang nicht auf gegen den Einen Strauß. Jetzt
hält er sich siegreich gegen härtere Belagerung, denn „wir sind
Drei“! Das Strauß-Trifolium versammelt Nachts seine Ver
ehrer, die classische Musik die ihren bei Tag, und siehe da, es
sind recht häufig dieselben. Held des Tages ist gegenwärtig der
„Florentiner Quartettverein“, bestehend aus den Her
ren Jean Becker, Masi, Chiostri und Hilpert. Flo
renz übt das Recht der Taufe eigentlich nur als die Stätte
der ersten Vereinigung dieser vier Musiker. Das Wesentlichste,
höchste und tiefste Stimme, also Kopf und Fuß des Quar
tetts, ist deutsch: Becker aus Mannheim, Hilpert aus
Nürnberg. Den beiden Italienern in der Mitte gebührt das
nicht geringe Verdienst vollständiger Assimilirung. Am Morgen
nach der ersten, schwach besuchten Production des Beckerʼschen
Quartettes zeigte sich in allen Wiener Blättern eine so er
freuliche Uebereinstimmung bezüglich der Vortrefflichkeit dieser
Leistungen, daß die zweite und dritte Soirée bei gedrängt vol
lem Saale stattfanden. Und wahrlich, ein so vollkommener
Musikgenuß zählt zu den seltenen Festen. Was das Florentiner
Quartett auch immer vortrage, es ist in den reinen, goldenen
Strom der Schönheit getaucht. Zunächst frappirt den Hörer
der Zauber des Wohllautes, die „materielle“ Schönheit des
Tones möchten wir sagen, bestände sie nicht gerade in dem
gänzlichen Abstreifen alles Materiellen. Wir hören den reinen,
absolut schönen Ton, ohne an seinen Entstehungsjammer durch
Roßhaar, Holz und Darmsaiten gemahnt zu werden. „Klang
schönheit! Ist denn das gar so viel? Versteht sich die nicht
von selbst?“ hören wir mitunter fragen. Man sollte es glau
ben, und doch ist dieser Vorzug bei einem Saitenquartett nicht
viel häufiger, als die Vollkommenheit der Stimme und Into
nation beim Sänger. Vorerst besitzen die vier Künstler wun
derschöne Stimmen, und zwar aus den geheimnißvollen Werk
stätten von Joseph Guarneri, Amati und Maggini; so
dann verstehen sie aber auch zu singen. Der Zusammenklang
dieser vier Instrumente, der im leisesten Geflüster wie im
Sturme des Fortissimo wie aus Einem Bogen quillt, hat
etwas Zauberhaftes. Man denke dabei nicht an irgend ein ko
kettes Raffinement; wir hören durchweg einen reifen, gesunden,
männlichen Ton, einen reifen, gesunden, männlichen Vortrag.
Die „Florentiner“ liefernd den besten Beweis — und
man hält ihn leider noch hie und da für nothwendig —
daß man mit Geist und Empfindung vortragen könne, ohne
jemals zu scharren oder zu winseln. Wie für ihre Tonbildung
das erste Princip Schönheit ist, so für ihren Vortrag
Klarheit. Beethovenʼs letzte Quartette sind uns niemals
so durchsichtig und verständlich entgegengetreten wie in der
Beckerʼschen Ausführung. Das verwirrende Geflecht dieser
Polyphonie, das unbequeme Dunkel dieser oft labyrinthischen
Periodisirung und Rhythmik, hier erscheinen sie wie von mil
dem Sonnenlicht durchleuchtet. Durch ein Studium und Zu
sammenüben von wahrhaft aufopferndem Fleiße haben die vier
Künstler sich diese schwierigen Compositionen so vollkommen zu
eigen gemacht, daß stets an rechter Stelle diese oder jene
Stimme, dieses oder jenes Motiv hervortritt und das Zu
sammenspiel Aller mit der Empfindlichkeit einer Goldwage
arbeitet. Es versteht sich, daß wir die demokratische Gleichbe
rechtigung der vier Spieler, von denen keiner sich ungebühr
lich vordrängt oder sich demüthig verkriecht, als Cardinal
tugend schätzen. Am schwersten mag sie dem Primgeiger, Herrn
Becker, gefallen sein, welcher (ein Schüler von Alard und
Ernst und bedeutender Virtuose) seine Carrière als Concert
spieler mit starker Hinneigung zum Bravourspiel begonnen
hatte. Er hat es rühmlich erreicht, sich im Interesse des
Ganzen zu verleugnen, unterzuordnen. Trotz dieser Gleichheit
liegt es in der Natur des Quartetts, daß die erste Violine
und das Cello sich am meisten geltend machen: Jean Becker
und Hilpert sind auch die bedeutendsten unter den vier Col
legen. Becker hat sich jüngst in einer Sonate von Rust als
Solospieler von großer Technik bewährt, dem die mannichfach
sten Stricharten, der schönste Triller, alle Künste des Pizzi
cato und Flageolet zu Gebote stehen. Hilpertʼs Violoncell
belauscht man mit ungetrübtem Vergnügen; es vergißt nie
seine Bedeutung als tragender Grundpfeiler des Quartetts,
verliert sich nie in jenes ewig klagende Tremoliren, das uns
so manchen gewandten Cellisten gerade im Quartett verleidet.
Pizzicatotöne von so unvergleichlicher Fülle und Reinheit wie
die Hilpertʼs haben wir noch nicht gehört. Der beste von
den vier Spielern bleibt aber doch immer: alle Vier zu
sammen. Es wäre ewig schade, wenn dies Quartett getrennt
würde — möchten doch die schmeichelhaften Anerbietungen, welche
wiederholt an einzelne Glieder desselben ergehen, ungehört verhallen!
Der Florentiner Verein spielte bisher (in 3 Productionen)
3 Quartette von Beethoven (A-dur op. 132, B-dur
op. 130, F-dur op. 135), je ein Quartett von Haydn,
Mozart, Schubert (D-moll), Schumann (A-dur)
und Mendelssohn (E-moll). Aus letzterem hat sich ein
Motiv ganz sonderbar in den zweiten Satz des Schumann’
schen eingeschlichen. Claviervorträge waren keine aufgenommen,
und dennoch erschien Niemandem die an sich starke Dosis von
drei aufeinanderfolgenden Quartetten lästig. Am dritten
Abende trugen drei kleinere Nummern beinahe den Preis da
von. Zuerst eine Serenade von Haydn, aus einem seiner
frühesten Quartette (G-dur 3/8) gezogen, ein zärtlicher Gesang
der Violine, durchgehends von den drei tieferen Instrumenten
pizzicato begleitet. Dies Pizzicato, das manchmal wie der
leiseste Guitarrenton klang, war bewunderungswürdig im Tone
wie in der feinen Anschmiegung an den Gesang. Das liebens
würdige, hier ganz unbekannte Stück mußte wiederholt werden
und darf in einer der nächsten Productionen nicht fehlen. Es
folgte ein Scherzo von Cherubini (aus dem Es-dur-
Quartett Nr. 2), worin der in seinen Quartetten an Haydn
anknüpfende Altmeister wahrhaft prophetisch auf Men
delssohn hinübergreift. Endlich erregte eine Violin
sonate von Rust, von Herrn Becker virtuos
vorgetragen, großes Interesse. Friedrich Wilhelm Rust (ge
boren 1739 in Wörlitz, † 1796 in Dessau) war als Violin
spieler ein Schüler Franz Bendaʼs, als Componist von mehr
als vierzig Clavier- und ebensoviel Violin-Sonaten eine Art
modernisirter, mitunter auch verzopfter Sebastian Bach. Die
von Becker vorgetragene (zweisätzige) Sonate, ein ernstes,
tüchtiges Stück, ist merkwürdig durch ihre vorgeschrittene
Violin-Technik. Es kommen Flageoletstellen und Pizzicato-Be
gleitungen mit der linken Hand vor, die wir bei S. Bach
und manchen seiner Nachfolger noch nicht antreffen — fast
schöpften wir Zweifel, wüßten wir nicht, daß Becker die So
nate ohne Zuthat, genau nach dem Originale spielt. Die
Aufnahme des Florentiner Quartetts von Seite des Publicums
war geradezu enthusiastisch. Und nichts als Lob? wird mancher
Leser fragen. Wo bleibt der Tadel, ohne welchen eine ordent
liche Kritik sich nicht wohl sehen lassen kann? Auf die Gefahr
hin, den Tadel auf uns selbst zu lenken — wir haben keinen für
das Beckerʼsche Quartett. Daß wir ein Stück um einen Ge
danken schneller oder langsamer gewünscht, irgend einen Einsatz
oder Uebergang ein bischen anders uns gedacht haben — was will
das sagen gegen den reinen, hohen Genuß, den die Kunstvollendung
dieses Quartetts uns durch drei Abende gewährt hat? Wir
wollen auch gerne einräumen, daß unter Joachimʼs Bogen
manche Beethovenʼsche Stelle ergreifender, pathetischer klang
und bei Hellmesberger irgend welche elegante Phrase noch
zierlicher und verbindlicher lautete. Das Beckerʼsche Quar
tett bleibt trotzdem das vollkommenste, das wir je gehört, und
das letzte, dem wir entsagen möchten. Wenn dem Florentiner
Quartett vielleicht eine ästhetische Gefahr droht, so liegt sie in
dem möglichen Uebertreiben seines größten Vorzugs: der for
malen Schönheit. In der Natur dieses Princips liegt es,
daß es sich leicht isolirt, verengt und der Schönheit zuliebe die
charakteristischen Gegensätze abschwächt, die Leidenschaft zähmt,
ja die kostbarsten Diamantspitzen der Genialität abschleift. Bis
jetzt bemerkten wir höchstens leise Andeutungen dazu, die zu
keinem Tadel berechtigen, aber vielleicht zu einem freundschaft
lichen Fingerzeig.
In Herrn Hellmesbergerʼs siebenter Quartett-Soirée
kam ein neues Streichquartett von Volkmann in Es-dur
zur Aufführung. Wie alle Compositionen dieses Tondichters,
athmet dasselbe einen ernsten, selbstständigen Geist, der den
Hörer interessirt und zum Nachdenken zwingt. Was wir zu
meist an ihm vermissen, ist sinnliche Frische und frei pulsiren
des Leben. Er neigt zur Grübelei, zu einem gewissen gräm
lichen Mysticismus, für welchen das musikalische junge Deutsch
land in dem späteren Beethoven nur zu viele Anknüpfungs
punkte fand. An Klarheit und Logik läßt das neue Quartett
kaum etwas zu wünschen, aber der Quell der Erfindung floß
etwas spärlich und intermittirend. Der erste Satz hat bei
durchaus männlicher Haltung nicht genug Schwerkraft der
Themen; bei so geringem Einsatze ist im Spiel kaum viel
zu gewinnen. Dasselbe gilt von dem langen, Grau in Grau
gemalten Adagio. Interessant ist das Scherzo, als die con
sequenteste und klarste Durchführung des Fünfviertel-Tactes,
die wir bisher kennen. Ein geistreiches Experiment, aber von
zweifelhafter Wirkung; das Ohr des unvorbereiteten Hörers
wird nur zu oft ärgerlich nach dem ihm fehlenden sechsten
Achtel haschen, anstatt befriedigt zu constatiren, daß der Tact
schon mit dem fünften abschließt. Das Finale erreicht durch
seine rasche Triolenflucht die meiste Lebendigkeit. Volkmannʼs
Quartett sprach an, ohne jedoch einen tieferen Eindruck zu
hinterlassen. In SchubertʼsB-dur-Trio spielte Fräulein
Marie Geisler den Clavierpart mit Beifall.
Das letzte „Philharmonische Concert“ (unter Herrn
Dessoffʼs Leitung) brachte als Novität ein „symphonisches
Tongemälde“, „Wallenstein“ betitelt, von Joseph Rhein
berger. Der Beifall, den diese Composition in München
und Leipzig errang, bot hinreichenden Anlaß, sie auch dem
Wiener Publicum vorzuführen. Auf dem Gebiete der sympho
nischen Musik wird überdies so wenig producirt, daß selbst
das Halbgelungene Anspruch auf Beachtung und freundliche
Ermunterung erheben darf. Es ist kaum wohlgethan, wenn die
Kritik in solchem Falle durch allzu schneidige Strenge zugleich
die Producenten abschreckt und die Concert-Institute, welche
ohnehin meist die Tendenz zu classischer Versteinerung haben.
Rheinberger ist ein ernst strebender, gebildeter Künstler
und eine namentlich im Contrapunkt tüchtig geschulte Kraft.
Gar Vieles in seiner „Wallenstein“-Symphonie berechtigt zu
schönen Hoffnungen für seine weitere Laufbahn. In dieser „Sym
phonie leidet sein Talent zunächst durch den unausbleiblichen Con
flict zwischen den selbstständigen Formgesetzen reiner Instrumental
musik und den Anforderungen der bestimmten poetischen Auf
gabe. Der Musiker, der sich mit einem poetischen Programme
einläßt, erfährt nur zu bald, daß es ihm mit der linken Hand
ebensoviel entzieht, als es ihm mit der rechten gegeben. Der
lockende Vortheil ist augenfällig: ein Stück von dem bunten
theatralischen Realismus des Rheinbergerʼschen „Scherzo“
würde man in einer Symphonie schwerlich gelten lassen, in
einem „Wallenstein-Gemälde“ läßt man es nicht blos gelten,
sondern zeichnet es vorzugsweise aus, weil der Titel „Wallen
steinʼs Lager und Capuzinerpredigt“ darüber steht und uns zu
der lebhaften Musik fertige, bestimmte Bilder entgegenbringt.
Dieser Satz ist der gelungenste der „Symphonie, er hat frische,
prägnante Themen, lebhaften Zug und fügt durch die Einfüh
rung des alten Soldatenliedes „Wilhelm von Nassau“ zu der
glücklichen Localfärbung auch noch eine historische. Minder
günstig waren dem Componisten die drei anderen Sätze; hier
stellt sich ihm der Nachtheil des poetischen Programmes
entgegen. Sätze mit der Ueberschrift „Wallenstein“, „Thekla“,
„Wallensteinʼs Tod“ bedingen eine gewisse musikalische Allge
meinheit, welche den Hörer bald zu verdrießen beginnt,
wenn er darin nicht directe Anknüpfungspunkte an jene
Schillerʼschen Charaktere vorfindet. Der Componist müht
sich abwechselnd, musikalisch unabhängig und dann wieder
dramatisch illustrirend zu schreiben, und geräth dadurch in eine
Unentschiedenheit und rhapsodische Unruhe, welche weder der
„Symphonie“, noch dem „Wallenstein“ gedeihlich werden kann.
So treten uns im Finale starke, musikalisch unerklärbare Ge
gensätze entgegen, eingeschobene Sätze von contrastirender Ton-
und Tactart, Rhythmik und Instrumentirung. Was habe ich
mir hier zu denken? fragt der Hörer unwillkürlich. Was be
deutet das? Da ihm Niemand antwortet, verliert er die Stimm
mung. Abgesehen von dem Verhältniß zum Programme,
trifft die „Symphonie zunächst der Vorwurf einer zu großen
Länge aller Sätze. Ferner sind die Motive mehr mosaik
artig zusammengesetzt, als organisch aus sich heraus entwickelt.
Eine Reihe von Motiven löst sich ab, um zu verlöschen, ehe
sich eines davon im Hörer festgesetzt hat; man vermißt den
Eindruck des Nothwendigen, Logischen. Dies und die musikalische
Schwäche mancher Themen sind der Hauptmangel der „Wallen
stein“-Symphonie. Es fehlt ihr an Vollendung des künstlerischen
Baues, wenn auch keineswegs an glücklichen Einfällen, fein ge
arbeiteten und trefflich contrapunktirten Partien. Wie die
„Symphonie vorliegt, halten wir für eigentlich lebensfähig daran
nur das Scherzo, das sich auch isolirt als wirksame Concert
nummer empfiehlt. Für lebensfähig und vielversprechend halten
wir jedoch das Talent des Componisten, der auf richtigerem
Wege auch zu schöneren Zielen gelangen wird.
Sonntag Mittags gab Herr Hermann Riedel, absol
virter Zögling des Wiener Conservatoriums, ein Concert,
worin er sich als Componist und Clavierspieler vorführte. An
einem Tage wie der Faschingsonntag, wo so viele Wiener ihr
Geld für andere Säle als für den des Musikvereins brau
chen, überdies in einer an musikalischen Genüssen so reichen
Saison mußte der Anblick des vollen Saales für den jungen
Concertgeber von glücklichster Vorbedeutung sein. Die Compo
sitions-Proben Herrn Riedelʼs verrathen ohne Frage Talent
— ein Talent, das aber noch zu sehr in voller Gährung be
griffen ist, um ein Urtheil über den Grad seiner Intensität
oder sein specielles Gebiet zuzulassen. In dem Clavier-Trio, das
der Componist mit den Herren Hellmesberger und
Röver ausführte, finden sich einzelne glückliche Gedanken,
Momente von Wärme und Leidenschaft, auch manche Probe
tüchtiger Arbeit, aber dies Alles durcheinanderwogend in
einer Unruhe und Uebertreibung, welche einen befriedi
genden Total-Eindruck unmöglich macht. Die größte Furcht aller
Anfänger, mißverstanden zu werden, läßt Herrn Riedel gleich
sam jedes Wort doppelt unterstreichen und dreimal wiederho
len, ein Nachdruck überbietet den anderen, alle drei Instru
mente sind ununterbrochen in angestrengter Arbeit, die Sätze
dehnen sich zu ermüdender Länge. Nach diesem Trio darf man
den Componisten wol zur Schumannʼschen Schule zählen.
Diese Richtung, namentlich in ihren späteren Abzweigungen,
ist als Vorbild nichts weniger als ungefährlich. Wir möchten
Herrn Riedel dringend an Mozart und den früheren Beet
hoven weisen. Einige Lieder des Concertgebers, von Herrn
Walter überaus zart vorgetragen, gewinnen, ohne besonders
originell zu sein, durch Wärme der Empfindung und maßvol
len Ausdruck. Als Pianist entfaltete Herr Riedel eine tüchtige
Technik, charakteristische Auffassung und Energie. Der Anschlag
ist etwas hart, mitunter stechend, der Vortrag mehr kräftig
als elegant und ausgeglichen. Die Schubertʼsche A-moll-
Sonate spielte Herr Riedel sehr befriedigend; Schumannʼs
schwierige G-moll-Sonate übersteigt derzeit noch seine Kräfte.
Herr Riedel wurde vom Publicum auf das freundlichste aus
gezeichnet. Besonderen Dank schuldet er Frau Gabillon
und Herrn Walter, welche durch ihre Vorträge das Concert
zierten und bei Herrn Riedelʼs musikalischer Confirmation
gleichsam Pathe standen.