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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Es ist wol ein seltsames Vorkommniß, wenn
man nach mehr als 20jährigem Aufenthalt in
eine sehr interessante obendrein: die
line, Viola und Cello. Sie gehört zu jener anspruchslosen
Gattung, welche, erblüht aus dem gemüthvollen Grunde
eines früheren Kunst- und Gesellschaftslebens, von
erschienen, datirt wol in ihrer ersten Conception noch weiter
zurück. Denn von
seine späteren Compositionen so überzeugend durchströmt, er
zählt uns diese gefällig spielende Musik so gut wie nichts.
Mehrere von den sechs Sätzen sind von geringem Gehalt und
veralteter Ausdrucksweise, das erste Allegro „alla marcia“
geradezu haarbeutelig. Allerliebst ist dafür die Polonaise, ein
ehemals überaus beliebtes und für die verschiedensten Instru
mente arrangirtes Stück. Ferner das Adagio in D-moll,
welches man sogar durch Unterlegung von Liedertexten sing
bar gemacht hat. Von besonderem Interesse ist, wie der
directe Zusammenhang, ja das Herauswachsen
aus
weise, organische Entwicklung dieser später so eigenartig sich
gestaltenden, gigantischen Individualität nachweist. Sodann
fällt die vollkommene Formbeherrschung und technische Mei
sterschaft auf, über welche der junge
seinen ersten Compositionen verfügte. Sein
das Werk eines Mannes, von Jugendwerken im gewöhnlichen
Sinne kann man bei
für Flöte, Violine und Bratsche); zum vollgiltigen Meister
stück hat er die Form der Serenaden oder Cassationen in
seinem köstlichen Septett gestaltet. Soll ein theilweise ver
Ein schrofferer Gegensatz zu dem sonnenklaren, behagli
chen Trio von
darauf gespielte Volkmann.
Noch einmal in dieser Woche trat uns die ehrwürdige
Gestalt der alten sechssätzigen Serenade entgegen, diesmal in
modern vertiefter Auffassung und reichem Gewande:
Brahmsʼ
einigen Jahren aufgeführte und damals ausführlich bespro
chene Composition wurde Sonntags im „Philharmonischen
Concert“ mit musterhafter Feinheit vorgetragen. Das Publi
cum begrüßte beifällig den Componisten (welcher selbst diri
girte) und applaudirte auf das lebhafteste den Menuet.
Diese Nummer war uns stets die liebste, ein kleines Cabi
netsstück, in welchem süße Melodie, klare Anordnung und
geistvolles, nirgends überwucherndes Detail sich zu dem rei
zendsten Stimmungsbild einer Garten-Serenade verbinden.
Diesem Satze zunächst, welcher so rund, so vollständig aus
spricht, was er will, steht uns das Adagio. Ein bischen lang
spricht der Componist darin, aber nichts Alltägliches oder
Unbedeutendes. Einen so langen Athem der Erfindung im
Adagio hat von den lebenden Componisten kaum ein zweiter.
Durch diese Eigenschaft erinnert das Stück an
was freilich auch im Verlaufe der Serenade mitunter durch
allzu directe Anklänge geschieht. Die übrigen vier Sätze ent
halten gleichfalls viel des Schönen und Eigenthümlichen, doch
kommen sie nicht zur reinen, vollen Wirkung; es steckt etwas
von der
Schritte grübelnd zurückweicht.
Der Violin-Virtuose Herr Besekirsky gab ein Con
ersten Sätze in
geht das Finale mit seinem brillanten Salonthema und seinen
mehr kühnen als geschmackvollen Akrobatensprüngen zu
zösisch
Herr Ignaz Brüll spielte in
Erwähnen wir noch der Abendunterhaltung des tüchtig
geschulten Geigers Herrn Wilhelm Junck und des zweiten,
Inzwischen haben das alte wie das neue Opernhaus
durch eine interessante Vorstellung zahlreiche Hörer angelockt.
Im alten Theater erlebte
eine vorstreffliche Aufführung, auf die Herr Hofcapellmeister
den Vortrag von allen nicht in der Partitur stehenden Ca
denzen, Trillern und Verzierungen, deren größter Theil sich
durch langjährige Tradition geradezu festgenistet hatte, wie
z. B. in der
Damit hat
wahren Dienst erwiesen, sondern einen hoffentlich folgen
reichen Vorgang für ähnliche Fälle geschaffen. Wie oft schon
fragten wir vergebens, ob es denn durchaus nicht in der
Macht des Capellmeisters liege, den Sängern willkürliche
Verzierungen oder Verunzierungen zu untersagen? Die Frage
ist durch
geübt für
cum, welches seine Lieblingsstücke in ihrer Originalgestalt jetzt
ebenso lebhaft applaudirt, wie früher in ihrem ungebührlichen
Aufputz. Ferner wußte Herr
reicherungen der Oper neues Interesse zu verleihen. Drei
seit Menschengedenken gestrichene Musikstücke wurden nämlich
wieder aufgenommen: die Arie
das kleine Duett Nr. 14 in G-dur zwischen
Das Orchester accompagnirte mit rühmenswerther Feinheit
und Discretion; von den Tempi schienen uns einige, wie
aus absichtlicher Opposition gegen das Gewohnte, allzu lang
sam genommen. Die Leistungen von Fräulein Ehnn (
von seltener Fülle und Egalität, gewann bald die Sympathien
des Publicums; der schlichte, nirgends auf kokette Pointen
abzielende Vortrag erfreute uns nicht minder. Die Aussprache
ist deutlich im Gesang, correct in der Prosa; ein so langes,
wohlverbundenes Portamento endlich gehört fast schon zu den
Seltenheiten. Hin und wieder glaubten wir an Fräulein
scharfes rhythmisches Gefühl zu bemerken — die Zukunft muß
lehren, ob wir uns getäuscht haben. Jedenfalls war die
Leistung für ein erstes Debut überraschend gelungen, und
Fräulein
Zierde unserer Bühne werden.
Kein so günstiger Stern leuchtete dem „ Propheten“
lich in kleineren Rollen von heiterer Färbung (
Kockburn
tragische Fach für ihren eigentlichen Beruf! Fräulein
dele
lein Dessoffʼs Leitung präciser zusammen, als unter ihrem früh
Zum Schlusse gestatte mir der geneigte Leser noch ein
Wort in eigener Angelegenheit, und zwar gegen den Heraus
geber der Chry
. Dieser Herr unterhält sich in jüngster Zeit damit,
sei, zu errathen, wo in der Welt denn wol eine ganze Partei
davon stecken möge“. Trotzdem zeiht er mich einige Zeilen spä
ter der „Verleumdung“ und „Unbesonnenheit“ (ich adressire
hiemit beides an ihn zurück), weil ich gegen die Engherzigkeit
solcher Leute mich aussprach. Wenn es aber nach Herrn
zeloten“, also kein Object der Verleumdung gibt, worin be
steht dann die Verleumdung? Wenn Herr gegen die Pedanterie „philosophischer Buchstabentreue“ er
klärt, wie ich, so ist er ja im Wesentlichen mit mir einver
standen und hat keinen Grund, eine mit höhnischen Ausfällen
auf „officielle Vertreter der Musikwissenschaft“ und „weise,
maßvolle Hofcapellmeister“ gewürzte Strafpredigt von unar
tigstem Ton loszulassen. Ich würde auf einen so unmotivirt
gehässigen Angriff gar nicht antworten, wenn er ein erster
oder vereinzelter wäre. Aber Herr
Stellung eines musikalischen General-Profoßen für
land
vor Allem die Wiener Musikverhältnisse und Institute
mein Buch, hätte auftreten müssen. Ich möchte aber um
keinen Preis zu jener Classe von Kritikern gezählt werden,
welche, streng gegen fremde Leistungen, keinen Tadel ihrer
eigenen vertragen. Darum schwieg ich über die mitunter
leicht zu widerlegenden Ausstellungen eines Mannes, der von
den
Jahre Statistik der Gesangvereine und Con
cert-Institute Deutschlands
von Wiener Gesang