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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. „Mein Liebchen, heißt das scheiden, wenn man
sich fest umschließt?“ So mochte man mit
als Johann
lichen Concert“ Abschied nahm von der Gesellschaft der
Musikfreunde. Zuhörer und Mitwirkende schienen durchaus
nicht von
und immer wieder von neuem hervor.
Ehren vollauf verdient durch eine unermüdliche, von glänzen
den Erfolgen begleitete zwölfjährige Thätigkeit. Zu oft schon
haben wir seine Verdienste um das
würdigt und zu laut wurde gerade jetzt die
in den Journalen intonirt, als daß wir unsere Leser mit
neuerlicher Wiederholung ermüden sollten. Es dürfte der
Gesellschaft der Musikfreunde schwerfallen, einen ebenbür
tigen Nachfolger
sei, leicht wird er an dieser Ehre nicht tragen. Wir konnten
unter mancherlei trüben Gedanken der Musik nicht recht froh
werden; für uns hatte das Festconcert etwas Drückendes,
Leichenschmausartiges.
nes erfolgreichsten Wirkens, sondern überhaupt die wichtigste
Thätigkeit verlassen, welche
Er hängt den Concert-Director an den Nagel, um Opern
beirath zu werden. Einträglicher und gesicherter, bedeutet sein
neuer Posten eine materielle Verbesserung, welche dem rast
losen, auf eigene Schonung unbedachten Arbeiter herzlich zu
gönnen ist. Wird er aber jetzt für seine künstlerische Befriedi
gung und für die Hebung unseres Kunstlebens auch nur an
näherungsweise leisten können, was er im Concertsaale gelei
stet hat? Wir haben diesem Zweifel im vorigen Jahr
Worte geliehen, als
stik seine jetzt definitiv gewordene Beirathsstelle am Hofopern
theater antrat. Unsere Bedenken sind durch die Erfahrung
nicht widerlegt worden. Noch heute wie damals sehen wir
in
ren großen Verlust, dem ein unsicherer und minder
wichtiger Gewinn auf theatralischem Gebiet gegenübersteht. So
lange wenigstens, als
tion dieselbe beengte und abhängige bleibt, wie im verflossenen
Jahre: Stellung eines ersten Capellmeisters, dessen Rath man
einholt, wann man will, und befolgt, wenn man mag. Ein
Beirath neben einem eigentlichen Director agirt überall mit
gebundenen Händen, vollends wo dem Director selbst wieder
durch eine vorgesetzte zweite und dritte Instanz doppelte
Fesseln angelegt sind. Gibt es da wirklich „Raum für den
Flügelschlag einer freien Seele“? Ueberblicken wir die neun
monatliche Thätigkeit
operntheaters, so reducirt sie sich auf das vortreffliche Ein
studiren eines neuen Werkes („
gleich lobenswerthe Dirigiren von drei älteren Repertoire-
Opern („
Instituts, auf Bildung des Repertoires, neue Engagements
und dergleichen gegönnt war, darf man entschieden bezweifeln.
Er hat unstreitig für die Oper geleistet, was in seiner Macht
stand, aber uns will bedünken, als stand eben nicht viel in
seiner Macht. Vergleichen wir damit die reiche künstlerische
Ernte, deren sich Concert-Musik
alljährlich rühmen konnte. Welche Reihe bedeutender Novitäten
und neubelebter classischer Werke, welche künstlerische Einheit in Auf
fassung und Vortrag, welch freudiges Zusammenwirken aller
Betheiligten!
An einige der hervorragendsten Momente dieser glänzen
den Dirigenten-Laufbahn erinnerte mit Nachdruck das Pro
gramm des Abschiedsconcertes. Das „
und die beiden Schubert verdanken wir
geführten Werke von
mann
Elisabeth
Wir möchten gerne annehmen, daß der „
vorigen Jahre zur guten Hälfte eine Ovation für den per
sönlich anwesenden „fascinirenden“
banal und gedankenarm ist diese so prätentiös herausstaffirte
„Kreuzfahrer“-Musik! Und doch gilt sie für das beste Stück
des Werkes — eines geistlichen Werkes! Da stehen ja
und
bildete Epstein mit vollendeter Noblesse und Klarheit vorgetragen.
Die übrigen Concerte aus der (bereits tausendstimmig
gegen jede Gesangsconcurrenz protestirenden) Frühlings-Aera
bieten nicht allzu viel Stoff. Eines der anregendsten war
die Production des „Orchester-Vereins“, dessen braver Diri
gent, Professor Heißler, das dankenswerthe Geschick besitzt,
Entstehung nach (
bewahrt noch die alte Form eines zwischen zwei Allegrosätzen
eingeklemmten Largos. Hervorragend ist sie nicht, aber an
ziehend wie jede lebendige Illustration zu
lungsgeschichte. Eine „ Hasse fand
Großen Zuspruch fand ferner das diesjährige Concert
Epstein’s, des geschätzten liebenswürdigen Pianisten, über
Der Bassist Herr Hablawetz ist in die Reihe der en
brütend, sondern frech und offen, nicht ohne eine derbe, aber
ganz verwilderte Mannhaftigkeit. So soll es auch sein, denn
seine Umgebung sieht in
bündeten Bösewicht, sondern
und Würfler; „wenn nicht gar —,“ fügt er hinzu; aber wenn
das mehr wäre, als ein Anflug von Verdacht, würde er es
aussprechen. In Haltung und Bewegung war die Dressur
des ehemaligen
rig, bequem geworden, immerhin nicht ohne eine gewisse im
ponirende Stattlichkeit, welcher Herrn
sehr zu statten kam. Mit einer für einen Sänger merkwür
digen Sicherheit führte er diese Gestalt durch, nur in ein
zelnen Details etwas übertreibend. Vor dieser Gefahr,
welche in Rollen wie
der Buffonnerie führt, möchten wir den talentvollen Künstler
warnen, der übrigens als Sänger und Schauspieler einen
entschiedenen und wohlverdienten Erfolg hatte. Seither hat
die erste Aufführung von Afrikanerin“ im
als in einzelnen Phrasen wahrnehmen, wo unrichtige Athem
vertheilung, unschönes Herausstoßen oder übermäßiges Dehnen
einzelner Noten störte. Die Tendenz nach äußerster „Leiden
schaft“ riß Frau
Trivialen, z. B. bei dem Ausrufe „Das Paradies!“ in dem
an sich schon hinreichend banalen Liebesduett.
ist noch immer die beste Rolle, die wir von Herrn
gesehen. Seine Stimme hat durch ihren metallischen, echten
Brustton (der nur in den höchsten Lagen leicht untreu wird)
ganz eigentlich den Charakter des Heldenhaften. Das ist ent
scheidend für den ersten Act, in welchem Herr
ganz entschieden durchgriff. Für die Liebesscenen im vierten
Acte fehlte ihm die Innigkeit und Wärme, dazu die allernoth
wendigste mimische Ausbildung. Herr G. Müller, dessen
Welches Elitecorps von Gesangsunarten sich auf unserer
Opernbühne heimisch gemacht hat, gewahrt man am deutlich
sten durch den Contrast, wenn eine wohlgeschulte Gesangs
künstlerin von feinem Geschmacke hier auftritt. Dies war vor
einigen Jahren der Fall bei dem Gastspiele der Artôt und
artiger Beigeschmack nicht beeinträchtigt, vielmehr mit einem
individuellen, geistigen Zug bereichert. Forcirt dürfte
dieses Organ nicht werden, und das weiß Fräulein
Hauck sehr wohl, indem sie jeder Versuchung zum