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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das Comité für die
hat soeben zwei bemerkenswerthe Abänderungen seines ursprüng
lichen Festprogrammes bekanntgegeben. Es hat fürs erste be
schlossen, daß das Jubiläum vom 20. October auf den 16. De
cember, als den Geburtstag
dabei der projectirte große Fackelzug zu unterbleiben habe.
Diesen Abänderungen zollen wir unbedingten Beifall, denn sie
geben dem Festprogramme wenigstens nachträglich jenen Cha
rakter, welchen es unseres Erachtens von allem Anfang hätte
haben sollen. Der Respect vor dem richtigen Datum ist die
erste Pflicht und Signatur einer wahrhaften Erinnerungsfeier.
Für Wien mindestens schickt es sich nicht, an einem belie
Sommernacht zu Gartenfesten und
entfalten diese Städte ihren eigenthümlichen Reiz, die Bewohner
ihre sprichwörtliche Fröhlichkeit und Gastfreundschaft.
hingegen besitzt eine mehr als hinreichende Armee von Spie
lern und Sängern, um zur Ehre
zu kämpfen und zu siegen; sein musikalisches Publicum ist
ferner stark genug, um das Ausbleiben von Fremden ver
schmerzen zu lassen. Wo aber diese beiden Bedingungen ein
treffen, da gibt es gar keine Entschuldigung für das willkür
liche Escomptiren von
der Umstand, daß bisher keine Stadt ein großes
Fest auf den 16. December angesetzt hat, verpflichtet
doppelt, den wirklichen und nicht einen fingirten Geburtstag
seines größten Bürgers zu feiern.
Mit der Verlegung des
ber, wohin es gehört, fiel natürlich auch der beabsichtigte
Monstre-Fackelzug durch die Straßen von
der braven Decemberkälte, daß sie einen Beschluß beseitigt
hat, welchen zu beseitigen wol Sache der richtigen Einsicht
gewesen wäre. Wir können nämlich den Namen
nicht in Einklang bringen mit einer volksfestartigen, durch
Fackeln, Processionen und Reden aufgeputzten Feier. Dem
der
die Stadt durchdrang, die Begeisterung der Führer im ganzen
Volke widerhallte und Männer jedes Alters, jedes Standes
sich dazu drängten, den unabsehbaren Fackelzug zu Ehren
läums zu machen. Es dünkt uns aber ein großer Irrthum,
für
vorauszusetzen, und ein Fehler, auf diese Voraussetzung hin
eine Huldigung zu organisiren, welche ohne jene begeisterte
allgemeine Theilnahme keine mehr ist. Als Gegenstand einer
solchen Nationalfeier hat
Künste keinen Rivalen. Kein Tonsetzer vermag die unermeß
liche und dabei edle Popularität eines Dichters zu erreichen,
der wie
und Aufklärung, als Lehrer der Cultur und Sittlichkeit ver
ehrt wird. In diesem Sinne kann der größte Tondichter
nicht Priester und Lehrer seines Volkes sein, da er, auf den
Ton beschränkt, Gedanken und Ueberzeugungen nicht auszu
sprechen vermag.
Durch
hindurchgegangen und nimmt bei jedem Einzelnen diesen Weg
noch immer; an seine Worte knüpft das Volk seine höchsten
sittlichen Ideen. Kein Städtchen gibt es, in welchem man
nicht
einen Band
das nicht die „
Eine solche Volksthümlichkeit besitzt
und wird sie nie besitzen. Auf hundert Studenten, auf tau
send Handwerker, welche ihren
kommt vielleicht Einer, der eine
gehört hat. Gegen den
und immer noch anwachsende Hörerschaft schaart sich begeistert
um
Gemeinde — eine musikalisch geschulte oder doch vorgebildete
Gemeinde. Ein Tondichter, welcher, fern von den populären
Weisen des Liedes und der Tanzmusik, in den höchsten, com
plicirtesten Kunstformen schafft, ist eigentlich gar nicht dazu
gemacht, volksthümlich zu werden. Die verhältnißmäßig größte
Popularität erringt der Tondichter durch die Oper, weil er
da, im unmittelbarsten Contact mit einem großen gemischten
Publicum, nicht blos zum Ohre, sondern zu allen Sin
nen desselben spricht. Beethoven’s einzige Oper „
Fest in
der volksthümlichen Resonanz, des Echos in der Bevölkerung
entbehrte! Selbst ein Jubiläum Weber’s würde im eigent
Wie viel stiller, aristokratischer, fast unberührt von der
Theilnahme des Volkes verlief nicht Goethe’s Säcularfeier
zusammengenommen. Darum wiederholen wir: Kein Volksfest,
kein Monstre-Fackelzug, keine Appellation an die Massen zu
Ehren dieses auf einsamer Höhe wandelnden Riesengeistes!
Man versammle die Gemeinde
auf dem Forum. Man feiere seinen Genius in seiner eigenen
Sprache, durch seine eigenen Werke und nicht anders. Wir
freuen uns, daß das
dung einzig richtigen Standpunkt durch seine neuesten Be
schlüsse eingenommen hat. In der Kirche, auf der Bühne, vor
Allem im Concertsaal wird
ganzen reichen Blüthenfülle entfaltet und in möglichster Voll
endung dargestellt sein; das trefflichste Orchester, die größten
Chormassen, die bedeutendsten Virtuosen reichen sich die Hände
zu dieser echten
Unter den mitwirkenden fremden Künstlern nennt das Pro
gramm bekanntlich auch Clara Schumann. Auf ausdrücklichen
Auf theatralischem Gebiete begegneten uns in den letzten
Tagen zwei Novitäten: eine Operette „ Der schöne Rit
“, von Charles
Mit außerordentlichem Pomp und ungetheiltem Beifalle
ist „
„
lungen dieser Bühne. Ein luxuriöseres Bild als die Fest
halle der Prinzessin beim Einzuge der Ritter wird man kaum
auf irgend einer anderen Bühne antreffen. Daß auch bei die
ser Vorstellung die Pracht manchmal zur Ueberladung neigt,
ist nicht zu leugnen. Von Brioschi’s neuen Decorationen