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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. „Nie sollst du mich befragen, noch Wissens
Sorge tragen!“ so antworten die Graalsritter unserer „Gesell
schaft der Musikfreunde“ seit Wochen auf jede Interpellation,
wann, wie und von wem die „Gesellschafts-Concerte“ dirigirt
sein werden. In der That wußte man noch gestern nicht,
weiß vielleicht auch morgen nicht, wem die Leitung dieser
größten Concert-Productionen
geeigneten Ersatz für Herbeck zu finden, war gleich nach
Unter den zahlreichen Künstlern, welche man als Nach
folger Brahms und
Ernst heben ihn hoch über die Mehrzahl seiner Collegen und
Rivalen. Sein künstlerischer Charakter bürgt dafür, daß ein
festes musikalisches Princip, eine durchaus ernste Kunstauffas
sung, ein von aller persönlichen Eitelkeit oder Gewinnsucht
freier Geist das Concertwesen der „Gesellschaft“ durchdrungen
hätte. Möglich, daß auch
Stücke den Wünschen der Sänger, Spieler und Zuhörer ent
sprochen hätte, allein sein Name hob die Direction über jede
Besorgniß hinaus. Er war der Mann, für die übernommene
Aufgabe einzustehen und volle Verantwortung zu tragen.
tischen Wirkungskreis zustrebt, war bereit, die Stelle anzuneh
men. Die Fragen, welche er vorläufig an die Direction
stellte und deren zögernde und ungenügende Beantwortung ein
übles Vorzeichen war, betrafen nur künstlerische Anliegen, keine
persönlichen oder materiellen. Die Schwierigkeit, nach einem
unvergeßlichen Dirigenten wie
sich
seine ganze Kraft dem Werke widmen. Ungetheilt mußte man
ihm aber auch den ganzen Wirkungskreis
trauen. Die ergiebigere Hälfte dieses Feldes ist bekanntlich
der Singverein, jener treffliche gemischte Chor, dem die
Gesellschafts-Concerte ihre schönsten Erfolge, ja ihren specifi
schen Charakter verdanken.
„Director der Gesellschafts-Concerte“ ist man offenbar
nur, wenn man auch den Singverein leitet und über densel
ben verfügen kann. Was thut aber die Direction der „Musik
freunde“? Sie trennt die bisher vereinigte Leitung des in
strumentalen und des vocalen Theiles, betraut mit letzterem
einen jungen, gänzlich unbekannten Musiker, benachrichtigt
und von dem Beschlusse, daß er sich auf die Leitung des Or
chesters zu beschränken habe. Es liegt auf der Hand, daß
eine solche Theilung des musikalischen Stoffes künstlerisch un
motivirt und ohne persönliche Reibungen undurchführbar ist.
Nur Einem Director gebührt mit der ganzen Verantwortlich
keit auch die ganze Leitung der Concerte; ein zweiter ist nur
denkbar, als abhängiger Hilfsarbeiter des ersten. Trachtete
man daher einen Künstler von der Bedeutung und Reputa
tion Brahms’ ernstlich zu gewinnen, so mußte man ihm
In dieser Noth galt es, rasch ein anständiges Provisorium
zu schaffen für die nächste Concertsaison. Es wäre von Seite der
Direction das Natürlichste gewesen, den neuen Dirigenten des
Singvereins, Herrn Ernst Franck, provisorisch auch mit
dieselbe Autorität, welche jetzt in rapidem Sinken begriffen
ist. Jetzt steht man dicht vor der Eröffnung der Gesellschafts-
Concerte und hat noch keinen Dirigenten.
Das Synedrium der „Musikfreunde“ verfiel auf Herrn
Hellmesberger, dem sicherlich Niemand den Ruhm
An und für sich sind diese Aufgaben keineswegs unver
einbar, ja es war stets ein Lieblingsgedanke von uns, sie ein
mal in Einer starken Künstlerhand vereinigt zu sehen.
in Reinecke in
aus persönlichen Rücksichten in zwei Theile getrennt, gerade
wie man jetzt aus persönlichen Rücksichten sie in drei Anstel
lungen zerstückt. Die lieben persönlichen Rücksichten, sie spielen
in der „Gesellschaft der Musikfreunde“ gerne die erste Violine,
oft sogar Solo! Man hat aus Delicatesse gegen empfind
liche Künstler und zum Nachtheile für die gute Sache es vor
dem unterlassen, Herbeck mit der Concertleitung auch zu
Zu dieser Rathlosigkeit und Zerfahrenheit, unter welcher
die curulischen Stühle im neuen Musikvereinssaale wackeln,
bildet der solide Organismus der Philharmonischen
Concerte ein tröstliches Gegenstück. Es geschieht auch nicht
Unternehmer der Philharmonischen Concerte ist bekanntlich
das Orchester des Hofoperntheaters. Dieses, sollte man glau
ben, habe gegründeten Anspruch, seine mit Recht hochgeschätzten
Productionen an theaterfreien Tagen im eigenen Hause ab
halten zu dürfen, zumal auch die (
Concerte im Opernhause dieses Jahr wegfallen. Warum im
neuen Opernhause plötzlich unstatthaft sein soll, was im alten
zehn Jahre lang willkommen war, das geht freilich über
unseren beschränkten Unterthanenverstand. Gleichviel; die Phil
harmoniker, plötzlich aus dem Theater vertrieben, haben sich
dadurch nicht entmuthigen lassen. Sie sind unter der Fahne
ihres erprobten Führers Dessoff treu zusammen geblieben
Was den musikalischen Inhalt dieser acht Concerte be
trifft, so dürfen wir manchen auserlesenen Genuß hoffen. Das
classische Repertoire (
sohn Rubin
,