Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
Bearbeiten — das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:
Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.
Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.
Hinweise:
Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind.
Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- undDatenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.
Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Es ist nicht das erstemal, daß die
ponisten, Johann Fuß und Leopold
nen und zur That aufrufen. Da sie die Trauerkunde von
der Vernichtung des jüdischen Heeres vernimmt, läßt
sich prachtvoll schmücken und unternimmt, nur von ihrer
Magd
dritte Act führt uns in das von wildem Gesang und Tanz
widerhallende Lager des
„seine Königin“.
beigeschleppt, jedoch auf
Zelte des
dringt ein, um
zu bereden.
auf seine Frage betheuert, den
er Letzteren.
Wein und Zärtlichkeit und zieht dann
gemach, wo hinter dem Vorhang sein Haupt fällt. Die Scene
verwandelt sich in eine freie Landschaft. Frohlockend begrüßt
das Volk die im Triumphe auf einem Goldschild hereingetra
gene
ten Armen“ stellt sich
zu
sofort sich einstellt und
siebenfachen Regenbogen“ in weiter Ferne die Zinnen von
Das Libretto hat die Vorzüge der besten
schen Textbücher: eine klare, übersichtliche Gliederung des
Stoffes, effectvolle, musikalisch vorgedachte Scenen, endlich
sehr klangvolle Verse. Seinen Hauptmangel theilt es gleich
falls mit einigen früheren Arbeiten
einen ganzen Theaterabend allzu dürftige, jeder Verwicklung
entbehrende Handlung und den dramatisch sehr bedenklichen
Abschluß. Es ist doch ein gar zu wohlfeiler Knall-Effect,
diese augenblickliche Tödtung
Blitzstrahl. Wir wollen gar nicht fragen, warum
wenn sie auf so unfehlbar gutem Fuße mit
diesen Blitz nicht lieber etwas früher auf
betet habe? Aber das Eine müssen wir fragen: Wie kommt
gottgefällige, rühmliche That vollbracht, zu der Anschauung,
dafür mit dem Leben büßen zu müssen? Hebbel brachte
Zwischen die beiden Hauptpersonen hat
dritte den
Figur ist nicht glücklich erfunden und wird fortwährend nutz
los hin- und hergeschoben; es wird niemals recht klar, ob
nicht. Um dieser Tenorpartie zu nützen, hat der Dichter
seinem Stück und der Hauptfigur
schadet, nämlich durch das zweite Erscheinen
Lager und die Scene seiner Tödtung durch
mittelbar auf die Ereignisse des dritten Actes erscheint diese
Scene kaum begreiflich. Im Finale des zweiten Actes (wo
und inständig mit
er wird von
„aus dieses Weibes Hand das Leben“! Und dennoch fragt
er
antwortet kaltblütig mit „Nein“ und wirft sich dem
fernes
daß
sie angesichts der Leiche ihres Bräutigams dem Mörder
unermüdlich den Becher und „der Liebe Flammenkuß“. Die
Scene ist ebenso unnöthig, als sie abscheulich und empörend ist.
Wir begreifen nicht, wozu die Mörderin des Landesfeindes auch
noch zur Mörderin ihres Verlobten gemacht und so zum Heroismus
die kalte Bestialität gefügt werden mußte. Bei
doch vor dem Gräßlichen nicht zurückzuschrecken pflegte, ist
Vom rein bühnentechnischen Standpunkte ist es ein Fehler in
Person, erst im dritten Acte auftritt. Die vieractige Form
endlich, für’s Schauspiel nicht räthlich, ist verwerflich für die
Oper, welche, wo sie einen nicht in zwei Acten zu bewälti
genden Stoff hat, nur zwischen drei und fünf Acten wählen sollte.
Doppler’s Partitur zur „
Empfindungsvollen; was die Form betrifft, im Liedmäßigen,
in klarer, symmetrischer Gestaltung. Für den starken, ja harten
Stoff, der in der „
Eigenthümlichkeit nicht aus. Bisher schrieb
von altem Schlag, Opern mit Strophenliedern, Arien,
Duetten etc. — Formen, die man heutzutage überwunden
schelten mag, in welchen sich aber
fand und die seine leichte melodiöse Erfindung begünstigten.
Sie gestatteten obendrein starke Anklänge an
viel Geschick und Vorliebe verwendet, geradezu seine Speciali
tät wurden. Die Frische und Anspruchslosigkeit der älteren
nisten zwingt, sich größer zu strecken, als er gewachsen ist. Der
Einfluß Richard
stärker diese Tendenz zum Styl des „Musikdramas“ in der
„
findung, desto ermüdender das gestaltlose Schwanken zwischen
Recitativ und Cantilene. Der größere Theil von
Rolle, fast die ganze des
übertriebenen, melodiespinnenden und doch melodienarmen Sing
sang. Wie
ler
bleibt dieser
Nicht einmal im Trinklied wagt er eine frische Melodie, einen
kecken Rhythmus; die gebildete Tournüre der „unendlichen
Melodie“ lähmt ihm alle Glieder. Zumeist in den Einzel
gesängen und Duetten ist die Musik vor lauter Anstrengung,
immer leidenschaftlich zu sein, wirkungslos, unwahr, nicht
überzeugend. Außer
auch manchen anderen Componisten:
aber er erinnert. Die Ausdrucksweisen, in welchen
Talent am eigenthümlichsten und liebenswürdigsten erscheint,
sie sind in Opern vom Style der „
In diesem Sinne bezeichnet also die
Fortschritt auf einer, aber zugleich eine Einbuße auf der an
deren Seite. In der „
macht, allein wir sehen fast nichts von selbst wachsen. Das
Beste sind jedenfalls die größeren Chor- und Ensemble-Num
mern. So verdient die ganze Einleitung, noch mehr das
Gebet des
aufrichtigste Lob; die Stimmung ist gut getroffen, die Sing
stimmen vereinigen und lösen sich ungezwungen, wohllautend,
gegen das Ende erheben sie sich zu breiter, effectvoller Stei
gerung. Von gleichem Effecte, freilich auch von fast gleichem
Baue sind die übrigen langsamen Ensemblesätze in der Oper,
z.B. das breite Andante im zweiten Finale: „Sie ist’s“;
hingegen bleiben die Allegrosätze nicht immer frei von lärmen
der Trivialität. Sehr geschickt und charakteristisch verwendet
der Componist Anklänge an
chen Scenen, z. B. in der Vorlesung der heiligen
Rollen durch
So enthält
und Gelungenen, um auch auf anderen Bühnen einer freund
lichen Aufnahme entgegenzusehen. In
Interesse an der Musik die lebhafte Theilnahme für den
allgemein geschätzten, ebenso tüchtigen wie bescheidenen Compo
nisten hinzutrat, nahm der Beifall eine fast enthusiastische
Färbung an. Herr
stellern der Hauptrollen gerufen. Unter diesen verdient das
erste Lob Herr Beck, welcher den