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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Ein günstiges Geschick ließ mich von einer Bade
reise gerade rechtzeitig eintreffen, um noch Herrn Betz in
der Schlußphrasen, auch diese an Herrn
deren Abgang eben keinen künstlerischen Mangel bedeutet.
Außer Zweifel dünkt mir jedoch das Eine: daß Herr
der Rolle des Hanns
steht. Frau Dustmann, welche am selben Abend zum ersten
Herr
liches Begehren unseres trefflichen einheimischen
stellers, des Herrn
leugbar Interesse, diese Stellen (im Monolog „Wahn!“ und
dem darauf folgenden Zwiegespräch mit
hören. In Hinkunft würden wir sie aber lieber wieder ent
behren. Gewiß liegt es im Vortheil der ganzen Scene, daß
Traum“, gleich die schöne Erzählung dieses Traumes vor
trage, mit Ueberspringung des dazwischen sich ausbreitenden
trostlosen Dialogs. Selbst vom Standpunkt unbedingter
der „
ren. Wenn eine Oper, deren complicirter Styl und berau
schende Tonmasse ohnehin an die Aufnahmsfähigkeit der Hörer
die höchsten Ansprüche macht, von 1/3 7 bis 3/4 11 Uhr dauert,
so ist damit wol die Grenze des Zulässigen oder Zweck
mäßigen erreicht. Die Kürzungen, mit welchen die „
singer
nothwendig und sind qualitativ die besten, die sich überhaupt
darbieten. Und trotz dieser Kürzungen, in welch deprimirtem
Zustand findet nicht die zweite Hälfte des dritten Actes (also
gerade das beste Stück der Oper) die Hörerschaft vor! Die
musikalische Aufnahmsfähigkeit des Menschen unterliegt Natur
gesetzen, die man nicht verhöhnen darf, ohne daß sie sich an
dem Werke und dessen Autor sofort selbst rächen. Ueber die
Kürzungen in den „
nur blinder Fanatismus oder jene systematische Tadelsucht,
welche man neuestens in einem Theil der
wieder bemerkt. Seltsam, daß die zahlreichen, aus halb
rungen im neuen Opernhaus mit höchster Achtung, ja mit
Bewunderung sprechen, während man aus der Lectüre gewisser
fähr auf dem Niveau von
namentlich die „
Großen und Ganzen nirgends besser hören, und was die
Hauptsache, die unvergleichliche Rhythmik und Nuancirung im
Orchester betrifft, gewiß nirgends so gut hören, als unter
Neben dem Gastspiel von
„ Fantasca“, was das größte Aufsehen machte im neuen
beinahe eine Comödie für Kinder, toll, aber unterhaltend. In
keinem Kunstzweige wird uns das „genre ennuyeux“ so
furchtbar, die Langweile so langweilig, wie im Ballet. Der
lustige Unsinn, der sich wohlgemuth als solcher gibt und als
solcher ergötzt, ist tausendmal besser, als der getanzte tragische
Unsinn, der ernsthaft genommen sein will und sich untersteht,
uns rühren zu wollen. Von der specifisch dramatischen Be
deutung und Fähigkeit des Ballets überhaupt hege ich eine
geringe Meinung; kennt es doch keinen dramatischen Conflict,
sondern nur äußerliche Hemmnisse und äußerliche Ueberwin
dung derselben, keine Charaktere, sondern nur eine allgemeine
Färbung durch Empfindungen. Daher wirken gute komische
Ballete immer befriedigender als ernste; jene beruhen mehr
auf dem Thatsächlichen, auf dem Augenfälligen der Begeben
heit, das leicht zu verstehen und kaum zu mißdeuten ist.
„
mischen mit dem Wunderbaren, aus welcher eine fast unab
sehbare Zahl von prachtvollen und lustigen Ueberraschungen
hervorgeht. Dieses Feuerwerk von Zaubereien läßt uns kaum
zur Besinnung kommen und macht die Novität auch für große
Kinder unterhaltend. Die unterseeischen Abenteuer in „
und Flock
Doppelgänger
setzt, im Urwald, auf dem Nordpol u. s. w. Ihr Aufenthalt
in der verhexten Küche wimmelt von ergötzlichen, zum Theile
ganz neuen Thorheiten. In der choreographischen Ausfüh
rung dieses Zaubermärchens sind die langwierigen Soli, die
getanzten Adagios, die zur Verzweiflung treibenden Elegien
auf den Fußspitzen fast gänzlich zurückgedrängt; Ensemble
tänze, Massen-Entfaltungen, malerische Gruppen-
Effecte herrschen vor. Dabei hat die Decorationskunst
und Maschinerie natürlich eine hervorragende Rolle zu
spielen und spielt sie bewunderungswürdig. Wo einmal
ein selbstständiges Ballet gepflegt wird, wie in
nicht entbehren. Wenn das Ballet nicht durch vollständigen
Sinnenzauber gefangennimmt, wenn wir ruhig nach dem
Warum des durch Tanz Dargestellten oder gar nach seinem
geistigen Gehalt fragen: dann ist es schon verloren. Wir
müssen in einer Art Trunkenheit des Auges von Scene zu
Scene schwelgen, oder Alles war vergeblich. Die Balletmusik
zur „
eigentlichen Tänzen; in den dramatischen Scenen hingegen,
als fortlaufend interpretirende, melodramatische Begleitung
bewegt sie sich sehr geschickt, mitunter sein und graziös. Die
Musik in der Hexenküche, die auf den Eisfeldern des
pol
hinaus, an das die neueren Ballet-Componisten uns gewöhnt
haben; sie verrathen den talentvollen Autor der „
Musik. Nur der ohrenmörderische Unfug mit den Blech
musiken auf der Bühne scheint in den Balleten keine Grenze
mehr zu kennen. Wer das meiste Lob verdient in der „
tasca
ragen blos Frappart und
Auf „
ten — das kurze Gastspiel-Intermezzo von Fräulein Murska.
Um so einladender lockte der Anschlagzettel, welcher
Tags nach der „ Die weiße Frau“ verhieß. Zu
sern Dank verdient. Kaum Eine Note, kaum Ein Wort klingt
veraltet in dieser bald fünfzig Jahre alten Oper. Ein ge
radezu musterhaftes Libretto trägt hier eine Musik voll An
muth und Melodienreiz, von geistreicher Charakteristik und
feinem Stylgefühl. In der
hauptet
der „
schütz
nationalen Eigenthümlichkeit im musikalischen Drama. Wie
der „
reich
brechende
die Nation auf sich selbst zu besinnen. So echt
die Musik ist, sie athmet doch zugleich die eigenthümliche Ro
mantik, mit welcher Walter
seine Bewohner zu schildern wußte. Wie viel ist von
dieu
obachte nur, wie sinnig und nur so leichthin der Hintergrund
der Situation ausgemalt ist, z. B. bei dem Gewitter am Schluß
des ersten Actes, dann vor dem Erscheinen der weißen
bei der Licitations-Scene etc. — wie mit den kleinsten Mitteln,
mit ein paar Accorden der Hörer sofort in die Stimmung
versetzt wird, wie mit wenigen Zügen die Nebenfiguren fest
gezeichnet sind. Der Erfolg der Oper entsprach gleich an
fangs ihrem Werthe: „
Lebensjahren der
Million Francs eingetragen und konnte bereits vor mehreren
Jahren daselbst ihre tausendste Aufführung feiern. Die Be
gierde nach der „
so rege, daß Provinzbühnen, welche sich die Partitur nicht
verschaffen konnten, das Textbuch allein, ohne Musik, auf
führten.
Zu den allerbesten Leistungen im neuen Opernhause ge
hört „
Genremalerei büßt Vieles ein in den weiten Hallen. Man hat
indessen nichts verabsäumt, um die Vortheile des größeren
Raumes und der stärkeren Besetzung überall dort zu benützen,
wo sie die Wirkung unterstützen können; so vor Allem in der
Introduction und in der Versteigerungs-Scene. Herr
ist bekanntlich ein recht munterer, liebenswürdiger George
dung und excellirt in den beiden großen Monodien des zwei
ten und dritten Actes durch glückliche Behandlung des Falsetts
und der halben Stimme. In der gesprochenen Prosa kann
er sich noch nicht vollständig von dem Zwang des gewöhnli
chen Theaterpathos losmachen, wie beispielsweise die Erzählung
von dem Tode des Obersten im ersten Act, dann der über
triebene Ausruf: „Nein, so ist es nicht“ bei dem Nachsingen
des Wiegenliedes im dritten Art beweisen. Wie Herrn
mit dem George
Oper, so ist ihm auch der Löwenantheil des Applauses zuge
fallen. Frau Dustmann sang die Miß