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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Hat Robert Franz in seinem „
Solcher Aufsätze enthält das
der Musikfreund mit reichlichem Nutzen, der stylistische Gour
mand mit Hochgenuß und der musikalische Schriftsteller nicht
ohne Brotneid liest.
Den Anfang macht ein halb ernst, halb scherzhaft gehal
tenes Genrebildchen: „
friedliebenden Menschen, der von Früh bis Abends verfolgt
wird von all den kleinen und großen Orgien unserer modernen
Musikvöllerei, sind hier mit echtem Humor geschildert. Die
Militärmusiken mit der modernen Specialität des „sentimen
talen Trompeters“, die Gartenconcerte mit ihren sinnlosen
Potpourris, die Zugharmonika und der Leierkasten — nichts
ist vergessen. Letztgenanntes Folterwerkzeug berührt
sehr flüchtig, begreiflicherweise, denn nur wer in
kennt den ganzen Umfang dieser Barbarei. Ist das wirklich
eine richtige Großstadt, ein Mittelpunkt der Civilisation, wo
die verstimmteste Pfeifenlade ein Recht hat, stundenlang
öffentlich zu schreien, wo zwei, auch drei Leier-Kannibalen in
Einer engen Gasse gleichzeitig „werkeln“ dürfen, ohne daß
man ihnen das Mindeste anhaben kann? Diese öffentliche
Ohrenquälerei behördlich zu erlauben und zu unterstützen, ist
und bleibt eine Grausamkeit, die allenfalls den
Raubstaaten zu Gesicht stehen würde, nimmermehr aber einem
löblichen Gemeinderath an der „schönen blauen
„Seien wir ein wenig weniger musikalisch, und wir werden
musikalischer werden,“ so lautet die beherzigenswerthe Moral
der
Es folgen drei „
halt und ausführlicherem Vortrag. Dem zweiten davon, wel
cher Gervinus’ Buch: „
dern wie auf der Spitze einer Stecknadel. Und was speciell
die überschwengliche Vergötterung Händel’s betrifft, welche
Was sonst noch „Gelegentliches“ geboten wird, sind
durchwegs Nachrufe an Verstorbene, die uns entweder kürz
lich entrissen wurden (
Anlaß hundertjähriger Jubiläen (
eine zweite, großartigere Leichenfeier erhielten.
ruf Hauptmann läßt uns trotz aller Wärme
Von Beethoven sprechen die fünf letzten Aufsätze des
für verschiedene Zeitungen geschrieben, weßhalb denn auch
manche Wiederholung nicht zu vermeiden war. Die Lectüre
des ganzen Cyklus verliert dadurch nicht an Interesse, denn
was
lig werden. Die „
klare, lebhafte Darstellung wie durch Unbefangenheit und
Selbstständigkeit des Urtheils aus. Der zweite Aufsatz: „
den letzten Tagen Beethoven’s
biographischen Beiträgen, denn was er erzählt, ist Selbst
erlebtes. Hiller hat als fünfzehnjähriger Knabe seinen
Einklanges mit
ich die betreffende Stelle dem Leser nicht vorenthalten.
„Man sucht heutigen Tages ein besonderes Interesse
darin,“ schreibt
großer Männer aufs genaueste zu erforschen. Es ist dagegen
nichts einzuwenden, so lange man nicht ihre geistigen Werke
und Thaten in einen allzu engen Zusammenhang zu bringen
versucht mit ihren Lebensverhältnissen, was zu den gewalt
thätigsten Irrthümern führt — oder so lange man nicht in
verkehrtem Enthusiasmus die Bedeutendheit ihrer Productio
nen in dem Geringfügigsten wiederfinden will, was man von
ihrem Wesen und Wandel erfährt. Es gab und gibt fort
während Tausende von Männern, welche
stehen an Hoheit des Charakters, an bürgerlicher Tugend, an
edler Auffassung des Lebens, und die nichts hervorzubringen
im Stande, was die Menschheit fördert. Daß
hohen Empfindungen und Anschauungen, die in ihm lebten, in
wunderbaren Kunstwerken aussprechen konnte, das macht ihn
zum großen Manne. Anderntheils wollen Viele die wesent
lichste Größe dieser Werke in gewissen Ideen finden, die
denselben zu Grunde liegen sollen und die dann Jeder auf
seine Weise sich klar zu machen sucht. Aber nicht das, was
ein Kunstwerk verbirgt, sondern das, was es sagt, und die
Art und Weise, wie es gesagt wird, das macht seine Größe.
Und zwar liegt diese Größe in den Bedingungen der Kunst,
um die es sich handelt. Was uns erhebt, begeistert, wenn
wir
Originalität, die Kühnheit der Erfindung, die unendliche
Mannichfaltigkeit der Melodien, ihr sinnlicher Reiz, verbunden
mit ihrer gemüthvollen Kraft, ihrer naiven Einfachheit, ihrer
leidenschaftlichen Energie — es ist die logische und doch wie
derum so freie Weise ihrer Ausführung; es ist die gesunde,
ungesuchte und doch so originale Führung der Harmonie —
die farbenreiche, individuelle Anwendung der Klangwerkzeuge;
kurz die Erfüllung aller Bedingungen, die eine Tonschöpfung
erheischt, wenn sie den höchsten Ansprüchen genügen soll. Was
das heißt, wissen die Vielen, die, begabt und talentvoll, ver
geblich versuchten und versuchen, es zu erreichen. In des
Wortes alterengster und hiedurch energischester Bedeutung sind
die Instrumentalwerke unserer großen Meister — Ton
dichtungen, und die
habensten von allen.“
Ja, versteht sich denn das nicht von selbst? höre ich eine
und die andere schüchterne Stimme fragen. Es sollte sich
von selbst verstehen, ohne Zweifel, aber in unseren Tagen, den
Richard
heit. Man möchte solche Worte mit goldenen Lettern drucken,
kommt man gerade von der Lectüre anderer musikalischer
Bücher, welche mit gar keinen Lettern druckt werden sollten,
wie z. B. Nohl’s „
eine Art philosophischer Bienenstock, in welchem abstracte Ideen
die Zellen für den späteren
die „Frage“ auf, „ob
habe“, das heißt, „ob sie aus demjenigen Grunde stammt, der
allein der Kunst wie dem Leben wahrhaft Leben und Dauer
gewährt — aus dem wirklichen Lebensgrunde der Zeit und
der Nation“. Und was diese Frage „in concreter historischer
Färbung“ am deutlichsten beantwortet, ist nach das
Verhältniß zwischen Beethoven und Napo
leon I., als dem ersten großen Repräsentanten der bewegen
vom Flecke will, in seiner Milde (zweites Motiv) weichlich-
sentimental, in den langen überleitenden Crescendos und Ro
salien opernhaft banal, in dem Einfügen von
nüchtern und gekünstelt — erreicht dieser
nicht entfernt, was wir uns als Ziel und Wirkung einer
Gelegenheits-Composition großen Styls denken. Nichts
von dem ursprünglichen Feuer, dem fortreißenden Schwung,
der edlen Popularität, welche einem solchen Siegesmarsch
von
hätten. Diese musikalische Verherrlichung des glänzendsten
Blattes
und dem Ruhme
gewagt,
nicht zögern, die eben erschienenen drei
„
lin
ihm zu loben. Das Eine ist in den Augen der Wag
nerianer vielleicht ein Frevel wie das Andere. Denn die drei
einfach und natürlich, offenbar aus längst entschwundenen
Tagen, etwa aus seiner „
lich wurden sie in
bis jetzt ein
deckte, sie mit einer
Zweifel damit bessere Geschäfte macht, als seinerzeit der in
nicht mit Liedern anfangen,“ sagte mir einmal
„da bleibt man unbekannt, unbeachtet. Nur wenn man später
mit Opern oder anderen großen Sachen Erfolg hat, kommen
die kleinen nachträglich von selbst wieder auf die Oberfläche.
Das war mein Fall.“ Es ist auch
drei
außer Zweifel — nun er es aber anderweitig ist, gewinnen
diese Kleinigkeiten ein eigenthümliches Interesse. Sie sind
keineswegs originell und starkgeistig wie der spätere
dafür aber, was dieser längst zu sein verlernt hat: liebens
würdig.