Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
Bearbeiten — das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:
Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.
Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.
Hinweise:
Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind.
Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- undDatenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.
Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das Programm des letzten Gesellschafts-Con
certes, bestehend aus lauter modernen Stücken, glich selbst
einem modernen Stücke mit unglücklichem Ausgang. Den
Anfang machte
table, in manchen Zügen fein empfundene Composition, doch
ohne mächtige Erfindung oder hinreißende Kraft. Als einer
echt musikalischen und ehrlichen Künstlernatur begegnen wir
Niels Gade von Zeit zu Zeit gerne, mögen immerhin die
die selige Ruhe der olympischen Götter, welche „droben im
Licht schicksalslos athmen“; der Chor singt diese Strophen in
einem edel und breit ausklingenden Adagio (Es-dur 4/4-Tact).
Die dritte Strophe des Gedichtes schildert als Gegenbild das
beklagenswerthe Los der Menschen, denen es „gegeben ist,
auf keiner Stätte zu ruh’n“. Mit erschütternder Beredsam
keit und ohne durch genrehafte Züge den großen Styl des
Werkes zu trüben, bringt der Componist diesen Gegensatz in
einem düsteren Allegro (C-moll 3/4-Tact) zur Darstellung.
Wie anschaulich und mit einfachsten Mitteln geschildert ist der
Sturz „von Klippe zu Klippe“, wie durchbohrend der lange
Halt der Stimmen auf dem Worte „Jahrlang“! In dieser
Trostlosigkeit schließt der Dichter — nicht so der Componist.
Es ist eine überaus schöne poetische Wendung, welche uns die
ganze verklärende Macht der Tonkunst offenbart, daß
nach den letzten Worten des Chors zu der feierlich langsamen
Bewegung des Anfanges zurückkehrt und in einem längeren
Orchesternachspiel das wirre Mühsal des Menschenlebens in
seligen Frieden auflöst. In ergreifender, Allen verständlicher
Weise vollzieht
strumental-Musik, ohne Hinzufügung eines einzigen Wortes.
Die Instrumental-Musik tritt also hier ergänzend und voll
endend hinzu und spricht aus, was sich in Worte nicht mehr
fassen läßt: ein merkwürdiges Gegenstück zu dem umgekehrten
Vorgang in
„
ein Nachklang seines bewunderungswürdigen „
Requiems
Form. Obwol das „
noch melodisch bestechend ist, erzielte es doch im Gesellschafts-
Concert einen entschiedenen großen Erfolg. Diese Wirkung
wird sich ohne Zweifel noch steigern bei einer zweiten, hoffent
lich vollkommeneren Aufführung, denn der Dirigent, Herr
Musik undeutlich wurden. Rubinstein dirigirt manchmal,
Ein anmuthig gedachtes und fein ausgeführtes Tonbild
ist Goldmark’s „
langt. Den weitaus größten Raum des Programmes occu
pirte
see
und für den Concertsaal passendere Composition gewählt hatte.
Die Musik wird ohne das Drama, dem sie sich eng an
schließt, vielfach unverständlich und erscheint an mancher
Stelle einfach häßlich, welche man im Theater als Interpre
tation der Scene allenfalls für „dramatisch“ hinnimmt. Vor
einer Aufführung des ganzen Trauerspieles von Michael
Jahren griff die Direction der Gesellschafts-Concerte zu dem
Nothbehelf, die einzelnen Stücke der
ein erklärendes Gedicht von J. G.
unser Theil danken wir für das ganze Wrack, mit und ohne
declamatorische Ausschmückung. Deutlicher kann man doch
nicht mehr sehen, wie ungenügend und unerquicklich
beer
dieser geistvolle Opern-Componist — hierin Richard
ähnlich — im Stande ist, größere Instrumentalformen mit
echt musikalischem Gehalt auszufüllen. Die
Musik
Geschick ausgeführt, aber doch nur ein Steinchen an dem an
deren. Aus größerer Entfernung und in eigens angepaßter
Umgebung kann man so ein Bild für gemalt ansehen. Die
rhythmische Zerstücklung, die harmonische und melodische Un
natur — Alles im Dienst contrastirender Effecte — sind auf
die Spitze getrieben. Selbst die so sehr gerühmte Instrumen
tirung kann man nur sehr bedingt loben, hört man doch
fast alle vier Tacte eine andere Klangmischung, einen an
deren pikanten Eintritt. Dadurch wird das Ohr abge
stumpft, und macht das Ganze am Ende vor lauter Effecten
keinen Effect.
War die Aufführung der
längst den Reiz der Neuheit verloren hat) mindestens über
flüssig im Gesellschafts-Concerte, so verdient die Wahl der
Schlußnummer: „ Sadko“, von
Programm folgendermaßen: „
spieler, wurde von seinen Reisegenossen während einer Meer
fahrt über Bord geworfen, da ihn das Los traf, dem
könig
fahrt hinderte. Vom
mält, in die Tiefe gezogen, muß
Spiel verherrlichen. Die Macht seiner Töne reißt die Geister
zum Tanze hin und bringt die Wasser in Aufruhr. Immer
rascher wirbelt der Tanz, immer wilder schäumen die Wogen,
denn immer gewaltiger greift
plötzlich — reißen die Saiten — dunkel und still wird es in
der Tiefe, und ruhig wie vordem gleiten die Wellen des
Meeres.“ Die ganze Composition ist Programm-Musik in
verwegenster Bedeutung, ein Product der Verwilderung, ge
paart mit äußerster Blasirtheit. Solche Armuth des musika
lischen Denkens bei solcher Frechheit der Instrumentirung
ist uns selten vorgekommen. Die Elfen
Nixen
„
Officiere, fanatischer Anhänger Richard
Stolz, auf heimischem Boden Aehnliches fabriciren zu können,
eine Art
als der Original-
und
zu derlei Hervorbringungen. Allein in
noch protestiren gegen die Pflege solch wüsten Dilettantis
mus in unseren für die gute — ich will nicht sagen „clas
sische“ — Musik gegründeten Concert-Instituten. In der Vor
führung eines Orchesterstückes wie dieser „
arge Verkennung, wo nicht Mißachtung des Publicums der
Gesellschafts-Concerte. Die Gefühle
entschuldigen Herrn
seinem Vaterlande nicht an besseren Dingen. So wäre z. B.
die reizende Balletmusik aus Glinka’s „
insoferne, als der innerlich hohle nach Außen maßlos renom
mirende Nihilismus ein Charakterzug des jungen
sein soll. In Turgenjeff’s geistvollen Erzählungen begeg
In erfreulichster Weise hat Herr Hanns v.
unser musikalisches Publicum drei Abende hindurch gefesselt
mit dem Vortrage ausschließlich
Compositionen. Künstler von geringerer Virtuosität und
schwächerem Geist als Herr v.
Wagniß wahrscheinlich scheitern. Bülow hat es siegreich
währter Tradition abweicht. Wir können nur wünschen, daß
Bülow seinen Besuch in
Im Theater an der Wien wurde am 23. d. M.
Lortzing’s komische Oper: „
suchen. Einen glänzenden Erfolg hatte ferner Fräulein Minnie
Hauck; ihre