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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H.
mit jener prunk- und prahllosen Herzlichkeit begangen worden,
welche die echte, verständnißvolle Empfindung beglaubigt. In
einer grünen Bucht des
von Blumenbeeten eingefaßt, sitzt nun componirend der mar
morne
nicht nur betrachten kann, ohne überritten und überfahren zu
werden, sondern das den Beschauer freundlich zu bequemem
Verweilen einladet. Es fügte sich schön, daß der Frühling
seinen goldigsten Sonnenschein, seinen farbigsten Blumenflor,
seinen süßesten Akazienduft als Sendboten schickte zu dem
kleinen Feste im
Monumentproject für seine großen Vorgänger in
täglich fragwürdigere Gestalt annimmt. Nahezu sechzig Jahre
sind es, daß unsere „Gesellschaft der Musikfreunde“ zum
erstenmale öffentlich ein Denkmal proponirte „für die drei
Musikheroen
fiel so lau aus, wie der Aufruf selbst, so daß das Unter
nehmen fürs erste als aufgegeben betrachtet wurde. Bald
nachher hatte die Gunst des Schicksals dieses musikalische
Kleeblatt zu einem vierblätterigen entfaltet, einem wahren
Glückssymbol für die Tonkunst in
durch ein großes Musikfest das „längst projectirte Monument
in der Karlskirche“ einen Schritt vorwärts brachte, da hieß
es bereits „für und Beethoven“.
ist aber kein Sechster in Sicht, und so that man sehr wohl
daran, nicht länger zu warten und zuerst den jüngsten der
großen Meister, den einzigen geborenen Wiener unter ihnen,
Franz
Der Ruhm, diesen Entschluß rasch gefaßt und auf eigene
Faust ausgeführt zu haben, gebührt dem Wiener Männer
gesang-Verein, welcher damit nicht blos
Die Festlichkeit der Denkmals-Enthüllung hat an dieser
Stelle bereits ein anderer Berichterstatter ebenso vollständig
wie lebhaft geschildert. Die musikalische Gedenkfeier folgte zur
Abendstunde in dem festlich beleuchteten, mit
Colossalbüste geschmückten großen Musikvereinssaale. Das
Programm des Concertes ging von dem Gedanken aus, einen
Mikrokosmus der beispiellosen, über alle Gebiete der Tonkunst
sich ergießenden Productivität
phonie, das Streichquartett, das Clavierstück, der Männerchor
und das Lied waren repräsentirt. Die kirchliche und die dra
matische Composition auch mit einzubeziehen, war nicht leicht
thunlich; das Lied hingegen hätte reichlicher vertreten sein
sollen, als durch ein einziges Stück („
obendrein in seinem arienhaften, hochgespannten Pathos von
dem Typus des eigentlichen
Chöre wurden von den Chormeistern Weinwurm und
Unablässig und überall in musikalisches Schaffen ver
sunken, erfindend und überlegend, blieb er doch frei von jeder
Grübelei, frei von dem menschenscheuen, mißtrauischen Wesen
Kindlichkeit, leicht erregt, sanguinisch, ein Kind der Stimmung,
erinnert er an das liebenswürdige Naturell
in seiner Lebensweise gleicht und leider auch in seinem
frühen Tod. Wie
in allen Gattungen der Instrumental-Composition; aber der
Schwerpunkt Beider liegt doch in der Vocalmusik, in der
unbegreiflichen Fülle reizender und zugleich ausdrucksvoller
Melodie.
sang, besaß vor
war und deßhalb auch immer sangbar schrieb. Ganz eigen
thümlich hingegen ist
Liederruhm ihm bereitet hat. Indem er mit Liedern seine
Carrière begann und seine größten Erfolge feierte, hat
nur als Lieder-Componist gelten müssen. Man hat
ihm den durch seine Unentrinnbarkeit so fad gewordenen
Beinamen des „Liederfürsten“ gegeben. Als hätte er
in seinen Instrumental-Werken nicht eine ebenso glänzende
Genialität geoffenbart! Freilich wurde der größte Theil
dieser Schöpfungen erst nach
ihre Verbreitung und Anerkennung hat zuerst Robert Schu
als Schriftsteller mächtig gewirkt, ihm zunächst
Liede die neueste Zeit uns gebracht hat,
noch immer übertroffen, unerreicht. Ein schönes Wort,
womit ein neuerer Schriftsteller (
charakterisirt, lautet: Würde ein höheres Wesen, mit mensch
lichen Dingen unbekannt, sich vertraut machen wollen mit
Allem, was unser Herz bewegt, ich wüßte keinen Rath, das
selbe schneller in den Besitz einer grenzenlosen Uebersicht
menschlichen Seins zu versetzen, als indem ich ihm die Lieder
wir an Wonnen und Klagen besitzen. Sei müde oder aufge
regt, krank oder übermüthig vor Gesundheit, sei glückselig oder
unselig, sei welchen Alters und welchen Volkes du willst:
Franz
Nehmen wir Abschied vom
Schritte gegen das Strampfer-Theater, wo
nahbaren Händen dem
sang gestern seine Glanzrolle, den
besuchtem Hause, aber unter stürmischem Beifall. Solch
starke Stimme scheint ansteckend zu sein;
gesang verleitet nicht nur die Mitspielenden zu ähnlichen Ver
suchen (wie zum Beispiel
ehrer im Parterre und auf der Galerie suchen es ihm gleich
zuthun im Fortissimo des Bravo-Schreiens. Die „
Vorstellung gelang etwas besser als jüngst der „
trotzdem können wir unser erstes Urtheil höchstens in Einzel
heiten etwas mildern. Der Gesammt-Eindruck der
schen Gesellschaft bleibt immer ein unkünstlerischer; sie enthält
kein einziges Mitglied, das durch vollendete Gesangstechnik,
seelenvollen Vortrag oder dramatisches Spiel uns auch nur
für einen Moment tieferes Interesse abzwingen könnte. Die
bewegende Kraft des Ganzen ist handwerksmäßige Routine,
der dramatische Ausdruck besteht in einem unvermittelten
Wechsel von Phlegma (worin die Liebesduette zwischen Pa
und Signora
ersten Act des „
liche. An der Stelle, wo allenfalls ein Sofa ganz passend
stünde, ragt dicht hinter dem Rücken der Sänger die Marcus
kirche empor, und wer den Rücken des Herrn
weiß, wie wenig da vom Marcusdom übrigbleibt. Ebenso
wenig wie die scenischen, vermag dieses Theater mit seinen
sehr bescheidenen Chor- und Orchesterkräften die musikalischen
Anforderungen einer großen Oper zu erfüllen. Der Cavaliere
Julius Sulzer, welcher in
begierig, ob nicht nächstens auch
Musiklehrer, sein Beichtvater, sein Hausarzt u. s. w. aus
der Coulisse hervortreten und sich dankend verneigen werden.
Die Opernvorstellungen im Strampfer-Theater versetzen
uns in eine kleine
musikalisch ausgehungert und unverwöhnt, solche Aufführungen
hochwillkommen heißen. In
Adelina
mäßigen Stagiones im Hofoperntheater an eine gute
nisch
gen des abgespieltesten Repertoires keinen Sinn. Eine vorzüg
liche
nuß und durch ihren Einfluß auf die
einen Gewinn; eine wälsche Oper um jeden Preis ist kein
Bedürfniß für
welche zufrieden sind, wenn überhaupt
wird („gesungen“ im weitesten Sinne), so soll uns das freuen
aus rein menschlicher Theilnahme für den sorgenvollen Im
presario. Aber aus künstlerischem Gesichtspunkte, den allein
die Kritik doch zu wahren hat, scheint es uns schwierig, die
Berechtigung solcher Unternehmungen für