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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Der Gedanke, daß Esser todt ist, erfüllt uns
Als Heinrich
bereits einen guten Klang. Schon mit zwanzig Jahren Con
certmeister in
war
musiken und zwei komischen Opern hervorgetreten. Während
seiner zwanzigjährigen Thätigkeit am Hofoperntheater hat
quiqui
bringen. Zu bescheiden, um diese Jugendopern für etwas Be
deutendes zu halten, war er zugleich zu stolz, sich mit einem
bloßen Achtungserfolg zu begnügen. Der Ausspruch von
Fétis (in der „
möchte ich nicht unterschreiben. Diese Oper hat zwar an
einigen Bühnen beifällige Aufnahme gefunden, jedoch nirgends
nachhaltigen Erfolg behauptet. Was
machte, war die Des
.“ Durch
pertoire der großen Orchester-Concerte bereicherte
letzter Zeit mit seiner prachtvollen Instrumentirung der be
kannten „ Toccata“ von Sebastian
Als Dirigent nahm
gewissenhaft. Er liebte ruhige, mäßige Bewegungen beim Tac
tiren, das Orchester folgte mit verdoppelter, hingebender Auf
merksamkeit auch seinen halben Winken. Es ist selten, daß ein
Capellmeister in vieljährigem Theaterdienst nicht die Lust an
jeder Opernmusik einbüßt und blasirt wird.
bis ans Ende die frische Empfänglichkeit für alles Große und
Schöne in der Musik erhalten. Mit welchem Interesse und
Herzensantheil studirte und dirigirte er zum Beispiel
„
auf
fahr und Verantwortung, ein bishin stiefmütterlich behandeltes
junges Talent, die Sängerin Benza, zum erstenmal mit
verfügte und Fragen seiner Kunst aus einem höheren Gesichts
punkt zu fassen und aus einem reicheren Schatz durchdachter
Grundsätze zu beantworten wußte. In allen musikalisch kriti
schen und administrativen Aufgaben war
seine Autorität anerkannt. Insbesondere zwei Angelegenheiten
dieser Art haben mich häufig und anhaltend mit
musikalischer Berathung zusammengeführt.
Ministerial-Commission für Bewilligung von Künstler-Stipen
dien. Geduldig und gewissenhaft unterzog er sich der mühe
vollen und selten erfreulichen Aufgabe, die vielen eingelaufenen
Gesuche und Musikbeilagen zu prüfen. Er liebte es, zu dem
ausführlichen Referat, das ich ihm jedesmal über einen solchen
„Stoß angeblicher Musik“ (wie er sich ausdrückte) vorgelegt,
kleine humoristische Randglossen zu schreiben, welche den Nagel
mit leichtem Schlag auf den Kopf trafen. So rasch und
scharf er auch den Grad der Begabung jedes Bittstellers er
kannte, er blieb rein menschlichen Erwägungen gerne zugäng
lich und zeigte sich jederzeit hilfbereit, wo ein kleines Talent
in der günstigeren Beleuchtung großer Noth erschien. Die
zweite, ungleich dornigere Aufgabe, die ich eine zeitlang mit
welchen das k. k. Oberstkämmerer-Amt dem ehemaligen Director
des Hofoperntheaters, Salvi, an die Seite setzte. Es war
tigkeit, er bewahrte sich immer ein unnahbares Fleckchen idea
len Strebens, stand nie stille. Theilnahmsvoll erhielt er sich
in Kenntniß der neuesten musikalischen Erscheinungen und
wurde nicht müde, aus allen Quellen der Kunst und Wissen
schaft sich befruchtende Bildungs-Elemente zuzuführen. So
hat denn keiner von
Treppen seiner Wohnung in der
durch ein anregendes Wort, eine belehrende Mittheilung, eine
ironisch gewürzte Kritik musikalischer Tagesbegebenheiten ent
schädigt zu werden. Dort oben, im Kreise der Seinen, war
besorgter Familienvater und erzog seine beiden Kinder — ein
reizendes Geschwisterpaar — fast ohne jede fremde Hilfe. In
seinem kleinen Kreise war er stets bemüht, Interesse anzu
regen für alles Große, Gute und Schöne, mochte es nun der
Kunst, Wissenschaft oder Industrie angehören; hatte er in
langen Winter-Abenden durch sein reiches Wissen in ernster
Unterhaltung fördernd und geistig belebend gewirkt, so konnte
er dann auch in satyrisch scherzender Laune Manches aus
seinen Lebenserfahrungen behandeln.
zugänglich und schroff gegen Menschen, die ihm unsympathisch
oder mißfällig waren; auch konnte er in seinem Urtheil streng
bis zur Härte sein. Ungerecht oder von niedrigen, kleinlichen
Motiven befangen war er niemals.
tung verrieth jederzeit den hochgebildeten Geist in der schwa
chen, kranken Hülle. Diesen armen, kranken Körper zu pfle
gen, zog er denn jedes Jahr im Sommer nach seinen gelieb
ten Bergen. Namentlich in
mit seiner Familie und dem ihm innigst befreun
deten Ehepaar Dessoff glückliche Tage. Hier im
den letzten Jahren war ihm die Existenz in staubiger Stadt
luft so sehr zur Pein geworden, daß er nach seiner Pensio
nirung
erwies sich die sonst so kräftigende Luft zu rauh für ihn; seinen
letzten Plan, nach
ausführen müssen, um sich seiner Familie, seinen Freunden
länger zu erhalten. Schon im Winter
er in
schreibt er an Frau
ich diesen Winter kein Concert und keine Theater-Vorstellung
zu besuchen brauchte, obgleich die Salzburger selbst über die
ihnen gebotenen Kunstgenüsse enthusiasmirt sind und ich
wahrscheinlich auch hier in den Geruch eines Sonderlings
komme. Freilich könnte ich auch nicht, wenn ich selbst
wollte, da ich wieder sehr mit krankhaften Zuständen geplagt
bin, die mich fortwährend zwingen, alle Aufregungen in
Theatern und Concerten zu vermeiden.“ Die
zustände, insbesondere die des Hofoperntheaters, verfolgt er
trotzdem aus der Ferne mit ungeschwächtem Interesse. Nicht
ohne freudige Erregung vernimmt
Jahres die Nachricht von der bevorstehenden Wiederholung
seiner zweiten
Concert. „Eine zweite Aufführung,“ schreibt er an
Dessoff, „ist beinahe von noch entscheidenderem Gewichte
genommenen Aufführung seines Werkes nicht beigewohnt. „Ich
wäre (schreibt er von
vösen Verhältnissen durchaus nicht im Stande, eine solche
Aufführung ruhig vom Zuschauerraume aus anzuhören und
zu ertragen, weil mich jede Berührung mit dem Publicum
förmlich krank macht. Es ist dies eigentlich kein Gefühl der
Angst vor einem Durchfalle, als ein mir ganz unerklärliches
nervöses Aufgeregtsein, welches mächtiger ist, als mein Ver
stand, der es vergeblich zu unterdrücken sucht. Aus diesem
Grunde habe ich höchst selten Aufführungen meiner Composi
tionen, selbst kleinerer, wie Lieder u. dgl., beigewohnt und
könnte es umsoweniger bei größeren. Das einzige Mittel,
diese Nervosität zu bannen, ist, wenn ich selbst dirigire und
also genöthigt bin, während der Aufführung meine Aufmerk
samkeit auf die Technik der Ausführung zu concentriren. Aus
diesem Grunde nahm ich die Einladung, die ersten Aufführun
gen meiner Arbeiten zu dirigiren, an, nicht weil ich geglaubt
hätte, daß sie unter der Direction eines Anderen nicht ebenso
gut zur Production gelangt wären, sondern um mir selbst die
Möglichkeit zu verschaffen, der ersten Aufführung derselben
beiwohnen zu können.“ Inzwischen wird der Zustand von
anhaltender. Die letzte Arbeit, die
(von Schott in
ihn freundlichst zu grüßen und ihm mitzutheilen, daß ich mich
merkwürdigerweise noch immer am Leben befinde — ein Um
stand, der sich freilich jeden Tag ändern kann.“ Diese Aen
derung bereitete sich schon mit grausamer Stetigkeit vor, als
opfernder Liebe ihn pflegenden Gattin verschied
3. Juni
allgemeine und aufrichtige. Wir hoffen, daß
Freunde, Dessoff an der Spitze, dafür sorgen werden, daß