Hanslick Edition: Hanslick in Neue Freie Presse Nr. 2934. Wien, Donnerstag, den 24. October 1872 Hanslick, Eduard Wilfing, Alexander FWF Der Wissenschaftsfond.
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Hanslick Edition: Hanslick in Neue Freie Presse Herausgegeben von Wilfing, Alexander Projektmitarbeiterinnen Bamer, Katharina Pfiel, Anna-Maria Elsner, Daniel Sanz-Lázaro, Fernando Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage Wien 2025

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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.

Nr. 2934. Wien, Donnerstag, den 24. October 1872 Hanslick, Eduard Neue Freie Presse Morgenblatt Herausgegeben von Etienne, Michael Wien
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Komische Oper.“

Ed. H. Mit der Eröffnung des neuen Opernhauses im Jahre 1869 hatte Wien eines der prächtigsten Theater in Europa, wenn nicht das prächtigste erhalten. Dem Glanz und der Größe des Gebäudes entspricht die scenische Pracht, welche sich vor den Augen des Zuschauers entfaltet. Nur auf einer Bühne von so riesigen Dimensionen, solchem Reich thum des Maschinen- und Decorationswesens, nur mit so außerordentlichem starken Orchester, Chor und Ballet sind Vorstellungen Meyerbeer’scher, Gounod’scher, Wagner’scher Opern möglich, wie wir sie im neuen Opernhause sehen. Ein einziges Bedenken und Bedauern hat dieser prachtvolle Bau alsbald hervorgerufen: daß hier der komischen und Spieloper die Lebenslust fehlen werde, daß sie in diesen weiten Räumen sich wirkungslos verflüchtigen müsse, wie eine zu zarte Stimme, ein zu feines Gesicht. Der Verlauf der letzten drei Jahre hat diese Besorgniß gerechtfertigt. Anfänglich hielt man sich die Spieloper fast gänzlich vom Leibe, die Mitglieder hatten vollauf zu thun mit der großen Oper. Dann griff man zu dem Auskunftsmittel, an ein bis zwei Abenden der Woche im alten Kärntnerthor-Theater das kleinere Opern-Repertoire wieder zu spielen. Diese Maß regel, welche insbesondere Herbeck consequent durchzuführen gedachte, bewährte sich aufs allerbeste. Dem Publicum waren seine kleineren, heiteren Lieblingsopern bereits em pfindlich abgegangen, und wer einige Abende hindurch im neuen Hause an dem Schaugepränge und den Massen effecten der großen Oper sich schwelgerisch gesättigt hatte, der kehrte dann noch einmal so gern zu dem alten Theater zurück, um die angestrengten Sinne in den klaren Fluthen einer heiter-melodiösen Musik zu laben. Opern wie „Mignon“, Freischütz“, „Fra Diavolo“, „Die weiße Frau“ schienen jetzt doppelt ansprechend zu wirken, ja sie versammelten ein viel dankbareres Publicum als ehedem. Das war die Rückwirkung des neuen großen Opernhauses; man fing an, daneben das kleine erst recht lieb zu gewinnen. In einem Feuilleton

dieses Blattes vom 7. Juli 1869 sprach ich dafür, es möge das neue Opernhaus sich auf Ballete und große Opern beschränken, der Spieloper hingegen eine feste Stätte im alten Kärntnerthor-Theater bewahren. „So lange wenigstens in dem alten Hause, als nicht ein neues, eigens für dieses kleinere, der Kunst nicht minder werth volle Genre erbaut wird. Die gesammte Literatur der komi schen und Conversations-Oper, des musikalischen Familien- und Rührstückes mit gesprochenem Dialog fiele dieser Bühne zu und wäre mit gleicher Sorgfalt wie die Opern im neuen Hause zu pflegen. Dieses reiche, lohnende Feld wird allmä lig seine eigene Ausbildung verlangen und für die Haupt partien sein eigenes Personal; es wird mit der Zeit nicht blos der Lückenbüßer, sondern der gleich geachtete und gleich beschäftigte Rival der „Großen Oper“ sein. Uebereinstim mend mit dem Anwachsen der Bevölkerung, des Reichthums und Kunstbedürfnisses in Wien entwickelt sich dann hoffent lich dieser Seitenzweig zu einem eigenen, selbstständigen Opern-Institute, welches — sei es nun unter einem Hof- oder einem Privatdirector — die Stellung der Opéra Comique und theilweise des Théâtre Lyrique in Paris einnimmt. Die Opéra Comique pflegt bekanntlich nicht blos das eigent lich komische Fach (wie die Werke von Auber, Adam etc.), sondern auch jene ernsten oder halbernsten Opern, welche — dem älteren deutschen „Singspiel“ analog — gesprochene Prosa enthalten und weder Ballet noch große Chormassen verwenden, wie Méhul’s Joseph“, Cherubini’s „Wasserträger“; von neueren Opern „Zampa“, Lalla Rookh“, „Mignon“, „Dinorah“ und andere. Sie beschränkt sich auf französische Original-Opern. Das Théâtre Lyrique bringt neben einigen großen Opern hauptsächlich die in Paris beliebt ge wordenen Stücke des deutschen und italienischen Repertoires, wie Freischütz“, „Entführung aus dem Serail“, „Martha“, „Lucia“, Traviata“. Dieses Endziel schwebt wol noch in weiter Ferne, allein es kann nur vortheilhaft sein, dasselbe jetzt schon ins Auge zu fassen und allmälig darauf loszu steuern.“ Und bald darauf, im September 1869, schloß ich eine ähnliche Besprechung mit den Worten: „Je mehr es den Anschein gewinnt, als würde in unserem neuen Opern hause Alles, was nicht große Ausstattungsoper und Ballet ist, der Vergessenheit geweiht, desto mehr müssen wir die

Errichtung eines zweiten selbstständigen Opernhauses nach Art der Pariser Opéra Comique anstreben.“

Jene zeitweilige Benützung des alten Kärntnerthor- Theaters für einige der beliebteren Spielopern war von kurzer Dauer. Durch den unerforschlichen Rathschluß hoher und höchster Hofbehörden wurde das Kärntnerthor-Theater „definitiv aufgelassen“, Decorationen und Requisiten eiligst verkauft und jedem künftigen Pächter oder Käufer des Hauses die unerbittliche Bedingung gestellt, daß niemals darin mehr eine Theater-Vorstellung stattfinden dürfe. Diese selbst im „Reiche der Unwahrscheinlichkeiten“ überraschende Verfügung, durch welche das ehrwürdige Kärntnerthor- Theater ohne Abschied, ohne feierliche Schlußvorstellung, gleichsam bei Nacht und Nebel heimlich hingerichtet wurde, hatte zur Folge, daß nun auch für die komischen Opern das neue Haus alleinige Stätte ward. Es brachte deren einige zur Aufführung, aber nur mit sehr bedingtem Erfolge. Mochte die Besetzung noch so gewählt, die Aufführung noch so sorgfältig vorbereitet sein, das Publicum hatte doch jederzeit die Empfindung, es sei dies nicht der rechte Ort für das feinere musikalische Lustspiel und Conversationsstück. Der intime Reiz dieser feinen Genrebilder von Auber, Boieldieu etc. ging verloren in den weiten Hallen. Die Schritte und Armbewegungen der Schauspieler wurden nothgedrungen länger, ihre Mimik gewaltsamer, ihre Con versation nachdrücklicher, als sie in der Spieloper sein soll ten und als sie auf einer kleineren Bühne sicherlich gewesen wären. Es wurde Einem nicht warm, nicht heimisch dabei, und thatsächlich begannen alle Journalberichte über solche Vorstellungen mit dem unausweichlichen Satze von der geringen Tauglichkeit des neuen Opernhauses für die komische Oper. In einem Feuilleton vom 19. Juni 1870 mußte ich bekennen, daß selbst für Opern wie „Josephund „Der Wasserträger“ das neue Opernhaus wol eine mögliche, aber keineswegs eine günstige Stätte sei. „Viel weniger“ — so hieß es weiter — „steht dies von der eigentlich komischen Oper zu hoffen, welche ein ungleich feineres Mienenspiel und raschere, pointirte Behandlung des Dialoges erfordert. Diese Gattung dürfte nach einigen An

läufen sich fast von selbst von dieser Bühne zurückziehen. Darum bedauern wir auch die „Auflassung“ des alten Kärntnerthor-Theaters, welches man ursprünglich als das Asyl für die kleinere, heitere Oper beizubehalten gedachte. Wir zweifeln aber nicht daran, daß über kurz oder lang in Wien eine eigene Unter nehmung für die komische Oper entstehen werde. In dem Maße, als Wien — das über Nacht zur Weltstadt aufgeblühte — sich nach allen Dimensionen noch vergrößert, wird ein zweites, kleineres Opernhaus Bedürfniß werden. Wenn Parisdrei lyrische Bühnen hat (abge sehen von der Italienischen Oper und vier bis fünf Vaude ville-Theatern, welche Offenbach spielen), so kann man Wien den baldigen Zuwachs einer zweiten wol prophezeien. Sie macht vielleicht die Carrière des Théâtre Lyrique, welches sehr bescheiden anfing, bald durch liebenswürdige Talente und ein gutes Repertoire Anziehungskraft übte, eine Staats subvention erhielt und zum Range eines kaiserlichen Thea ters erhoben wurde.“

Es ist Zeit, daß ich den geneigten Leser um Entschul digung bitte für diese nicht ohne Selbstüberwindung, aber auch nicht ohne guten Grund gebrachten Selbstcitate. Es lag mir nämlich daran, zu constatiren, daß ich für die Grün dung einer eigenen „Opéra comique“ in Wien wiederholt und angelegentlich schon zu einer Zeit gesprochen habe, als noch nicht die entfernteste Aussicht auf die Realisirung die ses Wunsches sich zeigte. Jetzt, wo ein solches Unternehmen von einem Verein kunstsinniger Männer auf gesicherten Grundlagen vorbereitet ist und rascher Verwirklichung ent gegengeht, fühle ich in mir etwas wie intellectuelle Mit urheberschaft und mit dieser die angenehme Verpflichtung, die Novität bei den Lesern einzuführen.

Der für das neue Theater gewählte Name: „Komische Oper“ empfiehlt sich als wörtliche Uebersetzung von „Opéra comique“. Er will in demselben Sinne verstanden sein, wie von jener berühmten Pariser Bühne, welche das musikalische Lustspiel zwar vorzugsweise, aber keineswegs ausschließlich pflegt. Da man bei uns die strenge Clau

sulirung der französischen Theater-Privilegien nicht kennt, wird die „Komische Oper“ in Wien ihr Repertoire noch viel weiter ausdehnen und auch solche kleinere Opern geben können, welche (wie „Liebestrank“ und „Don Pasquale“) Recitative enthalten oder die Mitwirkung eines Ballets er heischen. Sie wird von Grétry bis Lortzing, von Dittersdorf bis Offenbach sich ausbreiten dürfen. Das ganze reiche Lustspiel-Repertoire der deutschen, französischen und italieni schen Componisten steht ihr offen. Was längst in Frankreich und seit Kurzem in Italien mit so großem Erfolge geschieht, das Wiedereinstudiren classischer Buffo-Opern, es wird in unserer „Komischen Oper“ Hand in Hand gehen mit der Vorführung des Neuesten, was in diesem Fache von talent vollen, namhaften Autoren erscheint. Wer hat sich nicht in Paris an den Vorstellungen der Opéra comique mit immer neuem Interesse erquickt? Von dem alten Johann Fr. Reichhardt an, der zu Ende des vorigen Jahrhun derts Briefe aus Paris schrieb, bis auf Eduard Devrient, Otto Jahn und Alfred v. Wolzogen haben alle deut schen Kunstkenner diese kleinere Bühne der „Großen Oper“ weit vorgezogen — ein Urtheil, das ich aus eigener Erfah rung vollständig unterschreiben muß. Freilich kann ein in der Nation so fest wurzelndes Institut von künstlerischem alten Adel wie die Opéra comique nicht sofort von einem neuen, deutschen Unternehmen erreicht werden. Wenn aber die Wiener „Komische Oper“ auch nur halb so viel leistet, gleichem Ziele zustrebend, so müssen ihr die Sym pathien des Publicums zufliegen.

Das Princip der Arbeitstheilung, das in Wissenschaft, Kunst und Industrie unter modernes Leben durchdringt, ver langt auch auf der Schaubühne sein Recht. Eine Bühne, die wie unser neues Opernhaus auf die glänzende Reprä sentation der großen Oper angewiesen und bis ins Detail daraufhin eingerichtet ist, kann unmöglich die Spieloper in gleicher Ausdehnung und mit gleichem Erfolge pflegen. Selbst wenn sie es wollte, ihre Mittel würden den Dienst versagen. Die Sänger der großen Oper, die ja hauptsäch lich mit Rücksicht auf starke, ausdauernde Stimmen und

leidenschaftlichen Gesangsvortrag ausgewählt werden, sind in der Regel ungeeignet für die leichte Conversations-Oper, sie werden es von Jahr zu Jahr mehr, in dem Maße, als in ihrem Theater die große Oper immer entschiedener Alleinherrscherin wird. Nur in einem eigenen, stabilen Theater können sich Specialitäten für die komische Oper ausbilden, ein Styl, eine Schule des Singens und Spielens in diesem Kunstfache. Ohne die Opéra Comique in Paris wären die reizendsten Talente, wie Madame Ugalde und Montaubry, wie Condere und Berthelier und so viele An dere, niemals zur Entfaltung gekommen, sie wären als Nebenfiguren in der Großen Oper verküm mert. So verkümmern in Deutschland zur Stunde zahlreiche Künstler, welche durch die Natur ihrer Stimme und ihres Talentes für die komische Oper ge schaffen, sich dennoch zu mittelmäßigen Verdi- und Wagner sängern hinaufschrauben, weil sie nur in diesem Fache eine Carrière zu hoffen haben. Ist die „Komische Oper“ in Wien einmal mit Glück eröffnet, so dürften zahlreiche Talente dieser Art aus ganz Deutschland ihr zuströmen und sich zur Meisterschaft entfalten. Gerade so wie jeder jugendliche Theater-Aspirant, der Stimme besitzt, sich der Großen Oper widmet, so macht sich in Deutschland fast jeder Musiker, dem etwas einfällt oder auch nichts einfällt, an die Com position einer heroischen oder tragischen Oper. Wo sollte er auch eine komische Oper zur Aufführung anbringen? Und ist sie irgendwo angebracht, welch zweifelhafte, kurze Laufbahn steht ihr weiter in Aussicht? In Paris ist das anders, das Be dürfniß nach Novitäten für die Opéra Comique und das Théâtre Lyrique hält die Production in Fluß, und die bloße Existenz dieser Theater hat manchen Componisten, dessen an muthiges Talent an einem tragischen Stoff zerschellt wäre, dem heiteren Genre und damit einem glücklichen Wirkungs kreise zugeführt. Wir dürfen ähnlichen Einfluß von der „Komischen Oper“ in Wien erwarten und hoffen, daß sie die erschreckende Sterilität auf dem Felde des musikalischen Lust spiels in Deutschland allmälig brechen und für die Composition neuer komischer Opern den kräftigsten Hebel bilden werde.

So erscheint denn vom musikalischen Standpunkte die Gründung einer eigenen „Komischen Oper“ in jedem Be tracht erfreulich und vielverheißend. Sie begegnet einem künstlerischen wie einem geselligen Bedürfnisse Wiens, das auf seiner gegenwärtigen Höhe unstreitig zu wenig Theater besitzt und namentlich einer zweiten Opernbühne die ge winnreichste Zukunft verspricht. Natürlich wird die „Ko mische Oper“ erst durch ihre Leistungen die ihr jetzt schon entgegenkommenden Sympathien nachträglich verdienen und rechtfertigen müssen. Alles oder doch das Meiste wird von dem Wie der Ausführung abhängen. Zur Stunde, wo der Bau noch nicht einmal begonnen hat, kann über den künftigen künstlerischen Inhalt desselben unmöglich schon etwas bekannt sein. Es bieten sich den Conjectural-Politi kern nur einige wenige Anhaltspunkte. Diese sind zuerst die allgemein geachteten Namen der Concessions-Besitzer, sodann die Persönlichkeit des artistischen Directors. Man kennt Herrn Albin Swoboda nicht blos als einen Künstler von glänzendem Talent, sondern auch als gewieg ten Theater-Praktiker von Geschmack und Bildung. In den vom Theater an der Wien sporadisch versuchten Opern-Auf führungen („Zilda“, „Der Schatten“ etc.) ragte Swoboda jederzeit als die erste Kraft hervor, durch jene innige Ver schmelzung von graziösem Gesang und charakteristischem Spiele, welche die erste und höchste Eigenschaft für die ko mische Oper bedeutet. Mit einer genauen Kenntniß frem der Bühnen verbindet er die genaueste des Wiener Ge schmackes. Jung, ehrgeizig und gefeiert, dürfte Swoboda der rechte Mann sein, im Interesse der neuen Schöpfung alle seine Kräfte anzuspannen. Noch Eines. Wien ist die erste deutsche Stadt — ja, meines Wissens die erste Stadt außer Paris — welche ein eigenes Theater für die „Ko mische Oper“ errichtet. Diese Priorität vor allen deutschen Großstädten darf die Gründer des neuen Operntheaters mit einigem Stolz erfüllen, so wie es uns Uebrige stets mit Freude erfüllt, so oft Wien sich in einem neuen Felde in die Spitze des Fortschrittes stellt.