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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. „
begängniß in fünf Acten, Worte von
die äußerst lakonische Charakteristik, mit welcher Castil
Blaze in seiner zweibändigen Geschichte der
erlitt
scheinbar und für kurze Zeiträume erholte er sich wieder,
die schreckliche Krankheit wuchs allmälig bis zum unheilba
ren Wahnsinn, dem erst der Tod ein Ende machte. Die
ungeheure geistige Anstrengung
der Krankheit beschleunigt haben. Klingt es doch fast märchen
haft, daß
große Werke jährlich componirt, ja im letzten Jahre seiner
Thätigkeit zweiundzwanzig Acte geschrieben hat! Diese letz
ten Schöpfungen seines beispiellos productiven Talentes
waren „
Rohan
Miserere für den kaiserlichen Hof in
unbekannt gebliebene kleine komische Oper.
Als Textdichter des „
nicht auf der Höhe der zahlreichen vortrefflichen Librettos
erhalten, welche die Große und noch mehr die Komische Oper
ihm verdanken. In der contrastirenden Gegenüberstellung
motiv, der Liebe eines erlauchten
kanerin
„
Standesconflict zwischen
gekommen.
so gewandt löst, hat im „
das rohe Materiale hingegeben, das er kaum durch die noth
dürftigste Verknüpfung von Absicht und Erfolg zu einer Art
dramatischer Handlung macht. Und doch arbeitete er zum
größten Theil mit vollkommener Freiheit der Erfindung.
Bis zur Schlacht von
nahme
historischen Umrissen; von da an läßt er seiner Phantasie
freien Lauf. Auf dem geschichtlichen Haltepunkt mehrerer
falscher Sebastiane erbaut er ein unhaltbar lustiges Gebäude,
die Rückkehr des wahren
schichten im Kerker, den Fluchtversuch und die entscheidende
Füsillade.
des Compositeurs. Als solcher hat der alte Praktiker freilich
seine glückliche Hand bewährt; der Stoff bietet gut con
trastirende Massen, christliche und maurische Krieger, geheimes
Gericht, reichliche Gelegenheit zu Aufzügen und Ensembles,
die gangbaren Leidenschaften, Liebe, Eifersucht und Haß auf
einem schicklichen historischen Hintergrunde. Alles das ist
aber wie ein todtes Hauswerk ohne innere Folge, fast mit
Gleichgiltigkeit aneinandergefügt.
Die Musik zu „
miß zwischen
derungen der
„
den Versuch, der
Princip und die heftige Rhythmik der
zuimpfen. In der „
besser gelungen; sie hat eine weit frischere, reichere melo
diöse Ader und vor Allem mehr Wahrheit und Wärme der
Empfindung. Die Musik zu „
gemüthlos, die Liebe zwischen
jegliche Innigkeit, ja selbst ohne die Leidenschaft, die in
mancher trivialeren
Die Anstrengung, sich fortwährend auf einer ihm ungewohn
ten Höhe des Ausdruckes zu halten, macht sich bemerkbar;
in seinem Bestreben, tief und ausdrucksvoll zu sein, wird
nur geräuschvoll. In einigen Nummern hat jene Anstren
gung ihr Ziel mit Erfolg erreicht; die meisten Melodien aber
hören sich an, als wären sie ursprünglich
und dann gleichsam ins
waltsam ins
auch musikalisch ihre angeborenen Vorzüge, die einander bis
zu einem gewissen Grade ausschließen; man kann eine fremde
Eigenthümlichkeit nicht annehmen, ohne eine eigene dafür
aufzugeben. Und so hat
hochgespannte dramatische Pathos der Franzosen mit seiner
früheren
Wie viel der Hörer durch diese
durch eine rasche Recapitulation der Partitur vielleicht am
besten klar. Nach einer kurzen Einleitung („
hat keine Ouvertüre) eröffnet ein flacher Matrosen-Chor den
ersten Act, es folgt eine matte Scene (wie denn überhaupt
fast alle begleiteten Recitative der Oper matt sind) und die
Romanze des
tendes Tonstück. Nun aber kommt ein sehr wirksamer Chor
der Richter, welche
charakteristischer breiter Gesang auf düster bewegten kräftigen
Bässen, wie sie bei den neueren Italienern nicht eben häufig
sind; bei der zweiten Strophe steigern die Geigen die Energie
des Chores durch rastlose, kühne Figuration. Nach diesem,
zu den werthvollsten Nummern gehörenden Chor erfolgt
Cavatine dankt. Einem ziemlich lebhaften Aufrufe des
folgend, singt
licher Sorgfalt ausgearbeitete Nummer, in der jedoch nur
der gesteigert wieder aufgenommene Marschrhythmus, der
wie
und feurig ist, anspricht. Das Finale ist in den Mitteln
voll, im Gange ziemlich ordinär, aber die gesteigerten Ton
massen effectuiren.
Der zweite Act beginnt bei uns mit
äußerlicher und trivialer Arie; der einleitende Chor ist zum
Glücke weggelassen. Noch andere Striche wären in diesem
langen, matten Aufzug äußerst wünschenswerth, zunächst im
Ballet.
ist schwer zu sagen, welche davon langweiliger ist. Nun wird
die Handlung geradezu abgeschmackt: die Erzählung und
der Aufruf des
felde, auf der einen Seite die von körperlicher und geistiger
Aufregung halb ohnmächtige
vom Blutverlust erschöpfte
langes und sehr mattes Duett. Der nachfolgende Araber-
Chor, in dem sich ein Ansatz zu nationaler Charakteristik
kundgibt, frischt etwas auf. Es folgt eines jener breiten
Quartette mit Chor-Unterlage, wie sie zuerst mit großer
Wirkung
Actschluß; leider hat der Dichter es vorgezogen, den Act
mit einer Arie schließen zu lassen. Wir haben nur gegen
diesen Platz, nicht gegen die Composition selbst etwas ein
zuwenden. Im Gegentheil gehört
„Seul sur la terre“ zu den allerbesten Nummern der Oper,
ja zu den zartesten, wohllautendsten Melodien, welche
zetti
Der dritte Act ist weitaus der wirksamste.
beginnt ihn mit einer hübschen und dankbaren Romanze:
„O
mit
tion interessant. Nun hebt sich die Musik sehr wirksam.
Ein Trauerchor ertönt aus weiter Ferne; dazu der un
heimliche, dumpfe Schall bedeckter Trommeln; der Trauer
marsch ertönt leise, kommt näher, schwillt immer voller
an — ein Musikstück, so imposant und charaktervoll, wie
es in dieser Art keine zweite
weist. Es folgt ein energisches Ensemble.
weise unterstützt von dem Chor der Richter, schließt den
Act würdig ab.
Der vierte Act steht an ernstem dramatischen Ausdruck
dem dritten nur wenig nach. Der einleitende Chor der
Richter mit seinen tüchtigen Bässen ist kräftig, bezeichnend,
ja von einiger musikalischen Tiefe. Das Septett mit Chor
ermangelt nicht der äußeren Wirkung, behandelt jedoch die
sieben Solostimmen zu abgerissen und willkürlich. Das Finale
ist abermals sorgsam ausgearbeitet und hinterläßt einen ganz
günstigen Eindruck.
Leider macht nun der letzte Act einen kläglichen Abfall.
Er dreht sich anfangs um ein Duett zwischen
möchten es nicht ungern streichen bis auf den Schlußsatz
in Des-dur, dessen leichter, angenehmer Fluß an den Com
ponisten der „
nahender Hilfe; seine Barcarole klingt nach dem reichlichen
Posaunengeschmetter doppelt angenehm; mit den Auber’schen
Wenn man die Vorzüge und die Mängel gegen ein
ander, soweit dies überhaupt möglich, abwägt, so dürfte
wol das Zünglein der Wage inmitten stehen. Die musika
lischen Tugenden des „
länglich groß und zahlreich erscheinen, um kleineren Bühnen,
welche, kärglich ausgerüstet, doch im Grunde nur durch den
eigensten musikalischen Reiz einer Oper wirken können, die
Aufführung dieses Werkes anzurathen. Aber „
stian
große Bühnen, welche durch ein Zusammenwirken von
reichen, imposanten Kunstmitteln einen Erfolg fast mit Sicher
heit versprechen. Und kaum wird für diesen Fall eine Bühne
die Qualification unseres neuen Opernhauses überbieten
oder auch nur erreichen. Die starkbesetzten Chöre und das
virtuose Orchester bringen die großen Ensembles und Finales
im „
neuen Decorationen, besonders die beiden vortrefflichen Land
schaftsbilder Brioschi’s, die glänzenden, treuhistorischen
ster Anordnung der Gruppen wirken in der
führung höchst effectvoll zusammen. Das Arrangement des
Leichenzuges im dritten Act ist für sich allein eine Sehens
würdigkeit, welche den Besuch der Vorstellung auch für nicht
musikalische Zuseher lohnt. Für die Solopartien waren die
besten Kräfte aufgewendet. Die Besetzung bietet eigenthüm
liche Schwierigkeiten.
schrieben, der die Cantilene in der eingestrichenen Octave
kräftig wiedergeben kann und dabei doch in der Höhe vollstän
dig ausreicht. In Frau Friedrich-Materna besitzen wir eine