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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die erste, bisher auch einzige Oper, mit wel
cher
Eine kluge Wahl, ohne Frage; denn gerade in diesem Werke
könnte man den unserem Publicum fast fremd gewordenen
Meister unter den glänzendsten Verhältnissen einführen. Von
allen Dramen
reiche Handlung, so romantische Charaktere und Situationen,
keines endlich gestattet eine so prunkvolle, die Phantasie
zauberisch anregende Ausstattung, wie „
gekommen, und der Erfolg hat diese Anstrengungen gelohnt.
Ohne alles dasjenige, was es in der „
gibt, hätte diese, blos auf ihre musikalische Wirkung gestellt,
nur durch unvergleichliche Einzelheiten, aber schwerlich als
Ganzes hier einen unbestrittenen Sieg erfochten. In ergän
zendem Gegensatze dazu hat nun Director
Wirkung der Composition verdankt, indem sie auf der ein
fachsten, nicht einmal durch ein Liebesverhältniß belebten
Handlung beruht und die Reizmittel scenischer Pracht gar
nicht zuläßt. Das ist „
nach das letzte größere Werk des Meisters, dem Range nach
das erste. Wir konnten bei Besprechung der „
stellung uns nicht verhehlen, daß
sein ganzes Stylprincip einem eminent romantischen Stoffe
wie „
dem Gebiete
„
die edle, herbe Einfachheit seiner Musik vollständig dem
Geiste der Antike. Während wir auf dem Gebiet des Wun
derbaren und Romantischen, der leidenschaftlichen und zärt
lichen Liebe durch die späteren Meister,
hinreichend warm und kräftig zu finden, hat die spätere
Oper nichts, gar nichts hervorgebracht, was mit
Betonung
Die scharfen, plastischen Contouren seiner Melodie, die nach
drückliche Declamation, die vornehme Sparsamkeit der Be
gleitung machen diese Opern zu einem musikalischen Spiegel
bilde der Tragödien von
tausende sind über den Glanz dieser Sterne der Dichtkunst
hinweggegangen, bevor die Tonkunst die Stufe erreicht hatte,
auf welcher ein
antiken Classik auf dem Gebiete der dramatischen Musik
werden konnte. Selbst die eigenthümlichen Schwächen und
Mängel
tonung gerade dieser antiken Stoffe, und nirgends verfließen
sie so harmonisch mit seinen großartigen Vorzügen wie in
der „
welche sich zu jener verhält wie der gestaltenreiche, lebhaft
exponirende erste Theil eines Dramas zu einem harmonisch
lösenden und ausklingenden zweiten — sie muß trotz mancher
theatralischen Vortheile als Kunstwerk zurückstehen. Sie hat
nicht so rührende, aus der Tiefe geholte Herzenstöne und
verräth namentlich in den akademisch-frostigen Liebesscenen
welche in der
letzterer Oper kommt schon der Dichter des Textbuches
( Guillard) dem Geiste der Antike näher; es ist ihm eine
selbst war der allerunschuldigste dabei) die Befehdung
als Parteisache betrieben. „
wie nicht blos die Journale und Memoiren jener Zeit, son
dern auch die Ziffern der
stummen Beredsamkeit beweisen. In
zum erstenmale im October
folge zur Aufführung. Seit jenem Tage sind in der Musik
neue Welten entstanden. Schon war Mozart’s Genius in
lich wenigsten Material die möglich größte Wirkung zu er
zielen trachtet, gibt
heit, jenen Adel, die man vorzugsweise bei diesem Compo
nisten Classicität zu nennen gewohnt ist. Sie stellt die
schen Opern auf einen exceptionellen Platz, wie ihn ähnlich
in der Geschichte der Musik nur
haupten. Aber in seinem principiellen Kampfe gegen die blos
sinnliche Schönheit der Musik ist
Sprödigkeit seines musikalischen Talentes unterstützt — dem
entgegengesetzten Extrem häufig zu nahe gekommen. Manche
verheißungsvolle Fortschritte im musikalischen Theile der
Opern-Composition, welche von Zeitgenossen, namentlich von
dem vielverleumdeten
chöre zu ganzen, mehrsätzigen Finales, die Unterbrechung der
monotonen Arienherrschaft durch häufigere Duette und Ter
zette und dergleichen erfuhr von
der ganzen „
Chor (außer dem im letzten Finale); Duette und Terzette
fehlen; Chöre und Soli wirken fast nie zusammen, von
großartigen Actschlüssen, welche auf solchem Zusammenwirken
hauptsächlich beruhen, gar nicht zu reden. Die ununterbro
chene Reihe von Einzelgesängen, mögen sie immerhin die
auserlesensten sein, wirkt wie ein schön componirtes
Bild, auf welchem nichts fehlt, als der Schatten.
Ist es doch eine wahre Erquickung für das Ohr,
wenn dann und wann
obgleich es meist nur in Terzen geschieht. Der musikalische
Rhythmus der Arien ist in der Regel ebenso einförmig, wie
der declamatorische correct; die häufigen langen Recitative,
die vorherrschend langsamen Tempi und geraden Tactarten
geben den
Charakter, der von der leidenschaftlichen Bewegtheit des
späteren Opernstyls fremdartig absticht. Die Begleitung der
einfachen Recitative besteht bei
turen, am meisten in der
stimmigen Accorden, die ununterbrochen während der Reci
tation des ganzen Verses von den Streichinstrumenten aus
gehalten werden. Selbst Berlioz, der glühendste Ver
ehrer
dieses „langweilige, hartnäckige Gebrumme, welches in den
Hörern eine unbesiegbare Ermattung und Schläfrigkeit her
vorbringt“. Die Monotonie von
ferner erhöht durch die Einfachheit der Bässe, welche (aber
mals nach Berlioz’ Ausdruck) „fast nie interessant sind
Die Aufführung des
sehr sorgfältig vorbereitet und von echter Pietät getragen.
Freilich gilt von der Mehrzahl der Darsteller dasselbe, was
vom größeren Theile des Publicums: die Aeußerungsweise
einen bestimmten Styl, den dramatisch-declamatorischen, der,
breit, groß gehalten, sich nirgends an den Moment hingibt,
sondern das ganze Gebilde auf einer weit überschauenden
Höhe hält. Hat man doch oft, und nicht mit Unrecht, ge
sagt, die Oper
die
Herr Walter als
nen Arie im zweiten Acte ein Muster gediegenen, seelen
vollen Vortrages. Herr Labatt fand sich überraschend gut
Schwierigkeit, welcher man hier und anderwärts mit ver
schiedenen Experimenten beizukommen versucht hat, scheint
mir nicht glücklich gelöst: die Erscheinung der Furien im
zweiten Act. Ehemals befand sich der Altar, an welchem
mit geschwungenen Fackeln und Schlangen umschwirrten ihn
von allen Seiten, der Chor bewegte sich bis in die Mitte
der Bühne und wurde so in aller Kraft hörbar. In der
jetzigen, neuesten Einrichtung ruht
der ganze Furienchor erscheint als eine wirre, unbewegliche
Masse transparentartig beleuchtet hinter der versinkenden
Rückwand des Tempels. Die Wirkung dieser großartigen
Scene wird dadurch sehr abgeschwächt. Fürs erste büßt sie
an musikalischem Effect ein, da aus der weiteren Entfer
nung der Chor zu schwach klingt. Sodann wird der Vor
gang selbst unverständlich und unmotivirt.
und klagt, während ihm doch keine der Furien in die Nähe
kommt; diese Gestalten wurden aber in voller furchtbarer
Realität gedacht und so auf dem
stellt, nicht als bloße Vision nach Art eines „lebenden Bil
des“. Ueberdies war der untere Theil dieses Tableaus ver
schwommen und undeutlich, der hell beleuchtete obere Theil
zeigte uns aber keineswegs Furien, sondern gepanzerte
Krieger. Ich glaube, daß es im Interesse der
Recht einzusetzen.