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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Saul“ wurde am ver
von
rung kam.
„
zu
großen geschichtlichen Oratorien
Die mehr cantatenartigen — „
„
das, abgesehen von seiner enormen Ausdehnung, geschickt
angelegt und nicht ohne poetische Empfindung ausgeführt
ist, behandelt die Geschichte der letzten Regierungsjahre
König
den und Sängers
welcher Jenem anfangs Dankbarkeit und Freundschaft ent
gegenbringt, um ihn bald darauf in Eifersucht und Zorn
zu verfolgen.
und stellt sich, nachdem
die Spitze seines Volkes, das er zu neuem Glanze erhebt.
Aus diesem historischen Bilde treten als leuchtende Neben
figuren die beiden Kinder
der treue Freund und die zärtliche Braut
Eine andere handelnde Person, die hochmüthige ältere Toch
ter des
vollständig beseitigt, zum Vortheile des Werkes, das trotz
vieler Kürzungen drei Stunden lang spielte und in seiner
ganzen Vollständigkeit wahrscheinlich bis gegen Mitternacht
gedauert hätte.
Die Ouvertüre (eine aus vier ziemlich unvermittelten
Sätzen bestehende „Symphonie“) ließ
und begann gleich mit dem kraftvollen Chor „Wie groß
und hehr“. Die Exposition des Dramas — denn drama
tisch ist fast die ganze Anlage des Werkes — gehört zu den
vortrefflichsten: eine Siegesfeier zu Ehren
den Riesen
Theile veraltete und reizlose Arien
den Lobgesang und Jubeltanz der Töchter Judas, in wel
chem
nicht verschmäht, nur um so glänzender hervortreten.
gehend die Feststimmung. Sein an die bekannte
Schlange“, welchen
vollendeten musikalischen Ausdruck heroischen Zornes bewun
derte, hat für uns einen entschiedenen Anflug von Buffo
styl, wie denn auch
dem mazurka-artigen Accent auf die schwachen Tacttheile
(„Rang und Hoheit sind mir Tand“) in einem komischen
Singspiele stehen könnte. In solchen Dingen wechselt die
musikalische Empfindungsweise verschiedener Zeiten. Eigen
sinnige
drehen wollen und uns beweisen, daß unsere Voreltern im
mer Recht und wir immer Unrecht haben, ändern daran
nicht das Allergeringste. Die erwähnte Arie
angeblich damit schließt, daß der
zen Gattung, auf einen jener selten ganz zu vermeidenden
Punkte, in welchen das Oratorium als eine unausge
wachsene Oper erscheint. Daß Jemand einen Speer nach
seinem Gegner wirft, dieser aber unverletzt entkommt, das
müssen wir entweder sehen (dramatisch) oder eine der Per
sonen muß es uns erzählen (episch). Wenn aber, wie in
Bemerkung enthält: „
flieht“, so ist das ein ganz unzureichender Behelf und für
die Anschauung so gut wie nicht vorhanden. Ungemein zart
und fast modern angehaucht ist das zweistrophige Lied
vid Bettelheim so überaus schön
Der viel kürzere zweite Theil des Oratoriums stellt
die einzelnen Personen mehr in den Vordergrund. Von
genialer Kraft und Charakteristik ist der berühmte einleitende
Chor: „Neid, du ältester Sohn der Hölle!“, mit seinem aus
der absteigenden Es-dur-Scala gebildeten, unermüdlich wieder
holten Basso continuo; rührend in seiner Einfachheit die
Arie
das Liebesduett zwischen
matisch wiegenden Sechs-Achtel-Tact doch gar zu spielend; man
denkt dabei eher an zwei Kinder, die ein Geburtstagsgedicht
aufsagen, als an ein Brautpaar, das böse Tage hinter sich
hat und nun den glücklichsten entgegengeht. Der Schluß
chor zeigt uns
Dieser Chor: „O blinde Raserei!“ gehört zu jenen von höch
ster Kunst geschaffenen und doch allgemein verständlichen,
überwältigenden Musikstücken, wie sie nur
ben. Wie scharf und tief einschneidend wirkt insbesondere
der langsame Satz: „Auf Schuld häufe Schuld“ mit seinem
furchtbar bedeutsamen Septimen-Absturz von h nach cis!
Der dritte Theil ist die Krone dieses Oratoriums. Er
beginnt mit
auf sein Verlangen den Geist
Scene entwickelt sich vollkommen dramatisch und verfehlt
nur insofern ihre Wirkung, als die Darstellung der
durch einen Tenor von einem komischen Beigeschmack nicht
zu trennen ist.
gang
Stückes, sofort aus der Reihe der handelnden Personen ver
schwindet. Ein vom Schlachtfelde kommender Soldat mel
det den Tod
wird die Handlung zur Leichenfeier für die beiden gefalle
nen Helden; es ist das schönste und großartigste musikalische
Requiem, das wir kennen. Zuerst der berühmte Trauer
marsch in C-dur, der bei keinem vornehmen Leichenbegäng
niß in
Charakter bei nahezu unbegreiflicher Einfachheit. Hierauf
der mächtige Trauerchor: „Klage, Israel“, dessen Beglei
tungsfigur
chenfeier des Rajah) vorgeschwebt haben mag. Nach dem
Klaggesang stimmt
rührender Einfachheit an. Es ist ein großartig schöner Zug,
daß die Trauernden, nachdem sie sich in Schmerz und Kla
gen ersättigt, sich glücklichen Erinnerungen an das Verlorene
hingeben; wie schön das war, wenn
spannte oder der gewaltige
zog! Noch einmal gewinnt der Schmerz die Oberhand:
ein Klaggesang
läßt ihn in männlich würdigen Klängen ausströmen. Mit
einer Hinweisung auf den ruhmvollen Glanz, den
vom Throne
winnt die Stimmung wieder zuversichtlichen Muth, und das
Oratorium schließt unter hellem Trompetenklang mit dem
allgemeinen herzhaften Aufruf: „Gürt’ um den Schwert!“
Die Aufführung des „
menwirken seltener Kräfte zu Stande, die sich für ihre
hohe Aufgabe freudig anzuspannen schienen. Man sah es
jedem der Musiker an, vom Dirigenten bis zum Pauken
schläger, daß er mit Lust und Liebe an dem Werke mit
arbeite. Der beste Dank gebührt Frau Caroline Bet
, welche den