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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Der Frühling hat uns auch diesmal wieder
Adelina
schen Gesellschaft im Theater an der Wien und ist bisher
in zwei Opern aufgetreten: „
vatore
nungen wie die Patti überkommt uns jedesmal ein rechtes
Sowol die erste als die zweite Arie
ginnt mit einem Andante von üppiger und doch ausdrucks
voller Melodie, das sich zu großer Steigerung erhebt; auf
beide folgen aber Allegrosätze von abstoßender Trivialität.
In der Original-Partitur hat
Acte (unmittelbar nach dem Miserere) ein Allegro in F-dur („Tu
vedrai“), welches in
den Duett („Contende in giubilo“) gleichsam den verspäteten Ersatz.
Diese unmittelbare Aufeinanderfolge eines tiefschmerzlichen
Adagios und eines ausgelassenen Allegro brillante war in
den früheren Opern
solch plötzlicher Uebergang gar nicht anders zu motiviren
war, so mußte nach dem Adagio ein Diener eintreten und
der Heldin (zum Beispiel der
einen Brief von sehr angenehmem Inhalt überbringen, dem
zu Ehren nun der Polka- oder Galopp-Jubelsang losgehen
konnte. In
„
Manier vollständig getilgt; im „
mit
Adelina
große künstlerische Macht erwiesen. Die langsamen Sätze der
beiden Arien sang sie breit und ausdrucksvoll, durchaus in
großem, edlem Styl; hier fiel uns zugleich die größere Fülle
und Schönheit der tieferen Töne auf, welche bei dem ersten
Gastspiel der Sängerin noch etwas unreif klangen und jetzt
an die Tonfarbe einer
Allegros war es zweierlei, wodurch sie uns über das Be
denkliche der Composition siegreich hinüberhalf: zuerst eine
blendende Virtuosität, die den Componisten in tiefen Schatten
rückte. Man muß das silberhelle Schmettern dieser
unvergleichlichen und unfehlbaren Stimme gehört haben,
welche mit den erstaunlichsten Schwierigkeiten spielt und die
entlegensten Intonationen, die höchsten Noten mit einer Sicher
heit anschlägt, wie die Tasten eines Claviers. Sodann
wußte sie durch die Art der musikalischen Phrasirung, durch
Miene und Geberde das Gemeine dieser Allegro-Motive zu
mildern und bis zu einem gewissen Grade zu adeln. Die
meisten Sängerinnen verbreiten mit ihrem: „Ich lächle
unter Thrä—ä—ä—ä—nen und der Tod ist mir die
höchste Lust“ unbedingte Heiterkeit, weil sie eben in ihrer
Tonbildung und Mimik nur die Farbe herausfordernder
Lustigkeit für diese Melodien finden. Aber in einer solchen
Situation wie die
vierten Acte lacht man nicht, wenn man eine dramatische
Künstlerin ist, mag der Componist hingeschrieben haben,
was er wolle.
erduldet und Alles geopfert hat, selbst schon von der Hand
des Todes gezeichnet, die Hoffnung aufflackern, daß wenig
stens ihr
Adelina
gedrückt, als der Componist in seinen Tönen: die letzte,
schmerzliche Freude einer zu Tode Gefolterten, nicht die
Lustigkeit einer Kokette im Ballsaal. Es ist nicht Alles,
aber doch viel, was an solcher Stelle ein Blick, eine Ge
berde vermag. Freilich läßt sich das nicht von jeder Darstel
lerin beliebig aneignen, so wenig wie das marmorblasse,
scharfgeschnittene Antlitz mit den zwei schwarzen Flammen,
die mit jedem Aufschwung der Melodie an Größe und
Gluth zu wachsen scheinen. Dabei begreift man kaum, wie
so zartem Körper diese Kraft und Ausdauer innewohnen können;
die
vierten Act nicht nur mühelos, sondern wiederholte über
dies den ganzen Es-moll-Satz. Mit gespanntem Interesse
wird man ihr Spiel in dieser Scene verfolgen. In den
drei ersten Acten ist
die fast wie ein Versetzstück beliebig in andere Opern über
tragen werden könnte. Erst mit dem vierten Acte gewinnt
sie selbstständige dramatische Bedeutung.
dem Thurme, in welchem
gewußt; es ertönt der Chor der Mönche, welche für den
zum Tode Verurtheilten das Miserere anstimmen. Bei den
ersten Tönen dieses Grabgesanges schauert die
men, wickelt sich ängstlich in den schwarzen Schleier und
duckt wie ein furchtsam Kind unter ein Portale. Der
Chor verstummt für einen Augenblick, Schmerz und Ent
setzen kommen nun in ihr zum vollen Ausbruch, sinken aber
bald (in den vom Componisten glücklich vorgezeichneten
schluchzenden Figuren von je zwei verbundenen Noten) all
mälig ermattet zusammen. Da ertönt das Lied des
badour
Ausdruck in den Mienen der
Gewalt. Wie sie erst unbeweglich lauscht, dann zur Kerker
thür eilt, das Ohr ans Schlüsselloch legt, sich auf den
Fußspitzen zum Gitterfenster zu heben versucht, endlich halb
unbewußt an dem Schloß herumtastet, ob nicht doch viel
leicht ein Eindringen möglich — das Alles ist überraschend
wahr und schön gedacht. Das folgende Duett mit
das in den gewöhnlichen „
bis zur Unbedeutendheit herabsinkt, obgleich darin eine
starke dramatische Ader anschlägt, trat durch den leiden
schaftlichen Vortrag der
wirkte packend. In der Schlußscene des vierten Actes
(im Kerker) wurde
den Vergiftungsqualen allerdings etwas gewaltsame Spiel
der
Es-dur („Prima che d’altri vivere“) klang uns durch den
Vortrag der
stand beitrug, daß wir sie in der Regel nur im Fortgehen,
von der Theater-Garderobe aus, zu hören gewohnt sind.
Diese langgezogene, wehmüthige Melodie legte sich verklä
rend auf all die Gräuel, welche der letzte Act dieser Oper
unbarmherzig aufeinanderthürmt. So reiht sich denn diese
zweite Rolle der
gebenen, ebenbürtig an ihre erste, die „
thuender und unmittelbar überzeugender Wirkung steht sie
unter dieser nur gerade so weit, als die Rolle selbst sammt
dem ganzen „
musikalischem Reiz der „
losigkeit und Gewaltsamkeit des „
die „
sowie auch ihre Herkunft aus einem äußerst geschickten und
wirksamen Theaterstück ihr dramatisch zum Vortheile ge
reicht. Personen und Handlung der „
sich vor unseren Augen, sind uns verständlich und bemäch
tigen sich mehr oder minder unserer Theilnahme, während
die Charaktere und Situationen im „
der Pistole geschossen, als brennendes Werg auf die Scene
fliegen und obendrein die Vorhandlung so unverständlich ist,
daß selten ein Zuschauer dahinterkommt, welcher von den
beiden jungen Herren das gestohlene und verbrannte und
welcher das nicht gestohlene und nicht verbrannte Kind sei.
Von den neben der
die Darstellerin der Marchisio.
risirung dieser an sich schon hinreichend widerwärtigen
nermutter Graziani haben wir mit aufrich
schreit, während Adelina
ihm passive Assistenz zu leisten. Im Zusammenspiele mit
Carrion hatte die
Das Ensemble der
Vieles zu wünschen; wer da weiß, daß neben den drei bis
vier hochbezahlten ersten Kräften die kleineren überall um so
mittelmäßiger sind, bescheidet sich ohnehin. Sehr anständig
ist der Bassist Vidal (er gibt im „