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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die langerwartete erste Aufführung von
Oberon“ im neuen Opernhause hat endlich
Es ist ein Irrthum, daß man der Wirkung des „
nur auf dem Wege decorativer Pracht nachhelfen könne und
müsse. „
eine der schwierigsten Aufgaben für die Opernregie. Diese
hat hier den Dichter nicht blos äußerlich schmückend zu be
gleiten, sie muß selbstständig, productiv eintreten, um seine
Fehler nach Möglichkeit zu verbessern. Das „
ist bekanntlich äußerst ungeschickt gemacht; der gesprochene
Dialog nimmt mehr als die Hälfte der Zeit weg. Je weiter
in die Oper hinein, desto mehr wird die Musik blos deco
rativ; ganze gesprochene Scenen, zwar kurz, aber desto unan
genehmer einander jagend, nehmen der Musik den Raum,
und der Inhalt dieser Scenen ist ein plumpes, ruckweises
Fortschieben der materiellen Handlung. Wir haben schon vor
Jahren den Vorschlag gemacht, Einzelnes aus
früheren verschollenen Opern in den „
retten, namentlich die schöne Balletmusik aus „
zur Ausstattung pantomimischer Scenen zu verwenden. Hat
doch
„
aus der Oper „
Verführungsballet im dritten Act ganz aus der
Festcantate „
gen aus anderen
heil für diese Oper ist der überwuchernde gesprochene
Dialog. In
durch die ersten Schauspieler des Hoftheaters darstellen,
um die
gemeinen Heiterkeit“ zu retten, sondern zu bedeutenden Ge
stalten zu erheben. Das ist bei einer exclusiv musikalischen
Bühne wie unser Hofoperntheater nicht thunlich; man operirt
hier von der entgegengesetzten Seite, indem man diese
Rollen möglichst kürzt und die
mimisch von einer Tänzerin darstellen läßt. Damit ist etwas,
aber nicht viel gewonnen. Unseres Erachtens ist die Ver
wandlung des gesprochenen Dialogs in Recitative die
einzige Form, in welcher „
mit Erfolg aufzuführen war. In kleineren Theatern spricht
sich die Prosa leichter und wird vom Publicum williger hin
genommen — hängt doch auch ein Stück Gewohnheit an
dem Raume selbst, in welchem wir durch Decennien mit
gewissen Kunstformen und Kunstmitteln verkehrt haben. In
dem großen neuen Opernhause wirkt die Prosa viel stören
der, am störendsten in Opern von idealem, phantastischem
Inhalt. Es scheint der Uebelstand dieser ernüchternden Wir
kung mit jedem Jahre zu wachsen, weil eben wir mit jedem
Jahre jenen veralteten Anschauungen mehr entwachsen.
Warum sollten wir aber in der großen Oper nicht endlich
den Muth haben, dem Beispiele der Franzosen und Ita
liener zu folgen, welche unsere gesprochene Prosa in Reci
tative umwandeln?
Wer Opern wie „
lienisch
mit gesungenen Recitativen kaum bestreiten. Wenn man so
große Vorbereitungen traf, dem „
Einzug in das neue Opernhaus zu bereiten, so hätte man
auch die kleine Mühe nicht scheuen sollen, von einem erfah
renen, mit
tive setzen zu lassen, wie dies Julius Benedict für die
„
Allein die unerbittliche Krankheit, mit welcher der edle
Meister schon kämpfte, während er die süßesten Melodien
der Elfen schrieb, sie hatte ihm eben nur Zeit gelassen, das
Werk eiligst zu vollenden. Am 12. April
„
rem Jubel zum erstenmale aufgeführt; acht Wochen später
schlossen sich für immer die feinen, beredten Lippen, welche
die Liebe
innigster Ueberzeugung der Ansicht Max v.
daß „
hätte das Schicksal ihm vergönnt, die
Intentionen gemäß für
Im „
Seiten, während er zugleich doch ganz er selbst bleibt und
jede Note darin
Inspirationen von einer Zartheit, von einem wunderbaren
Duft und Zauber, wie sie weder im „
der „
mittelbar dem eigensten Boden von
rend in der großartigeren „
liche Anstrengung seines Talentes über dessen natürliches
Maß fühlbar ist, hat „
des „
und reizende Natürlichkeit, nur vergeistigt und verklärt. Im
„
„
ist die Hölle, „
Kritiker nach der epochemachenden „
sammten musikalischen Literatur einzig da; wie aus Einem
Guß strömt sie dahin, obgleich sie aus lauter Motiven der
Oper zusammengesetzt und nicht Ein Tact in ihr ist, der
nicht in der Oper vorkäme. In den Elfenscenen webt die
zarteste, blühendste Phantasie; ihr Segen waltet fühlbar in
im zweiten Acte hat den Charakter der ganzen Gnomenmusik
in
Gegensatz zu diesen Sylphiden-Chören, die im Flügelgeschwirr
durch lichtbesäetes Laubwerk zittern, bilden die Sarazenen-
Chöre mit ihrem lebendigen, kräftigen Humor. Freilich ist
die Partitur etwas ungleich und verräth an mancher Stelle
die Flüchtigkeit wie die Nachgiebigkeit, zu welcher der Meister
bei dieser Arbeit gezwungen war. Die ernsten Nummern,
insbesondere
Fluß, die Leichtigkeit bei aller Energie des Ausdruckes,
welche
die musikalisch-dramatische Charakteristik, sonst eine der stärk
sten Seiten
weniger bestimmt, auch durch manche Coloratur-Schnörkel ent
stellt. Aber wie unendlich werden diese kleinen Schwächen
überwogen durch die zahllosen Herrlichkeiten des „
Es liegt in diesem Schwanengesang
liches, Feierliches und Sonniges, das bald wie ein Orakel,
bald wie ein vertrauliches Freundeswort zu uns spricht.
Zur Aufführung übergehend, wiederholen wir die An
erkennung der großen Sorgfalt und verschwenderischen Libe
ralität, mit welcher die Direction des Hofoperntheaters den
„
Vortheil der Tondichtung fanden wir die neue Einrichtung
nicht. Wollten wir an Einzelheiten mäkeln, so müßten wir
gleich an der ersten Scene rügen, daß sie in einem offenbar
von Weltausstellungs-Reminiscenzen angehauchten „Feen
schloß“ spielt, anstatt im Walde, wohin — ganz wie in den
analogen Scenen des
traums
Wir müßten ferner fragen, warum die Janitscharen-Musik
im ersten Finale nicht auf der Bühne gespielt wird, wohin
sie gehört, und weßhalb man das singende Meermädchen
hinter die Scene verbannt? Wir mußten endlich die grell
beleuchteten rothen und grünen Teufel als eine unnöthige
Geschmacklosigkeit bezeichnen, gerade so wie die mit kleinen
Elfen vollgepfropfte Tramway-Equipage, in welcher
auf die Bühne gerollt wird. Den Marsch in D-dur bringt
wir danken ihm für die Rettung dieses festlichen, schon in
der Ouvertüre (Tact 10 bis 15) angekündigten Tonstückes,
welches in
nicht darüber rechten, daß der Marsch an den Schluß der
Oper, welcher in dem Palast
soll, gehört. Wir bedauern nur, daß der Gesammt-Charakter
der Aufführung von einer decorativen Ueberschwenglichkeit
bestimmt war, welche wol im Ballet willkommen ist, in der
Oper jedoch den Zuhörer zerstreut und von der Musik ge
waltsam ablenkt.
Die Sänger traten hinter dem Triumphe der Maler
Brioschi,