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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die Komische Oper steht gegenwärtig im Vor
dergrunde des musikalischen Interesses. Seit unserem letzten
Berichte hat sie zwei Novitäten-Abende gebracht: eine kleine
Operette mit darauffolgendem Ballet, dann „
des Eremiten Maillart. Die einactige Operette
Die Ballet-Pantomime „ Gretna-Green“ ist gleich
an, und die Musik (wir erinnern an das fein instrumentirte
Walzertempo „Collin-maillard“) gehört zu den besseren
Ballet-Compositionen. Im Arrangement von „
erwies sich Herr Opfermann als geschickter Balletmeister;
wollen.
Welchen Aufwand von Arbeit und Mühe solche Ballette,
abgesehen vom Kostenpunkte, erfordern, mag man beispielsweise an
dem Ballet „
56 Vormittags- und 13 Nachmittagsproben (zusammen durch 170
Stunden) abgehalten wurden; außerdem noch 11 Nachtproben, die
bis 2 Uhr Morgens dauerten. Während dieser Zeit ist die vom
Balletpersonal occupirte Bühne für Opernproben verloren. Die
Kosten eines Ballets wie „
100,000 fl.
Ballet und die komische Ballet-Pantomime, letztere auch nur
falls sie über gute Komiker verfügt, welche in diesem Fach
bekanntlich gar selten sind. Der Gedanke, es solle das
Ballet der komischen Oper sich zu jenem der großen ver
halten, wie der musikalische Stoff der einen zu dem der
andern, leidet an einem Rechnungsfehler. Die komische
Oper ist eine selbstständige, gleichberechtigte, über eine reiche
Literatur verfügende Kunstgattung. Das selbstständige Ballet,
hier wie dort, verlangt hingegen schon seinem Begriffe nach
ein gewisses Maß von Prachtentfaltung und Massenwirkung.
Der Vorrath an unterhaltenden, nicht ausstattungsbedürf
tigen kleinen Ballet-Idyllen und Balletpossen ist viel zu
klein und das ganze Genre viel zu dürftig, um ein durch
große Prachtballette verwöhntes Residenz-Publicum nachhaltig
anzulocken. Kurz, die Sache scheint mir bedenklich; wollen
wir abwarten, ob die Ballet-Erfolge der Komischen Oper
Recht behalten.
Auf diesen etwas zweifelhaften, gemischten Theater
abend folgte ein durchweg gelungener: die vortreffliche Auf
führung der komischen Oper „
Eremiten Maillart. Diese Oper (sie heißt
in
komische Oper gehört, welche als Ganzes bessere oder nur
gleich gute Wirkung machte. In
kaum anders verhalten. Diese betrübende Thatsache läßt das
„
Textbuch ist vortrefflich gemacht, es gibt heiteren, gemüth
lichen Bildern einen ernsten historischen Hintergrund: die
Cevennenkriege und die Verfolgung der protestantischen
Camisarden durch die Dragoner des Marschalls
Ohne übermäßig complicirtes Intriguenspiel hat das „
chen
Handlung, munteren Dialog und zwanglos herbeigeführte
wirksame Situationen. Die Spannung auf den Aus
gang der Sache ist so geschickt erhalten, daß kaum
Ein Zuschauer vor der Schlußscene seinen Platz verläßt.
In der Hauptfigur, der
einen sehr anziehenden, frischen Charakter, der zwar seine
Herkunft der „
aber auf dem Gebiete der Oper neu und eigenthümlich er
scheint. Gegen
aus der „Grille“ herausgemeißelt ist, aber als pathologische
Caricatur, ist die
nung. Der kürzlich verstorbene Componist des „
Aimé Maillart (geboren
jolie?“) von gewinnender Anmuth. Mehr als Einmal dringt
ein Sonnenstrahl warmer Empfindung aus den Melodien
des
Weiberchor von bester Wirkung; desgleichen die große Arie
der
Schluß-Allegro beeinträchtigt wird. Unbedeutende, flache
Stellen gibt es freilich auch, mitunter selbst ein böses Reiter
budenstückchen, wie der Dragonerchor; dennoch überwiegt das
Gute, und wir nehmen von der ganzen Oper den Eindruck
des Anständigen, Feinen und Gefälligen mit nach Hause.
Die Aufführung verdient das aufrichtigste Lob. Die
Swoboda-Fischer hat uns
Pächterin
stimmchen verschwindet im Ensemble, aber ihre Gewandtheit,
ihre Anmuth, ihr Verstand leuchten allenthalben heraus.
Diese kaum flügge gewordene
der Spieloper bald hervorragende Dienste leisten; sie ist ein
Talent. Ich bin sehr sparsam mit dieser Bezeichnung, die
nur zu oft der bloßen Dressur oder günstigen äußeren Mit
teln beigelegt wird. Sehr gespannt war ich auf Herrn
darbietet, welche den Erfolg seines
lich die Coloratur. Obwol Herr
Verzierung anzubringen erlaubte, was ihm zur hohen Ehre
gereicht, reussirte er doch vollständig mit dieser schlichten,
sentimentalen Partie. Die jugendliche Blüthe seines Organs
wirkte im Vereine mit dem maßvollen, warm empfundenen
Vortrage so wohlthuend, daß man selbst in der pathetischen
Anklagescene im dritten Acte die fehlende materielle Stimm
kraft kaum vermißte.
Krystallgefäß, das durch eine Flamme von innen erleuchtet
wird. Ich freue mich an jeder neuen Leistung dieses jungen
Sängers, theils weil sie an sich des Guten so viel
enthält, theils weil sie eine Bürgschaft dessen ist, was
Herr
wird. In der Rolle des galanten Sergeanten
machte Hermany’s schmucke Persönlichkeit, sein wohlklin
Im Hofoperntheater hat
der Teufel Wilt, welche oft
bewiesen, daß sie im Bereich der Gesangstechnik keine Un
möglichkeiten kennt, lieferte mit der
Seitenstück zu ihrer
neueste Rolle überragt jene vorhergegangene noch bedeutend.
Partie, welcher musikalisch die breiten Cantilenen und die
Kraftstellen ebenso vollständig abgehen, wie dramatisch die
starke Gemüthsbewegung. Da kann eine Bravoursängerin
mit wenig Stimme und noch weniger Leidenschaft vollkom
men ausreichen, ja Stimmkraft und Leidenschaft finden nicht
einmal Gelegenheit, entscheidend einzutreten. Anders im
„
Bann der Virtuosität, und auch sie nicht so ausschließlich
wie die Partie der Königin
liebt, die
eminent dramatischen Partie, welche das volle Aufgebot
einer mächtigen Stimme und eines starken Gefühls erfordert.
Aus diesem Grunde eignet sich
als Wilt, und