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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Adelina Patti überstrahlt auch in diesem
beiden Rollen, in welchen die
ist — Leistungen, welche ich bei ihrem letzten Gastspiel zu
eingehend gewürdigt habe, um noch Neues hinzufügen zu
können. Dem widerspricht keineswegs, daß Adelina
selbst in den meist wiederholten Rollen jedesmal mit dem
vollen Reiz der Neuheit wirkt. Es ist dies ein Privilegium
der lebendigen Persönlichkeit. So lange eine bedeutende künst
lerische Individualität im Vollbesitze ihrer Mittel wirkt, bleibt
sie neu für uns, selbst wenn die Dichtung, die sie reprodu
cirt, sich überlebt hat. Unzählige ganz gute Schauspiele ver
lieren durch häufige Wiederholung endlich ihre Anziehungs
kraft; von einem großen Schauspieler wird man aber kaum
sagen hören, er sei uns langweilig geworden, weil wir ihn
schon oft spielen gesehen. Das ist auf musikalischem Gebiet
und bei einer so ganz exceptionellen Erscheinung wie die
den Klang ihrer Stimme tritt sie gleichsam in den Kreis
des rein und unmittelbar wirkenden Naturschönen, und an
Blumen, Wäldern und Bergen hat sich noch Niemand über
drüssig geschaut. Ihre unvergleichlichen Naturgaben verbinden
sich bei der
vollendung. Sie wird nicht müde, weiter zu arbeiten. Seit
sie uns zuletzt verlassen, hat sie in
diamanten
andere, geschaffen und damit ihre kundigsten Verehrer in
Erstaunen gesetzt. Nach dem, was der geistreiche W. v. Lenz,
Herrn Cotogni hörten wir zuerst als Vater
wegungen und Stimm-Affecten maßvoller als sein College
Manieren theilt. Die Stimme
ungewöhnliches Metall, aber eine Specialität in ihrer leich
ten Beherrschung der ganz tenorartig klingenden Höhe; der
Sänger schlug im „
mühelos an. Das Publicum hat er bereits entschieden für
sich, mir vermag er die Erinnerung an den edleren und
seelenvolleren Graziani nicht zu verdrängen. Signora
daß
Eitelkeit, bedenklich leide. Diese Krankheit ist in der Regel
unheilbar. Daß
ben Jubel entfesselt, wie die
wer den Gesang der Patti versteht und hochhält, der
Was gegenwärtig neben der
macht, ist die Aufführung von Meyerbeer’s „
fernung, welche die beiden hinter der Scene concertirenden
Flöten von einander und von der ihnen antwortenden Sän
gerin trennt; das berühmte Flötentrio kann in solcher Dis
position nur die halbe Wirkung machen. — Zu den einzel
nen Darstellern übergehend, muß ich vor Allen Herrn
nennen, welcher den
Energie und Stimmkraft singt, wie bei der ersten „
stern
schauspielerische Kunst seither gewachsen, ist durch eine Reihe
echt dramatischer Leistungen bekannt, zu welchen sich nunmehr
auch sein
besondere ist für die Individualität
und dürfte in der
ebenbürtigen Rivalen antreffen. Fräulein Tagliana sang
licher Vortrag des Couplets: „Sous les vieux remparts“
brachte diese pikante Nummer zu einer früher ungekannten
Wirkung. Da auch die kleineren Nebenrollen gut besetzt
waren und den Abend hindurch Alles präcis ineinander
griff, so blieb der Total-Eindruck ein sehr günstiger und dürfte
Herrn Director Herbeck für seine außerordentlichen An
Was
mir jedesmal einen gar eigenthümlich gemischten Eindruck.
Sie enthält Schönheiten, denen der hartnäckigste
Feind sich nicht verschließen kann, Melodien von auserlesener
Feinheit und Grazie, dramatische Züge von geistvollster Cha
rakteristik, Effecte von durchbohrendem Glanz. Daneben wie
der so viel Gekünsteltes, Erklügeltes und Stylloses, so viel
absichtlich Unwahres und Unschönes, daß man zwischen Be
wunderung und Aerger hin- und hergeschleudert wird. Am
schmerzlichsten drängt sich mir immer die Erinnerung an
die Herkunft dieser Oper auf. Der Weg zum „
führt über eine geliebte Leiche, über
bessere Oper „
der Meister hingeopfert, um mit ihrem glänzenden Ge
schmeide den „
eindrücke und die Erinnerung an Jenny
meiner Vorliebe für jenes „
gehört doch dem Gedanken, daß an keinem anderen Werke
war, wie eben an diesem. Das „
— abgesehen von dem verschollenen Singspiel: „
beiden Khalifen
berühmten Landsmannes; sie war es nicht blos
der Sprache, sondern auch dem Inhalte und dem Geiste
nach. Es herrschte in vielen Stücken dieses Singspiels ein
herzlicher, gemüthvoll
beer
Gewalt habe. Gerade die einfacheren, herzlicheren Gesänge
aus dem „
geblieben. Selbst abgesehen von dem rein musikalischen Ver
luste, bleibt es eine Art nationaler Felonie, daß
sein
für den blasirten Geschmack der Pariser zurichtete. Der
Grund, weßhalb
einfach in dem stark betonten
buches. Eine Verherrlichung
breiten Unterlage
einer einfachen Herzensgeschichte erschien ihm zu eng und
interesselos für sein „
die Geschichte auf
mit historischen Persönlichkeiten und Thatsachen ist kaum
irgendwo getrieben, als in
stern
scheiterte hier an der Zumuthung
dem „
Stoff einzufügen. Die klägliche Maskerade, welche
beer
ist nicht minder merkwürdig. So hat der imposante
Soldaten-Chor in C-moll im „
rung der Truppen für ihren
„
Verschworenen“ geworden, welche zähneknirschend singen:
„Assez d’opprobres, assez d’affronts!“ Der Grenadiermarsch
mit Trommeln und Pfeifen (dessen Motiv wirklich aus dem
siebenjährigen Kriege stammt) breitete über die Scenerie des
„
Lebendigkeit. Dieses so geistreich angebrachte kriegerische
Rococo verliert unter Kosaken und Baschkiren allen Sinn.
Was soll man vollends dazu sagen, daß der alte
marsch
sternRussen“ ertönt! Es ist
halb komisch, halb empörend. Ebenso daß das Wettspiel der
beiden Flöten, das im „
sehr anmuthig wirkt, im „
an einer Wahnsinnigen figuriren muß.
Mit Einem Worte,
interessantes, aber heilloses Kind, dessen Geburt seiner schönen
kleinen Mutter das Leben gekostet hat.