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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wenn wir die bekannten „
delssohn
ehrung gewonnen haben, als manche seiner Tondichtungen,
so müssen wir das kürzlich erschienene
als den anziehendsten und bedeutendsten Beitrag zur Cha
rakteristik Felix Mendelssohn-Bartholdy: Briefe und
Erinnerungen Hiller (
Als elfjähriger Knabe lernte
zu
damals schon der Ruf früher musikalischer Wunderthaten
vorausging.
schönen Jugendtagen und kommt dann auf sein Zusammen
leben mit
Winter
lebhaftem politischen, literarischen und künstlerischen Auf
schwung die reichsten Anregungen auch in der Musik darbot.
— sie Alle werden in einigen scharfen Charakterzügen vor
uns lebendig. Den alten Cherubini besuchte
Es folgt die Zeit von
würdige künstlerische Mäßigung und Abgeklärtheit, die
delssohn
seldorf Hiller und
Tage in
sohn
Pastorstochter Cécile Jeaurenauel auftritt. Im
Von besonderem musikalischen Interesse sind
sohn Leipzig, Zeugnisse seiner außerordent
muß dabei bleiben, aber viel Anderes dazu. Du hast ganz
Recht, daß es in
eine neue Musik und ein neues Urtheil haben müssen, wenn
nur die Musik und die Urtheile selbst ein Bischen besser
wären.“
Mit unermüdlicher Freundschaft verfolgt
die künstlerische Thätigkeit
neuem Schaffen, sucht ihn für eine feste Stellung in
land
wandhaus-Concerten mit ebenso viel Liebe wie Erfolg vor
die Oeffentlichkeit. Die bedeutendste Wirkung darunter machte
im Jahre
salems
schen beiden Freunden.
Besprechung einer neuen
warme Interesse des Hörers an den Themen dieser Com
position im Verlaufe der Durchführung immer mehr schwinde.
Er wisse recht gut, daß kein Musiker seine Gedanken, sein
Talent anders machen kann, als der Himmel sie ihm gibt;
„daß er aber, wenn der Himmel sie ihm gut gibt, sie auch
gut ausführen können muß“, das sei unzweifelhaft.
Was Hiller darauf erwidert, erscheint uns schla
weisen können zwischen Erfindung und Mache. Ja, der Fälle
sind nicht wenige, wo gerade die ganze Macht ihres Genies
in dem sich zeigt, was sie aus verhältnißmäßig weniger
bedeutenden Keimen entsprießen lassen.“ Der Musiker möge
die ganze schöne Ausführung dieses Grundgedankens bei
ponisten und Tonwerke treten die beiden Freunde sich mit
unter entgegen. Wenn
etwas finden kann“, da doch „nichts Faderes, Langweilige
res und Philisterhafteres“ denkbar sei, so erscheint die über
treibende Härte dieses Urtheils wol nur aus dem Umstande
erklärlich, daß
Clavierauszuge kannte. Hingegen können wir nur vom Her
zen secundiren, wenn
du Mercadante’s „
Mutter veranlaßt
gender zu einem Besuch nach
auch ich das von Herzensgrund gefühlt, daß alle Kunst und
Poesie und was uns sonst lieb und werth ist, in solchen
Augenblicken so leer und trostlos dasteht. Einem so wider
wärtig und klein vorkommt und kein Gedanke Stich hält
als der Eine: wollte Hiller trifft im De
arbeitete, würde schwer zu begreifen sein, wenn ihm nicht ein
so wunderbarer geistiger — Gleichmuth möchte ich’s nennen,
innegewohnt. Im Allgemeinen war er stets Herr seiner
Kräfte, womit nicht gesagt werden soll, daß er zu jeder
Stunde hätte componiren können oder mögen — aber daß
er es oft dann that, wenn man es am wenigsten vermuthete,
ist sicher.“ Gern und mit überfließender Wärme sprach
delssohn
gung bedeutender Menschen. „Es ist sicherlich das Beste,
was man hat. Wenn ich zuweilen so recht unzufrieden mit
mir bin, denke ich an Diese und Jene, die mir freund
schaftlich zugethan sind, und sage mir, es muß doch so
schlimm nicht mit dir stehen, wenn solche Männer dich lie
ben.“ Es thut weh, zu erfahren, daß selbst in der so innigen,
langjährigen Freundschaft zwischen
schließlich irgend eine mißverständliche Empfindlichkeit Span
nung und Entfremdung herbeiführen konnte.
nicht, daß
geblieben sei, aber mit dem Correspondiren war es aus.
Der letzte Brief ist vom März
November
gestorben.
hören seines Verhältnisses zu
letzten Jahre als einen der größten Verluste, die er in sei
nem vielbewegten Leben zu tragen hatte. Es ist die alte
traurige Geschichte, die sich vielleicht nicht gar so häufig
wiederholen würde, wenn wir uns recht oft und tief
ligrath
prägen wollten.
Eine der schönsten und heilsamsten Betrachtungen stellt
welchen Reichthum oder Armuth auf die Entwicklung eines
Genies üben. Man hat oft die Gunst von
äußeren Verhältnissen gepriesen, die ihn materiell unabhängig
machten. Es ist ohne Frage eine glückliche Fügung, nicht
blos für den Künstler, sondern auch für sein Publicum, für
die Nation, wenn er nicht gezwungen ist, allerlei Modetand
und unbedeutendes Zeug zu componiren, wie es
und Rousseau in seinen
weil freiere Willenskraft dazu, aus dem Reichthum heraus
Großes zu leisten, als aus der Armuth. Wer hat nicht
Menschen gekannt von bedeutender Begabung, von vielseiti
gem Wissen, von übersprudelnder Beredsamkeit, welche Her
vorragendes für die Oeffentlichkeit hätten leisten können, aber
es ging ihnen, was man so nennt, zu gut. Wenn man
Reichthum und Stellung mit auf die Welt bringt, bleibt
von weltlichen Glücksgütern nur noch der Ruhm zu erlan
gen übrig, nach welchem zu trachten nicht Jedermanns Sache
ist. . . Wenn nun ein Künstler wie
Kraft zusammenraffte, um dem kleinsten Liede, welches ihm
entströmte, die Vollendung zu geben, die ihm stets als Ideal
vorschwebte; wenn er mit Anspannung seines vollen Könnens
und Wissens Alles aufbot, um in seiner Kunst nach jeder
Seite hin das Beste zu fördern, so verdient dies in der
materiell sorgenfreien Stellung, die ihm beschieden war,
sicherlich nicht weniger Anerkennung, als wenn er auf den
Lohn seiner Arbeit hätte warten müssen, um seine Gläubiger
zu befriedigen. Oder ist jene Vorliebe für den Jammer die
unausgesprochene, am besten auch gar nicht zu nennende
Empfindung, daß es des Guten zu viel sei, wenn sich das
äußere Wohlergehen mit dem Glücke dichterischer Schöpfungs
kraft vereinigt? Sollte jene Vorliebe nicht aus einem Irr
thume hervorgehen? Sollte die Genugthuung dessen, der
kraftvoll die gemeine Sorge besiegt, nicht noch größer sein
als die Befriedigung desjenigen, an welchen sie nie heran
getreten?“
Sei dem wie ihm wolle, der Anblick jener geistigen
Kämpfer, die, wie die Helden in
die Erde nicht berühren und in den Wolken nach dem Siege
ringen, ist jedenfalls ein erfreulicherer als der Anblick der
jenigen, die, auf der Erde fechtend, den Staub aufwirbeln.
Jene werden selbst zum Kunstwerk. Der Anblick ihrer Licht
gestalten ist ein schöner, ganz abgesehen von den Palmen, die
ihnen winken, und man sollte sich stolzer Freude hingeben,
daß es, wenn auch allzu selten, dem Schicksal gelingt, einen
wahrhaft freien Menschen hinzustellen.