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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Gibt es ein größeres Glück, als jung, hübsch,
brav und immer lustig zu sein? Das Alles ist der Capitän
dämmert für ihn niemals ein „
Sobald ein günstiges Geschick ihm naht, schlägt es auch schon
mit mathematischer Gewißheit in Unheil um. Er wird seiner
Tapferkeit wegen zum Oberst befördert — „außertourlich“,
wie das so reizend auf Armee
blicklich fordert ihn deßhalb ein zurückgesetzter Kamerad zum
Zweikampf. Eine reiche Erbschaft fällt ihm unversehens an
den Hals, damit aber auch die Feindschaft einer neidischen
Verwandtenschaar und ein Dutzend Processe. Und was das
Liebste, Schlimmste ist, die junge Engländerin Miß
die er in
sie kommt durch einen Zufall in sein Bivouac — sie ist
Braut und versichert ihn ihres Hasses. Im zweiten Acte
ändert sich dies Alles für
Der gekränkte Kamerad bittet ihn unaufgefordert um Ver
gebung und zieht seine Herausforderung zurück, dasselbe thut
der erbschaftshungrige Vetter mit seinem Processe.
endlich, mit Einemmale weich und zärtlich, gesteht ihm, daß
ihr Haß eigentlich nichts weiter war, als zurückgeschlagene
Liebe, ungefähr wie der Diamant nach
Selbstbewußtsein gekommene Kohle.
unverhofften Sonnenschein. Der Arme! Er allein weiß nicht,
was alle Uebrigen im
zum Tode verurtheilt ist, als Sühne für einen angeblich von
den Franzosen erschossenen
spielt und scherzt er weiter auf dem Balle des
von
seines Glückes, als er erfährt, daß es zugleich der letzte sei
nes Lebens sei. Glücklicherweise kommt im dritten Acte der
gefangene Engländer, John
scher Hasenfuß, der jetzt gerne auf seine Verlobte
verzichtet, um
So endet Alles in eitel Freude und Lustbarkeit.
Es ist ein allerliebstes Textbuch, dessen Grundgedanken
ich hier flüchtig erzählte. Nachdem Scribe, durch vierzig
verschüttete Quelle seines reizenden Talentes sprang wieder lustig
empor, nicht in so hohem, kräftigem Strahl wie im „
Diavolo
hell genug. Der „
großen Erfolg in einer langen Reihe von Wiederholungen.
Und solch anhaltender Succeß läßt sich nicht erkünsteln, wie
ein Triumph der ersten Aufführung; zu einem langweiligen
Stück findet sich kein Publicum für hundert Vorstellungen,
selbst wenn der Autor in
eines Uralten ist, der muß sie bewundern; man braucht es
aber nicht zu wissen, um sie zu lieben. Heiter ohne Rohheit,
geistreich ohne Bizarrerie fließt diese Musik dahin, nirgends
tief oder mächtig ergreifend, doch stets freundlich anregend,
fein, maßvoll und natürlich. Wenn man ein Meisterwerk
nennen darf, was nur ein Meister, sei es auch ein alternder,
gemacht haben konnte, so verdient
Bezeichnung.
Der erste Act bietet im Verhältniß zu seiner Ausdehnung
die geringste Ausbeute an Musik, sie ist an vielen Stellen
seicht und behilft sich an anderen mit alt-
niscenzen. Doch fehlt es nicht an hübschen Nummern, wie
encore le premier jour de bonheur!“, die brillante Polacca
der
gleich bewegter und musikreicher gestaltet sich der zweite Act.
Das pikante Staccato-Motiv im Zweivierteltact aus der Ouver
türe, ein Thema wie springende Perlen, erscheint hier in dem
einleitenden Festchor der Ballgäste. Es schließt sich eine Art
reizendes Musikstück, welches glücklicherweise die zarten
Verse hebt, wie es selber von ihnen gehoben wird. „Ton
coeur bat-il? Oui. — Sais-tu pourquoi? Non. — Crains-tu
l’amour. Oui. — Veux-tu le fuir? Non“ — wie selig
schwermüthig wiegt sich diese Melodie über den einförmigen,
in süßer Betäubung nickenden zwei Baßnoten! Als Gegen
stück singt
„Susanne und dem jungen Corporal“. In dem Terzett
zwischen
regten Duettino: „Un mot, un seul!“ Das Finale verfügt
musikalisch über keinen besonderen Reichthum, fesselt aber
durch seinen lebhaften Zug und jene meisterhafte Anordnung
und Abrundung, welche die Franzosen, Auber vor Allen,
Die Aufführung des „
schen Oper war leider nicht geeignet, den Vorzügen dieses
Werkes das rechte Relief zu geben. Herr Erl allein füllte
unerhörten Ueberbürdung mit Vorstellungen und Proben.
Durch eine also fortgesetzte Ausbeutung dieses nicht allzu
kräftigen Tenors dürfte die Direction der Komischen Oper
bald ihre ganze Thätigkeit in Frage gestellt sehen. Fräulein
Tremel (
Sahen wir dergestalt in der Komischen Oper ein
geistreiches, liebenswürdiges Werk durch Schuld der Auffüh
rung in seiner Wirkung geschmälert und verschoben, so pro
ducirte am Abend vorher das Carl-Theater ein Gegen
stück und zeigte, wie eine Operette von der Geringfügigkeit
des Offenbach’schen „
gen sich melodisch innerhalb ein paar Noten und harmonisch
auf zwei Accorden. Nur selten blitzt ein Licht auf, wie der
geistreiche Einfall, in dem Duett zwischen
alten Wüstling den Dialog
zu parodiren. Die melodiöse Erfindung hat
mal nicht geplagt; sein Rettungsmittel ist fast durchwegs
der Rhythmus, in dessen Behandlung er ein kleiner Hexen
meister ist. Sänger, die nebst einem graziösen Darstellungstalent
und deutlicher Aussprache auch ein lebhaftes rhythmisches Gefühl
besitzen, werden deßhalb im „
fall bleiben. Fräulein Meyerhoff bewies das mit