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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das
nimmt in der Literatur dieser Kunstform eine hoch empor
ragende, zugleich eine ganz aparte Stelle ein. Kein Ton
dichter, auch
Concert, welches seiner praktischen Bestimmung und seiner
ganzen Entwicklung nach ein fröhliches Turnier der Vir
tuosität gewesen, dem Pathos schmerzlicher Leidenschaftlichkeit
ganz zu überantworten. In dem ersten Satze des
schen
phonie
waltigen Schöpfung; ungefähr als wenn
dem frischen Eindrucke der
tigen Empfindungen, die sie in ihm geweckt, in seiner
Sprache selbstständig schildern wollte. Nicht blos die Ton
art A-moll, die Donnerschläge der Pauken auf dem tiefen
D und manche Einzelheiten sind Beiden gemeinsam, son
dern der großartig pathetische Charakter des Ganzen. „Es
geht ein finsterer Geist durch dieses Haus,“ möchte man mit
sagen, das von dem heiteren Geiste des übrigen Concert
wesens so seltsam absticht. Aber dieser „finstere Geist“ treibt
keinen unheimlichen Spuk, er schreitet aufrechten Hauptes
und festen Trittes durch die weiten Hallen. Ueber diesen
ersten Satz hinaus, der auch an musikalischem Gedanken
reichthum
lichkeit nicht. Die edlen, aber etwas müden und verschwim
menden Klänge des Adagio mahnen nicht an die himmlische
Verklärung in dem langsamen Satze
endlich benützt
mit neuem reichen Geiste und löst das hier so schwierige Problem,
den einheitlichen Charakter des Ganzen zu wahren. Nicht Lustigkeit,
sondern trotziger Lebensmuth strömt durch die Adern dieses
Schlußsatzes. Das
mit obligatem Clavier, in größten Dimensionen aufgebaut
und frei von allem herkömmlichen Passagenwerk. Die innere
Verwandtschaft zwischen
den Clavierstücken des Ersteren durch
prismatisch gebrochen erscheint, tritt in dem
auch in manchem Trio- und Quartettsatze überraschend zu
Tage. Neben Franz
mittelbarste Ausfluß
rend
Ausdruck) das „provençalische Element“
ständig weitergebildet hat, hält sich
liche, pathetische Seite, an das germanische Element des
Meisters.
licher als
waltet in den großen Compositionen von
jener zusammenhaltenden Kraft und strengen Logik der Ge
danken, welche
rer Nothwendigkeit ausprägt. Das
fünfzehnte Werk von
überschritten hat. Wie langsam hat es sich Bahn gebrochen!
Vor drei Jahren wurde es in
male gespielt; nur selten und zaghaft wagt sich ein Virtuose
an dieses Concert, welches von dem Spieler zwar keine
vom Hörer eine ernste, gesammelte Aufnahme. Es ist nicht
mühelos dieser Tondichtung zu folgen, nicht möglich, sie auf
Einmal vollständig zu fassen. Jede folgende Wiederholung
gedeiht dem Werke und dem Publicum zum Vortheile.
gehört nicht zu den gefällig Entgegenkommenden, er will
genau gekannt, mit Hingebung studirt sein; dann lohnt er
aber reichlich unsere Mühe, unser Vertrauen.
spielte sein
der zweiten Production der Philharmoniker, zwischen
Schu
prachtvoller
Auch in Quartett-Soirée
bildete Billroth gewidmeten
matisch getheilt zwischen zwei und zwei Sätzen. Das leiden
schaftliche Allegro und das launige Scherzo des
Quartett
Schwermuth seines Adagio und dem rhythmischen Zug des
Finales seinen Vorgänger verdunkelt. Auf das
von Hellmesberger spielte sie mit
Einen Pianisten von glänzender Virtuosität lernten wir
in Herrn Raphael Joseffy kennen. Schüler
Figural-Musik abrollen ließ, erregte Bewunderung, daneben
glitzerte die Spinnerlied-Paraphrase aus dem „
Holländer
keiten mehrerer Stücke von
tigte Herr
und Sauberkeit. Aber der Schatz von Poesie, der namentlich
in
gehoben. Fehlt ihm die geheimnißvolle Resonanz des Ge
müths dafür, oder ist’s die Freude am blos Virtuosen, was
den jungen Künstler zur Stunde noch bindet? Das
Phantasiestück „
Dichtungen
bei der es nur auf größte Schnelligkeit und feinstes Pianis
simo ankommt, fast spieluhrenmäßig. Selbst der wunderbare
Mittelsatz, das eigenthümlich Verschleierte, Dunstige, Blei
schwere dieses Traumes, war zu sehr in helle Morgenbeleuch
tung gerückt. Daß
wies er in dem zauberhaften Mittelsatze der
vellette
fange und Schluß verwischte das rasche Tänzeln und Sprin
gen, das allzu kurze, stechende Staccato den poetischen Cha
rakter des Stückes. Wir sahen blos den Ballsaal, aber nicht
die Herzensgeschichte, die Novelle, die sich darin abspielt.
Gewiß werden Zeit und Lebenserfahrung, zwei theure Lehr
meister,
durch den glänzenden Schliff seiner Technik erregt er heute
schon unsere Bewunderung.
Ein anderer, hier bereits bekannter Pianist, Herr Si
gismund Blumner, gab kürzlich ein Concert und gefiel.
Herzliche Aufmunterung verdient die junge Violinspie
lerin Fräulein Bertha Haft, deren sehr besuchtes Concert
Die Aufführung des ersten Actes von Richard Wag
„
Und nun dürfen wir noch zum Schluß liebe alte Be
kannte begrüßen: die vier schwedischen Sängerin
! Ihr erstes Concert war überfüllt; man hatte das
vom vorigen Jahre nicht vergessen. Ganz unverändert er
freuten uns die Sängerinnen wieder durch die zauberische
Reinheit ihrer Intonation, durch ihr wie aus Einer Kehle
strömendes Crescendo und Decrescendo, durch die prunklose
Schlichtheit und Natürlichkeit ihres Vortrages. Die
sch
Glanzpunkte ihres Programms. Eine reizende Nummer ist
neu hinzugekommen: das einst von Jenny
Lied „
O.
vier Landsmänninnen in
ein wundervoll verhallendes Echo darin vor. Der Cellist
Herr Hummer unterstützte die Concertgeberinnen durch