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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das Gastspiel der Frau
schen Oper ist zu Ende. Ein einziges Licht vermag einen
recht großen düsteren Raum hell und freundlich zu machen.
So wirkte die
Komischen Oper, zog das Publicum in Schaaren herbei und
hielt es fest von der ersten bis zur letzten Rolle. Frau
sang je zweimal in fünf Opern und schließlich in einem
Potpourri, über dessen glänzenden Erfolg ein anderer Refe
rent berichtet hat. Am wenigsten gefiel die Künstlerin in den
zwei
die einfache, getragene Cantilene
weise nicht ganz zusagt, sei es daß sie und das
Publicum einander noch gar zu fremd waren. Immerhin
bot nicht nur
haben), sondern auch der Page
reiche Züge, bei consequent durchgeführtem Charakter. Viel
leicht war es gerade der Verzicht auf manchen äußeren Effect,
was diesen
hier von der
ten und war überdies durch die landesübliche kokette Auf
fassung der Rolle beeinflußt. Der
zeit
Fauteuil, wagt es kaum, einige scheue Blicke nach dem
Das ist viel richtiger, als der herausfordernde Uebermuth,
mit welchem der beliebte
dem
kert. Auch singt Frau
als sie im Hofoperntheater vorgetragen wird, wo dies zarte Liebes
lied in einem wahren Raffinement von Pianissimo und Tempo
rubato seinen ursprünglichen Charakter verliert. Ueberhaupt
bildet nicht Muthwille, sondern eine ruhige, herzliche Natür
lichkeit, die auch einen Anfang von gutmüthiger Derbheit
nicht scheut, den Grundton, auf welchem die Lustspielrollen
der
weist mehr auf ernsten Ausdruck. Vom
die Leistungen der
Abend. Man wurde bald inne, daß von diesem naturwüchsi
gen, echten Talent immer etwas Eigenthümliches zu erwar
ten sei, daß die
Andere; das reizt den Antheil selbst des blasirten Opern
besuchers und läßt die Neugierde nicht ruhen. Mitunter ver
leitet die sich bewußte Originalität auch zu irgend einem
Wagniß, das uns mehr interessirt als befriedigt. Dahin ge
hört die aparte Auffassung der „
übermäßiges Detail im Vortrag der
des Ganzen willkürlich verrückt. Mit dieser einzigen Aus
nahme, welche übrigens den Reiz der Neuheit und ein voll
ständiges Gelingen für sich hatte, war die
Diavolo
und Liebenswürdigkeit. Ebenso wahr und charakteristisch wie
das Bauernmädchen aus den Abruzzen spielte die
vornehme
ruhige Anstand, mit dem sie anfangs auf dem Hofball sich
bewegt, blickt noch aus der Verkleidung im zweiten Act und
findet schließlich in der Maske der „alten“ Aebtissin eigent
lich nur seine tiefere Octave. Bei dem Vortrag der Aragonaise
vermißten wir ungern die Castagnetten in den Händen
gela
einen heilsamen rhythmischen Zügel. Frau
Lied mit großer sinnlicher Lebendigkeit, aber etwas zu rasch
und stellenweise schleudernd. In der erzählenden Arie des
dritten Actes glänzte die Künstlerin durch überraschend reich
nuancirten Ausdruck bei vollkommener Deutlichkeit der hier so
schwer zu bewältigenden Aussprache. Durch die
Frage ein neues lebhaftes Interesse, ein wohlthätiger Im
puls in unser Opernwesen gekommen. Es ist nicht der Zau
berklang einer ungewöhnlich süßen Stimme, nicht eine voll
endete Gesangsbravour wie die der
durch Pauline
großen und ursprünglichen dramatischen Talent, das jede
ihrer Leistungen, von der Auffassung des Ganzen bis herab
ins feinste Detail, leuchtend durchzieht. Sie ist eminent dra
matische Sängerin, ist es mitunter auch dort, wo sie es
nicht sein sollte: im Liedervortrage. Die dramatische Anschau
lichkeit und der leidenschaftliche Nachdruck, womit sie
zart
weise entschuldigt, ist allerdings
ans Theatralische grenzenden Auffassung des einfachen Ge
dichtes (des einzigen
nirte) der Sängerin den falschen Weg gebahnt hat. Das
klingt, als wenn nicht ein Veilchen, sondern die junge Schä
ferin selbst zertreten worden wäre. Wie schön wirkte darauf
die schlichte Anmuth, mit welcher Frau
Abend
tische Ader anschlägt. — Als
zurückzukommen, fand Frau
stützung. Herr Ferenczy ist wol der uninteressanteste
das Singen kriegt, dann hört aller Spaß auf. Im
„
tiger ist als das Singen, zogen sich die Herren
( Tillmetz (
Im Hofoperntheater gingen zwei Opern, die
wir seit längerer Zeit vermißten, mit theilweise neuer Be
setzung wieder in Scene: „
Stumme von Portici
die neben manchen schwülstigen und verbrauchten Phrasen
einen Schatz von Poesie, Empfindung und dramatischer
Charakteristik birgt, hat uns neuerdings herzlich erquickt.
Fräulein Dillner sang zum erstenmale die
Als hervorragendste Musikproduction der letzten Woche
verzeichnen wir die Aufführung von Beethoven’s „
Moment von Wichtigkeit haben wir diesmal beizufügen.
Der letzte Satz (Dona nobis pacem), wol der genialste von
allen, ist jetzt durch Brahms zum erstenmal ganz richtig
Ein gut besuchtes und stark applaudirtes Concert gab
die von Herrn R. Weinwurm dirigirte „Sing-Aka
der älteste Sohn
dessen Compositions-Talent der
gen baute. Bekanntlich sind die Keime dieser genialen Be
gabung in dem Sturme eines wüsten, leidenschaftlich zer
wühlten Lebens frühzeitig untergegangen. Nur sehr wenige
Compositionen von Fr.
ein Heft
Styl und kühne Modulation uns ganz modern anmuthet,
an manchen Stellen fast wie eine Vorahnung
Das können wir von der
weder die strenge Größe und polyphone Kunst von
mann
Das Stück klingt eben wie die Arbeit, vielleicht Gelegen
heitsarbeit, eines routinirten Musikers. Ein gemischter Chor
von Karl Loewe („
Im kleinen Musikvereinssaale haben die „musikalisch-
artistischen Weihnachtsvorstellungen“ der
nistin Fräulein Ella
viel zu niedrigen Podium (der untere Theil der Bilder ist
nur für die ganz vorne Sitzenden sichtbar) erhebt sich eine
kleine, verdeckte Bühne. Der Vorhang theilt sich von Zeit
zu Zeit und läßt nacheinander eine Reihe von Transparent
bildern sehen, ungefähr in der Breite des mitteren Bühnen
drittheils. Dazu wird hinter den Gemälden Musik gemacht.
Ueber die ästhetische Fehlerhaftigkeit einer solchen Verkoppe
lung von Musik und Gemälden ist kaum mehr nöthig zu
sprechen, es ist der blanke Dilettantismus. Otto Jahn hat