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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Vor uns liegt ein gar werthvolles
ches der Laie, darin blätternd, ein sonderbares, ja räthsel
haftes nennen dürfte. Kein einziger zusammenhängender Satz,
kleine abgerissene Notenbeispiele von 2 bis 3 Tacten, Auf
schriften, Jahrzahlen, Verlegerfirmen — und dennoch gibt es
nichts, was organischer und vollständiger wäre. Es ist ein
„ Thematischer Katalog“, und zwar der bei Sim
gesammtes Wirken anschaulich wie eine Summe vor uns.
Das paßt gottlob nicht völlig auf den neuen
Katalog
unter uns.
Gesundheit nur in seinen musikalischen Urahnen,
lange Thätigkeit vor sich.
Dem Simrock’schen
vollständig und verläßlich zu sein. An ihm haftet keine der
Nachlässigkeiten, die wir ähnlichen Publicationen vorwerfen
mußten. So ist der Schumann-Katalog
sechs Jahre nach des Meisters Tod erschien, nicht vollständig;
es fehlen darin zum Beispiel Chöre („
Schifflein
die lange zuvor öffentlich gesungen waren. Es fehlen ferner,
ganz wie im Mendelssohn-Katalog
Vocal-Compositionen die Namen der Dichter. Bei Com
ponisten, welche ihren poetischen Honig mit so wählerischer
Hand sammeln, wie
Kenntniß von Belang. Die Dichternamen gehören zur Charak
teristik jedes großen Lieder-Componisten. Ist es nicht unver
zeihlich, wenn der
den Poeten ganz einzig charakterisirende Liedergruppen wie
den Eichendorff’schen LiederkreisHeine’schen
dem Cyklus „ Cha
’s, bei dem „
folgen Dedicationen an Collegen, wie Albert
F.
gruppe ragt wundersam eine einzelne Prinzessin (
Kaiser
deutschen Waffen
den sind nur drei bedacht, darunter Billroth und Joseph
Die Durchsicht des
kürlich zu Vergleichen mit der Thätigkeit anderer Meister,
wie sie uns in ähnlichen Verzeichnissen vor Augen liegt.
Mendelssohn, der seine ersten Werke im Knabenalter
herausgab.
Mit Mozart und Franz
Die
erste Werk des Zwanzigjährigen, erschien
mehrere Jahre vorher hatte
stadt
Als ein interessantes Curiosum sei hier das Programm
eines Concertes mitgetheilt, das Brahms am 21. September
darunter eine
ein
hat
diese größeren Sachen zurückbehalten und fast 25 Jahre
nach jenem Briefe erst seine erste
erstes
Es ist bemerkenswerth, daß die ganze Bewegung der
neuen Musik von Clavierspielern ausging. Von den Söhnen
Violinisten Joseph
epochemachenden Componisten Cavierspieler. Auch
begann mit Clavierstücken (drei Sonaten, Scherzo). Aber
bald trieb es ihn zu Liedern, zur Kammermusik, zum
Orchester. Die sehr geringe Zahl seiner Solo-Clavierwerke
ist um so auffallender, als
Virtuosen zählt. Von
Wir können den Wunsch nicht unterdrücken, daß
der seit zwanzig Jahren fast gänzlich der Clavier-Composi
tion ferngeblieben, wieder zeitweilig dahin zurückkehre. Bei
der inneren Armuth der neueren Clavier-Literatur wäre dies
höchst erwünscht und von doppeltem Werth, wenn
sich entschließen könnte, etwas minder horrende Anforderun
gen an die Technik und die Spannweite des Pianisten zu
stellen. Man kann seinen
leidlich spielen und doch nicht im Stande sein, ein einziges
Solostück von
Am reichsten finden wir die Vocal-Composition
vertreten und darunter wieder am zahlreichsten das Lied.
Wir besitzen von
als 149 Original-Gesänge für Eine Stimme und zwanzig
Duette. Dazu zwei Sammlungen Vocalquartette mit
Clavierbegleitung. Die Lieder finden sich meist zu zwei oder
drei Heften zwischen den Instrumentalwerken verstreut. Ein
ganzes „Liederjahr“, wie das Schumann’s, der als glück
weder von einem das ganze Leben verklärenden Liebesglück
wie bei
von ausgangslosen Verhältnissen und häufigen Herzens
gewittern, wie bei
es an letzteren auch nicht gefehlt haben. Ein echter
Poet wandert schwerlich ohne jegliches Liebesglück und
Liebesleid durch das Leben. Einigermaßen verrätherisch
klingen zwei Mottos, die der Zwanzigjährige den Andante
sätzen seiner
hat. („Verstohlen geht der Mond auf; blau, blau, Blüme
lein!“ und: „Der Abend dämmert, das Mondlicht scheint,
da sind zwei Herzen in Liebe vereint und halten sich innig
umfangen.“) Dieser verliebte Mond dürfte vor 35 Jahren
in
nicht ganz vergeblich aufgegangen sein. Aber dem starken, mann
haften Wesen
gessen hinschmilzt, sich niemals „unterkriegen“ läßt. Ich kann
mich nicht rühmen, über dieses Capitel mehr als Andere zu
wissen, meine aber, daß
nung
ein Wörtchen sagen — Doch ward es weislich in die Brust
gesetzt — Daß man’s so hoch nicht wie den Kopf soll tragen.“
Eine strenge Eintheilung von
inneren Gründen, nach Stylarten, wie bei
mir ein ebenso schwieriges als mißliches Unternehmen. Wie
man auch die Grenzen ziehen möge, sie verwischen sich, indem
immer einige Werke darüber weg, voraus- oder zurücksprin
gen, also so viele Ausnahmen begründen, daß von der Regel
der Haupteintheilung, nicht viel übrig bliebe. Gleich
mann
weit verwegener, wilder, in Form und Modulation emanci
pirter und technisch schwieriger. Diese erste Periode der genia
len Gährung, die man häufig vom ersten bis zum zehnten
Werke absteckt, wäre vielleicht richtiger bis zum Opus 18 an
zunehmen, dem
abgeklärten, reifen, klang- und formschönen Schöpfungen er
öffnet und jedenfalls epochemachend dasteht in der Entwick
lung wie in den Erfolgen des Componisten. Allerdings
klingt schon die
gehört nicht das wildgeniale
der Zeit wie dem Charakter nach in die erste Periode?
Von dem
musik vorherrschend, daneben Lieder. Werfen wir gleich einen
zusammenfassenden Blick auf
überschauen wir einen reichen Blumenflor: vier
tett
bis heute in der besonderen Vorliebe des Publicums erhal
ten hat, schließt sich dessen erste Reise nach
am 16. November
das
G-moll, Op. 25, das er bei
scripte vortrug. Nicht sowol die beifällige Aufnahme seiner
Werke, die anderwärts ebenso warm und wärmer begrüßt
worden sind, als vielmehr der sympathische Eindruck von
Land und Leuten in
Aufenthalte hieher gelockt. Seit fünfundzwanzig Jahren
zählen wir ihn zu den Unseren. Es läßt sich mehr
fühlen, als mit knappen Worten ausdrücken, welch günstigen
Einfluß die bloße Anwesenheit und des Beispiel eines nach
allen Seiten hin unabhängigen, künstlerisch theilnehmenden
und fördernden großen Künstlers wie
Sing-Akademie, von
Gesellschafts-Concerte und des
und den
sind seine größten und schönsten Werke entstanden; mit sehr
wenigen Ausnahmen haben sie in
führung erlebt. Von
meisten zuerst im Hause Professor Billroth’s gespielt
Das „ Deutsche Requiem“ (
acht Werke dieser Gat
tung. Ebenso viel Werke enthalten geistliche und weltliche
Chöre ohne Begleitung, Orchester-Compo
sitionen besitzen wir von
So finden wir denn von
Musik fruchtbar angebaut, zwei ausgenommen: das Orato
rium und die Oper. Vom Oratorium trennt ihn wol die
richtige Ueberzeugung, daß dieses — das
im strengen Sinn — keine lebendige Wurzel mehr treibt in
der Gegenwart. Es ist eine Gattung, die vielleicht einmal
wieder eine Zukunft haben kann, aber gewiß keine Gegen
wart hat. Mit mehr Verwunderung fragt man häufig,
warum Oper ferngeblieben sei? Hätte künst
lerischer Drang ihn dazu getrieben, er würde ihn gewiß be
friedigt haben, allen Nöthen und Verdrießlichkeiten zu Trotz,
welche des Operncomponisten harren. Die Sehnsucht nach
dem Theater, welche
tückisch verfolgt hat, sie scheint von
empfunden oder gnadenlos erstickt worden zu sein. Daß
er ausgesprochenen Beruf für die Oper besitze, kann
man aus keinem seiner Werke folgern. Die Cantate
„
scheint mir mehr dagegen als dafür zu sprechen, und
was im Liede dramatisch anklingt, ist noch lange nicht die
mächtige Stimme des geborenen Operncomponisten. Theater
blut ist ein ganz besonderer Saft. Kein Zweifel, daß
rückte er unversehens mit einer Oper hervor. Aber würde es
nicht vielleicht eine „Partitur-Opern“ werden, wie man von
„Buchdramen“ spricht, die bei allem poetischen Tiefsinn nicht
für die Bühne taugen? So weit mein Einblick in
Individualität reicht, drängt diese keineswegs zur Oper; sie
scheint mir zu subjectiv dafür, zu vornehm zurückhaltend, zu
wenig sinnlich. Mit dem Wunsche, eine Oper nach seiner
Art zu schreiben, mag er sich mitunter getragen haben; allein
zwischen dem fünfzigsten und sechzigsten Jahr macht man nicht
gern den Anfang. „Wenn eine Oper von mir schon durch
gefallen wäre,“ äußerte
gewiß eine zweite; aber zu einer ersten kann ich mich nicht
entschließen. Es geht mir damit genau wie mit dem Hei
raten.“ So werden wir denn schwerlich die Freude erleben,
wünschen zu können. Indessen, seien wir lieber zwiefach vor
sichtig; bei
gefaßt sein.
Indem ich dem Leser durch die stattlichen Reihen der
einige statistische und biographische Winke beschränkt. Den
hätte aus dem Feuilleton leicht ein Buch gemacht. So Schönes
dieser
seine letzte Zeile kein „Ende“ bedeutet. Von
die Welt noch viel erwarten. Einiges, was über
die Schlußnummer des
bereits kennen gelernt, bevor dieser erschien. Zuerst einige der
reizendsten Lieder, die Walter aus dem Manusscript sang.