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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wer ist
neuen, soeben von Breitkopf & Härtel ausgegebenen
lung
Herausgeber mit einer kurzen biographischen Notiz dieser
leicht vorauszusehenden Frage begegnen sollen. Ein Leser, der
nicht mit jedem Detail, mit jeder Nebenfigur in
Leben vertraut ist, informirt sich nur mühsam über jene drei
Persönlichkeiten, die ihm in dem neuen Buche doch werth
und interessant geworden, ja durch
mitunsterblich geworden sind. Theodor
musiker, Wilhelm
Ferdinand
Hoftheater; ihre Bekanntschaft mit
Zeit seiner Capellmeisterschaft an diesem Theater. Zur innigen
Freundschaft, zur Bruderschaft auf Du und Du, erwuchs
dieses Verhältniß erst in der Entfernung, ja durch dieselbe.
Bedürfniß nach engem freundschaftlichen Anschluß und Aus
tausch. Hatte er während seiner sechsjährigen Thätigkeit in
drei im täglichen Theaterverkehr ihm nahestehenden Männer
kennen gelernt — in der Fremde konnte er ihre Hingebung
an seine Person und sein künstlerisches Streben noch ungleich
stärker erproben. Nach seiner Flucht aus
von
allen Dreien. Nur
neuen
Freunde keine Zeile. Das ganz eigenartig fesselnde
dramatische Interesse, das dem
wechsel
horchen wir dem Dialog der beiden genialen Männer;
die Briefe
gegenseitig ein erklärendes, bedeutsames Licht auf einander.
deln, mit wenigen ganz vereinzelten Ausnahmen, nicht so
wichtige Fragen, wie seine Sendschreiben an
machen sie im Ganzen einen erfreulichen Eindruck, indem sie
zeigen, kameradschaftlich aufgeknöpft, zeitweise in Hemdärmeln.
Auch fällt es angenehm auf, daß
drei Freunde beiweitem nicht so verzweifelt, so trost- und
hoffnungslos schreibt, wie gleichzeitig an
nur dieselben Jahrgänge in beiden
einander zu vergleichen. Es fehlt zwar auch nicht an einzelnen
Klagen und Verwünschungen; aber so herzzerreißende Schil
derungen seines
Verzweiflung und Verbitterung wie in den Briefen an
sogar sehr gut gelaunt im Genuß der wiedergewonnenen
Freiheit. Ihm ist „immer so übermüthig, behaglich zu
Muthe, wie einem Hunde, der die Prügel weg hat“. „Ich
muß unverhohlen eingestehen,“ versichert er
ich hier in frischen Alpenluftzügen einathme. Was ist die ge
meine Sorge um die sogenannte bürgerliche Zukunft gegen
das Bewußtsein, in seiner edelsten Thätigkeit nicht despoti
sirt zu sein! ... Hier lebe ich nun, auf communistische Weise
durch
lich meiner besten Natur nach dahin.“ Und ein Jahr später
(August
ein glücklicher Mensch bin? Willst du, daß ich glücklich bin,
so lang ich lebe, so miß mir dies Leben nicht nach der
Länge, sondern nach dem Inhalte zu. Die Zeit ist das
absolute Nichts, nur was die Zeit vergessen macht,
was sie vernichtet, ist das Etwas... Also: Ich
bin glücklich! Seid ihr gescheit, so seid ihr
von Philistern kenne ich nur die
was kommt Ihr mir dort unglücklich und bedauernswürdig
vor!“ Ganz ähnlich, wieder ein Jahr später (
W.
von Menschen, die mich so kennen, wie ich bin, und mich
nicht um ein Haar anders haben wollen. Ich bin nur zu
beneiden.“ An F. Heine schreibt
Am zahlreichsten sind die Briefe an Uhlig; 92 von
feurigsten und rücksichtslosesten Kämpfer für
und Ideen. Er war ein aufgeweckter Kopf, dem der Besitz
einer reellen musikalischen Bildung beträchtlichen Vortheil ge
währte über andere
Dieser Vortheil ging aber halb verloren in der unbedingten,
blinden Heeresfolge. In diesem apologetischen Sinn schrieb
er zuerst über
pseudophilosophischer Jargon merklich auf
gefärbt hat. Noch eifriger tummelte er sich in der Polemik
gegen Alle, die irgend etwas gegen
wagten. Veranlaßt durch das außerordentliche Lob, das
derselben jetzt nachgelesen, ohne mich mit dieser Art von ge
schmackloser, beißwüthiger Polemik befreunden zu können.
(Als Ein Beispiel unter vielen erwähne ich zur Be
gründung des Gesagten den Aufsatz „
Nr. 8 und 9 der
Bemerkenswerth ist, daß der Einfluß
zwei Dingen zeigt: erstens in der auffallend kühleren Be
urtheilung Robert Schumann’s, dann in den ersten Symp
Die erste Zeit seines Aufenthaltes in
schen Schriften: „
Kunstwerk der Zukunft
Von diesen Arbeiten sprechen seine ersten Briefe an
Erstaunlich ist der nimmermüde leidenschaftliche Eifer, wo
mit sich
stürzt, auf musikalisches Schaffen gänzlich vergessend. Kaum
hat er die erste Schrift: „
an den Verleger
„Seit ein paar Wochen, das heißt seitdem ich häuslich zur
Ruhe gekommen bin, hat mich die Wuth zu einer neuen
literarischen Arbeit, „
chem Grade gefaßt, daß ich selbst heute mir nicht die Zeit
gönne, Ihnen ordentlich zu schreiben. Mir brennt der Kopf
vor lauter Kunstdarlegung.“ Vier Wochen später schickt er
ihm bereits das ganze umfangreiche Manuscript.
sich nicht viel Noth bereiten, günstige Besprechungen dieser
Arbeiten zu erzielen. „Wichtig ist mir nur Eines! — daß
sie möglichst viel gelesen werden: was hiezu beigetragen wer
den kann, ist mir lieb; ob sie heruntergerissen werden, ist
sehr gleichgiltig, und zwar weil es sehr natürlich ist. Ich
bringe ja keine Versöhnung mit der Nichtswürdigkeit, son
dern den unbarmherzigsten Krieg... Das wird meine letzte
schriftstellerische Arbeit gewesen sein.“ Aber schon im nächsten
Monate widerruft
der Abfassung der Arbeit so bestimmt, nicht mehr in der
Weise zu schriftstellern, daß ich jetzt darüber lachen muß:
nach allen Seiten hin quillt mir die Nothwendigkeit hervor,
wieder zu schreiben. Sind wir ganz aufrichtig, so müssen wir
eigentlich auch zugestehen, daß es jetzt das Einzige ist, was
Sinn und Zweck hat: das Kunstwerk kann jetzt nicht geschaffen,
sondern nur vorbereitet werden, und zwar durch Revolutioniren,
durch Zerstören und Zerschlagen alles dessen, was zerstörens-
und zerschlagenswerth ist. Das ist unser Werk, und ganz
andere Leute als wir werden erst die wahren schaffenden
Künstler sein. Nur Zerstörung ist jetzt nothwendig —
Aufbauen kann gegenwärtig nur willkürlich sein.“ Von diesen
Ansichten ist
seine Compositionen hat er eine ungeheure, immer noch fort
arbeitende Wirkung erzielt, mit seinen „zerstörenden“ Schrif
ten nur ein augenblickliches Aufsehen; ihnen bleibt kaum
mehr als biographische Bedeutung. Er selbst schreibt im
Sommer
gar nicht weiter betrachtet würden, setzte ich bereits voraus;
daß sie aber auch von den Wenigen aus unserer eigenen
Partei, die sie beachteten, meist gar nicht einmal verstanden
wurden, das habe ich endlich nur mit tiefem Seufzen wahr
nehmen können. Wer soll auch aus unserm künstlerisch-egoi
stischen Nachahmungs-Handwerkertreiben zum Beispiel die
naturgemäße Stellung der bildenden Kunst zur unmittelbaren,
rein menschlichen Kunst begreifen können?“ Und nun fällt
ästhetiker in der
in der absoluten Gedankenlosigkeit drin steckt, daß er über
diesen Gegenstand in ein solch kunstgeschwätziges Faseln ge
räth“. Daß ernsthafte Gelehrte
die bildende Kunst ihrerseits für „Faseln“ erklären mußten,
wird man schon aus folgender Briefstelle
begreifen: „Wenn ich nachweisen will, daß die bildende
Kunst, als eine künstliche, von der wirklichen Kunst nur
abstrahirte Kunst, in der Zukunft ganz aufhören
müsse, wenn ich somit dieser, heute als Hauptkunst sich
Sein Heil erblickt Frauen,
die sich ihm auch dankbar genug erwiesen haben. Gerne
citiren wir folgende schöne Stelle aus einem seiner Briefe
an
noch ganz gut gegangen, und das kommt doch wahrscheinlich
daher, daß bei aller herrschenden Gemeinheit es den Frauen doch
immer noch am schwierigsten fällt, ihre Seelen so gründlich
verledern zu lassen, als dies unserer staatsbürgerlichen Männer
welt zu so voller Genüge gelungen ist. Die Frauen sind
eben die Musik des Lebens: sie nehmen Alles offener und
unbedingter in sich auf, um es durch ihr Mitgefühl zu ver
schönern.“ Und in einem späteren Brief: „Frage E., was
ich darunter verstehe, sie wird es dir mit zwei Worten klar
und deutlich machen, denn — glaube mir — dieses Mädchen
ist dir weit voraus — und woher? Durch ihre Geburt, weil
sie ein Weib ist. Sie ist als Mensch geboren — du
und jeder Mann wird heutzutage als Philister geboren,
und langsam und mühevoll gelangen wir Aermsten erst
dazu, Menschen zu werden. Die Frauen, die ganz das
geblieben sind, was sie von Geburt an sind, können
uns einzig lehren, und wären sie nicht, wir
Männer gingen rettungslos im Dütendrehen zu Grunde.“
Neue Bestärkungen in seinem Frauencultus blieben für
25. März
einer Frau von aristokratischer Geburt, die für meine
Schriften dankt: sie sei durch sie erlöst worden. Sie er
klärt sich mir zur vollständigsten Revolutionärin. So sind
es doch immer die Frauen, die mir gegenüber das Herz auf
dem rechten Fleck haben, wogegen ich die Männer schon fast
ganz aufgeben muß.“ In
geradewegs furchtbar. „Namentlich die Frauen sind
um und um gewendet worden: die Ergriffenheit war bei
ihnen so groß, daß Schluchzen und Weinen ihnen helfen
mußte... Ich war zunächst über diese ungemein heftige
Wirkung erstaunt. Gerade eine Frau löste mir aber das
Räthsel: ich bin den Leuten als niederschmet
ternder Bußprediger gegen die Sünde der
Heuchelei erschienen.“ Nach diesem Stückchen darf