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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Drei Theater-Vorstellungen haben in diesen
Tagen das Interesse unseres musikalischen Publicums erregt:
das neu einstudirte „
theater und — auf bescheidenerer Kunststufe — zwei neue
Operetten von Arthur
„
Das „
wie es im Original heißt) ist das einzige Werk von Aimé
Maillard, welches in
folg verdankt die Oper freilich ebensosehr ihrem Textbuch,
als der Musik. Letztere ist ungleich, ersteres vortrefflich von
Anfang bis zu Ende. Eine bald heitere, bald rührende
Dorfgeschichte hebt sich wirksam von einem bedeutsamen
historischen Hintergrund: der Verfolgung der protestantischen
Camisarden durch die Dragoner des Marschalls
unter
guenspiel der späteren
chen
Dialog und wirksame, zwanglos herbeigeführte Situationen.
In Rose
neue Charakterfigur, neben welcher
nach der „petite
widerwärtiges Zerrbild dasteht. Auch die übrigen Personen
sind frisch und individuell gezeichnet: der treuherzig gemüth
volle
pfiffigkeit und sein bei allem Flattersinn gutherziges Weib
chen
guten Librettisten immer seltener geworden und scheinen heute
fast auszusterben. Ich erinnere mich einer Oper von
hübscher Musikstücke an ihrem elenden Libretto scheiterte.
Die Textdichter hatten aus
ziella
bücher fabricirt. Ein armes einfältiges
aus Liebe zu einem noch einfältigeren adeligen
Kloster. Am Ende ihres Novizenjahres will sie, vor ihrer
Einkleidung, noch drei Tage lang das Leben genießen, treibt
sich zwischen den Tarantellen und Scherzliedern einer Dorf
kirchweih herum, erfährt die Verlobung ihres Heißgeliebten,
wird verrückt und singt sich in einer langen, langen Wahn
sinnsscene à la
vorragendste Stück, um nicht zu sagen das einzige wirklich
bedeutende. Allein der Componist besitzt jene werthvollen,
traditionell
scheidenere musikalische Talent befähigen, auf Grund eines
guten Textbuches erfreulich zu wirken: vollkommene Kennt
niß des Bühnengemäßen, technische Gewandtheit und Sicher
heit, Anmuth, Esprit und über dem Allen ein Hauch
feinerer gesellschaftlicher Bildung. Seine Musik wirkt
vornehmlich durch ihr lebhaftes, natürliches Anschmiegen
an die Situation, an das Dramatische. Man betrachte ein
mal, wie geschickt und zutreffend das Glöckchenterzett im
zweiten Acte mit Rücksicht auf die scenische Disposition com
ponirt ist. Allerliebste Nummern sind auch das erste Duett
dritten Act der geschwätzige Weiberchor und die Arie der
Rose
Allegro geschädigt wird. Unbedeutendes, Flaches unterläuft
freilich auch, selbst manch’ böses Reiterbudenstücklein, wie der
Dragonerchor; dennoch überwiegt das Angemessene, Ge
fällige, Graziöse, und wir nehmen von einer so trefflichen
Aufführung des „
theater unter Jahn bietet, einen erfrischenden Eindruck mit
Als belebender Mittelpunkt dieser Vorstellung wirkt
Fräulein Renard. Ihre Rose
freut man sich auch an dem Publicum. Die zweite Frauenrolle,
Forster mit jener bescheidenen
macht, daß nachträglich das Verlangen auch nach anderen
Operetten des fleißigen „Master“ rege werden mußte. Nach
einander hörten wir jetzt im Carl-Theater dessen allerneuestes
Singspiel „
und im Wiedener Theater ein älteres: „
Den beispiellosen Erfolg des
zweite
(ganz abgesetzen von der Musik) so stark das ver
blüffend Exotische der Figuren, der Handlung, der
Spielweise, ja der ganzen Komik, daß wir vor
etwas absolut Neuem, Originellem stehen, wie es
in anderen,
nicht wiederholt. Seine musikalischen Vorzüge finden wir
jedoch mehr oder minder auch sonst bei ihm wieder. Sie
sind mehr solider als blendender Natur: anspruchslose Ein
fachheit, natürlicher, gesunder Ausdruck, leicht ausführbare,
melodiöse Gesangspartien, vor Allem die Styl-Einheit des
bescheidenen Singspiels. Von den beiden Novitäten ist „
pitän Wilson
als der Musik nach. Hier sehen wir doch wirkliche Menschen
und nicht unmögliche Caricaturen eine vernünftige, erträg
lich zusammenhängende Lustspielhandlung in Bewegung setzen,
was man den „
Wilson
richtungs-Vorbereitungen; doch sind wir über deren Harm
losigkeit vollkommen beruhigt, da ja der gesuchte
selber, in sicherer Verkleidung, diesen Zurüstungen lachend
zusteht. Scherz und Humor überwiegen durchaus die ernste
Seite des Stückes, die nur in einigen Gesangstücken leicht
sentimentaler Färbung vortritt. Die Musik enthält neben
unbedeutenden auch viele sehr hübsche Nummern. Von den
komischen ist gleich das erste Duett des fahrenden Sänger
paares,
Volkslieder gehalten, beschließt es jede Strophe mit einem
kurzen Tanz, wie das auf
beliebter Brauch ist. In seiner echt nationalen Weise erinnert
das Duett geradezu an Scenen aus der berühmten alten
„
„Ehrenmänner sind wir Beide“, und noch manches Andere
wirkt durch drastische Komik. Zwei in ihrer Einfachheit rei
zende Gesangstücke sind das Lied der
meiner Hand“, und das Duett „Seh’ ein Röslein sprießen“.
Die Quelle beider Stücke ist
bekanntlich eine Satire auf die specifisch
heit der „Aesthetics“, die bei uns geradezu unverständlich und
wirkungslos bleibt. Wir möchten den
eher ein Verdienst als einen Vorwurf daraus machen, daß
sie diese beiden allerliebsten Nummern an die Stelle von
zwei schwächeren herübergerettet haben. Fräulein
„
Sängerin selbst von bescheidenen Stimmmitteln und nicht blen
dender Erscheinung hervorbringen kann, wenn ein ursprüngliches
dramatisches Talent mit musikalischer Empfindung und überzeu
gender Natürlichkeit des Ausdruckes sich in ihr vereinen. Es ließe
sich noch manches sehr gelungene Musikstück aus „
Wilson
allzusehr anschwellen lassen. Die Liedertexte hat Herr
Victor Leon theils übersetzt, theils frei zur Musik hinzu
Letzteres widerfährt uns manchmal in den „
Die Handlung des Stückes ist eigentlich reiner Unsinn, eine
Reihe kindischer Situationen, die aus unmöglichen Voraus
setzungen gewonnen sind. Es war ein Lieblingsscherz des
hochbejahrten Rossini, daß er jüngst seinen siebzehnten
das Bischen Handlung recht stockend vorwärts; mit dem
Auftreten der
drolliges Element auf die Scene, welches seine Wirksamkeit
zum Vortheile aller Lachlustigen bis zum Schlusse fortsetzt.
Von höchst komischer Wirkung sind auch die Couplets des
letzten Worte vom Munde wegschnappt. Reizend klingt das
Walzerlied der
Die Schlußtacte mit der zuerst bis as, dann bis
ins c hinauffliegenden As-dur-Scala — eine sehr
unerschrockene Reminiscenz an die
wol erst in
und melodiös, mit hübscher Abwechslung der Stimmen ist
das Terzett in H-moll „Nun fort!“ — zärtlich bewegt,
fast leidenschaftlich, das Duett „Bleib’, Henric, bleib’!“
Eine besondere Eigenthümlichkeit, die wir bereits am „
hervorgehoben und im „
ratenChors fast
bei allen Gesangstücken, wenigstens durch kurze Zwischensätze
und Refrains. Das bringt Leben und Farbe in die Scene,
Fülle und Abwechslung in die musikalische Form. Die Text
bücher
geistreich, aber niemals schlüpfrig oder lasciv. Sie wirken
noch, wie die älteren
thümliche Komik. Was
bei ihm weder den hinreißenden Schwung Strauß’scher