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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Ein
führung in
unbegreifliche Verspätung weder äußere noch innere Gründe
anzugeben. Das Recht individueller Vorliebe unangetastet,
steht doch „
ken. Sechs Jahre nach dem „
gehört „
— also zu seinen vollkommensten. Die Reihe von Oratorien,
die ihn unsterblich gemacht, hat er alle in vorgerückten Jahren
geschrieben, darin Gluck und
Die Engländer, die heute noch ihren christlichen Kindern gern
intimer Vertrautheit mit allen Begebenheiten jener Vorzeit auf
und sehen die jüdischen Kriegshelden
vor Augen, wie wir etwa den
Auch der protestantische Norden ist tiefer eingelebt in die
Persönlichkeiten des
Süddeutsche oder gar die romanischen Völker. Trotzdem
dürfte allenthalben wahrzunehmen sein, daß jenes Stoffgebiet
in der Kunst einem stetig abnehmenden Interesse begegnet.
Packte uns nicht
Wechsel von Siegen und Niederlagen des jüdischen Heeres
würde uns heute leidenschaftlichen Antheil kaum abgewinnen.
Diese Geschichten sind uns mehr ehrwürdig, als interessant;
wir fühlen sie, nur schwach mitvibrirend, wie einen weit ent
fernten Ton, sehen sie vielleicht gar durch die Brille moderner
Forschung.
Glaubens zu seinem
Augen würde er gemacht haben, wenn er ein Buch wie
vortreffliche „
Von seinem frommen
nicht, ob
Aber gewiß würde der sanfte
er eine Menge Handlungen
für ruhmvoll galten.
im Vergleich mit
Recriminationen erscheinen.“ Moses selbst, der Vorläufer
eine halbverstorbene Kunstgattung: ihre lebendige Hälfte ist
die Vergangenheit, ist
Heute und Morgen. Wir verstehen, warum Brahms —
Die Handlung von
dichter Thomas
das Volk singt
durch einen
dem Schalle seiner Posaunen stürzen die Mauern von
der Sieg wird mit Lobgesängen gefeiert. Der Krieg gegen die
Stadt
wird unter dem von
geschlagen. Der Jüngling
Tochter des Stammesfürsten
die Stadt
Ein Dank- und Preislied macht den Schluß. Diesen
Stoff hat
behandelt, wie seine übrigen Oratorien, d. h. zum Theil mit
genialer Schöpferkraft und Kunst, zum Theil in der flüch
tigen, dem Zeitgeschmack nachgebenden Manier, die von seiner
fabelhaften Productivität unzertrennlich war. Wer heute irgend
ein
kommt (wie jetzt die Wiener den „
Großes und Schönes zu erleben. Aber er darf nicht er
warten, in diesem neuen Oratorium auch überall Neues zu
hören. Vielleicht wird er behaupten, es sei diese und jene
Arie ihm vorher schon bekannt gewesen, und doch vernimmt
er sie thatsächlich zum erstenmal.
häufig, er kennt gar nicht das Bedürfniß, immer etwas
Neues zu sagen. Dieselben stereotypen Wendungen, Figuren,
Schlüsse kehren immer wieder. Es lag in der Anschauungs
weise der älteren Meister, mit der größten Unbefangenheit
Anlehen bei sich selbst (und auch bei Anderen) zu machen.
Das Schwergewicht der Chören. Hier findet
tung, die vollste Blüthe. Wir nennen nur einige davon, die,
unter einander sehr verschieden, alle auf gleicher Höhe musi
kalischer Meisterschaft und unwiderstehlicher Wirkung stehen.
Da ist zuerst der Klagechor der geschlagenen Israeliten in
E-moll („Wie bald die stolze Hoffnung sank“), ein Gesang
von tiefschmerzlichem und doch ungemein würdigem Ausdruck.
Zwei Flöten — nur selten sind sie in dem Oratorium an
gewendet — hauchen einen eigenartig weichen, elegischen Ton
über diese rührende Volksscene. Den stärksten Gegensatz dazu
bildet der berühmte Triumphgesang in der dritten Abthei
lung: „Seht den Sieger!“ Die erste Strophe wird von einem
dreistimmigen Knabenchor gesungen und blos von der Orgel
(„tasto solo“) begleitet. Hierauf singt ein Frauenchor, von
zwei Flöten begleitet, die zweite Strophe.
In der
men und mit deren scharf abstechendem Timbre den von
absichtigten Contrast.
Gesang im vollen Chor zur mächtigsten Wirkung; die be
gleitenden Streichinstrumente erhalten eine glänzende Ver
stärkung durch Oboën, Flöten, Hörner und Pauken. Dieser
Preisgesang, mit dem das Volk den heimkehrenden Sieger
begrüßt, wirkt durch seine ungemeine Einfachheit und Volks
thümlichkeit.
rium „
für „
genießt wol kein Stück von
Aufführungen selten fehlt. Ein Prachtstück ist der Lobgesang
der Israeliten in H-moll („Allmächt’ger Herr im Himmels
kreis“), dessen Thema zuerst
beters intonirt, um es hierauf dem Chor zu kunstvollster
contrapunktischer Behandlung zu überantworten. Von
Glanz und Kraftgefühl überströmt der Chor „Ehre
sei
ein merkwürdiges Beispiel von Tonmalerei, zu welcher nicht
blos die Instrumente, sondern auch die das „Beben“ aus
drückenden Singstimmen herangezogen werden. Ein genialer
Zug musikalischer Malerei erglänzt auch in dem Chor, wel
chen
hoch am Himmel thront, hemm’ deinen Lauf!“ Nach einem
majestätischen Aufschwunge des Orchesters hält das Wort
hartnäckig diesen Ton; ein zweiunddreißigtactiger Orgel
punkt, innerhalb dessen sich eine lange Reihe kämpfender
Accorde bewegt. Was die Arien im „
sind die meisten mit ihrem steifen, vom Orchester in gleich
mäßigen Abständen unterbrochenen Gesang und ihren Colo
ratur-Passagen für uns rettungslos veraltet. Die erste Arie
des
der
manche von den athemversetzenden Singübungen, mit welchen
vertragen. Von echt patriarchalischer Würde ist hingegen die Arie
des greisen
von schlichter Empfindung die Arie
Stolz“; lieblich und nicht ohne Zärtlichkeit
tativ und Arioso in der ersten Abtheilung. Eine hier weg
gebliebene Arie des
schienen durch ihre nackte Einfachheit und ihre ganz volks
thümliche, an
die „tempo di Gavotta“ überschriebene F-dur-Arie: „Kämpft
der Held, nach Ruhm begehrend“. Vielleicht stieß sich der
Dirigent an ihrem vom Styl des Ganzen abstechenden
Charakter; aber gerade das macht sie interessant.
Die von Herrn Hof-Capellmeister Richter dirigirte Auf
pende Vortrag der Recitative wird zu einem Bleigewicht für
die Composition und zu einer Geduldprobe für den Zuhörer.
Am wenigsten schien uns Frau Papier in diesen Fehler
Die Aufführung des „
um 140 Jahre ein hochzuschätzendes Verdienst der Concert-
Direction und des Hof-Capellmeisters
trübend für uns und beschämend für die „Gesellschaft der
Musikfreunde“, zu deren frühesten Traditionen ja der
Cultus gehört, wenn eines der großen Oratorien dieses
Meisters in
Den „
kalisches Erlebniß im Gedächtniß bewahren — als ein Kunst
werk, das uns seinen Schöpfer, wenn auch nicht von einer
neuen, doch vielfach von seiner stärksten Seite gezeigt hat.