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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die „ Grieg ist nicht in dieser Form und Absicht entstanden.
Eber reitet er mit dieser in die Höhle ihres
Gnomen und Erdmännchen allerlei häßlichen Aberwitz mit
ihm treiben und ihn schließlich zur Höhle hinausprügeln.
So wechseln Wirklichkeit und Märchenspuk unaufhörlich in
mals ein tauglich Werk vollendet“, hat blos Eines im
Kopf: zur höchsten Macht zu gelangen. Er will Kaiser
werden, „Kaiser der ganzen Welt“! Von
versetzt uns der Dichter ganz plötzlich an die Küste —
von
„hübschen Herrn von mittlerem Alter, elegant gekleidet, eine
goldene Lorgnette auf der Brust“. Er gibt ein Diner im
Palmenhain; ein Franzose, Monsieur
Herr v.
Schwede,
Caricaturen der vier Nationen. Peer
dem Naturburschen ein blasirter moderner Speculant gewor
den ist und über Alles mit naserümpfender Ironie und
Selbstgefälligkeit aburtheilt, hat durch Sklavenhandel Reich
thümer gewonnen. Er plant neue schändliche Unternehmungen
und vertraut sie seinen vier Freunden. Diese haben nichts
Eiligeres zu thun, als heimlich mit seinem Schiff und seinem
Gelde abzusegeln. Peer
Auf einem Baume kämpft er mit wilden Affen. Dann
stiehlt er ein Pferd und ein
sich vor den Arabern auf den Propheten auf. Die Tochter
eines
und, wie es scheint, seine Literaturkenntniß, denn er citirt
in
Wüste; sie schmeichelt ihm seine Kostbarkeiten und Waffen
ab und jagt mit seinem Roß davon. Nun kann der über
listete
Am
— „Vergangenheitsmusik“, wie er in sein Taschenbuch notirt
— begrüßt ihn der Director eines Irrenhauses, Herr
griffenfeld
Man macht sich keine Vorstellung von der breiten, witzlosen
Abgeschmacktheit dieser Scene, in welcher der verrückte
die
nationalen „Sprachstreber“ in
Scenen spielen auf einem Seeschiffe; ein furchtbarer Sturm
bricht los, Peter
er einen armen Teufel herabgestoßen, und landet als achtzig
jähriger Greis in
in derselben Hütte, wo er sie vor sechzig Jahren schnöde ver
lassen, und schlummert ihn mit einem Wiegenliede ein.
Wahrscheinlich bedeutet das
hier zu Ende.
Anfangs eine Art bäuerlicher
keit, dann ein Stück
Geldmensch ohne einen Funken von Gemüth — das
ist der Held der größten dramatischen
Um diesen Mittelpunkt der Handlung, welche uns die Folgen
des „Uebermaßes von Phantasie“ veranschaulichen soll, wirbeln
wie körperlose Schneeflocken eine Menge unverständlicher
Figuren und grotesker Episoden hin und her. Der Leser
greift sich zeitweilig an den Kopf, ob er verrückt geworden
sei. Der
Vorrede zur ersten Auflage über die unlösbaren Räthsel
dieses Stückes geklagt, erzählt zur zweiten Auflage, erst sieben
Jahre später habe
aufgelöst, vor Allem das wichtigste: „Peer Gynt ist der
Repräsentant des norwegischen Volkes!“ Ein
scharfe, unbarmherzig logische Verstand, welchen der Dichter
wie einen Spürhund ausschickt, um herauszuwittern, wo
irgend eine Falschheit, Verworfenheit, Lüge und Fäulniß
vergraben liegt. Im „
Verstand zu Gunsten einer zügellosen Willkür abdicirt
und gleicht einem der kleinen Luftballons, dem man aus
Spaß den Faden abgeschnitten hat. Die Schlußmoral bleibt
freilich immer dieselbe: was besteht, ist werth, daß es zu Grunde
geht. Georg Brandes, der geistvolle Literatur-Historiker
Nun zu
stücken und je einem Vorspiel zu den fünf Acten des
Im Philharmonischen Concert bekamen wir nur vier von
diesen neun Stücken zu hören. 1. Das Vorspiel zum vierten
Act, „
den Lichtern von Flötentrillern auf der leichten, gleichmäßigen
Wellenbewegung. 2. Der zierliche
Beduinentochter
zauberhaft instrumentirt. 3. Ein wehmüthig stilles
in A-moll auf den Tod von Peer
schlichte, liedmäßige Weise durch einige geistreiche Harmonien
gehoben. Endlich 4. der ungemein charakteristische, schwer
fällig barocke
Prinzessin
doch überwiegend von zerrissener Form sind (wie der
„
und dem unerbittlichen Peer
zeitshof“) hat man, als für sich schwer verständlich, von der
Concert-Aufführung ausgeschlossen. Letztere gehört zu den
feinsten Cabinetsstücken, welche die Kunst Hanns
und seiner Philharmoniker uns geliefert hat. Das Publicum
wollte nicht aufhören, zu applaudiren, und schien ein da capo
erzwingen zu wollen. So gern wir die
der hören möchten, dem Dirigenten können wir nur beistimmen,
wenn er seinem Grundsatze, nicht zu wiederholen, treu bleibt.
Die Zuhörer hatten sich für
risch ausgegeben, daß uns für das Schicksal der darauffolgenden
Novität, einer
Als letzte Nummer auf den gefährlichsten Platz gestellt, hat
sie trotzdem mit den echtesten Mitteln gesiegt. Das Werk,
von Anfang bis zum Ende unverkennbarer
doch grundverschieden von seinen beiden ersten, in Wien be
kannten
lärer als die
wildromantische in D-moll. Die (noch ungedruckte) neue
auch G-moll sagen, denn in dieser Tonart beginnt der erste
Satz (Allegro con brio) und verweilt darin volle sechzehn
Tacte lang; dann erst intonirt die Flöte das allerliebste
Thema in G-dur. Und doch sind jene sechzehn Moll-Tacte
wieder mehr, als eine bloße Introduction, sie bilden ein
gesangvolles Thema für sich, das nach dem Seitenthema in
H-moll vollständig wiederkehrt.
Motiven zu arbeiten, was eine Fülle von Ideen, aber
häufig auch eine eigenthümliche Unruhe in seine Stücke
bringt. Das erste Allegro, sowie das Adagio seiner
neuen
ohne Tact- oder Tempowechsel dahin, haben aber trotzdem
durch den Wechsel verschiedenartiger Empfindungen etwas
Rhapsodisches. Originell wie der erste Satz in seiner jugend
lichen Frische ist auch das Adagio in seiner sanften Beschau
lichkeit. Auch hier gibt es für den Hörer etwas zu rathen.
Das Adagio beginnt mit einer Melodie in Es-dur, deren
Ende erst in die Haupttonart C-moll einbiegt; überwiegend
bewegt sich aber das Stück in C-dur und schließt auch so.
Reizend wirkt das zweite Thema, eine getragene Melodie der
Flöte, welche die Geigen in rasch absteigenden Sext-Accorden
staccato begleiten. Dann werden die Rollen gewechselt: die
Violinen bringen den Gesang, Flöten und Clarinetten die
begleitende Staccato-Figur. Im Scherzo, einem Allegretto in
G-moll, herrscht weniger Frohsinn oder Humor, als viel
mehr die ruhige Grazie des Menuetts. Nach dem Trio wird
herkömmlicherweise das Scherzo wiederholt, aber anstatt da
mit zu schließen, stürzt sich der Componist — „der Wenzel
kommt!“ — kopfüber in einen polkaartigen derben Bauern
tanz.
Coda, die mehr
Der einheitlichste und wirksamste Satz ist das Finale. Von
einem Trompetensignal angekündigt, das gleichsam Habt Acht!
ruft, tritt ein anmuthiges, gebundenes Thema auf den Plan,
eine liedartige Melodie in zwei achttactigen Theilen, deren
jeder repetirt wird. Man merkt, daß es auf Variationen ab
gesehen ist, und in der That folgen solche in gleichem sym
metrischen Rahmen. Das Thema, in den drei Tönen des
G-dur-Dreiklangs aufsteigend, ist aus dem Hauptmotiv des
ersten Satzes gebildet. Mit rauschendem Jubel bricht es zeit
weilig im Fortissimo des ganzen Orchesters los, eine Art
glänzendes „Tutti“ von packender Gewalt. Das ganze Finale
ist trotz seiner feinen harmonischen und contrapunktischen
Arbeit von unmittelbarer Wirkung. Ueberhaupt läßt sich auch
diesem Werke
nachrühmen, daß es nirgends pedantisch ist und doch in seiner
Ungebundenheit nichts weniger als naturalistisch.
ein ernsthafter Künstler, der viel gelernt hat und doch über
dem Gelernten seiner Naivetät und Frische nicht verlustig
geworden ist. Aus seinen Werken spricht eine originelle Per
sönlichkeit, und aus dieser Persönlichkeit weht der erfrischende
Athem des Unverbrauchten und Ursprünglichen. Sie sind
bald üppiger, bald unscheinbarer, bald höher, bald niedriger
gewachsen, aber gewachsen sind sie alle. Und dieses natürliche
blühende Wachsthum ist es, was in unserer Zeit der vor
herrschenden Reflexion uns rasch gewinnt und willig festhält.