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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Nach einem von den Deutschen gewonnenen
Gefecht werden mehrere
fortgeführt. Zweien von ihnen gelingt es, zu entwischen. Der
erste, Prinz
zwei liebenswürdige Mädchen,
und Nichte des pensionirten Obersten Bander, antrifft.
maten — wie man den häufig gerade auf diejenigen Eigen
schaften pocht, die man am wenigsten besitzt. Er hat sich
durch zwei Acte hindurch narren lassen und geht noch im
dritten in die Falle, als die beiden französischen
in Bauernkleidung ihn um einen Passirschein bitten, den er
ohneweiters ausfolgt. Die beiden
ein
Bühne und bringt die Nachricht, daß der Friede geschlossen
sei. Und dieser Friede verschafft uns seinerseits die beglückende
Aussicht auf eine Doppelheirat.
„
posse nennen. Die Unwahrscheinlichkeiten und Widersprüche
der Handlung sind so riesig, daß man trotz des Kriegs
gewitters und der steten Lebensgefahr der beiden
keine einzige Scene ernst nehmen kann. Die Blindheit und
Dummheit aller durch die Verkleidungs-Comödie Gefoppten
überschreitet jedes erdenkliche Maß. Die Figur des gefährdeten
Liebhabers, der, als alter Oberst verkleidet, über Gicht klagt
und hustet, man kennt sie hinlänglich aus
anderen Possen. Aber auf einmal vier solche asthmatische
Heldengreise auf der Bühne zu sehen, das ist mehr, als
man billigerweise erwarten kann. Wenn wir an das Libretto
nur die Ansprüche einer Posse stellen, so können wir dem
einander gewandt und lustig arrangirt hat. Ausschließlich auf
Situations-Komik bedacht und stets auf der Jagd nach neuen
Ueberraschungen, konnte er sich um die Charakteristik der einzelnen
Personen nicht viel kümmern. Die beiden galanten
der bärbeißige
pfiffige
sind lauter wohlbekannte Physiognomien. Die beiden
fräulein
Physiognomie haben. Der erste Act wirkt recht erheiternd,
im zweiten stockt die Handlung schon empfindlich, um im
dritten beinahe einzuschlafen. Ohne diese Längen würde der
anspruchslose Schwank einen noch größeren Lacherfolg erzielen,
da der
pathetische Anwandlungen aus der einzig zweckmäßigen
Faschingsstimmung zu reißen.
Die Musik ist von Herrn Raoul Mader, einem in
auch persönlich liebenswürdigen jungen Mann. Als Com
ponisten kannte ich ihn bis heute nur durch einige Lieder,
die mir, offen gestanden, wenig Vertrauen einflößten. Schon
aus den Titelblättern dieser einzeln erschienenen Lieder strömt
ein eigenthümlich fader, süß-säuerlicher Geruch, welchem der
schmachtende musikalische Inhalt völlig entspricht. „Bei dir
allein!
So wie das Textbuch billigerweise nur als Posse zu beur
theilen ist, so wird man die Musik der „
richtigsten zur Operette rechnen. An und für sich bedeutet das
durchaus keinen Tadel. Es gibt sehr gute Operetten, und ich
möchte für mein Theil lieber die Partitur zur „
geschrieben haben, als den „
„
ist immer das Talent, das sich in diesem oder jenem
Genre voll bewährt. Die Frage, ob ein erstes Kunstinstitut
Operetten aufführen dürfe oder nicht, wird davon nicht be
rührt. Der Begriff der Operette ist übrigens ein schwankender.
Manche „komische Oper“ aus unserer Väter Zeit würde
heute nur zu den Operetten gezählt werden, und die neuesten
Heldentenor-Partien hätten vor fünfzig Jahren „Opern“ ge
heißen. Die wesentlichsten Merkmale der Operette: eine possen
haft komische Handlung, gesprochener Dialog und popu
läre, in knappste Formen gefaßte Melodie, stellen sie
der Oper gegenüber, textlich wie musikalisch, auf ein
ästhetisch niedrigeres Niveau. Dieses Niveau und nicht
der größere oder kleinere Umfang ist entscheidend.
Die „
stück, und doch wird Niemand sie eine Operette nennen,
selbst wenn sie im Carl-Theater gespielt würde.
„
besten Kräfte der Hofoper, dennoch sind sie Operetten-Musik.
Wir finden darin alle in der
wordenen Effecte: fast jedes im 4/4 Tact beginnende Ge
sangstück mündet in ein langsam wiegendes Walzertempo,
das als Refrain zum Ueberdruß wiederholt wird; die Form
des Strophenliedes macht sich auch in den Ensembles breit
u. s. w. Auf diesem Boden bewegt sich
leichtes, gut geschultes Talent, das einfache Musikformen ge
schickt handhabt, dem Charakter der Personen und Situationen
im Allgemeinen gerecht wird, sehr stimmgemäß für den Ge
sang und zweckmäßig für das Orchester setzt. Was man
schwer vermißt, ist die Originalität der Erfindung. Ich ent
sinne mich keines einzigen Themas in den „
das mir als neu, packend, geistreich aufgefallen wäre. Eben
sowenig bietet der dramatische Ausdruck oder die Structur
der musikalischen Formen irgend einen neuen, frappanten
Zug. Die Ensemble-Nummern, die einen breiter ausgeführten
Bau erheischen, sind größtentheils auf
blonen zugeschnitten. Das gibt der Musik ein etwas ver
staubtes Aussehen, denn bei aller Vorliebe für
es mir doch bedenklich, fünfzig Jahre nach dem „
Zimmermann
Musik
an Temperament. Von einem jungen Componisten herrüh
rend, klingt diese Musik doch gar nicht jugendlich. Wie
schwunglos und umständlich rückt sie in stets gleichem vier
tactigen Rhythmus vor, wie zaghaft im Komischen, wie flau
in der Liebe. Wie klebt das Alles ohne innere musikalische
Triebkraft an dem monotonen Metrum des Textes! Es ist
nichts geradezu schlecht oder häßlich in dieser Partitur, nichts
unehrlich, gekünstelt oder geheuchelt; aber es ist Alles —
Nichts. Wenn ich einige kurze Conversationsstellen, wie z. B.
das erste Auftreten der beiden
und wieder einen gelungenen Anfang, wie den des Lach
terzetts, so bin ich fast am Ende mit der Aufzählung der
Lichtblicke. Vielleicht wäre noch Einzelnes hervorzuheben,
aber der Stempel des Ordinären und Geistlosen, der dem
Ganzen aufgedrückt ist, macht es mir beim besten Willen
unmöglich, tiefer ins Detail einzugehen.
Die wohlwollende Absicht der Direction, zwei jungen
ist gewiß nicht anzufechten. Auch sei nochmals ausdrücklich
wiederholt, daß das Publicum des ersten Abends die „
linge
folg, selbst bei einer für den Componisten liebevoll vorein
genommenen Hörerschaft, bedurfte freilich der Mithilfe einer
so ausgezeichneten Aufführung wie die des Hofoperntheaters.
Große Ansprüche macht zwar die
an die Stimmen noch an die Gesangskunst der Darsteller,
desto mehr aber an ihr schauspielerisches Talent, ihre Be
weglichkeit, Anmuth und Laune. Welche
wäre wol im Stande, für die sechs komischen Männer-
Rollen dieses Stückes sechs gute Schauspieler herauszustellen,
wie es die Herren Schrödter,