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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Wenn es der Hofopern-Direction darum zu
thun war, uns mit einer Seltenheit zu überraschen, dann
konnte sie gewiß nichts Passenderes wählen, als eine
nisch
schichte der Musik so wenige Posten errungen, so geringe
Spuren hinterlassen, wie das
zehnten und siebzehnten Jahrhundert einige angesehene
Kirchen-Componisten und Theoretiker, wie Cristofano Mo
und Ludovico da
zieht tüchtige Sänger und Instrumentalisten, Compositionen
einheimischer Tonkünstler werden grundsätzlich gefördert und
bevorzugt. Auch der Componist der neuen Oper, Herr Tomas
Breton, genießt als Concertmeister der
Das Textbuch ist nach einem in
„
fruchtbaren Bühnendichters Hartzenbusch, der trotz seines
Lande — Und wiederkehren soll zu keiner Frist sie!“ Aber
die Eifersucht frißt sie, und schnurstracks eilt sie dem nach
Als Kreuzritter verkleidet, dringt
als Geliebter der
glaubt das Märchen und entschließt sich, dem
zur Vermälung mit Don
mit den nicht ganz deutlichen Worten: „Kein Leid soll ihr
ersparen, bis ganz ihr freudeleer!“
gesetzten Frist in
Schlosses von
Baum festgebunden.
befriedigter Rache dem Gefesselten die soeben voll
zogene Vermälung
dritten Acte sehen wir
gebunden haben, verstört in
hat ihren Gemal getödtet und fleht nun um ihre Liebe. Sie
weist ihn zurück. „Schon sehe ich den Glanz des Himmels,
beschlossen ist mein Erdenweg!“ ruft der Verschmähte und
geht ab. Der vierte und letzte Act bringt nichts weiter, als
ein sehr ausführliches pomphaftes Begräbniß.
Leiche wird in offenem Sarge niedergestellt,
sich wehklagend darüber und stirbt.
Als Bearbeitung eines in
mochte auch der
willkommen sein. Uns erscheint er kindisch und uninteressant;
eine altmodische confuse Rittercomödie, voll unwahrscheinlicher
Situationen und schablonenhafter hohler Figuren. Die
Uebersetzung von Dr.
der wortgetreuen, welche, das Original gleichsam
mechanisch durchpausend, keine Rücksicht kennen für den musi
kalischen Accent und den Geist der
den oben citirten Versen dürfte dem Leser das
Colorit dieser Verdeutschung ohneweiters eingeleuchtet haben.
Director Jahn’s rettende Hand hat übrigens auch hier
ist Verdi, selbstverständlich der mit modernen
womit die verkleidete
die von Oboë und Clarinette endlos wiederholte Triolenfigur
in
Erzählung! Die neuesten
mit ihnen, wagen es nicht, den Gesang heute so ein
fach zu begleiten, wie es
junge
herum und machen es lärmend anstatt reich, unruhig anstatt
interessant. Eine unbedeutende Melodie wird nicht besser
dadurch, daß man die Aufmerksamkeit des Hörers fort
während von ihr ablenkt.
sache, verschwenderisch in den Nebendingen. Für einen modern
geschulten jungen Operncomponisten, der oben auf der Bühne
nicht viel auszugeben hat, ist es freilich verlockend, im
Orchester den Cavalier zu spielen. Die schmückenden Orchester
figuren in „
der Melodie aufgesprossene Blumen; jene in den „
von Teruel
Herr
weise der fünfactigen großen Oper eingearbeitet und hand
habt mit Geschick ihre äußeren Mittel. Er schreibt gut und
wirksam für die Singstimmen, ein Vorzug der
Schule. Er bewegt sich fast immer in dem brausenden
Wogenschwall des „Dramatischen“ und gefällt sich in der
äußersten Spannung und Ueberspannung des leidenschaft
lichen Ausdrucks. Trotzdem scheint mir
mehr im Umkreise des Lyrischen zu liegen. Einige Gesänge
sanfteren Charakters heben sich vortheilhaft aus dem Ganzen
heraus: das erste Duett der Liebenden, die Replik
(F-dur) auf die Liebeswerbung der
des Monologs der
vor Allem das F-dur-Andante („Den Liebsten kannst du
fragen“) in dem letzten Duett. Dieses Stück, das beste in
der Oper, ist von bedeutender und schöner Wirkung in
seinem ersten Theil; von dem „Agitato“ der zweiten
Hälfte an wird es ermüdend durch maßlose Häu
fung übertreibender Phrasen. Herr
Feuer und das redlichste Bemühen um den prägnanten
Ausdruck jedes Wortes, jeder Situation. Leider fehlt es ihm
meistens an neuen und originellen Ideen, um seine richtige
Empfindung auch musikalisch bedeutend und ergreifend zu
gestalten. Er zerstückelt den Zusammenhang, häuft die
Contraste und grellen materiellen Effecte, so daß wir
ganze Strecken hindurch nur Farben zu sehen glauben ohne
Zeichnung. Nur selten und vorübergehend gerinnt ihm dieser
Farbentumult zu abgerundeten klaren Bildern. Wir wollen
aber auch in der Oper musikalisch erfüllt und gehoben werden,
nicht blos dramatisch durchgeschüttelt von dem Herzeleid
singender Figuren, die uns nicht sonderlich interessiren. Wie
die meisten jungen Componisten, ist auch
im Erguß seiner Empfindungen und geräth dadurch in
ermüdende Breite. Es gibt kaum Eine Nummer in
seiner Oper, die nicht bedeutende Kürzungen vertrüge
und verlangte. Trotz der von Director
genommenen ausgiebigen Amputationen dauert die Oper
immer noch länger, als die Geduld des Hörers.
Der Componist ist sich dieses Uebelstandes wohl bewußt; er
klagt mir selbst in einem Briefe über die zu große Länge
seiner Oper. „Ich habe,“ schreibt Herr
Liebenden von Teruel“
dem damals in
einflußten Geschmack. Meine im nächsten Frühjahre in
Garin
Dimensionen sein.“ Nach dieser uns vom Componisten er
öffneten Aussicht konnte es nicht schaden, wenn man in
auf die neue Oper von
scheinlich wird sie einen erfreulichen Fortschritt des jungen
Componisten bedeuten und sein inzwischen gereiftes Talent
in günstigerem Lichte zeigen.
Die Novität wurde sehr beifällig aufgenommen und hat
den Darstellern der beiden anstrengenden
Fräulein Schläger und Herrn