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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Ganz
führungen Mozart’scher Werke die hundertste Wiederkehr
sein Todesbett wurde. Die letzten zehn Jahre, die frucht
barsten, glorreichsten für seine Kunst, waren die drückendsten
für ihn selbst. Im Jahre
reifen, epochemachenden Opern: „
that seinen letzten Athemzug. In diesen kurzen Zeit
raum von zehn Jahren hat er den unerschöpflichen Reich
thum seiner großen Schöpfungen zusammengedrängt.
Die unheilvolle Wendung in
lich mit seiner Verheiratung in
würfniß mit seinem
abhängig von Verlegern und Gönnern und veranlaßte die
fortan steigenden Geldverlegenheiten, welche einer voreiligen
Heirat und anwachsenden Kinderzahl schnell zu folgen
pflegen. Ueberdies war seine so zärtlich geliebte
schwerlich die Frau, die man einem
mochte; nicht nur besaß sie kein rechtes Verständniß für
seine künstlerische Bedeutung, ihr fehlte auch der praktische
Sinn und die energische Hand, welche einem so schwankenden
Hauswesen noththat.
In seiner „
veröffentlicht der um die
Director Joh. Ev. Engl in
den. Mehr als drei oder vier Lectionen konnte er aber nicht
annehmen und bekam oft diese nicht. Der uralte Hofcapell
meister und ehedem beliebte Operncomponist Gyrowetz,
Unter so drückenden Verhältnissen neigte sich
Leben seinem Ende zu. Lange sehen wir sein glückliches
Temperament, seinen natürlichen Frohsinn vorhalten. Erst
mit der unheimlichen Bestellung des
sanguinisches Naturell und schlug plötzlich in tiefe Melancholie
um. Im April
Krankheit genesenen
zu nehmen, der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe
ich mich seit ein paar Jahren mit diesem wahren, besten
Freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild
nicht allein nichts Schreckendes mehr für mich hat, sondern
sehr viel Beruhigendes und Tröstendes.“ Auf Grund dieser
Briefstelle wird hie und da behauptet,
mit heiterer Ruhe erwartet. Wie wäre es aber denkbar, daß
ein lebensfroher Mensch wie
seiner Jahre und seines Schaffens, an der Seite einer
jungen
etwas Tröstliches, ja nur Gleichgiltiges ansehen konnte!
Es war auch nicht so. Die anhaltende, tiefe Melancholie, aus
welcher seine Freunde und
Monate nicht zu reißen vermochten, was war sie Anderes,
als Todesahnung, Todesfurcht? In einem (wahrscheinlich
an L. da
und das Bild jenes Unbekannten (der das
steht immer vor meinen Augen. Ich sehe ihn beharrlich, wie
er mich bittet, antreibt und ungeduldig die Arbeit abverlangt.
Ich fühle nur allzusehr: „Die Stunde schlägt“, mit mir
dauert es nicht mehr lange — ehe ich von meinem Leben
einen entsprechenden Nutzen ziehen konnte, stehe ich am Ziele
— und doch — das Leben war so schön.“ Wie klingt
das wahr und tief heraus, aus schwer bedrücktem Herzen!
Ja,
Sensenmannes mit ruhiger Heiterkeit „Herein!“ rufen mochte.
Vielmehr bestätigt er den Ausspruch La
homme, qui sait voir la mort, telle qu’elle est, trouve que
c’est une chose épouvantable.“
Irrig ist auch die viel verbreitete Meinung,
Zeitgenossen seien gleich nach seinem Tode zum Bewußtsein
ihrer Indolenz und Ungerechtigkeit gekommen. In diesem
Falle wäre schon das armselige Leichenbegängniß, die Gleich
giltigkeit gegen seine alsbald unauffindbare Grabstätte, endlich
die jahrelange klägliche Dürftigkeit seiner
nicht denkbar gewesen.
sechzig Gulden, seine sämmtlichen Habseligkeiten wurden auf
nicht ganz vierhundert Gulden, seine Schulden auf drei
tausend Gulden geschätzt. Kaiser
für
Gulden, daß er aber die Schulden bezahlte, wie wir soeben
in einem neuen
nur reichlich beigesteuert zu dem Concert, welches die
im Saale des Hof-Traiteurs
veranstaltete. Auch später noch, bis zu ihrer zweiten Verhei
ratung mit dem Nissen, gab
Das sind unsäglich traurige, beschämende Erinnerungen.
Aus dem niederdrückenden Gefühle derselben erhebt uns nur
die Wahrnehmung, daß jetzt die Nachwelt an
ken gutzumachen sucht, was seine Zeitgenossen an ihm selbst
gesündigt. Ein Fest, wie das von ganz Don-Juan-Jubiläum (
dieses Adagios, dessen charaktervolle Klangschönheit wir übri
gens höher stellen, als ihren musikalischen Ideengehalt. Eine
zweite kürzere Instrumental-Composition von
und Fuge
ersten Aufführung.
großes Meisterstück in kleiner Form, ursprünglich für zwei
Claviere geschrieben, dann erst für das Streichquartett gesetzt.
In dem richtigen Gefühle, daß sein ungemein energischer
Charakter eine stärkere Tonfülle verlangt, läßt H.
das Stück vom ganzen Streichorchester spielen. Freilich werden
sich wenige Orchester finden, welche das kunstvolle Stimmen
gewebe dieser Fuge mit solcher Klarheit auszuführen ver
möchten, wie unsere Philharmoniker. Der Applaus nach dieser
Leistung steigerte sich zum Jubel nach jedem Satze der
Es-dur-Symphonie, diesem Ideal an Grazie, Wohl
pelt schön, wenn sie ein
Hingebung spielt, ohne mit eigenen virtuosen Cadenzen für
ihre Eitelkeit zu sorgen. Fräulein
pietätvoll mit den von
denzen, welche über eine geläufige Scalentechnik, Arpeggien
und etliche Triller nicht hinausgehen. Mit ihrem schönen,
singenden Anschlag, ihrem perlenden Passagenspiel, vor Allem
mit ihrer feinen musikalischen Empfindung, die nirgends zu
viel oder zu wenig thut, hat Fräulein
ihm kaum zugetraut hätte.
Schade, daß sich immer erst ein Jubiläum einstellen
muß, damit man ein
komme. Diesem Gedanken entstammt eine eben erschienene
sehr beherzigenswerthe Schrift von dem Director der
Gewandhaus-Concerte, Professor Karl Reinecke: „
vierconcerten fast kein einziges Vortragszeichen auf
schreibt, während er seine Compositionen für Clavier
allein meistens sehr genau bezeichnet. Aber nicht allein
die sogenannte große Cadenz vertraute
an; er verlangte von ihm auch, daß er die kleinen Ueber
gänge vor der Wiederkehr eines Hauptthemas, wenn diesem
eine Fermate vorherging, nach selbstständiger Empfindung
hinzufüge. Letzteres beweist eine Anzahl Blättchen seiner
eigenen Handschrift, welche lauter derartige „Eingänge“, wie
Autograph vorliegen.
seine Schüler und Schülerinnen, die Derartiges nicht selbst
erfinden konnten, aufgeschrieben — ein Beweis, daß er an
solchen Stellen kleine Ueberleitungen zum Thema verlangte.
Concerten, Tacte und Perioden von solcher Dürftigkeit, wie
man deren in seinen übrigen Werken nirgends findet und
die
wollte, wie er sie notirte. Auffallend ist ferner, daß
die langsameren Themen und Cantilenen (wenn sie öfter
als zweimal auftreten) bei jedesmaliger Wiederkehr mit
den mannigfaltigsten melismatischen Varianten ausstattet,
während dies in seinen Concerten fast nie der Fall ist. Da
bringt er die Gesangsthemen der langsamen Sätze vier- bis
fünfmal gänzlich unverändert. Offenbar sollte da der Spieler
selbstschöpferisch auftreten. Ph. Emanuel
Einfluß doch auch
Vorrede: „Das Verändern beim Wiederholen ist heutzutage
unentbehrlich. Man erwartet solches von jedem Ausführer.“
Wo und wie der Spieler solche Veränderungen, Verzierungen,
Verstärkungen vorzunehmen habe, welche — ohne dem Styl
der Composition zu widersprechen — deren Wirkung erhöhen,
darüber gibt
Nachweise. Möge sie recht viele Leser von künstlerischer Ein
sicht finden — dann werden
„
los bleiben.