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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Ende gut, Alles gut? Nein; das Ende, aber
nicht Alles, war gut in unserm
diesen „Festvorstellungen“ mit gesteigerten Ansprüchen ent
gegen und fand doch in jeder von ihnen nur ein oder zwei
ihrer Aufgabe vollkommen gewachsene Sänger; die übrigen
kamen über eine gute Mittelmäßigkeit entweder im techni
schen oder im poetischen oder auch in jedem Sinne nicht
hinaus. Ueber die schonungslos von A bis Z cassierten Colo
ratur-Passagen im „
uns noch getröstet haben, denn in diesem Punkt muß man
heute mit der unzureichenden Technik der Sänger rechnen.
Wäre nur alles Uebrige rein, mit edler Natürlichkeit und
musikalischer Empfindung gesungen worden; dramatisch nicht
entweder maßlos oder theilnahmslos. Herr
bringt für die königlichen Gestalten des
meneo
gestalt und ausdrucksvolle Declamation mit — also die
werthvolle Mitgift seiner
zu singen und eine Reihe von acht bis zehn Noten
schön zu verbinden, hat er entweder nie besessen oder längst
den Rokitansky war ehedem
Forster (
Zum Glück hatte die Direction für den Schluß des
Festcyklus zwei unseren Zeitgenossen völlig unbekannte Jugend
opern Bastien und Bastienne“,
Adam
Parodie des Herrn
bedeutete hier einfach
Textes. „
berühmten Madame
village
bearbeitet und von dem jungen
Ein Bauernmädchen,
giltigkeit und Untreue ihres Geliebten
sich Raths bei dem Schäfer
Untreuen gleichfalls kalt und launenhaft zu behandeln. Das
Mittel verfängt, und da
lässigten
Beiden, glücklich vereint, die vermeintliche Zauberkunst des
alten
der gesprochene Dialog vorherrscht, hat
stücke geschrieben. Sie sind, seiner Jugend und dem Zeit
geschmack entsprechend, sehr einfach, meist liedartig gehalten,
aber von natürlicher Anmuth und nicht ohne feinere charakte
ristische Wendungen. Die Anfangstacte der Orchester-Ein
leitung werden dem Hörer durch ihre frappante Aehnlichkeit
mit dem Hauptmotiv der „
fallen sein. Von der übergroßen Zahl der Arien hat Herr
Hofcapellmeister Fuchs die unbedeutenderen (Nr. 5, 6, 8
Die dreiactige
giardiniera
und daselbst im Januar
den. Der damals 19jährige
zur Einstudirung der Oper nach
deren glänzendem Erfolg Hof und Publicum ihn mit
Beifall und Ehren überhäuften. Ein seltsamer Zufall
machte den
dem
Lobeserhebungen. „Er war dabei,“ wie Leopold
berichtet, „so verlegen, daß er mit nichts als einem Kopf
neigen und Achsel-in-die-Höhe-ziehen antworten konnte.“
Der
bekanntlich im Leben
gewiß ist, daß er das Genie seines jungen Concert
meisters nicht erkannt, ihn hinter die Italiener zurück
gesetzt und recht ungnädig behandelt hat. Mit Un
recht wird jedoch immer verschwiegen, was die ärger
liche Stimmung des
konnte. Die Kunstreisen, die Leopold zehn volle Jahre abseits vom
Hofdienst und auswärts in Anspruch. Das mußte den
anfangs nachsichtigen
seiner Angestellten kühler und schließlich unwillig machen.
Leopold
sondern er äußerte sich: daß, da die Hofmusik jetzt
seine einzige Unterhaltung ist, er gerne sähe,
Was den Inhalt der dreiactigen Opera buffa betrifft,
so möchte ich den Leser am liebsten auf Otto Jahn ver
sagend und wurde von mehreren namhaften Componisten,
wie Anfossi, bearbeitet. Als dessen „
Andenken
nerin
wäre, für die Bühne gerettet.
Das schönste Kennzeichen
Klarheit und vollendetes Ebenmaß, ist auch der „
aufgeprägt. Die ernsten Nummern — und sie bilden die
Mehrzahl — athmen warme, natürliche Empfindung, die sich
momentan zu schmerzlichen Accenten steigert, ohne doch in
das leidenschaftliche Pathos der tragischen Oper zu verfallen.
Man höre nur die Arie, in welcher
Wald allein zurückgelassen, ihre Angst und Verzweiflung aus
drückt. Bei aller Süßigkeit der Melodie tritt der dramatische
Nerv doch schon so stark hervor, daß man ohneweiters
auf den späteren, reifen
sich hier schon die veränderte Rolle, welche
Orchester anweist, indem er dasselbe aus blos dienendem
Accompagnement zu selbstständiger und charakterisirender Be
deutung erhebt. Geringfügiger sind die Sologesänge
und
està
dieser Frevel!“ In feinerer Komik bewegen sich die ver
liebten Neckereien des dienenden Pärchens
welcher schon der junge
staltet. Ein Beispiel liefert gleich die Introduction der Oper,
in welcher die fünf Hauptpersonen sich in fröhlichem Chorsatz
vereinigen, dann aber jede einzelne ihre eigenste Stimmung
charakteristisch ausspricht, während die Musik in ununter
brochenem Fluß weiterströmt. Noch ausgeführter und bedeu
tender sind das erste und noch mehr das zweite Finale: die
Scene vor der Grotte, wo die Personen im Dunkeln tappend
auf einander stoßen; wahre Meisterstücke und in jedem Betracht
zeit
währt haben. Neben vielem Schönen und Eigenartigen fehlt
natürlich auch der unvermeidliche Tribut an den Zeitgeschmack
nicht: veraltete Wendungen, Wiederholungen und leere For
meln, wie sie zu den Traditionen der alten Opera buffa ge
hörten. Aber auf dem Ganzen liegt der leuchtende Glanz
der Jugend und des Genies.
„
und lebendig ab. Zuerst muß wieder Frau Forster ge
Die jüngsten
kommenen Anlaß gegeben, Sänger und Sängerinnen, Vir
tuosen und Dirigenten ob ihrer pietätvollen Leistungen zu
preisen. Es drängt uns schließlich, im gleichen Sinn zweier
Männer zu gedenken, welche als Musikschriftsteller hohe und
bleibende Verdienste um Otto Jahn
musikalischen Literatur, die keines Lobes mehr bedürfen. Das
Buch hat zur Erkenntniß und Würdigung
endlich viel beigetragen; es hat noch nie einen Fragenden
im Stich gelassen und wird seinen Werth, seinen Einfluß
behalten, so lange man
bescheidenerer Sphäre, aber ein ebenso rüstiger, gewissenhafter,
opferwilliger Arbeiter war Ludwig v.
des großen „
sämmtlichen Werken
Erzherzogs
sich vollständig musikhistorischen Studien, insbesondere bezüglich
halbwegs vollständige Evidenz der riesigen Thätigkeit
Zwanzig Jahre rastloser Arbeit und mühsamer, kostspieliger
Reisen verwendete
Ausgaben und Abschriften
bern als Bausteine für sein großes, Otto
Wie viel Nutzen hat es nicht wieder in den letzten Tagen
der Musikwelt gebracht! Zu
zeichnung der Compositionen mit fortlaufenden Opuszahlen
noch nicht Sitte. Nun hat
phonien in derselben Tonart D-dur, 4 Clavierconcerte in
C-dur, 4 Streichquartette in G-dur, ebenso viele in B-dur
geschrieben. Wie war es möglich, auf einem Concertpro
gramm oder in einer Kritik eines dieser Werke genau zu
bezeichnen? Jetzt nennt man einfach die Nummer, unter
welcher die betreffende Composition in
verzeichnet steht. Dem Leser wird in den jüngsten
Aufführungen der Beisatz „K.-Nr. ...“ auf vielen Concert
programmen aufgefallen sein — ein dankenswerther Finger
zeig für diejenigen, die etwa das Stück vor der Aufführung
sich verschaffen und durchspielen wollten. Hoffentlich läßt
man diese neue lobenswerthe Einrichtung auf den Concert
programmen nicht wieder einschlafen. Otto
Das Andenken beider Männer soll uns theuer und ehr
würdig bleiben, denn sie haben
richtet, das jedes marmorne überdauern wird.