Musik.
Ed. H. „Brahms und Joachim“ — so hieß die
Signatur der letzten Musikwoche. Nichts konnte erwünschter
sein. Brahms und Joachim bilden heute unstreitig die stärksten
Pfeiler guter Musik; jener als schaffender, dieser als aus
übender Meister. Der Eine wie der Andere hat sich auf
seinem Gebiet zum Ersten unter den Zeitgenossen aufge
schwungen; Beide schaffen seit nahezu fünfzig Jahren unbe
irrt im Dienste des Idealen, sind wahre Priester der Musik
ohne pietistischen Beischmack. Jedem von ihnen dankbar
anhänglich, freuen wir uns doch am meisten, wenn Beide
zusammen musiciren; ein wohlthuendes Bild erprobter
Künstler- und Männerfreundschaft. „Zwei geniale Burschen“,
wie Robert Schumann sie in Düsseldorf genannt, lernte ich
Brahms und Joachim im Frühling 1855 dort kennen,
bei dem von Hiller dirigirten Musikfest. Sie erinnerten mich an
die schmucken Holkischen Jäger in Wallenstein’s Lager, wenn sie
so fröhlich Arm in Arm den „Ananasberg“ herabschritten, ein
bescheidenes Hügelchen, auf dem ein nach rheinischen Begriffen
vorzüglicher Kaffee geschänkt wurde. Der zweiundzwanzig
jährige Brahms, ein schmächtiger Idealjüngling mit rosig
zartem Gesicht und langem Blondhaar; der um zwei Jahre
ältere, ernster blickende Joachim, gleichfalls bartlos, dunkel
von Teint und Haaren — wie freuten sie sich gemeinsam
der blühenden Pfingstzeit! Wie leuchtete auf ihren Gesichtern
das beneidenswerthe Glück: Ruhm in jungen Jahren! Und
wieder sehen wir sie jetzt Hand in Hand vor das Publicum
treten, das sie mit anhaltend herzlichem Zuruf begrüßt. In
den siebenunddreißig Jahren seit jenem Düsseldorfer Musikfest
hat Brahms Zeit gehabt, sich einen ehrwürdig weißen Bart
und Joachim wenigstens einen graugesprenkelten anzuschaffen;
im Uebrigen sind Beide stramm und frisch geblieben. Im
tüchtigen Musiciren webt eine erhaltende, verjüngende
Kraft. Das zeigten uns wieder die beiden Kammermusik-
Abende des trefflichen Berliner Quartetts (Joachim,
de Ahna, Wirth und Hausmann), dem sich der
Meiningen’sche Hofmusiker Mühlfeld mit der Clarinette
und Brahms am Clavier anschlossen. Wir hörten da
je ein Quartett von Mozart (G-dur) und Schumann
(F-dur), zwei von Beethoven (C-dur, op. 59, und
B-dur, op. 130) und die neuen Clarinett-Compositionen
(Trio und Quintett) von Brahms. Die beiden letzteren
— die stärksten Magnete des so anziehenden Programms —
sind gelegentlich ihrer Erstaufführung bei Rosé und Hellmes
berger besprochen worden. Ich könnte kaum Neues von
ihnen melden, höchstens Schöneres; denn sie haben mir noch
besser gefallen, als damals. Dem Publicum schien es ebenso
zu gehen, da es beiden Werken nicht mehr ganz fremd
gegenüberstand. Unbeschreiblichen Jubel erregte wieder das
Quintett, dieses Meer von Wohllaut, Wärme und genialen
Ideen. Daß das A-moll-Trio von der helleren Sonne des
Quintetts überstrahlt wurde, ist begreiflich. In allen Theilen
kunstvoll und geistreich, vermag es doch nur in Einem Satze
— dem Schubert verwandten, lieblichen Allegretto — un
mittelbar und unwiderstehlich zu fesseln. Den Themen der
übrigen drei Sätze fehlt die reizvolle, sich einprägende Melodik,
und während im Quintett die Instrumente aus voller
Seele singen, ziehen sie im Trio vor, zu grübeln, zu
reflectiren. Die Aufführung war von idealer Schönheit.
Joachim’s „Berliner Quartett“, das wir bereits
vor zwei Jahren schätzen gelernt, bedarf keiner neuen Lobes
erhebung; es besteht aus vier vortrefflichen Musikern, deren
Kunst und Spielfreudigkeit im Zusammenwirken noch zu
wachsen scheint. Neu war uns hingegen Herr Mühlfeld.
Wir entsinnen uns keines Clarinett-Virtuosen, der sein
schwieriges Instrument so meisterhaft behandelt hätte. Sein
Ton ist in allen drei Registern gleich rund, klangvoll und
warm; selbst die gefährlichsten hohen Töne, wie sie in den
leidenschaftlichen Stellen des Quintett-Adagios in Anspruch
genommen sind, klingen nicht schreiend. Mächtig wirken die
tiefen Chalumeaux-Töne, zauberhaft das Pianissimo in der
Mittellage. Herr Mühlfeld spielte seinen Part ungefähr, wie
ein seelenvoller italienischer Gesangsmeister ihn vortragen
würde. Wir danken Joachim und seinen Genossen zwei un
vergeßlich schöne Abende.
Gleichzeitig mit Joachim’s erstem Kammermusik-Abend
spielte das Quartett Rosé bei Bösendorfer — gleichfalls
bei gedrängt vollem Saal. Eine sehr erfreuliche Thatsache,
welche pessimistischen Anschauungen gegenüber nachdrücklich
betont zu werden verdient. Wenn den Wienern Vortreffliches
geboten wird, so gehen sie nicht daran vorüber. Von den
durchschnittlich 40 Concerten im Monat, mit denen wir be
glückt werden, kann freilich nicht jedes verlockend sein. Und
da erfreut uns die Wahrnehmung, daß unsere Concertbesucher
sich jetzt viel eifriger der guten Orchester- und Kammermusik
zuwenden, als den Virtuosen-Productionen. Im letzten Rosé-
Quartett ist, wie uns berichtet wird, eine Sonate für Violine
und Clavier von Robert Fischhof mit großem Beifall von
Herrn Rosé und dem Componisten gespielt worden. Herr
Fischhof hat das für beide Spieler sehr dankbare Stück bereits
wiederholt in Paris mit bedeutendem Erfolg vorgetragen.
Die dritte Quartett-Soirée des Herrn Julius
Winkler erfreute durch die sehr gelungene Ausführung
eines vortrefflichen Programms. Ein entzückend liebliches
Quartett von Mozart (D-dur, aus den dem König von
Preußen gewidmeten) versetzte gleich anfangs Alles in die
glücklichste Stimmung. Das darauf folgende Trio von
Brahms für Clavier, Geigen und Waldhorn ist bereits
öfter gespielt worden, aber kaum noch so schön. Es ist nicht
leicht, in einer Stadt, deren beste Bläser doch nur an das
Orchesterspiel gewöhnt sind, einen vollkommen ausreichenden
Künstler für diese sehr schwierige Waldhornpartie zu finden.
Herr Savart, ein im Prager Conservatorium gebildeter
junger Musiker, zeigte sich durch Schönheit des Tones und
seelenvollen, dabei stets discreten Vortrag dieser Aufgabe
durchaus gewachsen. Da auch die Violinstimme durch Herrn
Winkler und der Clavierpart durch Herrn Hugo Rein
hold vorzüglich ausgeführt wurden, so gewährte das Trio,
dessen Schönheiten eben nicht auf der Oberfläche liegen,
einen seltenen Genuß. Das eigenartige, ideenreiche Werk
ist auch formell einzig in seiner Art — ein Trio mit
Waldhorn und Violine hat es vor Brahms nicht gegeben.
Herr Winkler brachte als dritte Nummer Beethoven’s
großes A-moll-Quartett, op. 132, nachdem Tags vorher
Joachim mit dem Beethoven’schen B-dur-Quartett, op. 130,
geschlossen hatte. Ich weiß, daß es fast überall Sitte ist, das
schwere Geschütz der letzten Beethoven’schen Quartette an
letzter Stelle aufzuführen, glaube aber trotzdem, daß sich
gegen diese Reihenfolge Erhebliches einwenden läßt. Im ganzen
Bereich der Quartettmusik gibt es keine Compositionen, die
so große Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Zuhörer
stellen, als diese letzten Beethoven’schen. An Umfang und
mysteriöser Gedankentiefe alles Aehnliche überragend, erfordern
sie eine geistige Concentration, welche von einem Publicum,
das in gedrängt vollem heißen Saal bereits zwei Quartette
gespannter Aufmerksamkeit verfolgt hat, kaum zu erwarten
ist. Mit einiger Uebertreibung hat bekanntlich Schumann
behauptet, von drei Quartetten höre der Musiker nur Eines,
der Dilettant zwei, das große Publicum alle drei. Auf jeden
Fall wird das dritte Quartett im Auditorium stets eine
geringere Empfänglichkeit vorfinden, als die beiden ersten
Stücke. Und das ist doch gerade für Beethoven nicht zu
wünschen.
Virtuosen-Concerte gab es in den letzten vierzehn Tagen
von jeder Gattung — mehr als genug. Es soll nicht ver
schwiegen sein, daß viele davon recht mittelmäßig besucht
waren und selbst die scheinbar „erfolgreichen“ selten einen
finanziellen Erfolg erzielten. Man weiß ja, wie heutzutage
in der Noth „salle comble“ gemacht wird. Das Publicum
ist dieser Ueberschwemmung mit kleinen Virtuosen-Concerten
herzlich müde — aber da nützt keine Warnung. Als eine
beachtenswerthe Erscheinung nennen wir die hessische Kammer
sängerin Fräulein Finkenstein. Ihre Stimme, ein kräf
tiger wohllautender Alt, ist so gut geschult, daß sie trotz ihres
schweren Kalibers Triller und Coloraturen mühelos bewäl
tigt. Ihr correcter, nobler Vortrag macht einen durchaus
künstlerischen Eindruck, der allerdings die Poesie und seelen
volle Innigkeit nicht erreicht, durch welche die Spies und
mehr noch die Barbi uns gefangen nehmen. ...
Eine virtuose Pianistin lernten wir in Fräulein Sophie
v. Poznanska kennen. Das temperamentvolle junge
Mädchen, das mit ihren schwarzen Augen und pikantem
russischen Näschen gar frisch und zuversichtlich in
die Welt hinausschaut, ist eine Schülerin Rubinstein’s.
Sie hat ihrem Meister wirklich Einiges abgelernt; den safti
gen schönen Anschlag, den kühnen Wurf im Passagenspiel,
leider auch das Uebertreiben der schnellen Tempi, wie es am
auffallendsten in den Davidsbündlertänzen von Schumann
hervortrat. So viel Kraft und Ausdauer sind bewunderungs
würdig bei so zarter Leiblichkeit. Daß Fräulein Poznanska
sich keine leichten Aufgaben stellt, bewies gleich ihre erste
Vortragsnummer, Chopin’s H-moll-Sonate, welche sie tech
nisch vollkommen bewältigte. Ihr Meister Rubinstein war
nicht sehr vortheilhaft vertreten durch ein Salonstücklein, das
„Melodie“ überschrieben ist, sich aber weder durch Melodie
noch sonst irgend etwas auszeichnet. Fräulein Poznanska
spielte unter großem Beifalle den ganzen Abend hindurch allein.
Das ist etwas einförmig, doch immerhin noch besser als die
kläglichen „Zwischennummern“, mit denen wir in jüngster
Zeit so häufig bewirthet wurden: distonirende Sängerinnen,
unreife Pianisten, talentlose Pianistinnen. Unsere Concert-
Arrangeure, welche fremden Virtuosen diese bedenklichen „ein
heimischen Kräfte“ als Mitwirkende empfehlen oder octroyiren,
mögen bedenken, daß für das Wiener Concert-Publicum das
Schlechteste doch nicht gerade gut genug ist — nicht einmal
in „Zwischennummern“. Diese liberale Praxis dürfte, länger
fortgesetzt, den Besuch der Virtuosen-Concerte noch vermin
dern, was sie in der That nicht nöthig haben.
Von größeren Concerten ist noch die Aufführung der
„Jahreszeiten“ durch die Gesellschaft der Musikfreunde
zu nennen. Das trotz seiner 90 Jahre noch immer jugend
frische Meisterwerk Haydn’s wurde mit warmer Theilnahme
gehört und brachte dem Dirigenten Herrn Gericke, sowie
den Solosängern Fräulein Standthartner, Herrn
Walter und Herrn Staudigl reichlichen Beifall. Ins
besondere Fräulein Standthartner, die wir zum ersten
male in einer umfangreichen Partie hörten, darf sich ihres
Erfolges freuen. Ihre kleine, aber geschmeidige Sopranstimme
kommt dem Ausdrucke zierlicher, heiterer Lyrik willig ent
gegen. Einen besseren „Lucas“ als Herrn Walter konnte
dieses „Hannchen“ sich schwerlich wünschen. Was dieser un
verwüstliche Gesangskünstler auch vortragen mag, es klingt
Alles liebenswürdig. Ist vollends die Musik selbst so liebens
würdig, wie die Tenorpartie in den „Jahreszeiten“, so gibt
es einen vollen Genuß, eine reine Freude.
„In all’ und jeder Zeit verknüpft sich Lust und Leid“ —
so lautet das Motto über Schumann’s Davidsbündlertänzen.
Auch ein Musik-Feuilleton kann nicht immer so heiter
schließen, als es angefangen hat. Die musikalischen Kreise
Wiens sind schmerzlich bewegt von dem plötzlichen Hinschei
den eines Sängers, der seine Kunst zwar nicht berufsmäßig,
aber mit desto leidenschaftlicherer Hingebung ausgeübt hat.
Feldmarschall-Lieutenant Anton Haizinger ist niemals
öffentlich aufgetreten, hat aber einen weiten Kreis von Freun
den und Bekannten jahrelang durch seine Gesangsvorträge
erfreut. Man wunderte sich oft, daß er sich nicht der Bühne
gewidmet hatte. Günstiger konnte man zu diesem Behuf
nicht auf die Welt kommen, denn als Sohn der großen
Schauspielerin Amalie Haizinger und des gefeierten Teno
risten Anton Haizinger. Mama Haizinger, bis ins hohe
Alter ein unvergleichlicher und unersetzlicher Schmuck des
Burgtheaters, war selbst eine talentvolle, wenngleich natura
listische Sängerin. Sie gehörte noch zu jenen gefeierten ersten
Darstellerinnen der „Preciosa“, welche die Lieder des Zigeuner
mädchens sehr beifällig sangen, und noch vierzig Jahre später
freute sich das ganze Burgtheater, wenn sie in „Lorle“ die
kleinen zweistimmigen Volkslieder mit ihrer Tochter Louise
Neumann anstimmte. Der Vater unseres Generals Haizinger
war der erste Adolar in Weber’s „Euryanthe“. Bei der
ersten Aufführung dieser für Wien geschriebenen Oper
(25. October 1823) errang er den Beifall des Publicums
und des persönlich dirigirenden Componisten. Er besaß eine
kräftige, wohlgeschulte Tenorstimme und war perfect musi
kalisch. „Da ist Feuer und Kraft in der Höhe!“ schrieb von
ihm C. M. Weber. Sein Vortrag war mehr correct als
leidenschaftlich und erinnerte im Verein mit seinem steifen
Spiel an den ehemaligen Schullehrer. Ich denke mir ihn
ungefähr wie eine ältere Ausgabe des trefflichen Vogl in
München, von dessen schimmernder Lohengrin-Rüstung man
auch noch einige Schulstäubchen wegblasen möchte. In London
hat Haizinger in den denkwürdigen deutschen Opern-Vor
stellungen (1832) an Seite der Schröder-Devrient den
Florestan mit großem Erfolg gesungen. („A meritorious musi
cian with an ungainly presence“ kritisirte ihn Chorley.) Wie es
gekommen ist, daß der Sohn dieses Elternpaares, der stattliche
junge Mann mit der herrlichen Stimme, sich nicht der Oper
widmete? Es ist eine alte Erfahrung, daß die meisten
Theaterkinder durchaus zur Bühne wollen, die Eltern aber
desto nachdrücklicher dagegen sprechen. Erstere sehen nur die
verlockenden Seiten, Letztere nur die dunklen des Theater
lebens. Dem jungen Haizinger ließ man gar nicht Zeit zu
einem Schwanken in der Berufswahl. Auf den Rath einer
hochgestellten Persönlichkeit schickten ihn die Eltern von Karls
ruhe in eine militärische Akademie nach Wien, da sie hoff
ten, das unbändige Naturell des Knaben durch militärische
Erziehung zu dämpfen. Siebzehnjährig trat Haizinger als
Lieutenant aus der Akademie, um bald als Ordonnanz-
Officier des Feldmarschalls Radetzky dessen ausgesprochener
und bevorzugter Liebling zu werden. Durch seinen Gesang wurde
er auch in allen militärischen Kreisen ein Freudenbringer. So
blieb Haizinger Soldat, ein tapferer Officier und guter Kamerad.
Das Soldatische in seinem Wesen erschien mir stets charak
teristisch auch für die Art seines Vortrags. Da klang Alles
beherzt, kraftvoll, entschlossen, von Enthusiasmus durchglüht.
Wenn Haizinger den „Zwerg“, „Die Allmacht“, „Kriegers
Ahnung“ und ähnliche starke Lieder sang, so packte er die
Hörer durch das Erz seiner ausdauernden Stimme und den
männlichen, energisch declamirten Vortrag. Er beherrschte ein
sehr großes Repertoire von Liedern, die er auswendig sang.
Da stellte er sich mit dem Rücken gegen das Clavier und
gerieth, da er kein Notenblatt in Händen hatte, unversehens
in ein leichtes Agiren. Wenn ihn der Rhythmus anfeuerte,
that er auch unwillkürlich einige Schritte vorwärts, wodurch
kecke Lieder wie „Der Hidalgo“ von Schumann eine
ganz eigene Lebendigkeit erhielten. Ich habe Haizinger
zum erstenmal vor fünf Jahren zu hören bekommen,
als sein von Mama Haizinger mir oft gepriesener
„herrlicher Tenor“ doch nicht mehr viel Schmelz
und Wohllaut besaß. Daß er „für seine Jahre“ noch prächtig
singe, mochte er freilich nicht hören; er wollte lieber gar
nicht, als mit dieser Einschränkung gelobt sein. Mit seiner
Kunst nahm er es sehr ernst. Er lernte nicht leicht, aber
wenn er ein Lied einmal inne hatte, so saß es in seinem
untrüglichen Gedächtniß fest für die Ewigkeit. Noch in seinen
letzten Augenblicken revoltirte der Sänger in ihm. Durch
seine Fieberphantasien klangen unaufhörlich Bruchstücke aus
Schubert’schen Liedern. Zuletzt, als deutliche Todesahnung,
das „Nachtstück“ mit dem ergreifenden Schluß: „Der Alte
horcht, der Alte schweigt; der Tod hat sich zu ihm geneigt“.
Mit diesen Worten, diesen Tönen auf den Lippen ist Hai
zinger gestorben. Auf sein Grabmal gehört unter dem Namen
Haizinger, der für sich schon ein künstlerisches Allianz
wappen bedeutet, als Emblem: Leyer und Schwert.