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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. „Selten hat uns Anton Rubinstein in
Die Themen aller vier Sätze sind offenbar
melodien. Sie klingen theils dürftig, theils trivial. Von beiden
Sorten gibt uns gleich der erste Satz ein Beispiel: das in
magerem Unisono hinschleichende Hauptmotiv und daneben
das kindische zweite Thema in B-dur. Immerhin ist dieser
erste Satz (wie gewöhnlich bei
frischeste. Recht ordinär beginnt das Scherzo mit einer
zwischen Clarinette und Oboë abwechselnden Hirtenweise,
welche sich dann auf einem unerträglich monotonen Dudel
sackbaß zu roher Lustigkeit steigert. Wie die ermahnende
Stimme eines Popen erhebt sich im Mittelsatz ein bußfer
tiges Fugato, nach welchem der Kirmeßtanz von vorn wieder
anfängt. Das Andante beginnt mit einer etwa 30 Tacte
lang nur von den Bläsern vorgetragenen, einfachen, aber
seelenlosen Melodie, welche dann von den Violinen ganz
claviermäßig umspielt wird. Durch wiederholte Accelerandos
und hüpfende Begleitungsfiguren verliert das Stück das
Bischen Haltung und Sammlung, das der Anfang zu ver
sprechen schien. Das Finale — nun, man weiß ja, wie
Symphonie, welche
nennen liebt, konnte man auf ein starkes Schlußstück ge
faßt sein. Aber unsere Erwartung wurde von dieser los
gelassenen
ein plumper Tanz melancholisch berauschter Bauern, die
schließlich in einem trostlosen Knäuel lärmend übereinander
stolpern. Wie alle größeren Orchesterwerke
unterscheidet sich auch seine
lichen Compositionen der „neudeutschen“ Schule durch ihren
solideren Aufbau, verständlicheren Zusammenhang und ge
schlossenere Form, innerhalb welcher sich freilich nachlässige
Details und in der Durchführung auffallende Lücken, oft
förmliche Löcher finden. Hingegen stehen die Orchesterwerke
der
durch den Glanz ihrer Instrumentirung.
Orchester klingt meistens dumpf, farblos, mürrisch, selbst im
Finallärm nicht glänzend, so daß selbst die besseren, an
regenderen Gedanken der Symphonie nicht zu rechter Wir
kung kommen. Nach der ermüdend langen Symphonie wurde
natürlich viel applaudirt. Allein auch der Beifall hat nicht
blos seine Stärkegrade, sondern für das geübte Ohr auch
seine verschiedenen Rhythmen und Klangfarben. Diesmal
klang er wie eine die Composition todtschweigende Ovation
für den Componisten. Länger und zehnmal stärker schallte
der Applaus nach dem
offenbar dem Virtuosen. Und dieser hat in der That
Uebermenschliches geleistet. Mit einer Beschreibung und Lob
preisung von
einige Decennien zu spät. Trotzdem bleibt uns noch etwas
Neues zu melden, nämlich daß
nichts eingebüßt hat von seiner Kraft und seiner Zartheit,
von seiner verblüffenden Bravour und seinem unwidersteh
lichen Zauber. Er spielt noch immer wie vor zwanzig
Jahren, am bewundernswerthesten, wenn er, unmittelbar
nachdem die Tasten unter dem Feuer seines Anschlages förm
lich explodirt haben, ihnen die weichsten, schmelzendsten
Sphärenklänge entlockt. Wir haben diesen Zauber auch diesmal
wieder in einigen Stellen seines
freilich überwiegend auf Kraftentfaltung berechnet ist. Die
Composition selbst hat mir trotzdem keinen andern Eindruck
hinterlassen, als vor siebzehn Jahren. Die Virtuosität feiert
darin wahre Orgien; die Anforderungen an Schnelligkeit,
Kraft und Ausdauer streifen die Grenzen des Möglichen in
diesen vollgriffigen Accorden von rasendstem Tempo, diesen
stürmischen Octavengängen, diesen blitzartigen (selbst von
das Stück von einem andern Pianisten mit Vergnügen
hören würde? Es ist gar so wenig Seele darin und so viel
Tumult. Die Composition steht an Gehalt und Originalität
der Gedanken weit zurück hinter früheren Concerten
stein
wir, wie Jemand das Alles mit nur zehn Fingern spielen
kann — sehen wir es in Noten, Schwarz auf Weiß, so
fragen wir, wie er doch manche Seiten auch des Auf
schreibens werth erachten konnte? Ein Clavierconcert schuldet
der Virtuosität des Spielers die vollste Entfaltung, ja es
soll zugleich ein monumentales Zeugniß bilden für die
jeweilige Höhe der Claviertechnik. Allein wenn es nur eine
höchstpersönliche Leistung repräsentirt, dann geht es
unrettbar mit dieser glänzenden Persönlichkeit zu Grabe.
Die kleinen Solostücke
unliebsamer Zwischenfall mich diesmal verhinderte, sind zum
größten Theil bereits bekannt. Unbedeutend, aber doch ge
fällig, dankbar und anspruchslos wie sie sind, haben sie
selbstverständlich das Publicum mehr erfreut, als alles Uebrige.
Das bei B. Caprice
“ für Clavier und Orchester ist mit
Aus löblicher Courtoisie gegen den in
Componisten Jules Massenet hat Hofcapellmeister
Feuers, der Gewässer beschwört, das reproducirt uns der
erste Satz der Suite („
D-moll.
des Orchesters zu seinem Dienst aufgerufen: Englischhorn,
Baßclarinette, Contrafagott, Tamtam, Triangel, große
Trommel, Becken, Harfen. Nach der wie Sturmgeheul dahin
brausenden Einleitung ertönt in einem sanfteren Mittelsatz in
(D-dur) das in der Oper häufig wiederkehrende aufsteigende
Leitmotiv: „J’abandonne mon trône à ma fille
monde
Geister tragen den Ritter
Zauberinsel, deren Reize uns das zweite Stück der
Suite schildert („
wie die Orchester-Einleitung zum zweiten Act: lange
Trillerketten der Violinen über rauschenden Harfen-Arpeggien
leiten in ein hüpfendes Allegro scherzando, etwa im Cha
rakter des
Glanz des mit gestimmten Glöckchen aufgeputzten Orchesters
breitet einen fremdartigen Märchenschimmer über das Stück,
das in vereinzelten geisterhaft leisen Klängen zerstiebt. So
eine Insel ist der rechte Ort für das unabwendbare Liebes
duett zwischen
das liebestrunkene Thema („Divin moment!“) des dritten
Satzes („
begleitung so breit und mächtig intoniren.
bis zu ihrem zwanzigsten Jahre verschleiert bleiben, will sie
nicht ihre Zaubermacht für immer einbüßen. Ihr Geliebter
darf ihr Angesicht nicht sehen, darf sie nicht nach Stand und
Namen fragen. Die Pariser ließen es sich nicht entgehen,
grin
strömt, ist nicht der Duft von Rosen, sondern von Gewürz
nelken. Der vierte und letzte Satz unserer Suite („
la forêt
lung; er setzt sich aus zwei ganz entlegenen Scenen zusammen.
Seine langsame Einleitung, ein zartes, von Oboë und Fagott
angestimmtes Pastorale in F-dur ist identisch mit dem Vor
spiele zum vierten Act, wo
ster
dem dunklen Grunde einer rauschenden Sechzehntelfigur, in
welche die Geigen sich förmlich verbissen haben, erschallen
Hornrufe immer näher und stärker; eine Jagd rast an uns
vorüber, übermüthig, überlaut und schließt im tobendsten
Fortissimo. Diese Jagd spielt in der Oper nicht als wirk
licher Vorgang, sondern als bloße Phantasmagorie, und
zwar schon im ersten Act, anschließend an die Beschwörung.
gewähren ihr einen magischen Fernblick in den
wald, wo sie
Hirsch erblickt.
gelöst, ist doch durchaus Theatermusik, decorative Musik. Von
geringem substanziellen Gehalt, aber von glänzender Aeußer
lichkeit, ist sie ein Triumph der geschickten Mache. Im
„
Seite kennen lernen. Dem Klangzauber seiner
das Publicum bereitwillig und dankbar hingegeben. Es
applaudirte nach jedem Satz so beharrlich, daß Herr
net
Aufführung seines schwierigen Stückes dürfte er übrigens
kaum erlebt haben, als die im Philharmonischen Concert
unter Hanns Richter. Die blendenden Effecte der
„
vollen Menuett.
Zu den anregendsten und besuchtesten Musikproductionen
der letzten Woche gehörten die beiden Concerte des von uns
bereits oft gewürdigten trefflichen Pianisten
und der Liederabend Gustav Walter’s im großen Musik