Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten
Bearbeiten — das Material remixen, verändern und darauf aufbauen und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.
Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten. Unter folgenden Bedingungen:
Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.
Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt.
Hinweise:
Sie müssen sich nicht an diese Lizenz halten hinsichtlich solcher Teile des Materials, die gemeinfrei sind, oder soweit Ihre Nutzungshandlungen durch Ausnahmen und Schranken des Urheberrechts gedeckt sind.
Es werden keine Garantien gegeben und auch keine Gewähr geleistet. Die Lizenz verschafft Ihnen möglicherweise nicht alle Erlaubnisse, die Sie für die jeweilige Nutzung brauchen. Es können beispielsweise andere Rechte wie Persönlichkeits- undDatenschutzrechte zu beachten sein, die Ihre Nutzung des Materials entsprechend beschränken.
Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Auf die Frage, welche musikalische Individualität
wol die nächste Verwandtschaft mit
tung offenbare, möchte ich mit dem Namen
antworten. Sein tiefes, nach Innen zehrendes Gefühlsleben,
sein sensitives, liebenswürdig träumerisches Wesen — das
Alles müßte zu den „
harmonischer Oberton erklingen. Für alle die poetischen Ele
mente, welche die wunderbare Dichtung
finden wir in
für das innige Naturleben mit seinen geheimnißvollsten
Regungen den „
zensgeschichte den „
düsteren Ausgang endlich den „Oper
freilich bedarf neben der Lyrik noch einer starken
dramatischen Triebkraft, und diese ist nirgends schwerer
auszulösen, als aus dem
dramatische Nerv und noch mehr das Auge für Theater
wirkung fehlte, wäre uns nach dieser Richtung unzweifelhaft
viel schuldig geblieben. Er scheint auch einen „Werther“ nie
im Sinne gehabt zu haben, obschon er mit seinem Opern
project „
Kein einziger
Popularität des Stoffes, nach
Zunächst wol aus pietätvoller Scheu — wie denn überhaupt
unsere Classiker nicht von Deutschen, sondern von Franzosen
und Italienern für Opernzwecke benützt zu werden pflegen
— sodann aus begründetem Mißtrauen gegen die undramatische
Natur des
dichte objectiver, unbefangener — um nicht zu sagen ungenirter
— gegenüber, durften sich auch mehr als die Deutschen das
Talent zutrauen, dem
Theaterblut einzuflößen. Es ist bezeichnend, daß die erste
Kreuzer, demselben, welcher durch die Dedication der be
Februar
Jahre vor der Première des „ Massenet.
Der erste Act spielt in dem Gartenhaus des
mann
Abendbrot austheilt, den eintretenden
entzückt betrachtet. Manche charakteristischen Züge und Reden
sind glücklich aus
kommen die Bekannten, um
abzuholen. Hier sind ein paar die Scene belebende Neben
figuren hinzuerfunden: zwei nach dem Wirthshaus gravi
tirende
schwärmendes Brautpaar — kleine Beigaben, die man dem
Librettisten willig zugestehen kann. Findet er doch keine
brauchbaren Nebenfiguren in
Begegnung
abschiedete
für die Handlung zu verwenden. — Bei hereinbrechen
der Nacht kehrt
er ist Feuer und Flamme, spricht ihr von Liebe
— da ruft der
Zum erstenmal hört
von
verzweifelt davon. ... Der zweite Act spielt auf dem
freien Platz vor der Dorfkirche in
Feier der goldenen Hochzeit des Pastors. Voll Schmerz und
Eifersucht blickt
für immer.
Vorschlag, zum Weihnachtsfest wiederzukommen. Hier packt
ihn zuerst der Gedanke an Selbstmord. „Wenn sich ein
Kind zu früh nach Haus zurückgefunden“ — die Stelle ist
ziemlich getreu nach
strauß fröhlich herangesprungen und fordert
Tanz auf. Er aber rennt wie ein Wahnwitziger querfeldein,
während der Festzug der Dorfbewohner mit Vivat-
Rufen über die Bühne zieht. ... Im dritten
Act blicken wir durch
Briefe
sofort den Mantel um und eilt in
Dieses „erste Bild“ des dritten Actes ist von dem in
langes Orchesterstück getrennt. Während dieses Intermezzos
entwickelt sich aus dem Dunkel eine charakteristische Land
schaft: das winterlich beschneite
bereits mit durchschossener Brust. Nach einem letzten leiden
schaftlichen Zwiegespräch stirbt er in ihren Armen, während
aus dem gegenüberliegenden Hause des
Weihnachtsjubel der Kinder erschallt.
Massenet hat sich mit ganzer Seele in diesen Stoff
adoptirt vollständig
fortspinnende „unendliche Melodie“, an welche die Sing
stimmen ihren Sprechgesang gleichsam anheften. Das ist nicht
schlechtweg
fachster Erscheinung schon stellenweise bei
wendete Begleitungsform zum festen Stylprincip erhoben,
streng durchgeführt und gleichsam versteinert. Für den Con
versationsstyl, wie er im „
Methode beinahe geeigneter, als für das Pathos heroischer
großer Opern; der ungezwungene Dialog im Familienstück
mit seiner raschen Rede und Gegenrede entspricht besser solchem
rhythmisch freien Sprechgesang. Bei
orchestrale Unterbau nicht so kunstvoll, wie bei
gegen einfacher, natürlicher und faßlicher; es wird dem Ohr
nicht zugemuthet, fortwährend ein dichtes Gewebe einander
durchkreuzender Motive zu entwirren.
solche Gesprächsscenen ungemein geschickt. Längere, abgeschlossene
Ariosos, auf einfach accordischer Grundlage, tauchen nur
ganz vereinzelt auf;
Eintritt im Garten, dann im zweiten Acte seine in drei
kurzen Strophen wiederholte Melodie in As-dur, endlich
seine
lichen Strophenliedchen bringt
in das sich verdüsternde Gemälde. Als wiederkehrende Er
innerungsmotive verwendet
schlossene Melodien, wie das feierlich schwärmerische Liebes
thema bei der Heimkehr vom Ball im Neun-Achtel-Tact,
Anfang der Ouvertüre sich ankündigendes Verzweiflungs-Motiv.
Diese musikalischen Anspielungen sind sparsam angebracht und
sehr einpräglich. Von ihrer rein melodischen Seite betrachtet,
kann
fast scheint er sie im „
zuhalten, um die schlichte Gleichmäßigkeit des Gemäldes nicht
durch allzu vordrängende Reize zu unterbrechen. Mancher in
schwerflüssiger Declamation sich ausbreitenden Scene hätte
eine reizvollere Melodie, eine lebendigere Rhythmik nicht
geschadet. Der dramatische Ausdruck ist im Rührenden wie
im Leidenschaftlichen gut getroffen und von überzeugender
Kraft. Die Ausbrüche höchster Leidenschaft bei
allerdings nicht frei von einer gewissen theatralischen Ekstase;
das hängt so enge zusammen mit dem
styl, überhaupt mit der in allen Künsten theatralischen Natur
der Franzosen, daß wir
und Echten eben mit in den Kauf nehmen müssen. Bedeu
tender als seine melodische Erfindung ist
eigenartige Stimmung einer Scene musikalisch zu packen und
festzuhalten. Wie schön empfunden ist die Heimkehr
mit
flatternde Tacte des Ländlers mit der schwärmerischen
Liebesmelodie wechseln, malt schon die ganze Situation. In
dem Gespräch
über eine ungemein zarte Orchester-Melodie fortspinnt, findet
im dritten Act macht nicht nur
Hörer das Blut erstarren. Tieftraurig mit einem er
schütternden Schmerzenslaut am Schlusse klingt die
dem sentimentalen Stoff, theils aus der
„Unendlichkeit“, entsprang, ist der Componist nicht ganz
entgangen; sie heißt Monotonie. In langer Folge
reihen sich breit ausgesponnene Andante- und Adagiosätze
aneinander. Manche würden wol durch ein weniger schlep
pendes Tempo gewinnen (wie die erste Cantilene
in D-dur und sein Duett mit
wie die lange, erschütternde Sterbescene und das übermäßig
ausgedehnte, ermüdende Vorspiel dazu durch bescheidene
Kürzungen. Mit Meisterschaft ist das Orchester behandelt
und ganz verschieden von der glänzenden, oft lärmenden
Instrumentirung in
fache bürgerlich-idyllische Herzensgeschichte spiegelt sich auch in
dem größtentheils bescheidenen Orchesterklang. Mit sordinirten
Geigen und einigen Harfentönen, einer schüchternen Figur der
Flöte oder Clarinette erreicht
gen, nämlich gerade die, welche die Situation verlangt. Die Po
saunen pausiren die längste Zeit; nur den stärksten Leidenschafts
ausbrüchen leihen sie ihre erschütternden Accorde — dann freilich
nicht knickerisch. So wirkt Vieles zusammen, um
„
nehmem Geist und zarter Empfindung zu machen, das
weniger den lärmenden Applaus als das herzliche Mitgefühl
der Hörer vor Augen hat und durch bedeutende Schönheiten
uns für manche ermüdende Länge entschädigt. „
bietet in Handlung und Musik reichere Abwechslung, mehr
Farbe und Leben; sie dürfte in der Gunst des Publicums
den Sieg über „
diese beiden Werke, welche an musikalischem Werth
große tragische Opern zweifellos überragen, die Stylgattung,
für welche sein Talent am glücklichsten organisirt ist: die
theils heitere, theils rührende Conversations-Oper, die in
time Musik.
Sehr werthvoll für den Erfolg der Oper ist die muster
hafte Kalbeck. Wer eine
Das
Stolz sich seiner
dürfte kaum auf irgend einer anderen Bühne eine gleiche
vortreffliche Aufführung seines Werkes erleben. Die
und van Dyck, die
schöpft. Die ganze Rolle war mit eindringendem Kunstver
stand angelegt und mit ungeschwächter geistiger und physischer
Kraft bis ans Ende durchgeführt. Nur ein Künstler
ersten Ranges vermag die in den verschiedensten Stimmungs
nuancen wechselnden Scenen im zweiten Acte so zu spielen
und zu singen, wie Herr van Renard be