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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das war ein recht schlimmes Omen für den
Beginn unserer Musiksaison! Das erste Concert, welches
den Bösendorfer-Saal zu allem Guten und Schrecklichen
dieses Winters einweihen sollte, ward im allerletzten Augen
blicke — abgesagt. Der Pianist Herr Alfred
hatte sich plötzlich den Arm verstaucht und schickte das be
reits versammelte Publicum ohneweiters nach Hause. Die
leichte Verletzung des schnell geheilten Künstlers gab keinen
Anlaß zu Besorgnissen; zu reiner Freude aber auch nicht,
da das Concert ja nur aufgeschoben, nicht aufgehoben war.
Herr
Kraft und Geschmeidigkeit seines Armes glänzend darthun.
Ein ganz kleines Restchen von Schmerzgefühl wäre ihm
übrigens als unwillkürlicher Wärme-Erreger fast zu wünschen
gewesen. Herrn
gelassen, als er selbst — wenigstens aussieht. In seiner
üppigen Leiblichkeit erinnert der noch junge Mann an
Alfred
schiede, daß diese beiden fettglänzenden Virtuosen immer
ein sehr vergnügtes Gesicht machten. Das paßte zu ihrem
Spiele. Herrn
steinerte Theilnahmslosigkeit und ein Abbild derselben sein
Vortrag. Dieser scheint mehr einer bewunderungswürdig
arbeitenden Maschine zu entströmen, als lebendiger Phantasie
und Empfindung. Die technischen Vorzüge
rühmend aufzuzählen, erläßt man uns wol. Er ist ja ein
Schüler
Man kann
nicht vollendeter spielen, als Herr
Aber aus dieser glatt und glänzend abrollenden Production
sprach nur die Bravour des Spielers, nicht die Seele des
Componisten. Selbst in dem Feurigsten und Lebendigsten,
was
und das rechte Leben. Die „
allen
Virtuosen. Wie oft haben wir sie in den letzten Jahren gehört,
sturmartig dahinsausend, diamantenglitzernd die Triller und
Passagen, der Anschlag ausgemeißelt bis in die kleinste Note.
Ja, dieses klangvolle Schönmachen der einzelnen Note, dieses
Ausfeilen der einzelnen Passage, darin sind unsere Virtuosen
einzig. Ein minder „vollendeter“, aber verständnißvoll mit
fühlender Vortrag der „
tanten ist uns oft lieber gewesen. Mit vier Kleinigkeiten
eigener Composition („aus einer
drei „
alla turca
geradezu abstoßenden Eindruck machten die (wahrscheinlich von
baumes
hongrois Schubert. Jeden musikalisch empfinden
Wenige Tage später trat im Bösendorfer-Saale eine
junge Violinspielerin zum erstenmale vor das Publicum:
Rosa Hochmann, eine Schülerin Professor
Das erste Philharmonische Concert begann
mit langanhaltendem Applaus und Bravo-Rufen beim Er
scheinen des Dirigenten Hans Richter. Offenbar eine
erst seit gestern wissen die Wiener, welch ausgezeichnete
Kraft sie an Hans
nung der Ratification des Auslandes nicht bedarf. Allein
erfreulich berührt es doch immer, das einheimische Gute auch
in der Fremde erkannt und gefeiert zu sehen, und so galt
denn unser herzlicher Applaus nicht weniger den Berlinern,
als Herrn
dieser schon im ersten Concerte mit einer Novität. Zwischen
Beethoven’s Ouvertüre „
als zwei kraftgenialische Novitäten von Richard Strauß
Was Richard
Sturmlied
ponirt hat, ist keineswegs das vollständige
Gedicht, sondern nur das erste Drittheil desselben. Er
that wohl daran, sich nicht an das Ganze zu wagen. Ueber
dieses haben sich schon manche Leser den Kopf zerbrochen.
Es gehört zu den in der Grundstimmung unklarsten, in
den Einzelheiten räthselhaftesten, in der syntaktischen Con
struction verzwicktesten Gedichten, die wir von
zumal dem jungen
Natürlichkeit, besitzen. Einiges Licht verschafft uns nur
der biographische Apparat. „
aus der Zeit, da der dreiundzwanzigjährige
der Uebersetzung der Oden
beiden ganz dasselbe Schema (Strophe, Antistrophe und
Epodos) finden; daher kommt auch
„
Theile des letzteren sind in
von einander getrennt. Der durchaus pathetische erste Theil
reicht vom Anfang bis „Ueber Wasser, über Erde götter
gleich“. (So weit hat R.
Der zweite schließt mit den Worten: „Die zu grünen sein
nicht harrt“, und enthält den Rückschlag, die Klage darüber,
daß der „kleine schwarze Bauer“, der sich auf seinen Glüh
wein freut, muthig nach Hause kehren und der Dichter, „den
die Musen und Charitinen“ begleiten, den Muth verlieren
soll. Der dritte Theil macht eine humoristische Schwenkung:
der Dichter wendet sich an den Regengott statt an den
Musengott, denn „aus dem Regengott sei sein Lied gequollen“.
Während er im ersten Theil über dem aus Wasser und Erde
gemengten Schlamm „göttergleich schwebte“, „watet“ er schließ
lich durch denselben zu seiner Hütte. Wenn man bedenkt, daß
die Entstehung des Gedichtes in die „Sturm- und Drang“-
Epoche gehört (
namiges
als nicht von der Gottheit erfaßt verspottet werden, so er
scheint das Gedicht als eine Verherrlichung des Genius, der
sich am vollkommensten im Sturme bewährt.
selbst gibt uns auch keine eigentliche Erklärung desselben.
Aber ein Brief
(in
„
mit Pindar entstand. Eine Stelle des Briefes lautet fast
Von Richard Strauß’ „
allerdings zu einem gewaltigen Aufgebot von Kraft und
Klangfülle. Der Anfang ist vortrefflich: ein majestätisches
Unisono in C-dur; auch die nächste Ausweichung nach
As-dur mit ihren mysteriösen Accordfolgen im „
styl“ klingt schön und würdig. Lange jedoch vermag
nicht im Gleichgewichte zu bleiben. Er geräth in ein vages,
nervöses Moduliren und theilt das Schicksal mancher Schrift
steller, die immer in Superlativen sprechen. Die Stelle
„Lobet ihn mit Posaunen“, über dem Orgelpunkt auf G, er
geht sich, im Widerspruch zu dem freudigen Jubel des
Textes, in so leidenschaftlich tragischer Aufregung, daß man
ohneweiters die Worte des „Dies irae“ unterlegen könnte.
Obendrein setzen widerhaarige chromatische Gänge und ein
unbarmherziges Hinauftreiben der Singstimmen in die höchste
Lage den Chor auf die gefährlichste Probe. Die neue Com
position
ist aber nach ihrem künstlerischen Gehalt mit seinem „
DeumWilhelm Gericke
In dem ganzen Gesellschaftsconcert hat uns eigentlich
der Claviervortrag einer fremden Virtuosin, Adele aus
der Ohe, das meiste Vergnügen gemacht. Eine Schülerin