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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Das dritte Philharmonische Concert
begann mit Schubert’s unvollendeter
Auf Goldmark mit einer noch unge
diesen klagenden Triolenfiguren, übermäßigen Quarten und
verminderten Sexten zu schließen, dürfte die
terin ein Geschwisterkind der „
in
sich mit überraschender Heftigkeit ein Allegro con
fuoco. Es erweitert und verstärkt sich zu einem förm
lichen Aufruhr, worauf das langsame erste Thema,
von einer Solo-Violine vorgetragen, wiederkehrt. Nach
abermaligem Aufgebot des stärksten Orchestersturmes
endet die Ouvertüre feierlich mit einer Art Apotheose.
Die neue Ouvertüre ist eher
Ueberlebensgröße; ein Feuermeer von Leidenschaft, ein Urwald
von Dissonanzen, mehr geistreich als schön, mehr aufregend
als erfreulich, im Ganzen „furchtbar interessant", wie die
Berliner sagen. Die Orchestermittel sind enorm an Zahl
und in eifrigster Bewegung. Wie ein verschwenderischer
Cavalier macht
lagen: drei Flöten, Englisch-Horn, Baßclarinette, drei Trom
peten, vier Hörner, vier Posaunen und Contrabaß-Tuba, drei
Pauken u. s. w. Kein Wunder, wenn die Composition, auch
nur von ihrer sinnfälligen Seite betrachtet, uns maßlos
und übertrieben erscheint. Das sind freilich relative Begriffe;
vergrößert, empfindet seine Darstellung ohne Zweifel als
natürlich und maßvoll. Um bloßen Effect ist es ihm ja
nirgends zu thun; durchaus ehrlicher und gewissenhafter
Künstler, malt er die Dinge, wie er sie sieht. Er will dem
Hörer niemals Sand in die Augen streuen, liebt es aber,
ihn lange Strecken durch heißen Sand zu schleifen. Mächtig
packt uns die um Schönheit unbekümmerte Energie, mit
welcher
glaube, es würde diese Musik für drei
und bliebe noch etwas übrig für eine
lassene
Wenn einmal ein Instrumentalstück „
schrieben ist, dann fällt es nicht allzu schwer, den
die
leukadischen Fels herauszufinden. Der Scharfsinn der Aus-
und Unterleger operirt leicht bei also gebundener Marsch
route. Mit ernsten Gründen habe ich oft gegen diese Inter
pretations-Kunststücke gefochten, welche auf der falschen Vor
aussetzung einer exacten Ausdrucksfähigkeit reiner Instru
mentalmusik fußen. In scherzhafter Weise hat Niemand sie
ergötzlicher widerlegt, als Alexander Moszkowski
Die vier jungen
sches Streichquartett“ constituirt und im vorigen Jahre hier
so ausnehmend gefallen haben — Karl Hofmann, Joseph
im Dreiachteltact, G-dur, unterbrochen. So plötzliches
Ueberspringen von Schwermuth in übermüthige Lust kommt
in slavischen, insbesondere südslavischen Gesängen häufig
vor. In
wir demselben unvermittelten Wechsel im Andantesatz,
welcher eigentlich Andante und Scherzo in Einem Rahmen
vereinigt. Für meine Empfindung hat dieser jähe Wechsel
etwas Störendes: je edler, seelenvoller ein langsamer Satz
beginnt, desto unlieber sehen wir ihn durch plötzliche Humor
sprünge, die immer etwas Gekünsteltes haben, beiseite ge
worfen. An Stelle des Scherzo bringt
manze“ von lieblichem, ungesucht originellem Gesang und
reizender Klangwirkung. Das Finale, ein fröhliches Allegro
assai in Zweivierteltact, erlaubt sich einige stark populäre
Wendungen, die wir der Lebendigkeit des Ganzen zugute
halten. Wie eine blitzende Cascade stürzt das Hauptmotiv
herab; seine Herkunft aus dem Scherzo von
sowenig wahrgenommen haben, als es Brahms eingefallen
Productionen abgesehen, haben wir an
Quartettspieler, einen Verlust erlitten, der gar nicht hoch
genug anzuschlagen ist. So ganz mit Leib und Seele bei der
Sache, so mit musikalischem Schönheitssinn und feinster
Nervosität ausgestattet wie
Keiner. Ihm war sorgsamste Vorbereitung in zahlreichen
Proben eine Gewissenssache und Musiciren keine Arbeit,
sondern eine Wonne. Das hat man seinem Spiel auch sofort
angehört. Glücklich, wer ihn in seiner vollen Kraft als
Quartettspieler regelmäßig hören konnte. Ich danke ihm
fünfundzwanzig Jahre musikalischer Erkenntniß und künstle
rischen Genusses.
Im zweiten Philharmonischen Concert hat Fräulein
Ella Pancera das
Naivetät in den
welche doch gleichfalls eine noch unverbrauchte Nation
sind, treten in ihren modernen Musikern, z. B.
kowsky
„
burg aufschauend, schwermüthigen Blickes in die Harfe greift.
Darin spiegelt sich vollständig die poetische Idee der Com
position. Harfen-Arpeggien leiten sie ein; Harfen-Accorde
tragen allein das langsame, rhythmisch monotone Hauptthema,
das im Verlaufe bis zur Ermüdung oft wiederholt wird.
Dann verdrängen Trompeten-Fanfaren die ernsten Harfen
klänge: der Barde schaut, dem Vorwort zufolge, die stolze
Vergangenheit der alten Burg mit ihren Turnieren und
Kriegsgesängen; in strahlendem Fortissimo des ganzen
Orchesters schwingt sich ein national anklingendes Thema
(C-dur) empor und sinkt dann allmälig in das Largo des
Anfangs zurück. Nach dem Glanze — der Verfall.
Wie verschiedenen Hörern aus derselben Musik ver
schiedene Bilder auftauchen, so mag umgekehrt der bloße
Titel eines Musikstückes uns Ideen zuführen, die von der
Absicht des Componisten weit abliegen. Das Wort „
hrad
die mich auch mächtig befangen, so oft ich in Wirklichkeit
die alte Felsenburg an der
schönsten Novellen Ferdinand v. Saar’s, „
den ich meine, dürfte der jetzigen Generation bereits fremd
sein: Friedrich Bach, ein Prager, der in seinen „