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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Die tastengewaltige Dame aus Bloomfield-Zeisler, ist nun auch in
Constantia
Wesen“ componirte er das Adagio. Der Vortrag gerade
dieses Liebesgedichtes läßt eine wärmere Empfindung zu, als
Frau
packend spielte sie übrigens die Recitativstelle über dem
Tremolo der Geigen.
So aufrichtig auch unsere Bewunderung für die Vir
tuosität der
Genuß, mit dem wir dem Spiele Emil Sauer’s
gewürdigt und namentlich seinen Vortrag der
op. 1, von
gehoben.
moderner Virtuosität und sind Beide gute Musiker.
ist poetischer, nervöser, subjectiver:
weniger erregt und darum auch weniger lebhaft erregend.
Etwas von seinem Lehrerberuf scheint auf
abzufärben: ganz wie bei seinem trefflichen
ausgezeichnet als Pianist wie als Lehrer, doch auch in seinem
Vortrag jenen akademischen Ernst einhielt, welcher im Hörer
vor Allem das Gefühl unfehlbarer Sicherheit verbreitet,
ohne Feuersgefahr. Nicht nur das große Talent, auch
der specielle Charakter dieses Talentes hat sich vom
auf den
Errungenschaften den ererbten hinzufügt.
Tactvoll und feinfühlig hat Gericke gehandelt, indem
laubten, sich ganz der Musik zu widmen. Er nahm sich
vor, „etwas Großes zu werden“, und obendrein noch vor
dem fünfundzwanzigsten Jahre. Zur steten Erinnerung daran
nagelte er ein Placat über sein Bett mit der Aufschrift:
„25 Jahre!“ Noch vor diesem Termine hatte er sein Vor
haben durchgesetzt und seinen Namen durch die
Ouvertüre
tete gleich seine
im
mit welchem
jungen Componisten beglückwünschte, gehört zu jenen
unvergänglich schönen Zeugnissen werkthätigen Wohl
wollens, an denen
Thränen in den Augen, in großer Bewegung stammelnd:
„Da muß Jemand dahinter stecken, der mich zum Besten
haben will!“ Erst als man ihn überzeugt hatte, daß der
so herzlich anerkennende Brief wirklich von
brach der Jubel los.
lerische Entwicklung liegt jetzt in der treuesten Schilderung
vor uns: in seinen eigenen Niels Gade.“ Aufzeichnungen und Briefe
von Dagmar
(
Dieses Buch, aus welchem
müth und edles Kunststreben so unmittelbar wie aus per
sönlichem Verkehr uns entgegentritt, wird jeden an dem
lebhaft befriedigen. Es sei bei diesem Anlaß an zwei „
spiel-Ouvertüren
die, in
verdienten. Sie verhalten sich zur
lands
berühmten
liebenswürdig.
Von den Chornummern, welche auf die
Cantate: „
von Hanns Kößler, Professor am
preisgekrönten „
als „weltliches Requiem“, eine stolze Benennung, an welche
der Dichter schwerlich gedacht hat. In Max
Gedichtsammlung „
zahlreiche lyrische Gedichte, welche sich unvergleichlich besser zur
Composition eignen, ja die Musik geradezu heranlocken — fast
selbstverständlich bei
Poeten und poetischen Musikschriftsteller. Seine „
glocken
an die begrabenen Freunde und die — begrabenen Hoff
nungen. Mehr einen sanften Uebergang als einen con
trastirenden Abschnitt bildet diese Wendung des Gedichtes,
das durchaus in einheitlicher, mild schmerzlicher Stim
mung verharrt. Indem der Componist dieses Gedicht
zu einer förmlichen Cantate auszudehnen unternahm, sah er
sich zu zwei bedenklichen Auskunftsmitteln gedrängt. Fürs erste
mußte er die Dichtung durch selbstständige (vier) Unter
abtheilungen und durch ermüdende Satz- und Wortwieder
holungen übermäßig in die Breite ziehen. Sodann war er,
zur Vermeidung der Monotonie, gezwungen, contrastirende
Gegenbilder und starke Culminationspunkte aus dem Gedichte
herauszustöbern, welche für eine unbefangene natürliche Be
trachtung nicht darin liegen. Der erste, kürzeste Abschnitt
ergibt sich am natürlichsten, er ist auch der musikalisch ge
lungenste; das von der Harfe imitirte Glockengeläute und
die ruhige Führung der Chorstimmen erwecken in uns voll
kommen die beabsichtigte Stimmung. Aber schon in dem
folgenden Absatze glaubt der Componist, den Worten „Dahin
gerafft vom Kampfe des Lebens“ durch stürmische Unruhe
der Stimmen und des Orchesters entsprechen zu sollen; er
hat uns schon ermüdet, bevor er an der Mitte seines Werkes
anlangt. Nachdem er in einem warm empfundenen Sopran-
Solo uns einen lyrischen Ruhepunkt vergönnt hat, verstrickt
er sich abermals in ein complicirtes Gewebe von Wieder
holungen. In der endlosen Rosalienkette („Denn, ach die
Wirklichkeit“) glauben wir diese auf ihrem Gipfel an
gelangt, während sie später auf den Worten „Geduld
und Entsagung“ dem Hörer noch mehr von diesen
Tugenden zumuthen. Um stellenweise doch etwas
stärkere Farbe in das monotone Düster zu bringen, greift
der Componist zu dem falschen Mittel, einzelne Worte aus
ihrem Zusammenhange zu reißen und gleichsam apart zu illu
miniren. In dem Satze: „Von Jahr zu Jahr an Enttäu
schungen reicher, an Freuden ärmer wird sein Gemüth“
lebt keine Regung von Freudigkeit; trotzdem packt der Com
ponist das Wort „Freude“ und läßt es hell und hoch auf
jubeln. Der Dichter ergänzt jenen Satz durch die Tröstung:
„aber ein Gott verhüllt uns liebreich die künftige Zeit.“
Was thut der Componist? Er stellt das „Aber“ drei-
bis viermal ganz isolirt hin; dann folgt nach einer General
pause: „ein Gott“; auch dieses „ein Gott“ wird mehr
mals selbstständig wiederholt, bevor das dazugehörige Zeit
wort „verhüllt“ hinzutritt. Durch solche musikalische Aus
malung wird der Sinn gefälscht und die Stimmung zerrissen.
Den letzten Abschnitt füllt größtentheils eine Fuge, welche
— wie die ganze Composition überhaupt — den erfahrenen
Meister des Contrapunktes und des Chorsatzes offenbart.
Professor Kößler ist ein gründlich geschulter Kirchen
Unmittelbar nach
Requiem machten einige kleinere Vocal-Compositionen einen
doppelt freundlichen Eindruck. Hatten die „
dem Zuhörer zu lange geläutet, so fand er
Chor „
thümliche und doch kunstreich gefügte A capella-Satz be
handelt ein sechszeiliges Gedicht von
die Autorschaft nicht verbürgen) und entzückt durch seine
ruhige Klangschönheit, wie durch den Ausdruck schlichter
frommer Einfalt. Zwei bekannte Frauenchöre von
(aus
„
werden; der „
Schicksal. Die Chöre wurden reizend gesungen; das Ohr
schwelgte in den reinen silberhellen Klängen dieser Frauen
stimmen. Gar zu gerne hätte man von ihnen noch ein und
das andere Brahms’sche Chorlied gehört, die anmuthige