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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Einen selteneren Leckerbissen hätten die „Phil
harmoniker“ in ihrem letzten Concert uns nicht credenzen
können, als eine Novität von — Cherubini! Es ist un
wir nicht über
dice
genen Ideals beweint“ — wir glauben, daß er einfach
seine Frau beweinte. Aber die vermeintliche Bedeutung
des Ganzen beruht auf einem Irrthum. Seinen Schluß
worten zufolge beabsichtigte
ethischen Charakter der Harmonien, welche von jedem
Kunstwerke ausstrahlen, zu vergegenwärtigen, die Zauber
und die Fülle zu schildern, womit sie die Seele über
wältigen, wie sie wogen gleich elysischen Lüften, Weih
rauchwolken ähnlich mälig sich verbreiten, den lichtblauen
Aether, womit sie die Erde und das ganze Weltall wie mit
einer Atmosphäre, wie mit einem durchsichtigen Gewand un
säglichen mysteriösen Wohllauts umgeben“. Der Satz ist
charakteristisch für
Dieser „unsäglich mysteriöse“
zerfließend weicher Musculatur und hat kein Rückgrat. Es
scheint ihm im Philharmonischen Concert auch nicht gelungen
zu sein, „aus versteinten Herzen brennende Thränen zu
locken“. — Großes Aufsehen erregte der jugendliche Violon
cellist Jean Gérardy aus
Zukunftsmusiker, plötzlich so zahm geworden zu sehen. Sein
symphonisch gedacht, daß das Orchester nirgends selbst
ständig auftritt, sondern durchwegs nur als unterthäniger
Begleiter des Solisten. Man schmachtet förmlich nach etwas
Polyphonie und Contrapunkt, ja nach ein paar Accorden
der Bläser. Das Andante, eine Romanze im Sechsachtel
tact, läßt sich gefällig an, geräth aber bald in breiteste
Weitschweifigkeit. Der dritte Satz beginnt mit einem Thema
von hausbackener Lustigkeit — ist trotzdem ein gar trauriges
Stück. Ein halbwegs gutes Violoncell-Concert ist ohne eine
reichere und reizvolle Orchesterpartie nicht denkbar. ...
Die stets mit Jubel aufgenommene
Die vortrefflichen Leistungen der Brüder Thern,
Das Concert des Herrn Eduard Gärtner war ich zu
Die Regina Pacini
— um nicht zu sagen Curiosums — gemacht, als den einer
fertigen Künstlerin. Sie imponirt durch ihren ungewöhn
lichen, dritthalb Octaven umspannenden Stimmumfang und
eine gleichfalls ungewöhnliche wilde Kehlenfertigkeit. Die
Stimme selbst ist ziemlich schwach und reizlos. Einigen
Wohllaut kann man ihr nur im Mezza voce und den schnel
len Pianissimoläufen zugestehen; sobald die Sängerin eini
germaßen „Ton geben“ will, klingt das Organ rauh und
unedel. Ihre Coloratur glückte am besten im Staccato;
die Legato-Passagen hingegen geriethen häufig ungleich und
verwischt. In dem Vortrage der
gewisse Kühnheit, aber kein geläuterter Geschmack. Ihren
Mangel an feinerer Empfindung verrieth insbesondere die
Walzer-Arie aus
dieser Arie durch Adelina
mit seinem Lobe für Fräulein
gehen. An starkem Beifall hat es der Sängerin übrigens
nicht gefehlt. Sie mußte sogar die bekannten Proch’
Bogen besitzt mehr Geschmeidigkeit und Mannigfalt, als
Kraft — wenigstens empfindet er keinen inneren Drang,
diese geltend zu machen. So glänzenden Passagenflitter er
auch leichter Hand ausstreut, seine schönsten Wirkungen
ruhen doch im gesangvollen Vortrage. Cantilenen in so
reinen Linien, mit so wenig sentimentalen und koketten Zu
thaten bekommt man nicht von jedem Virtuosen zu hören.
Es ist, so lange das Quartett Rosé besteht, vielleicht
„
neueste Kammer-Composition. Diese beginnt (wie die erste
mit einem Allegro, das nach einem gesangvollen Mittelsatz un
verändert repetirt wird, also in Form der üblichen Scherzos.
ein, verliert aber schnell die Lust, es in gleich faßlicher ge
fälliger Rhythmik weiterzuführen und abzurunden; er zieht
uns in die Unruhe leidenschaftlicher Modulation und Chro
matik. Glücklicher wirkt der zweite Satz, ein sehnsüchtig
singendes Andante der Geige über synkopirten Accorden.
Die Stimmung wird aber nicht festgehalten, sondern zwei
mal unerwartet durchbrochen — anderer Tact, andere Ton
art, anderes Tempo — bis schließlich die erste Melodie
zurückkehrt. Der dritte Satz ist der einzige, dessen Thema an
die Tanzform mahnt, eine Art bekümmerter Ländler in B-moll;
sein zweites Motiv in Des-dur gibt Anlaß zu einem lang
durchgeführten interessanten Canon all’ ottava. Der leb
hafteste, auch umfangreichste Satz ist das Finale; mehr das
Product geistreicher Arbeit, als leicht und reichlich fließender
Erfindung. Die rhythmische Monotonie der sechs Achtel und
das zähe Festhalten an einer und derselben Figur beginnen
eben die Totalwirkung zu gefährden, da führt ein schmettern
des Hornmotiv uns gleichsam ins Freie und beschließt das
Ganze in fröhlichem Aufschwung. Die kräftige Originalität
und Jünglingsfrische von
oder seinem
nicht erwarten; doch wird man auch dieses, von geistreichen
Wendungen reich durchzogene Werk durchaus mit lebhaftem
Interesse hören und sich namentlich an den beiden mittleren
Sätzen erfreuen. Die Novität wurde von den Herren
und
freut, Ignaz Brüll, das Muster eines ebenso feinfühligen