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Maschinenlesbares Transkript der Kritiken von Eduard Hanslick.
Ed. H. Mit der heutigen Première von
„
fest nennen möchten. Nicht einen Festtag, eine Festwoche
veranstaltet
treten im
herzlicher Antheil herüber an diesem fünfzigjährigen Jubi
läum. Für
gehört zur Familie. Seine zahllosen „Brüderlein und
Schwesterlein“ umdrängen heute mit stolzer Befriedigung
den Künstler, der sein glänzendes Talent ein Halbjahrhundert
lang blühend erhalten hat. Mit dem genießenden, großen
Publicum wetteifern glückwünschend auch sämmtliche Musik
kritiker. Unter ihnen bin ich wol der einzige, welcher
Anfänge miterlebt und seine ganze lange Thätigkeit bis zum
heutigen Tage theilnehmend begleitet hat. Ich habe die
Ehre und das Mißvergnügen, mit Johann
im selben Jahre geboren zu sein. Lieber wäre mir’s
freilich, ich hätte erst bei seinem „
Studentenmütze geschwenkt, als damals schon bei
mayer
sten Walzer weder den, der sie hört, noch den, der
sie gemacht hat. Wir Vormärzlichen müssen uns mit
den Erinnerungen trösten, die wir voraus haben vor der
Jugend. Lustige Erinnerungen an Juristenbälle, in welchen
der alte
die ersten Gartenconcerte, wo sein
war es noch vergönnt, in der von
Literatur-Beilage zur
zu erweisen. Dieser starb bekanntlich im September
erst fünfundvierzigjährig, auf der Höhe seines großen Talentes.
Viel Anfeindung erfuhr ich ob der Schlußworte jenes Nach
rufes, worin ich
Otto Nicolai seinen besten Dirigenten, in Dr.
Wir besitzen von
größtentheils Tanzmusik. Wenige Menschen haben eine Vor
stellung davon, welche Masse musikalischer Erfindung auch
nur zwanzig Walzerpartien verschlingen. Ich habe vor Jahren
einmal den Wunsch ausgesprochen,
Neuerung gewagt hat, möchte unsere ganze mosaikartige
Walzerform reformiren, sie zu einer musikalischen Einheit
erheben. Die gegenwärtige Form der Walzermusik birgt ein
großes Hemmniß für deren künstlerische Entwicklung
wie für jeden Componisten von besserem Wissen und
Können. Die enge festgeschlossene Form des Walzers
läßt auch die kleinste Entwicklung einer Melodie nicht zu;
diese ist, so wie sie zu Ende gekommen, auch spurlos ab
gethan, um einer zweiten, dritten u. s. f. Platz zu machen,
bis alle fünf Walzer wie eine unzusammenhängende Bilder
reihe in einem Guckkasten abgerollt sind. Zu Einem Tanz
braucht der Componist, außer Introduction und Coda, fünf
selbstständige Walzer — unsere Großeltern opferten sogar
zwölf „Deutsche“ in jeder Walzerpartie — eine musika
lische Verschwendung, welche den reichsten Melodiker bald
erschöpfen muß. Ich denke mir den Walzer nicht aus fünf
selbstständigen, zusammenhanglos aneinandergereihten Stücken
aufgebaut, sondern als Ein zusammenhängendes, abge
schlossenes Ganzes. Dazu würden ein bis zwei Haupt
themen hinreichen, denen (innerhalb der Grenzen der Tanz
barkeit) eine freie musikalische Entwicklung vergönnt und
geboten wäre. Man wolle dabei nicht etwa an Zukunftsmusik
denken,
(Trio) den ersten Satz wiederholt. In größerem Rahmen
finden wir dergleichen erweiterte, einheitliche Walzer bereits
in dem ersten Finale von „
Kreuz
treffliches Beispiel davon gegeben. Nur durch diese conden
sirte Form entginge der Componist dem Uebel, ein halb
Dutzend neuer Motive zu erfinden, um sie frischgepflückt
gleich fortwerfen zu müssen; nur durch sie könnte der
Walzer sich zu einheitlicher, zugleich freierer Form und ausge
prägtem Charakter entwickeln.
gegangen, obwol er in seinem neuen „
Art Neuerung in die Walzerform bereits einzuführen ver
sucht hat.
Noch einen zweiten, viel erheblicheren Wunsch habe ich
oft und leider vergebens an
ganzes Ballet für die Oper componiren. Er wäre der
rechte, vielleicht der einzige Mann dazu, uns ein Ballet zu
schaffen, dessen musikalischer Werth alle Bürgschaft für län
gere Dauer in sich trüge. Ein Ballet von Johann
nicht aus Johann
besten Herold,
Unversehens habe ich bisher immer nur von dem
genialen Tanzcomponisten gesprochen. Seit zwanzig Jahren
hat aber der „Walzerkönig“ sein Königreich erweitert und
sich die Bühne erobert.
einzige Componist, der nach dreißig Jahren ausschließlicher,
verschwenderischer Productivität in Tanzmusik sich zum
dramatischen Tonsetzer aufgeschwungen und als solcher
erfolgreich behauptet hat. Was könnte ich an dieser Stelle
Neues darüber sagen? Die jetzige Generation hat alle
„
graphischen Stoff findet man in L.
werthem Buch „
Und keine kritische Abhandlung wollte ich zum heutigen Tage
darbringen — nur einen herzlichen Glückwunsch und Gruß
an den großen Freudenspender
Genau vor zehn Jahren war es mir vergönnt, in
dieser
ihm verändert. Nur Eines ist nachzutragen, zu seinem Lob
und unserer Freude: daß
nicht müde geworden, daß er jung und liebenswürdig ge
blieben ist als Mensch wie als Componist. In dieses letzte
Decennium fällt unter Anderm sein „
der frischesten, zugkräftigsten Stücke, dem ich nebst dem
„nach der „
zugestehen möchte. Denn diese bleibt doch immerdar das
auserwählte heraldische Thier im
Hier fließt am reichsten, anmuthigsten und natürlichsten die
echt
Talente des Componisten verwandt entgegenkam und ihn
nirgends verleitete, sein Naturell umzuzwingen. Wer, wie
der darf nicht hoffen, damit lauter Haupttreffer zu machen.
Einige, die vielleicht zu viel Maus oder zu viel Vogel
waren, mußten sich mit geringerem Erfolge begnügen. Aber
selbst dem schwächsten Werke von
rühmen, daß es blühende Musik enthält und geniale Ein
fälle, wie sie nur von
brauche nicht ausdrücklich zu sagen, daß es die Scenen heite
ren Charakters und anmuthiger Tanzweise sind. Kurz, über
jede seiner gesammelten Operetten könnte
des Was kein And’rer machen kann.
Mit der Popularität unseres
kein Zweiter messen. Sie hat noch in den letzten Jahren
eher zugenommen als eingebüßt. Wie wenige Tonkünstler
können an der Schwelle des 70. Lebensjahres sich dieses
Glückes rühmen! Paul
nisch
eines
so tief ergriffen, daß er zum erstenmale Heimweh bekam.
Wir Glücklicheren brauchen nicht an den See
reisen; die schönsten
selbst haben wir hier bei uns an der schönen blauen